System-Check: Apple HomeKit im Test

Der System-Check nimmt Smarthome-Lösungen zum Nachrüsten unter die Lupe. Was können sie? Wie einfach sind sie zu bedienen? In dieser Folge geht es um HomeKit, die herstellerübergreifende Haussteuerung von Apple. 

  1. Produktsortiment und Erweiterbarkeit
  2. HomeKit-Geräte installieren – so geht’s
  3. Automatische Abläufe einrichten
  4. Bedienung der Geräte im Alltag
  5. Für wen eignet sich Apple HomeKit?
  6. Wertung und Fazit

HomeKit fällt in dieser Beitragsreihe ein wenig aus dem Rahmen. Denn Apple liefert selbst keine Lampen, Thermostate oder anderen Geräte für das Smarthome. Der Konzern stellt als Systemanbieter lediglich die Plattform zur Verfügung. Sie verbindet Apple-Produkte mit Geräten anderer Hersteller. Das iPhone oder iPad wird damit zur Fernbedienung für ein vernetztes Haus. Gleichzeitig können die angeschlossenen Produkte auch untereinander kommunizieren. Ein Sensor der Marke A steuert zum Beispiel Lampen von Anbieter B  – oder Funktaster von Y eine Steckdose aus dem Hause Z.

Mit Hilfe von HomeKit können iPhone, Mac & Co. das Smarthome steuern. Bild: Apple

Besonderes Augenmerk legt Apple auf den Schutz persönlicher Daten. Laut Aussage die Unternehmens finden alle Übertragungen verschlüsselt statt. Beim Hinzufügen eines neuen Geräts per iPhone oder iPad erzeugt HomeKit jedes Mal ein Schlüsselpaar, das lokal im sogenannten Schlüsselbund des iOS-Geräts gespeichert wird. Informationen über das Haus, die Szenen oder Benutzer sind ebenso geschützt. Dasselbe gilt für die Synchronisation über verschiedene Apple-Geräte des Nutzers hinweg. Und da die Verschlüsselung mit Codes geschieht, die auf den privaten iOS-Geräten liegen, sollte eigentlich niemand von außen auf die Daten zugreifen können – weder bei der Übertragung noch in der iCloud. Apple betont, auch selbst keinerlei Zugriff auf die Informationen zu haben.

Um den Sicherheitsstandard zu halten, müssen Hersteller, die offiziell HomeKit-Produkte anbieten wollen, ihre Geräte bei Apple zur Zertifizierung einreichen. Zwar lassen sich auch andere zum System hinzufügen. Der Nutzer erhält in diesem Fall aber eine Warnung, dass es sich um kein offizielles HomeKit-Produkt handelt. Mit anderen Worten: die Integration auf eigenen Gefahr geschieht.

Die Home-App in iOS ist Apples Kontrollzentrale für HomeKit. ©digitalzimmer

Technische Voraussetzung für HomeKit ist ein iOS-Gerät mit aktuellem Betriebssystem. Die wesentlichen Funktionen stehen seit iOS 10 zur Verfügung. Apple erweitert jedoch mit jeder neuen iOS-Version den Leistungsumfang und fügt Produktkategorien hinzu. Dieser Artikel basiert auf iOS 12. Er berücksichtigt aber schon Neuerungen, die im Herbst 2019 mit iOS 13 Einzug halten werden.

Produktsortiment und Erweiterbarkeit

Kompatible Geräte sind an der Aufschrift Works with Apple HomeKit zu erkennen. Prangt sie außen auf dem Karton, ist das Produkt von Apple überprüft und abgenommen. Anfangs war die Auswahl so überschaubar, dass digitalzimmer.de eine Liste mit HomeKit-Produkten in Deutschland geführt hat. Mittlerweile deckt das Angebot aber viele Bereiche ab. Von Gartenbewässerung über Kameras und Rauchmelder bis hin zum Smartlock reicht das Angebot. Einen schönen Überblick liefert die Seite smartapfel.de (Link)

Kompatible Produkte sind am Logo „Works with HomeKit“ zu erkennen. ©digitalzimmer

Trotzdem klaffen noch Lücken im Sortiment. So gibt es es bislang in Deutschland keine offiziellen Alarmanlagen und Sirenen. Wer Eindringlinge in die Flucht schlagen will, kann aber aus HomeKit-Sensoren und -Steckdosen selbst eine Lösung bauen. Produkte wie Saug- oder Mähroboter fehlen, weil Apple diese Gerätekategorien erst noch definieren muss. Deshalb haben Besitzer eines Smart-Garden-Systems von Gardena über HomeKit zwar Zugriff auf ihre Bewässerung, nicht jedoch auf den Rasenmäher.

