FritzDect 440 an der Wand.

FritzDect 440: mehr als ein Raumthermostat für die Fritzbox

Fernbedienung, Wandthermostat, Dimmer und Display – der neue Funktaster von AVM erweitert die Smarthome-Funktionen der Fritzbox. Wie gut ihm das gelingt, klärt der Test.


Inhalt

Es gibt Produkte, die sind so etwas wie ein Quantensprung in ihrem System. Sie heben die Funktion auf ein neues Niveau. Die ersten Friends-of-Hue-Taster waren so ein Produkt oder der Eve Extend für mehr Bluetooth-Reichweite. Und auch der neue FritzDect 440 gehört in diese Kategorie. Das sage ich nicht, weil Hersteller AVM mir ein Exemplar für den Test zur Verfügung gestellt hat. Der Funktaster für die Fritzbox (LINK) ist so etwas wie das fehlende Glied in der Kette. Er fasst die Smarthome-Aktivitäten des AVM-Routers in einer gemeinsamen, zentralen Bedieneinheit zusammen.

Der Wandhalter für den magnetischen Taster von AVM gehört zum Lieferumfang. ©digitalzimmer
Fernbedienung für alles: FritzDect 440

Auf den ersten Blick bietet der Drücker mit vier Tasten vor allem Funktionen, die es bereits an anderer Stelle im System gibt:

  • Als drahtlose Fernbedienung an der Fritzbox schaltet er Smarthome-Vorlagen und Dect-Steckdosen des Herstellers. Das ist auch mit dem Funktaster FritzDect 400 möglich.
  • Sein E-Paper-Display mit elektronischer Tinte zeigt permanent die Raumtemperatur an, wie es auch die Anzeige des Heizkörperreglers FritzDect 301 tut.
  • Als externer Temperatursensor soll er die Messung verbessern, wenn die Heizkörperregler selbst keine optimalen Daten liefern. Eine Funktion, die sonst AVM-Steckdosen übernehmen.

Wer LED-Lampen von AVM oder das Pendant der Deutschen Telekom besitzt, entdeckt aber noch mehr Möglichkeiten. Bei entsprechender Programmierung eignet sich der FritzDect 440 als drahtloser Lichtschalter. Er knipst Leuchten an und aus, auch gemischte Gruppen, in denen sich LEDs und Steckdosen befinden. Sind nur LED-Lampen im Spiel, dient er gleichzeitig als Dimmer. Die Helligkeit ist dann mit einem langen Tastendruck in 10-Prozent-Schritten regelbar. Bis zu zehn dieser Universalschalter lassen sich an einer Fritzbox anmelden. Der Stückpreis liegt aktuell bei etwa 60 Euro.

Die vier Bildschirme des Tasters lassen sich individuell mit Funktionen belegen. ©digitalzimmer
Einfache Installation per Knopfdruck

Wie alle Smarthome-Produkte von AVM arbeitet auch der jüngste Neuzugang mit dem Funkstandard DECT ULE. Das heißt: Er lässt sich ohne weiteres Zubehör an Fritzboxen anmelden, die über eine Basisstation für schnurlose Telefone verfügen. Voraussetzung ist nur das Betriebssystem FritzOS 7.10 auf dem Router – beziehungsweise 7.20, wenn auch LED-Lampen gesteuert werden sollen.

Die Installation läuft schnell und reibungslos ab: Kurz den trapezförmigen Menüknopf auf der Front des 440 drücken und danach sechs Sekunden lang die DECT-Taste an der Fritzbox. Die beiden tauschen ein paar Daten miteinander aus und nach dem Handshake erscheint der Taster im Browser-Menü des Routers (http://fritz.box/). Hier findet auch die Konfiguration statt. Denn anders als in App-basierten Smarthome-Systemen gibt es keine Regeln mit wenn und dann.

Die Geräteverwaltung der Fritzbox listet alle verbundenen Smarthome-Produkte auf.

AVM spendiert jedem Gerät ein eigenes Konfigurationsmenü. Im Falle des FritzDect 440 enthält es vier hellblaue Flächen. Sie repräsentieren die vier Bildschirme des Tasters. Der erste Screen ist mit einer großen, weithin sichtbaren Temperaturanzeige vordefiniert. Die übrigen drei lassen sich nach Wunsch belegen und gestalten.

Im Konfigurationsmenü des FritzDect 440 bekommen die Bildschirme ihre Funktion.

