FritzBox-Sprachsteuerung für Smarthome-Geräte. ©digitalzimmer

Sprachsteuerung für die FritzBox – so geht’s

Die FritzBox mausert sich zur Smarthome-Zentrale. Seit geraumer Zeit gibt es Funksteckdosen von AVM und drahtlose Heizkörperregler, die auf Befehle des Routers hören. Und dank neuer Entwicklungen wie dem Dect-Standard HAN-FUN lassen sich mittlerweile auch Sensoren fremder Hersteller an der FritzBox anmelden. Da liegt der Wunsch nahe, das vernetzte Haus auch per Sprache zu steuern. So wie es mit Alexa, dem Google Assistant oder Siri bei anderen Smarthome-Systemen schon länger möglich ist.

Allerdings bietet AVM keine FritzBox-Sprachsteuerung an. Aus Gründen der Sicherheit: Zum Schutz vor Angriffen aus dem Internet riegelt der Hersteller seinen Router weitestgehend ab. Wer von unterwegs aus auf die FritzBox zugreifen will, muss die nötigen Freigaben extra einrichten – oder die hauseigene FritzApp 2 für Android verwenden. Sie baut ein Virtual Privat Network (VPN) auf, das die komplette Kommunikation zwischen Smartphone und Router verschlüsselt. Sprachassistenten in der Cloud, die einen Zugang zum Heimnetzwerk verlangen, passen da nicht ins Konzept. Was nicht heißen soll, dass es keine Lösung für die Aufgabe gibt.

Methode 1: FritzBox-Sprachsteuerung mit Alexa-Skill

Der einfachste Weg führt über Alexa Skills. So heißen Apps für den Sprachdienst von Amazon, die in der Alexa-App oder per Browser auf http://alexa.amazon.de installiert werden. Da AVM keinen eigenen Skill anbietet, haben private Entwickler selbst Hand angelegt. Der älteste inoffizielle FritzBox-Skill stammt von Sven Johannsen aus der Nähe von Stuttgart. Er heißt fbox.cloud und ist seit Sommer 2017 online. Allerdings wird er demnächst eingestellt.

Der Alexa-Skill FB Smart Home verbindet Amazons Sprachsteuerung mit der FritzBox.
Der Alexa-Skill FB Smart Home verbindet Amazons Sprachsteuerung mit der FritzBox.

Als Alternative bietet sich FB Smart Home von Raphael Pala an. Der Skill ist noch jung (Dezember 2017), bietet aber schon jetzt mehr Funktionen als fbox.cloud. So kann er beispielsweise mit Internet-Anschlüssen umgehen, die das neue TCP/IP-Protokoll IPv6 verwenden. Das ist unter anderem in Glasfasernetzen oder bei Kabelanbietern wie Unitymedia der Fall. Außerdem überträgt der Skill die Heizkörpertemperatur korrekt in die Alexa-App. Das war bei fbox.cloud nicht der Fall. Dort wurden Thermostate als Lampen erkannt, weshalb die Temperaturanzeige fehlte. Eine Einschränkung bleibt jedoch: Die FritzBox-Sprachsteuerung kontrolliert nur Steckdosen und Heizkörperregler. Andere Produkte wie der Tür- und Fensterkontakt von Magenta-Smarthome lassen sich nicht ansprechen. Auch wenn sie erfolgreich mit der FritzBox verbunden sind.

Schritt für Schritt: Den Skill FB Smart Home installieren

Damit der Alexa Skill eine Verbindung zur FritzBox herstellen kann, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Erstens: Der Internet-Zugriff am Router muss aktiviert sein. Die Einstellungen dafür finden sich unter MyFritz-Konto im Internet-Menü der Box.

Schritt 1: MyFritz-Konto und den Internetzugriff an der FritzBox aktivieren. ©digitalzimmer
Schritt 1: MyFritz-Konto und den Internetzugriff an der FritzBox aktivieren. ©digitalzimmer

Im zweiten Schritt empfiehlt es sich, einen zusätzlichen FritzBox-Benutzer anzulegen, der nur auf Smarthome-Geräte zugreifen kann. So sind die Einstellungen des Routers und Daten im heimischen Netzwerk sicher, selbst wenn die Zugangsdaten dieses Kontos einmal in fremde Finger gelangen sollten.

Schritt 2: Neuen Benutzer mit Internetzugriff und Smarthome-Rechten anlegen. ©digitalzimmer
Schritt 2: Neuen Benutzer mit Internetzugriff und Smarthome-Rechten anlegen.