Viele HomeKit-Produkte nutzen Bluetooth oder WLAN für die Funkverbindung, weil Apple diese beiden Standards von Haus aus unterstützt. Andere Protokolle wie Zigbee, Z-Wave, EnOcean und Co. benötigen eine Bridge am Router.  Philips Hue, Ikea Trådfri, Tado und andere Smarthome-Lösungen arbeiten ohnehin damit. Wenn der Hersteller diese Basisstation kompatibel macht, erscheinen die daran angemeldeten Geräte ebenfalls in HomeKit. Je nach Anbieter gibt es ein paar Einschränkungen. So reicht etwa die Hue-Bridge nur hauseigene Leuchtmittel und Fernbedienungen an Apple weiter. Fremdprodukte von Innr, Osram & Co. bleiben unsichtbar. Bei Ikea erscheinen Lampen und keine Fernbedienungen in HomeKit. Die Homee-Zentrale behält ebenfalls manche Geräte für sich. Zur Entschuldigung sei gesagt, dass Homee nicht offiziell zertifiziert ist und die HomeKit-Anbindung noch Beta-Status hat.

Hue-Lampen von Philips steuert HomeKit über die Bridge des Lichtsystems. ©digitalzimmer

Mit etwas Zeit und Lust am Experimentieren lassen sich auch deutlich mehr Geräte in Apple-Welt integrieren. Ein Minicomputer wie der RaspberryPi mit der Software Homebridge macht es möglich. Kollege Yannic Fries hat auf Smartapfel.de mehrere Artikel dazu geschrieben (Link). Von Matthias Petrat gibt es eine Anleitung zur App Homebridge für RaspberryPi, die den Installationsprozess vereinfacht (Link). Von ihm kommt auch ein E-Book über HomeKit, das er regelmäßig aktualisiert. Wer sich auf Homebridge-Terrain begibt, sollte allerdings wissen, dass er damit die sicheren Pfade der Apple-Umgebung verlässt. Jenseits der HomeKit-Zertifizierung beginnt eine Spielwiese für Bastler und Hobby-Programmierer, auf der man viele Stunden und Tage zubringen kann.

Do-it-Yourself-Kit: Die Software Homebridge auf einem RaspberryPi-Computer. ©digitalzimmer

Dagegen machen zertifizierte HomeKit-Produkte so gut wie keine Arbeit. Sie fügen sich schnell und nahtlos ins System ein. Über den standardisierten Einrichtungsprozess ist die Erweiterung mit neuen Geräten jederzeit möglich. Nur Unterputz-Installationen sollte wie üblich der Fachmann vornehmen. Mit Opus GreenNet gibt es sogar ein professionelles Funksystem auf EnOcean-basis, das klassische Wandschalter und Dimmer HomeKit-fähig macht (Link).

Trotz einiger Lücken im Sortiment deckt HomeKit die wichtigsten Bereiche im Smarthome ab. Über den Umweg Homebridge lassen sich auch inkompatible Geräte integrieren. Dabei steigt jedoch der Aufwand.

HomeKit-Geräte installieren – so geht’s

Dutzende Hersteller entwickeln Produkte für HomeKit. Das hört sich nach programmiertem Chaos an, wenn jeder Anbieter seine eigenen Installationsroutinen strickt. Deshalb hat Apple die Einrichtung standardisiert. Sie läuft immer gleich ab und nutzt dafür die Home-App von Apple. Das Programm gehört seit iOS10 zum Betriebssystem und ist auf iPhone & Co. vorinstalliert.

Der HomeKit-Code auf Geräten in alter (links) und neuer Ausführung (rechts). ©digitalzimmer

Gegenstück zur App ist ein kleines Etikett. Es klebt auf zertifizierten Produkten und liegt als Kärtchen der Verpackung bei. Früher zeigte es nur einen achtstelligen Zifferncode. Mittlerweile sind die Zahlen zusätzlich in einen quadratischen QR-Code verpackt. Der Käufer scannt das Etikett mit seiner iPhone- oder iPad-Kamera ab. Aus dem gedruckten Code und der im iOS-Gerät gespeicherten HomeKit-Identität baut das System eine verschlüsselte Verbindung auf. Arbeitet das neue Smarthome-Zubehör mit WLAN, bekommt es auf diesem Weg auch gleich die Zugangsdaten mitgeteilt – ohne Passwort-Eingabe von Hand. So easy läuft die Einrichtung sonst nur in Systemen wie Bosch Smart Home ab, die komplett aus einem Haus kommen. Apple schafft das über Herstellergrenzen hinweg.