Abhängig von der Auswahl ändert sich die Funktion der vier winkelförmigen Tasten rund ums Display. Mal dienen sie als Dimmer, mal regulieren sie die Temperatur der Heizung. Als Wippe konfiguriert regeln sie auf und ab, dann passen zwei Bedienelemente auf den Schirm. Als Umschalter bieten sie Platz für doppelt so viele Aktionen. Damit lassen sich dann etwa vier Smarthome-Vorlagen der Fritzbox aufrufen oder Ein-/Ausschalter pro Bildschirm definieren.

Bis zu vier individuelle Funktionen passen auf einen Bildschirm des Tasters. ©digitalzimmer

Im Menü ist außerdem einstellbar, welcher Screen auf der Startseite erscheinen soll. Das muss nicht die Temperaturanzeige sein. Es können hier auch Lampen oder Steckdosen auf ihren Einsatz warten, wenn der Taster als Lichtschalter dient. Sein Format von 69 x 69 Millimetern ist so bemessen, dass er griffbereit über einem vorhandenen Wandtaster montiert werden kann. Das weiße Design fügt sich unauffällig in gängige Schalterprogramme ein. Eine mitgelieferte Metallplatte zum Kleben oder Schrauben befestigt den Taster auf ebenen Flächen. Da er magnetisch hält, steht einem mobilen Einsatz als Fernbedienung aber trotzdem nichts im Wege.

Die Menütaste schaltet zwischen den voreingestellten Bildschirmen um. ©digitalzimmer

Jeder Druck auf die Menütaste am unteren Rand schaltet die Anzeige einen Bildschirm weiter. Ist der Zyklus am Ende angekommen, beginnt er von vorn. Praktisch: In der Standardansicht mit großer Temperatur gilt automatisch die Belegung der folgenden Anzeigeseite. Wer den FritzDect 440 als Raumthermostat nutzt, bringt seine Heizungsregelung also am besten dort unter. Dann wechselt der Bildschirm ohne Menütaste direkt in die Temperatureinstellung.

Der multifunktionale Taster im Alltag

Im Test musste sich der FritzDect 440 als Raumthermostat und als Smarthome-Taster beweisen. Dabei fiel auf, dass er die Temperatur ziemlich genau misst, zumindest wenn er unberührt an seinem Platz an der Wand hängt. Die Abweichung zu den Vergleichsthermometern betrug dann höchstens ein oder zwei Zehntelgrad, ist also zu vernachlässigen. Beim Befingern und Herumtragen in der Hand kann sich Körperwärme auf den Sensor übertragen, aber das passiert eigentlich bei allen mobilen Temperaturfühlern.

Im Test waren nur geringe bis keine Unterschiede zu anderen Temperatursensoren feststellbar.

Ein anderer Effekt hat mit dem Gerät selbst nichts zu tun, er tritt auch bei Fensterkontakten auf: Um ihre Batterien zu schonen, kommunizieren Heizkörperregler an der Fritzbox nur einmal alle 15 Minuten mit dem Router. Haben sie gerade erst nachgefragt, kann nach einer Temperaturänderung am FritzDect 440 also etwas Zeit vergehen, bis das Ventil öffnet oder schließt. Im ungünstigsten Fall beträgt die Verzögerung eine Viertelstunde, meist dürfte es sich aber nur um ein paar Minuten handeln.

Systembedingt kann es einige Minuten dauern, bis die Regler am Heizkörper reagieren.

Apropos Batterien: Der Taster bezieht seine Energie aus zwei handelsüblichen Microzellen (AAA). Sie sind günstiger als die Fotobatterie im kleinen Bruder FritzDect 400. Dort kommt eine Lithium-Zelle des Typs CR123A zu Einsatz – für rund zwei Euro das Stück. So viel kostet auch ein Viererpack AAA-Batterien. Der neue Taster lässt sich zum selben Preis also mindestens einmal neu beschicken. Ob er damit auch doppelt so lange durchhält, muss sich zeigen. Sein unbeleuchtetes E-Paper-Display sollte jedenfalls sparsam mit der Energie umgehen. Es verbraucht nur beim Bildwechsel Strom.

Der FritzDect 440 (links) und sein kleiner Bruder FritzDect 400 mit Batterien.

Genau dieses Display ist auch das größte Kaufargument. Es macht den Taster in einer Smarthome-Installation mit der Fritzbox fast unentbehrlich – will man zum Schalten von Licht oder Ändern der Raumtemperatur nicht jedes Mal das Smartphone zücken. Zugegeben, manche Aufgaben würden sich mit dem FritzDect400 ohne Display ebenfalls erledigen lassen. Dann muss man sich allerdings die Tastenbelegung merken und pro Exemplar stehen nur zwei Auslöser zur Verfügung: kurzer und langer Knopfdruck. Der 440 zeigt jederzeit an, welche Funktion seine Tasten gerade haben.

