Wandschalter für Philips Hue – die Möglichkeiten

Smarte Steuerung hin oder her. Nichts geht über einen Lichtschalter an der Wand, wenn die Hue-Lampen einfach zu bedienen sein sollen. Mit so einem Drücker für „an“ und „aus“ kommen auch Besucher klar – oder Familienmitglieder, die gerne an Bewährtem festhalten. Für das Philips-Lichtsystem gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Funktastern. Alle haben eines gemeinsam: Sie arbeiten ohne Eingriff in die Elektroinstallation. Ihr Funksignal richtet sich an die Hue-Bridge oder direkt an einzelne Leuchten.

Deshalb kann so eine drahtlose Fernbedienung auch ohne fremde Hilfe keine klassischen, unvernetzten Lampen steuern. Das geht nur auf Umwegen, etwa über Zwischenstecker oder Funk-Aktoren, die in die Verteilerdosen eingebaut werden. Sind solche Unterputz-Module installiert, kommen die folgenden Wandschalter aber wieder ins Spiel. Die gute Nachricht: Um sie in Betrieb zu nehmen, muss man weder Elektriker sein, noch technisch besonders versiert.


Philips Hue Dimmer Switch
Mit seiner Magnet-Halterung lässt sich der Switch auch an der Wand befestigen. ©digitalzimmer

Die Fernbedienung liegt vielen Hue-Startpaketen bei. Sie ist aber auch separat für etwa 20 Euro erhältlich. Im Solo-Einsatz ohne Bridge schaltet sie synchron bis zu zehn Lampen ein und aus oder dimmt mit ihren Plus-/Minus-Tasten die Helligkeit. Mehrfaches Drücken des Einschaltknopfs wechselt zwischen vier Lichtfarben von Kalt- bis Warmweiß durch. Mit einer Hue-Bridge stehen deutlich mehr Funktionen zur Verfügung. Dann lassen sich per Hue-App beliebige Farben und Lichtszenen der Bridge auf die Tasten legen. Alternative Apps wie iConnectHue oder All4Hue erlauben eine Mehrfach-Belegung mit langem oder doppeltem Tastendruck.

Magnete in der Basisplatte halten die Schale und den abnehmbaren Switch an Metall-Oberflächen fest. Mit zweiseitigem Klebeband lässt sich die Konstruktion aber fast überall befestigen. Amazon und andere Online-Shops bieten Abdeckungen an, die den Dimmer Switch über einem vorhandenen Lichtschalter montieren. Deren  Aussehen ist allerdings Geschmackssache. Fabian Schneider von hueblog.de hat eine elegantere Lösung aus Acrylglas gebaut (LINK). Nutzer mit einem 3D-Printer wie Elias Ruemmler drucken sich die Montageplatten selbst aus. (LINK).

Abmessungen: 7 x 11,5 cm (Basisplatte), 3,5 x 9,1 cm (Fernbedienung)
Batterie: ja (Lithium,3V, CR 2450)
Hue-Bridge notwendig: nein
Licht einschalten / ausschalten: ja
Dimmer-Funktion: ja
Zugriff auf Szenen der Hue-Bridge: ja
Anzahl eigene Lichtszenen: 4
Anzahl steuerbare Leuchtmittel: 10 (ohne Bridge) / 50  (mit Bridge)
Kompatibel mit Apple HomeKit: ja (über Hue-Bridge, 4 Funktionen)
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Philips Hue Smart Button
Der Hue Smart Button kommt mit zwei Montageplatten. ©digitalzimmer

Den kleinen Hue Smart Button ist das jüngste Mitglied der Philips-Famile. Seine quadratische Basisplatte passt besser zu traditionellen Schaltprogrammen als der Dimmer Switch. Außerdem lässt er sich mit einer runden Magnetscheibe (oben rechts) auf nahezu jedem glatten Untergrund befestigen. Eine zeitabhängige Szenenwahl passt Lichtfarbe und -helligkeit an den Tagesverlauf an. Weil die Funktionen so umfangreich sind, gibt es hier einen eigenen Test.

Abmessungen: 7,6 x 7,6 cm (Basisplatte), 3,2 cm  ∅ (Fernbedienung)
Batterie: ja (Lithium,3V, CR 2032)
Hue-Bridge notwendig: nein
Licht einschalten / ausschalten: ja
Dimmer-Funktion: ja
Zugriff auf Szenen der Hue-Bridge: ja
Anzahl eigene Lichtszenen: 4
Anzahl steuerbare Leuchtmittel: 10 (ohne Bridge) / 50  (mit Bridge)
Kompatibel mit Apple HomeKit: ja (über Hue-Bridge, 1 Funktion)
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Philips Hue Tap
Der Hue Tap arbeitet batterielos mit EnOcean-Technik. ©digitalzimmer

Der Urahn aller Philips-Taster unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von seinen jüngeren Kollegen: Er kann nicht dimmen. Zwar bieten die sogenannten Hue Labs in der App eine Möglichkeit, die Helligkeit durch wiederholten Tastendruck zu ändern (Hue Tap Dimmer, LINK). Doch geht das nicht stufenlos, sondern nur in Schritten von 25 Prozent. Jede der vier Schaltflächen auf dem Tap lässt sich mit einer eigenen  Hue-Szene belegen. Die Hue Labs sorgen wiederum dafür, dass derselbe Knopf das Licht ein- und beim nächsten Mal wieder ausschaltet (Tap Toggle, LINK).