Apples Home-App fügt neue Geräte zur HomeKit-Installation hinzu. ©digitalzimmer

Mehr Vorbereitung verlangen Smarthome-Produkte mit eigener Bridge. Wer Philips Hue, Tado & Co. über HomeKit steuern will, muss ihre Zentrale erst wie gewohnt einrichten – in der Regel über eine App des Herstellers. Danach folgt die oben beschriebene Prozedur mit Home-App und Code. Manche Produkte bieten auch erweiterte Funktionen, die den technischen Rahmen von HomeKit sprengen. Dafür ist dann ebenfalls die App des Herstellers zuständig. Sie sollte ohnehin auf dem Smartphone installiert sein. Selbst dann, wenn im Alltag nur HomeKit-zum Einsatz kommt. Das hat einen einfachen Grund: Software-Updates verteilen die Anbieter über ihre eigenen Webserver. Ist das Gerät ausschließlich mit Apples iCloud verbunden, bekommt es Firmware, die Sicherheitslücken schließt oder die Leistung verbessert, nicht mit.

Manche Produkte gibt es nur in China. Der Import über Online-Shops kann problematisch sein.

Aus demselben Grund sind Direktimporte von HomeKit-Geräten aus China mit Vorsicht zu genießen. Aqara, ein Tochterunternehmen des Elektronik-Multis Xiaomi, hat seine europäischen Nutzer gerade von Software-Updates abgeklemmt. Die Aqara-App kann keine Verbindung zu den Firmenservern mehr aufbauen – weil sie gegen hiesige Datenschutzbestimmungen verstößt. Bis eine rechtlich einwandfreie Lösung gefunden ist, funktioniert HomeKit auf dem Aqara-Hub zwar weiter, die Situation lässt Käufer aber zweifeln, ob der preisgünstige Direktkauf eine gute Idee war.

Mit Apples Home-App und Gerätecode sind Produkte schnell hinzugefügt. Die Anleitung am Bildschirm lässt keine Fragen offen. Wo zusätzlich Hersteller-Apps ins Spiel kommen, hängt die Qualität vom Anbieter ab.

Automatische Abläufe einrichten

Das iPhone kann HomeKit-Geräte zu Hause steuern. Um Abläufe zu automatisieren, ist aber mindestens ein weiteres Apple-Gerät nötig. Es dient als Smarthome-Zentrale und speichert Regeln oder Timer. So geht zum Beispiel nach Sonnenuntergang das Licht an. Oder zu trockenes Raumklima schaltet den Luftbefeuchter ein. Automatisch per Sensor erkennen, ob die Balkontür offen steht? Kein Problem. Auch eine Heizungsregelung, die An- und Abwesenheit der Bewohner berücksichtigt, ist damit möglich. Außerdem erlaubt die Steuerzentrale einen Fernzugriff übers Internet, um etwa per Kamera nach dem Rechten zu sehen.

Die Streaming-Box Apple-TV dient auch gleichzeitig als Steuerzentrale. ©digitalzimmer

Drei Geräte kommen als Zentrale in Frage: ein iPad, das zu Hause am Strom hängt und dauerhaft mit dem Internet verbunden ist, Apples HomePod oder die Set-Top-Box-Apple TV. Die letzten Beiden richten sich selbst als Steuerzentrale ein, wenn sie mit der Apple-ID des HomeKit-Nutzers verbunden sind. Am iPad genügen wenige Handgriffe. Apple hat sie in einem Support-Dokument erklärt (Link). Was viele Nutzer irritiert: Die Home-App zeigt immer nur eine Steuerzentrale als „Verbunden“ an, auch wenn es mehrere davon im Haushalt gibt. Die übrigen Geräte haben den Status „Standby“. Das heißt aber nicht, dass sie untätig sind. Die Anzeige informiert lediglich darüber, welches Gerät mit der iCloud verbunden ist und den Fernzugriff abwickelt. Fällt es aus, übernimmt eine der anderen Zentralen im Haus diese Aufgabe.