Auf einem viergeteilten Screen ist der Platz dafür begrenzt. Pro Feld darf die Beschriftung höchstens sieben Zeichen haben. Sind zwei Tasten zusammen als Wippe konfiguriert, wächst der Umfang aber auf 15 Zeichen, weil dann ein halber Bildschirm zur Verfügung steht. Der Taster eignet sich so auch gut als Dimmer und dürfte auf künftige Rollladenantriebe vorbereitet sein. Das nötige DECT-ULE/HAN-FUN-Rollladenprofil unterstützt die Fritzbox bereits, wie in der Beschreibung von FritzOS 7.20 zu lesen war (LINK). Jetzt müssen die Vorlagen der Fritzbox nur noch Lichtszenen mit individuellen Farb- und Helligkeitswerten speichern können. Dann hat der FritzDect 440 das Smarthome wirklich komplett im Griff.

FritzDect 440
  • Funktionsumfang
  • Installation
  • Programmierung
  • Bedienung
  • Preis/Leistung
4.4

Fazit

Sinnvolles Zubehör für jede Haussteuerung, die auf der Fritzbox basiert. Mit dem Funktaster FritzDect 440 lässt sich das Smarthome-System von AVM auch ohne App komfortabel bedienen.

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13 Gedanken zu „FritzDect 440: mehr als ein Raumthermostat für die Fritzbox“

  1. Ich empfinde es nicht als sonderlich smart dass man bis zu 15 min warten muss bis die manuell nachgeregelte Temperatur ans Thermostat übermittelt wird. Dem
    Entsprechend wie auch nur alle 15min die Ist-Temperatur ans Thermostat übermittelt. Sicher mag das die Batterielaufzeit erhöhen, aber hat man eine Heizung die zügig heizt sind 15 min eine lange Zeit. In diesem Zeitraum hat meine Heizung den Unterschied zwischen Abwesenheits-Temperatur und Anwesenheits-Temperatur schon nahezu aufgeheizt.
    Ich würde es begrüßen der Kommunikationsinterval (5 min, 10 min, 15, min)selbst nach meinen Bedürfnissen einstellen zu können und wenn nötig einen häufigeren Batterienwechsel hinnehmen .

      1. Da habe ich mich wohl nicht genau genug ausgedrückt. Ich meinte das der Taster Fritz DECT 440 mit integriertem Thermostat, an dem man jederzeit manuell nachregeln kann, die Temperatur an das Heizkörperthermostat Fritz DECT 301, welches am Heizköper montiert ist, übermittelt. Dies geschieht nur im 15min-Takt. Das heißt das wenn ich die Temperatur am DECT 440(oder in der Fritz App) manuell 1 Grad höher stelle kann es bis nahezu 15 Minuten dauern bis diese Änderung an das DECT 301 weitergeleitet wird.
        Eigensicherung komisch das die LED-Birne DECT 500 auf Knopfdruck an geht. Warum geht das nicht wenn ich die Temperatur am Taster umstelle ?!

          1. Ich gebe zu das ist ein Argument.
            Dennoch sind die bis zu 15 min bei der Kombination aus 440 und 301 ein Komfortverlust den ich bei einem Preis bei um die 100€ für beides nicht verstehen kann. Schließlich betreibt man den 440 nicht in Verbindung mit einer trägen Fußbodenheizung.
            Wenn man im Winter mal früher von der Arbeit heim kommt und das Wohnzimmer noch kühl ist machen selbst 5min nach der Eingabe am Taster warten einen deutlichen Unterschied. Natürlich könnte man auch direkt am 301 regeln, aber dann ist der Komfort des Schalter dahin. Dann könnten die auch einen einfachen Tasterlosen Temperatursensor für ein 10er anbieten …
            Auch sind 15 min Intervalle bei der Temperaturmessung am 401. in dem Zeitraum ist man schnell über die Komforttemperatur hinaus.
            Ich versteh auch nicht warum das Teil nur AAA Betrieb nutzt und nicht AA oder nicht gleich ein oder zwei 18650 + USB-Lademöglichkeit oder dergleichen. Die Größe ist im Verhältnis zum Komfort bei so einem Teil doch sowieso untergeordnet.
            Im Allgemeinen ist das ganze nachtrüst-Möchtegern-SmartHome-Zeug für die Tonne. Online wird es überall hoch gelobt, die nicht so smarten Nachteile klein geredet oder verschwiegen. Dabei ist es nur teurer in vielerlei Hinsicht nicht gerade umweltfreundlicher Elektroschrott mit meist schlechter Personalisierbarkeit, eingeschränkten Möglichkeiten und oft inkompatibel zu anderen Systemen. Dazu kriegen es die allermeisten Hersteller der „fortschrittlicher“ Technik (gewollt?!)nicht mal auf die Reihe alle technischen Daten und Einstellmöglichkeiten bereit zu stellen dass man vor dem Kauf genau in Erfahrung bringen könnte worauf man sich einlässt bevor man eine Menge Geld dafür in die Hand nimmt. Auch sind es die Hersteller die sich damit heraus reden der Kunde wolle es ja so weil er sich mit dem Kauf dafür entscheidet, nachdem sie ihn mit genug Werbung, auch von journalistischer Seite, weiß gemacht haben wie Smart das alles doch angeblich ist und das man das unbedingt haben muss.dazu noch der leichtgläubige Kunde(m/w/div.) der es für alternativlos hält Licht, Heizung und co. mit Smartphone oder Smartspeaker zu steuern …
            Und das „Smart Home“ von AVM ist insgesamt gesehen mit seinen wenigen Komponenten die auf 10 oder 12 Stück inkl. DECT-Telefone pro FRITZ!Box begrenzt sind wenig Smart …

