Altes iPad mit iOS 9 als HomeKit-Display nutzen

Ein iPad als Touchscreen für HomeKit  – das wär′ schon was. Besonders, wenn zu Hause noch ein ausrangiertes Apple-Tablet herumliegt. Bedienelemente für Licht, Heizung oder Steckdosen könnten dem Bildschirm neues Leben einhauchen. Viele ältere Modelle kommen dafür aber leider nicht in Frage. Apple hat die Funktionen seiner Smarthome-Schnittstelle mit iOS 10 überarbeitet und die Vorversion des Betriebssystems quasi abgehängt.

Die neue App Wallflower ändert das (Link zur Herstellerseite). Sie läuft auch auf Geräten mit iOS 9 und damit auf allen iPads außer dem Urmodell von 2010. Ihre einzige Aufgabe: ein bildschirmfüllendes Bedienfeld für HomeKit anzuzeigen. So kann das Tablet beispielsweise mit fester Stromversorgung an der Wand hängen und ist jederzeit griffbereit. Das schlichte Screen-Design gewährt Zugriff auf einzelne Räume und die Geräte darin. Mit frei wählbaren Symbolen ist die Ansicht individuell anpassbar. Hier macht sich bemerkbar, dass die Entwickler mit Apps für Soundcloud, Trivago, den TV-Sender Arte und andere schon Erfahrungen gesammelt haben.

Ein Kontext-Menü öffnet die HomeKit-Szenen im jeweiligen Raum. ©digitalzimmer
Einschränkungen von Wallflower unter iOS 9

Im digitalzimmer läuft die App auf einem iPad der zweiten Generation (2011) unter iOS 9.3.5. Dass die betagte Hardware nicht ohne Auswirkungen auf die Performance bleibt, erklärt sich fast von selbst. So reagiert der Bildschirm beim Wechseln von Räumen per Wischgeste etwas stockend und verzögert. Tipp: In den Einstellungen von iOS die Hintergrundaktualisierung für andere Apps deaktivieren und möglichst keine E-Mail-Konten abfragen, um den Prozessor zu entlasten. Obendrein gibt es ein Dropdown-Menü, das – ähnlich wie die Home-App von Apple – den direkten Sprung in einen Raum erlaubt. Das geht schnell und verzögerungsfrei.

Dropdown-Menü zur Auswahl von Räumen in der Wallflower-App. ©digitalzimmer

Weitere Einschränkung: Unter iOS 9 steht nur das orangefarbene Standard-Theme zur Verfügung. Auf neueren Geräten gibt es Alternativen mit anderen Farben und Schriften. Außerdem bekommt das iPad keine Verbindung zu Bluetooth-Produkten wie Raumsensoren und Thermostaten von Eve. Das liegt laut Anbieter am Betriebssystem: Unter iOS 9 gab es in HomeKit noch keine Smarthome-Zentralen oder Hubs. Folglich „sieht“ das Tablet nur Bluetooth-Komponenten in seiner unmittelbaren Umgebung, was erfahrungsgemäß mit iOS 9 aber auch nicht zuverlässig klappt. WLAN-Produkte von Eve wie der Light Strip oder der Energy Strip bereiten dagegen keine Probleme. Auch Philips Hue, Tado-Thermostate und HomeKit-Steckdosen reagieren wie gewünscht und nur mit leichter Verzögerung – trotz der lahmen Hardware.

Das Schalten geht schnell, Farb- und Helligkeitsänderungen können leicht verzögert sein.
14-tägige Testphase bevor die App etwas kostet

Im AppStore von Apple hagelt es reihenweise 1-Stern-Wertungen, weil Wallflower im Vergleich mit anderen HomeKit-Programmen recht kostspielig ist. Die Entwickler fahren ein Abo-Modell und verlangen rund 50 Euro pro Jahr für die Nutzung. Dafür verzichten sie allerdings auf Werbung und jede Art von User Tracking. Der Jahresbeitrag soll dafür sorgen, dass die Software langfristig gepflegt und weiterentwickelt wird. Während der ersten 14 Tage nach Abo-Abschluss können Kunden jederzeit kündigen und Wallflower somit kostenlos ausprobieren. Alternativ gibt es auch ein Monatsabo zum Preis von 7,99 Euro. Ein Versuch, der sich auf jeden Fall lohnt, wenn das iPad zu Hause als Touchscreen an die Wand soll.

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