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Um Regeln zu programmieren, legt man am iPhone oder iPad sogenannte Automationen an. Im Prinzip reicht dafür die Home-App. Allerdings schöpft das Programm nicht alle Möglichkeiten aus. Apple will Einsteigern wohl den Start erleichtern. Alternative HomeKit-Apps bieten mehr Möglichkeiten, der iOS-Store ist voll davon. Manche Hersteller erleichtern mit ihnen die Programmierung ihrer eigenen Geräte. So bietet die kostenlose App von Eve Systems (Link) zum Beispiel an, Regeln für die Lüftungserkennung einzurichten, wenn sich ein Fensterkontakt und ein Heizkörperthermostat im selben Raum befinden.

Die Eve-App hilft mit zusätzlichen Einstellungen beim Anlegen von Regeln. ©digitalzimmer

Die App Controller für HomeKit (Link) legt auf Wunsch Kopien der Smarthome-Installation als Backup an. So lässt sich ein versehentlich gelöschtes Gerät oder eine Automation aus der iCloud wiederherstellen. Welches Programm den eigenen Ansprüchen am besten entspricht, findet der Nutzer im Lauf der Zeit heraus. Da alle auf denselben Datenbestand zugreifen, können auch mehrere gleichzeitig im Einsatz sein. Im Alltag genügt vielleicht die Home-App von Apple. Zum Anlegen von Automationen, ist Eve oder ein anderes Programm besser geeignet. Selbst komplexe Regeln mit mehreren und/oder-Bedingungen unterstützt das HomeKit-System. Die App Home 3 (Link) führt es anschaulich vor Augen.

Das System wächst mit den Ansprüchen: Je nach verwendeter HomeKit-App können die Regeln mehr oder weniger komplex ausfallen. Zusätzliche Funktionen verlangen aber auch mehr Einarbeitung ins Programm.

Bedienung der Geräte im Alltag

Im Apple-Haushalt spielt HomeKit seine Stärken voll aus. Da alle Geräte des Herstellers auf die Smarthome-Schnittstelle zugreifen – seit MacOS Mojave (10.14) auch Desktops und Notebooks – begleitet die Steuerung den Nutzer quasi durchs Haus. Ob via HomePod, Apple Watch oder Siri-Remote am Apple-TV: Die Haussteuerung ist überall griff- und rufbereit. Siri schaltet das Licht und Steckdosen oder startet Szenen im Smarthome.

Apples HomePod greift ohne weitere Konfiguration auf die HomeKit-Daten zu. ©digitalzimmer

Anders als Amazon Alexa oder der Google Assistant muss sie darauf nicht extra trainiert werden. Der Nutzer hat weder Rufnamen zu vergeben, noch muss er den Geräten sagen, in welchen Räumen sie stehen. Dank Zuweisung in HomeKit wissen sie es bereits. Apples Sprachassistentin mag nicht die Hellste sein, wenn es um Internet-Recherchen oder Kochrezepte geht. Die Steuerung verbundener Smarthome-Geräte beherrscht sie aus dem Effeff.

Der Fernzugriff und die Anwesenheitserkennung funktionieren ebenfalls automatisch – sofern die standortbasierten Dienste am iPhone aktiviert sind. Familienmitglieder lassen sich über die Home-App einladen: Der Hauptnutzer gibt ihre Apple-ID in das Programm ein und legt fest, ob sie Geräte nur bedienen oder auch bearbeiten dürfen. Wer mehrere HomeKit-Installationen hat – etwa daheim und im Ferienhaus oder Büro – legt zusätzliche Wohnsitze fest. Auf Wunsch wechselt die Home-App dann beim Standortwechsel von alleine zwischen den Häusern hin und her.

Innerhalb der Wohnung klappt die Bedienung auch ohne Internet. HomeKit gehört zu den Systemen mit Offline-Betrieb, die keine Online-Verbindung voraussetzen. Sprachsteuerung fällt in so einem Fall zwar weg, programmierte Regeln, Taster und Sensoren oder die HomeKit-Apps funktionieren aber weiter. Voraussetzung: Das zu steuernde Gerät muss per Funk erreichbar sein. Verwendet es Bluetooth, kann das schwierig werden. Der Kurzstreckenfunk überbrückt höchstens zehn Meter. Liegen das iPhone oder die HomeKit-Zentrale außer Reichweite, reagiert der Empfänger nicht mehr. Im Grenzbereich steigen die Reaktionszeiten stark an.

Der Eve Extend soll ab Herbst 2019 die Bluetooth-Reichweite von Eve-Produkten vergrößern.

