10 Fritzbox-Tipps für ein smartes Zuhause. ©digitalzimmer

10 Fritzbox-Tipps für ein smartes Zuhause

Eine Fritzbox im Haus ersetzt die Smarthome-Zentrale – zumindest wenn es um einfache Aufgaben wie das Regeln der Heizung oder das Schalten von Steckdosen geht. Im Betriebssystem FritzOS 7 hat Hersteller AVM noch einmal nachgelegt. Die Router können Aufgaben im Haushalt nun besser automatisieren. Voraussetzung ist immer ein Modell mit Dect-Funktion zum Telefonieren. Nur dann beherrscht die Fritzbox auch das Funkprotokoll DECT ULE für die Steuerung von Smarthome-Geräten.

Wer den „Hausmeister Fritz“ ausprobieren will: Hier kommen zehn Tipps, die seine Talente richtig ausschöpfen. Das Smarthome-Menü der Fritzbox ist über die Web-Bedienoberfläche erreichbar. Sie öffnet sich mit der Eingabe http://fritz.box im Browser. Alternativ geht auch die IP-Adresse des Routers (meist http://192.168.178.1). Die Einstellungen rund ums Smart Home finden sich dann im gleichnamigen Untermenü der Rubrik Heimnetz.

1. Gruppen und Vorlagen verwenden

Mehrere Funkthermostate oder FritzDect-Steckdosen auf einmal steuern: Dafür gibt es in der Fritzbox Gruppen und Vorlagen. Eine Gruppe fasst Geräte gleichen Typs zusammen. So können etwa alle Zwischenstecker mit Lampen in einer Gruppe sein, die Steckdosen mit Haushaltsgeräten in einer anderen. Vorlagen versetzen die Gruppen oder einzelne Geräte in einen bestimmten Zustand. So lässt sich zum Beispiel beim Verlassen der Wohnung überall die Temperatur drosseln – oder für Schichtarbeit ein anderer Heizplan einstellen. Aufgerufen werden die Vorlagen über das Menü der Fritzbox. Schneller und einfacher geht es per Fritzfon (Tipp 7).

Die Fritzbox speichert Smarthome-Einstellungen auf Wunsch als Vorlage. ©digitalzimmer
Die Fritzbox speichert Smarthome-Einstellungen auf Wunsch als Vorlage. ©digitalzimmer
2. Geräte anderer Hersteller nutzen

AVM selbst bietet derzeit vier Smarthome-Produkte an: einen Heizkörperregler, einen Funktaster und zwei Zwischenstecker. Dank des Funkstandards DECT ULE lassen sich aber auch Geräte  anderer Hersteller an der Fritzbox verwenden. Bewährt haben sich unter anderem Modelle der Telekom. Mehr dazu in zwei ausführlichen Blog-Beiträgen hier und hier. Wichtige Einschränkung: Aktuell können alle Tür-/Fensterkontakte, Taster oder Bewegungsmelder nur Steckdosen schalten. Die Kontrolle von Heizkörperreglern – etwa beim Lüften – sieht das das FritzOS bislang nicht vor.

Diese drei Telekom-Produkte funktionieren gut an der Fritzbox. ©digitalzimmer
Diese drei Telekom-Produkte funktionieren gut an der Fritzbox. ©digitalzimmer
3. Push-Nachrichten für Sensoren aktivieren

Ab FritzOS 7 können Funksensoren, die an der Fritzbox angemeldet sind, automatisch E-Mails verschicken. Früher war diese Fähigkeit den Steckdosen und Heizkörperreglern vorbehalten. Mit ihrer Benachrichtigungsfunktion informieren sie den Nutzer, wenn zu Hause die Wohnungstür geöffnet wird oder sich im Flur etwas bewegt. Die Funktion ist für jeden Sensor individuell im Smarthome-Menü der Fritzbox einstellbar. Bei Bedarf lassen sich sogar unterschiedliche E-Mail-Adressen als Empfänger hinterlegen.

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4. Steckdosen als Temperaturfühler einsetzen

Der vom Heizkörperthermostat gemessene Wert liegt in der Regel höher als die Temperatur im Raum. Wer nicht frieren will, kann für jeden Regler einen eigenen Temperatur-Offset einstellen. AVM hat das sogar besonders gut gelöst. Es gibt allerdings einen besseren Weg, um die Temperatur genau dort zu ermitteln, wo etwa der Esstisch steht: Die Funksteckdosen von AVM haben einen Temperatursensor eingebaut, der sich im Menü als externer Fühler auswählen lässt. Wie das geht, ist in diesem Beitrag ausführlich erklärt.

AVM-Steckdosen wie die FritzDect 200 verfügen über einen integrierten Temperatursensor.
AVM-Steckdosen wie die FritzDect 200 verfügen über einen integrierten Temperatursensor.
5. WLAN mit der Mesh-Funktion verbessern

Die Mesh-Funktion der Fritzbox verstärkt auf einfache Weise das WLAN in der Wohnung. Repeater und Powerline-Adapter von AVM arbeiten zusammen, um ein lückenloses Funknetz aufzuspannen. Davon profitieren zum Beispiel auch Multiroom-Lautsprecher. Im Digitalzimmer versorgt ein Powerline-Adapter mit WLAN zwei Sonos-Player, die am Rande der Router-Netzwerks stehen.