Nun geht es auf die Webseite des Alexa-Skills www.fbsmarthome.site. Dort gibt es einen Link zum Anmelden mit dem Amazon-Konto. Es muss natürlich dasselbe Konto sein, mit dem auch Alexa und die Echo-Lautsprecher zu Hause arbeiten. Das ganze Prozedere und die Einstellungen an der FritzBox sind hier nochmals erklärt.

Schritt 3: Auf der Webseite des Skills mit den Amazon-Zugangsdaten anmelden. ©digitalzimmer
Schritt 3: Auf der Webseite des Skills mit den Amazon-Zugangsdaten anmelden.

Nach dem Anmelden erscheint eine Maske mit drei Eingabefeldern. In das oberste Feld kommt die MyFritz-Adresse, das ist die Internetadresse (https://xxx.myfritz.net:4xxx) aus Schritt 1. Darunter folgen der Name und das Passwort und des neu angelegten Benutzers mit Smarthome-Rechten.

Schritt 4: Die Zugangsdaten des FritzBox-Benutzers in die enstprechenden Felder eingeben. ©digitalzimmer
Schritt 4: Die Zugangsdaten des FritzBox-Benutzers in die entsprechenden Felder eingeben.

Mit „Verbindung testen“ lassen sich die Eingaben überprüfen. Stimmen alle Daten, erscheinen die mit der FritzBox verbundenen Smarthome-Geräte am Bildschirm. Ein Klick auf „Daten speichern“ sichert die Konfiguration in einer Online-Datenbank (DynamoDB), die der Entwickler bei Amazon eingerichtet hat. Nun kann der Skill in gewohnter Manier über die Alexa-App aktiviert werden. Nach der obligatorischen Geräte-Suche erscheinen Steckdosen und Heizungsregler in der Smarthome-Rubrik von Alexa.

Die Smarthome-Geräte an der FritzBox lassen sich auch mit der Alexa-App steuern. ©digitalzimmer
Die Smarthome-Geräte an der FritzBox lassen sich auch mit der Alexa-App steuern.

Alexa-Skills sind aber nur eine Möglichkeit, die FritzBox von AVM mit digitalen Sprachdiensten zu verbinden. Es gibt noch weitere. Mehr dazu auf der nächsten Seite.

4 Gedanken zu „Sprachsteuerung für die FritzBox – so geht’s“

  1. Alles Blödsinn, bekomme noch nicht einmal die Einstellungen um die Daten der Fritzbox einzugeben, geschweige mit einer Fritzbox zu ändern.

    alles mit dem Konto verknüpft und aktiviert denke mal an ein Datenlogger und mehr nicht

    Absolute Vorsicht geboten

    1. Hallo Stephan,
      das kann ich leider nicht nachvollziehen. Wenn ich mich hier mit meinen Amazon-Daten auf der Webseite von FB Smart Home anmelde, werden mir im Bereich Einstellungen unter den Anleitung sofort die Felder für MyFritz-Adresse, Benutzer und Passwort angezeigt. Auch die Sprachsteuerung funktioniert ganz normal.

      Ich würde empfehlen, alle Einstellungen noch einmal zu überprüfen oder zu löschen und einen neuen Anlauf zu nehmen. Wenn das nichts bringt: Vielleicht den Entwickler über die Kontaktdaten anschreiben. Das hilft sicher eher, als meinen Artikel hier als Blödsinn zu bezeichnen. Denn bei uns funktioniert der Skill wie gesagt.

      Beste Grüße aus dem Digitalzimmer

  2. Was aus dem Artikel nicht so recht hervor geht: Ist es nun sicher oder unsicher, seine Fritz Box mit Alexa zu verbinden? Ich zögere noch. Es hat sicher einen Grund, warum AVM keinen Skill anbietet.

    1. Der Zugriff übers Internet stellt bei jedem Gerät ein potentielles Sicherheitsrisiko dar. Deshalb müssen solche Funktionen an der FritzBox auch extra aktiviert und freigeschaltet werden. So entscheidet der Nutzer, wann er das abgeriegelte Heimnetzwerk für Verbindungen nach draußen öffnet. AVM versucht seine Router einfach so sicher wie möglich zu machen.

      Wer komplexe Passwörter mit Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen verwendet sowie einen extra Benutzer für die Smarthome-Steuerung anlegt, geht aber kein großes Risiko ein. Etwas anders sieht es aus, wenn man Ports am Router öffnet, über die Hacker schlimmstenfalls das heimische Netzwerk angreifen können. So etwas sollte nur tun, wer sich mit der Materie auskennt.

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