Weitere Besonderheit:  Der Schalter kommt ohne Batterien aus. Ein elektromechanischer Wandler nutzt die Bewegungsenergie beim Tastendruck, um Strom für das Funksignal zu erzeugen. Die Schaltflächen sind schwergängiger als an Batterie-Modellen. Auch akustisch macht sich das sogenannte EnOcean-Modul mit einem „Klack“ bemerkbar. Dafür entfällt der Batteriewechsel alle paar Jahre.

Eine mitgelieferte Halterung befestigt den Tap an der Wand. Seine  runde Form passt nicht unbedingt zu gängigen Schalter-Programmen. Wer mag, kann den batterielosen Drücker aber mit einem Montage-Set von voltus.de ins übliche Raster bringen. Wie das geht, ist in unserer Anleitung zum Umbau des Hue Tap erklärt.

Abmessungen: 7,5 cm Durchmesser
Batterie: nein (kinetische EnOcean-Technik)
Hue-Bridge notwendig: ja
Licht einschalten / ausschalten: ja
Dimmer-Funktion: nein
Zugriff auf Szenen der Hue-Bridge: ja
Anzahl eigene Lichtszenen: keine
Anzahl steuerbare Leuchtmittel: 50
Kompatibel mit Apple HomeKit: ja (über Hue-Bridge, 4 Funktionen)
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Ikea Trådfri-Fernbedienung
Mit ihrem Magnet-Sockel zum Ankleben hält die Ikea-Fernbedienung auch an glatten Flächen. ©digitalzimmer

Die preisgünstigste Methode, ein paar Hue-Lampen im Raum zu steuern: die Trådfri-Fernbedienung von Ikea. Gerade einmal zehn Euro kostet der runde Puck – inklusive Magnethalter zum Befestigen an der Wand. Dafür müssen Nutzer mit ein paar Einschränkungen leben. So kann die Fernbedienung das Licht zwar dimmen aber weder die Farbe ändern noch Szenen aufrufen. Ein Druck auf die große Einschalttaste bringt immer die zuletzt gewählte Einstellung zum Vorschein. Zwei Sonnensymbole ändern die Helligkeit, die beiden Pfeiltasten sind an der Hue-Bridge außer Funktion.

Die Installation nimmt etwas Zeit in Anspruch, weil der Sender zuerst an die Hue-Bridge gekoppelt werden muss, wo er in keiner App erscheint. Danach heißt es, jede Lampe einzeln anlernen. Eine ausführliche Anleitung haben wir hier veröffentlicht. Maximal zehn Leuchtmittel akzeptiert die Fernbedienung auf diese Weise. Das ist nicht besonders viel, dürfte aber für die meisten Räume reichen.

Abmessungen: 6,8 cm Durchmesser
Batterie: ja (Lithium 3V, CR 2032)
Hue-Bridge notwendig: ja
Licht einschalten / ausschalten: ja
Dimmer-Funktion: ja
Zugriff auf Szenen der Hue-Bridge: nein
Anzahl eigene Lichtszenen: keine
Anzahl steuerbare Leuchtmittel: 10
Kompatibel mit Apple HomeKit: nein
Hersteller-Link: Trådfri-Fernbedienung auf Ikea.com


Friends-of-Hue-Taster
Friends-of-Hue-Taster sind batterielos und steuern das Licht über die Bridge. ©digitalzimmer

Unter dem Namen „Friends of Hue“ bieten traditionelle Schalterhersteller auch Funktaster für das Philips-Lichtsystem an.  Nicht zu verwechseln mit den schon länger erhältlichen Wandsendern für Zigbee Light Link (siehe unten). Über die FoH-Schalter von Busch-Jaeger, Senic (Gira) und Vimar hat digitalzimmer.de bereits berichtet. Vorteil: Sie integrieren sich nahtlos in die Steuerung. Es gibt in den Einstellungen der Hue-App einen eigenen Menüpunkt dafür. Damit läuft die Installation genauso schnell und selbsterklärend ab wie mit einem Hue Dimmer Switch oder Hue Tap.

Alle FoH-Taster können beliebige Lichtszenen der Bridge aufrufen. Die Hue-App unterscheidet dabei zwischen einem kurzen und langen Tastendruck. So lässt sich zum Beispiel durch Halten der Taste eine aktive Szene stufenlos dimmen. Mit alternativen Apps wie iConnectHue sind außerdem Mehrfachbelegungen und zeitabhängige Einstellungen möglich. Der Schalter hat dann etwa tagsüber eine andere Funktion als nachts.