Vorteil gegenüber der Reichweitenvergrößerung mit normalen Repeatern: Weil es in der Wohnung nur ein WLAN-Netzwerk gibt, in dem überall dieselben Zugangsdaten gelten, suchen sich die Geräte beim Einschalten selbst den besten Zugangspunkt. Welche AVM-Produkte das Mesh unterstützen, ist auf der Herstellerseite erklärt.

Im Mesh-Netz ist es egal, an welchem WLAN-Zugangspunkt die Geräte angemeldet sind. ©digitalzimmer
Im Mesh-Netz ist es egal, an welchem WLAN-Zugangspunkt die Geräte angemeldet sind.
6. Alexa-Skill für die Sprachsteuerung installieren

AVM verzichtet bislang auf jede Art von Sprachsteuerung. Mit dem Alexa-Skill FB Smart home gibt es trotzdem eine gut funktionierende Lösung. Sie unterstützt sowohl Heizkörperthermostate als auch Funksteckdosen. Zum Empfang der Sprachbefehle ist nur ein Amazon Echo oder ein anderes Alexa-fähiges Gerät nötig. Die Einrichtung verlangt etwas Vorarbeit in den Einstellungen der Fritzbox. Deshalb ist sie in diesem Beitrag detailliert beschrieben.

7. Smarthome-Geräte per Dect-Telefon steuern

Jedes Fritzfon von AVM ist gleichzeitig eine Fernbedienung für das vernetzte Heim. Soll heißen: Über das Menü der schnurlosen Telefonhörer M2, C4 und C5 sind zu Hause auch alle installierten Sensoren, Regler oder Zwischenstecker zugänglich. So lässt sich zum Beispiel vom Sofa aus am Hörer die Heizung regeln, der aktuelle Stromverbrauch ablesen oder das Licht einschalten. Um die Geräte vom Startbildschirm direkt erreichbar zu machen, empfiehlt es sich einen Favoriten für das Smart-Home-Menü am Fritzfon anzulegen.

Soll-Temperatur der Heizung ändern mit einem Fritzfon C4. ©digitalzimmer
Soll-Temperatur der Heizung ändern mit einem Fritzfon C4. ©digitalzimmer
8. Mit dem Smartphone alles im Griff

Die Browser-Oberfläche der Fritzbox hat ein sogenanntes „responsive Design“.  Das heißt: Am Smartphone wird sie in einer schmaleren Version angezeigt, die zum Hochformat des Displays passt. Schneller und einfacher geht die Bedienung von Steckdosen und Thermostaten allerdings per App.

AVM bietet eigene Programme für Android und iOS an. Während die Google-Version MyFritzApp 2 (PlayStore-Link) sehr komfortabel zu bedienen ist, hinkt das Apple-Pendant MyFritzApp (AppStore-Link) der technischen Entwicklung hinterher. Mehr Spaß macht die iOS-App Fritch von Ralf Uttenthaler. Sie kostet zwar 2,29 Euro, kann dafür aber auch auf iPad und Apple-TV installiert werden. Weniger elegant gestaltet, dafür aber mit automatischer Schaltfunktion beim Heimkommen oder Verlassen der Wohnung: die kostenlose iOS-App SmartFranz.

Von links nach rechts: MyFritzApp 2 (Android), MyFritz und Fritch (beide iOS). ©digitalzimmer
Von links nach rechts: MyFritzApp 2 (Android), MyFritz und Fritch (beide iOS). ©digitalzimmer
9. Verbindung zu den Geräten prüfen

Zum hauseigenen Funktaster FritzDect 400 und für Heizkörperregler zeigt die Fritzbox den aktuellen Ladezustand der Batterie an. Diese Information fehlt bei anderen Geräten. So kann es passieren, dass der Tür-/Fensterkontakt oder Bewegungsmelder die Verbindung verliert, weil seine Batterie leer ist.

Über den Push-Service des Routers kann man sich per E-Mail informieren lassen, wenn ein Smarthome-Gerät nicht mehr zur Verfügung steht. Die Einstellungen dafür hat AVM im Menü System untergebracht. Findet die Fritzbox den Sensor nach einem Batterietausch nicht gleich wieder, wird das entsprechende Symbol im Smarthome-Menü grau statt grün angezeigt. In solchen Fällen hilft ein Klick auf die Schaltfläche Bekannte Geräte erneut anmelden. Sofort danach den Sensor einmal auslösen und es sollte gut sein.

10. Fritzbox in andere Systeme integrieren

Die Ansprüche an ein Smart Home wachsen schnell. Reichen die Fähigkeiten der Fritzbox nicht mehr aus, lässt sich der Router inklusive Steckdosen und Heizkörperregler auch in andere Systeme integrieren. Software wie OpenHAB bietet eigene Erweiterungen dafür. Mit dem Programm Homebridge – etwa auf dem einem Minicomputer wie dem Raspberry Pi – finden die Fritz-Produkte Anschluss an Apple HomeKit. Allerdings verlangen solche Do-it-Yourself-Lösungen etwas Zeit und Lust am Experimentieren.

Schneller geht es mit dem Smarthome-System Homee. Seine Zentrale hievt Fritz-Steckdosen und -Thermostate ganz einfach in die Haussteuerung und verbindet sie mit Geräten anderer Hersteller. So gehen etwa beim Druck auf einen Schalter nicht nur die Zwischenstecker an, sondern auch funkgesteuerte Lampen von Osram, Philips Hue & Co.

Der Brain-Cube kann über das Heimnetzwerk auch Dect-Geräte an der FritzBox steuern.
Der Homee-Cube kann über das Heimnetzwerk auch Dect-Geräte an der FritzBox steuern.

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