Zusätzliche Steuerzentralen in der Wohnung lösen das Problem. Jede von ihnen arbeitet als Bluetooth-Signalgeber und verbessert die Funkabdeckung. Ein HomePod in der Küche oder ein Apple-TV im Schlafzimmer wirken Wunder. Allerdings schrauben sie auch die Anschaffungskosten in die Höhe. Deshalb bietet Eve ab Herbst einen Bluetooth-Repeater an. Der Eve Extend (50 Euro) verbindet bis zu acht Produkte des Herstellers mit HomeKit und nutzt dabei das WLAN als Brücken-Technologie. Zumindest für Eve-Kunden dürften Bluetooth-Funklöcher damit der Vergangenheit angehören. WLAN-Produkte wie der Eve Energy Strip oder Systeme mit eigener Bridge waren davon ohnehin nicht betroffen.

Die tiefe Integration in Apples Betriebssysteme macht sich bezahlt: Keine andere Smarthome-Lösung bietet so viele Steuermöglichkeiten mit so wenig Konfigurationsaufwand – gute Funkabdeckung vorausgesetzt.

Für wen eignet sich Apple HomeKit?

Da HomeKit nur auf Geräten mit dem Apfel läuft, scheiden Android-Nutzer aus. Besitzer eines iPhone oder iPad können jederzeit loslegen – sofern sie über ein Gerät mit iOS10 oder neuer verfügen. Je aktueller die Software, desto besser, weil manche Funktionen vom Betriebssystem abhängen. So führt Apple mit iOS 13 einen verschlüsselten Speicher für Überwachungsvideos in der iCloud ein. Dieselbe Version erlaubt auch erstmals, Audio- und Videostreams über Szenen zu starten. Damit am Morgen nicht nur das Licht angeht und die Kaffeemaschine startet, sondern außerdem die Wunschmusik erklingt. Auch künftig dürfte Apple an dieser Strategie festhalten – um Update-Anreize für neue iOS-Versionen zu schaffen.

Haussteuerung per HomeKit – auf einer Apple Watch der 2. Generation. ©digitalzimmer

Ein Argument, das bislang kaum zum Tragen kommt, ist der Datenschutz. Als US-Konzern wird Apple häufig mit Amazon und Google in einen Topf geworfen, wenn es um private Informationen in der Cloud geht. Meldungen über zurückverfolgbare Alexa-Aufnahmen oder Sprach-Transkripte des Google Assistant fallen auch auf Siri und HomeKit zurück. Deshalb beginnt das Unternehmen, sich immer mehr als Hüter der Privatsphäre zu positionieren. „Privacy by Design“, serienmäßiger Datenschutz, soll für Sicherheit und Anonymität der Nutzer sorgen. Ob Apple dieses Versprechen halten kann, muss sich zeigen. Bis heute sind keine Hacks bekannt, die auf Nachlässigkeit des Unternehmens schließen lassen würden. Apple hat immerhin fast 750 Millionen Nutzer weltweit (Statista-Link).

Der Charme von HomeKit liegt allerdings auf anderem Gebiet. Apples Haussteuerung ist eine Lösung für Menschen, die sich über Haussteuerung keine Gedanken machen wollen. Sie verlangt weder große Planung, noch Vorbereitung. Heimvernetzter fangen einfach mit einem Produkt an. Vielleicht haben sie kompatible Lampen oder Thermostate auch schon zu Hause. Dann kommen neue hinzu und jede Gerätegattung erweitert die Möglichkeiten. Zum Schnäppchenpreis gibt es diese Art der Automatisierung nicht. HomeKit-Produkte kosten oft mehr als Komponenten ohne Zertifikat. Und sie decken aktuell auch nicht alle Bereiche im Smarthome ab. Dafür wächst das System mit den Ansprüchen. Viele Einsteiger tun sich damit leichter. Wer weiß schon beim Start, was er später alles automatisieren will.

Apple HomeKit
  • Funktionsumfang
  • Installation
  • Programmierung
  • Bedienung
  • Preis/Leistung
4.2

Fazit

Weniger ein Smarthome-System als universelle Steuerung: HomeKit bringt Geräte verschiedener Marken zusammen und stattet sie mit einer gemeinsamen Bedienoberfläche aus. Wie die im Alltag aussieht, hängt von der verwendeten HomeKit-App ab. Für Besitzer von Apple-Geräten der einfachste Weg, ihr Haus zu vernetzen.

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