Die Wippen passen in Rahmen und zu Steckdosen des jeweiligen Hersteller. Allerdings hat dieser Design-Vorteil auch seinen Preis: zwischen 60 und 100 Euro kosten die anmeldebereiten Schalter. Für Blenden in besonderen Farben oder Metall-Oberflächen kommt noch ein Aufpreis hinzu. Tipp: Weil das batterielose EnOcean-Modul überall dieselben Maße hat, kann es herstellerübergreifend eingesetzt werden. So passt die Funkeinheit von Senic und Gira (69 Euro) zum Beispiel in Rahmen anderer Hersteller, sofern diese das gängige 55-Millimeter-Raster nutzen. Das Druckgefühl ist nicht ganz so robust wie auf einem Hue Tap. Um die Energie zu gewinnen, muss die Taste aber auch hier einen Widerstand überwinden.

Abmessungen: vom Hersteller abhängig
Batterie: nein (kinetische EnOcean-Technik)
Hue-Bridge notwendig: ja
Licht einschalten / ausschalten: ja
Dimmer-Funktion: ja
Zugriff auf Szenen der Hue-Bridge: ja
Anzahl eigene Lichtszenen: kein
Anzahl steuerbare Leuchtmittel: 50
Kompatibel mit Apple HomeKit: ja (über Hue-Bridge, 4 Funktionen)
Provisions-Link*: Busch-Jaeger FoH-Taster auf Amazon
Provisions-Link*: Vimar FoH-Taster auf Amazon
Hersteller-Link: Senic/Gira-FoH-Schalter auf Senic.com


Zigbee-Funk-Wandsender
Batteriebetriebene Zigbee-Funksender können eigene Lichtszenen speichern. ©digitalzimmer

Wandsender mit dem Funkstandard Zigbee Light Link gibt es schon länger. Viele namhafte Schalterhersteller  wie Busch-Jaeger, Gira oder Jung (oben) bieten sie an. Die Preisunterschiede im Internet sind enorm. So kann ein und dasselbe Modell mal 75 Euro, in einem anderen Shop aber auch 110 Euro kosten. Der Vergleich lohnt also.

Ähnlich wie Ikeas Trådfri-Fernbedienung integrieren sich die Wandschalter nicht in das Hue-System. Sie treten lediglich dem Funknetz der Bridge bei. Das geschieht mit einer speziellen Tastenkombination während der Installation. Danach erscheint der Taster in keiner App. Um Lampen zu steuern, müssen sie mit dem Sender verbunden sein. Auch dafür gibt es wieder eine Tastenkombination, die in der Nähe des Leuchtmittels gedrückt wird. Bis zu zehn Lichtquellen lassen sich auf diese Weise koppeln. Sie reagieren gemeinsam auf die Tasten für Ein/Aus und Dimmen.

Die Hersteller spendieren ihren Schaltern außerdem Szenen-Speicher. Zwei bis vier zusätzliche Tasten ändern auf Wunsch die Lichtstimmung. Ihre Programmierung ist einfach: Mit der Hue-App die Farbe und Helligkeit der Lampen festlegen. Dann lange auf eine der Szenen-Tasten drücken. Der Knopf merkt sich die Einstellung aller verbunden Lampen und kann sie jederzeit wieder aufrufen.

Abmessungen: vom Hersteller abhängig
Batterie: ja (Lithium,3V, CR 2450)
Hue-Bridge notwendig: nein
Licht einschalten / ausschalten: ja
Dimmer-Funktion: ja
Zugriff auf Szenen der Hue-Bridge: nein
Anzahl eigene Lichtszenen: vom Hersteller und Modell abhängig
Anzahl steuerbare Leuchtmittel: 10
Kompatibel mit Apple HomeKit: nein
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5 Gedanken zu „Wandschalter für Philips Hue – die Möglichkeiten“

    1. Hallo Georg,
      das geht leider nicht. Die FoH-Modelle sind ausschließlich für den Einsatz an einer Hue-Bridge gedacht. Deshalb steht darunter oben im Beitrag der Hinweis „Hue-Bridge notwendig: ja“. Schalter, bei denen ein „nein“ steht, lassen sich direkt mit Hue-Lampen verbinden.

      Ein Funkaktor von Eltako dürfte aber auch mit solchen Sendern nicht funktionieren, da Eltako die EnOcean-Funktechnologie im 868 MHz-Band verwendet. Philips Hue funkt dagegen im Zigbee-Standard.

      Viele Grüße aus dem Digitalzimmer

    1. Das stimmt Malte, es gibt eine Reihe von Smarthome-Systemen, die mit Philips Hue zusammenarbeiten. Aus Platzgründen habe ich mich in diesem Beitrag allerdings auf Lösungen beschränkt, die ohne weitere Zentrale mit den Hue-Lampen oder der Hue-Bridge zusammenarbeiten.

      Viele Grüße aus dem Digitalzimmer

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