            1. Wow, geht’s dir jetzt besser? Dann hat sich das Kommentieren ja gelohnt. Aber mal ehrlich wo soll denn was verschwiegen werden? Das mit den 15 Minuten wird doch im Artikel beschrieben und wenn du dieses „Möchtegern-Smart-Home-Zeug“ nicht interessiert dann zieh doch einfach weiter.

            2. Dass die Anzahl der Geräte an der Fritzbox auf 10 oder 12 inklusive Dect-Telefone begrenzt ist, stimmt so nicht. Laut AVM können folgende Stückzahlen gleichzeitig an einer Fritzbox angemeldet werden:

              6 Dect-Telefone/-Türsprechanlagen
              6 Dect-Repeater
              12 Heizkörperregler
              10 schaltbare Steckdosen
              10 LED-Lampen FritzDect 500
              10 FritzDect-Taster
              10 Smart-Home-Geräte anderer Hersteller mit HAN-FUN-Protokoll, zum Beispiel Magenta-Fensterkontakte

              Ich habe es zwar noch nicht ausprobiert, aber das macht unterm Strich 64 Dect-Produkte
              Viele Grüße aus dem Digitalzimmer

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag. Wissen Sie mehr über die erwähnten Rollladenaktoren? Ich plane die Automatisierung meiner Beschattung und eine Lösung mit Fritzbox wäre dafür meine erste Wahl.

    1. Hallo Günther,

      in der Beschreibung zum jüngsten Update der AVM-App (FritzApp Smarthome) ist von Rollos der Firma Becker die Rede. Der Hersteller will offenbar eine neue Generation Antriebe auf den Markt bringen, die sich per Dect ULE steuern lassen. Weitere Informationen sollen demnächst auf der Internetseite http://www.box-ctrl.de veröffentlicht werden. Mehr weiß ich aktuell auch noch nicht.

      Viele Grüße aus dem Digitalzimmer

  3. Vielleicht hab ich es überlesen, vielleicht habt ihr es aber auch nicht erwähnt (weil es vielleicht gar nicht geht): Wenn mit der FritzDECT440 eine FritzDECT200 (aka Fritz-Steckdose) geschaltet wird, kann ich dann am Display der FritzDECT440 den Schaltzustand der Steckdose (AN oder AUS) sehen; sprich: Stellt die FritzDECT440 den aktuellen Schaltungszustand einer Fritz-Steckdose dar, die man mit der 440 schalten kann/will?

    Das wäre für mich persönlich _DAS_ Killerfeature auf dass ich warte und das mir bei der FritzDECT400 bisher brutal fehlt.

    1. Hallo Fallout Boy,

      ja das geht. Es kommt allerdings auf die Konfiguration an: Ist die Steckdose mit zwei Tasten für AN und AUS konfiguriert, wird der Schaltzustand im Klartext angezeigt. Mit nur einer Taste als Umschalter gibt es diese Statusanzeige nicht. Unten ein Bild zur Verdeutlichung.

      Viele Grüße aus dem Digitalzimmer

      FritzDect 440 mit Steckdosen

      1. Oooohhh. :-) Vielen Dank für die klarstellende Antwort!!! Was sind zwei Taster(-felder) für den Gewinn an lang vermisster Information?!

        Darauf hab ich wirklich lange gewartet!

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