Homee: Die Beta-Software für HomeKit ist da. ©digitalzimmer

Homee: Erste Erfahrungen mit Apple HomeKit

Die Smarthome-Zentrale „homee“ soll eine Verbindung zu Apple HomeKit bekommen. Das haben die Entwickler ihren Kunden in der Homee-Community vor kurzem mitgeteilt – und bei dieser Gelegenheit auch gleich verraten, dass die Steuerung intern bereits funktioniert. Davon konnte sich das Digitalzimmer-Team nun selbst überzeugen: Im Rahmen eines geschlossenen Beta-Tests erhielten wir vorab Zugriff auf die Apple-Schnittstelle. Ab sofort können auch andere Nutzer die neue Funktion ausprobieren. Sie müssen dazu allerdings eine Einladung für die HomeKit-Beta anfordern.

Nur auf Einladung: Homee mit HomeKit-Funktion

Um den Ansturm interessierter Kunden zu begrenzen und Support-Anfragen besser bewältigen zu können, wird die neue Funktion nur Schritt für Schritt freigeschaltet. Voraussetzung dafür ist das jüngste Update der Homee-Software. Version 2.17 erscheint im Laufe des 20. Februars 2018. Sie wird dem Nutzer automatisch zur Installation angeboten. Alternativ lässt sich das Software-Update aber auch über die Einstellungen des Homee-Systems laden.

Beta-Version 2.17 der Homee-Software unterstützt bereits HomeKit. ©digitalzimmer
Beta-Version 2.17 der Homee-Software unterstützt bereits HomeKit. ©digitalzimmer

Nach der Aktualisierung weist zunächst einmal noch nichts auf die verborgenen Apple-Talente hin. Erst wenn Hersteller Codeatelier die Online-Bewerbung akzeptiert und das Homee-System des Nutzers freischaltet, taucht ein neuer Menüpunkt in der Rubrik Erweiterungen auf.  Unter den Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant steht dort nun Apple HomeKit (Beta). Die Auswahl des Begriffs öffnet weitere Optionen, darunter eine Übersicht aller Geräte, die mit Homee verbunden sind. Über Schiebeschalter lässt sich auswählen, welche davon in HomeKit erscheinen sollen.

Per Schieber lässt sich auswählen, welche Geräte in HomeKit erscheinen sollen. ©digitalzimmer
Per Schieber lässt sich auswählen, welche Geräte in HomeKit erscheinen sollen. ©digitalzimmer

Nun folgt die eigentliche Verbindung mit Apples Smarthome-Schnittstelle. Sie läuft etwas anders ab als später in der finalen Version, was an der fehlenden HomeKit-Zertifizierung liegt. Die Web-App auf https://my.hom.ee zeigt den achtstelligen Konfigurationscode als Ziffernfolge und QR-Code am Bildschirm an. Der Code wird von Hand in die Home-App von Apple eingetragen oder mit der Kamera des iOS-Geräts gescannt. Dann stellt Apple eine Verbindung zu seinen Servern her – weist aber ausdrücklich darauf hin, dass es sich um ein „nicht zertifiziertes Gerät“ handelt.

Die Home-App von Apple verbindet Homee mit der HomeKit-Installation. ©digitalzimmer
Die Home-App von Apple verbindet Homee mit der HomeKit-Installation. ©digitalzimmer

Danach kann der Nutzer seine Smarthome-Zentrale und die daran angemeldeten Geräte den gewünschten Räumen zuweisen. Diese Zuordnung ist für Homee-Besitzer neu, denn das System kennt die Gliederung in Räume nicht. Die Einrichtung selbst unterscheidet sich nicht von klassischen HomeKit-Komponenten. Wie gut sie funktioniert, haben wir mit einer Reihe von Produkten ausprobiert. Sie dürften in vielen Homee-Haushalten vorkommen:

  • Wall-Plug von Fibaro. Die Funksteckdose nutzt den Z-Wave-Standard und ist über den violetten Würfel mit der Smarthome-Zentrale verbunden.
  • Trådfri-Lampe von Ikea. Das Zigbee-Leuchtmittel wird vom orangefarbenen Würfel im Homee-System gesteuert.
  • AVM-Steckdose und -Heizkörperregler. Als Dect-Komponenten sind sie an einer Fritzbox angemeldet  und werden vom grauen Brain Cube kontrolliert.
  • Wemo Insight Switch von Belkin. Der WLAN-Zwischenstecker erhält seine Befehle ebenfalls vom Brain Cube.
Erster Eindruck: Homee und HomeKit vertragen sich gut

In allen Fällen hat die Einrichtung problemlos geklappt. Die Geräte standen sofort in der Home-App von Apple oder anderen HomeKit-Programmen zur Verfügung. Sie lassen sich dort in Szenen oder Automatisierungen verwenden. Auf dem Homee-System angelegte Regeln – die sogenannten Homegramme – werden allerdings nicht an Apple übergeben. Das wäre wohl auch zu viel verlangt. Schließlich steckt in den Homegrammen die eigentliche Intelligenz des Systems. Wer lieber HomeKit für die Automatisierung verwendet, muss die Regeln dort eben neu anlegen. Apropos Übergabe: Die Verbrauchsdaten von Mess-Steckdosen wie dem Fibaro Wall Plug, Wemo Inside Switch oder der FritzDect 200 gehen auf dem Weg in die iCloud ebenfalls verloren. Sie sind nur in der Homee-App ablesbar.

Homee verbindet auch Z-Wave-Produkte mit Apple HomeKit. ©digitalzimmer
Homee verbindet auch Z-Wave-Produkte mit Apple HomeKit. ©digitalzimmer

Wichtig: Wer nachträglich Komponenten an seiner Smarthome-Zentrale anmeldet, sollte daran denken, in den HomeKit-Einstellungen von Homee auf „Synchronisieren“ zu klicken. Damit der Brain-Cube die Änderungen an Apple weitergibt. Sonst kann es bis zur Veröffentlichung längere Zeit dauern. Für eine Betaversion wirkt die Integration schon jetzt sehr stabil und zuverlässig. Nur beim Fernzugriff von unterwegs aus war manchmal ein zweiter oder dritter Tastendruck nötig, ehe die Home-App den Status des Homee-Geräts erkannte und aktualisierte. Allerdings handelt es sich beim Testbetrieb im Digitalzimmer auch um ein kleines Setup mit wenigen Geräten. Da ist die Gefahr von Konflikten naturgemäß geringer als in einer großen Smarthome-Installation mit vielen Dutzend Sensoren und Aktoren unterschiedlicher Hersteller.

digitalzimmer.de meint: Auf ein Smarthome-System wie Homee warten viele HomeKit-Nutzer schon lange. Die modulare Funkzentrale holt auch solche Produkte in die Apple-Welt, für die es keine Lösung des Herstellers gibt. Und zwar so einfach, wie es HomeKit verspricht – ohne Bastelei mit Selbstbau-PCs wie dem Raspberry Pi und Server-Programmen à la Homebridge.

Das erweitert die Möglichkeiten des Apple-Standards deutlich. So ist zum Beispiel die Auswahl an Z-Wave-Produkten von Fibaro viel größer als im HomeKit-Sortiment des polnischen Herstellers. Es gibt außer dem einfachen Unterputz-Aktor für Schalter und Steckdosen auch Modelle zum Dimmen oder für Rollläden und Jalousien. Preisgünstige Ikea-Lampen lassen sich dank Homee mit Modellen von Philips, Osram oder  Schwaiger mischen und in HomeKit verwenden, ohne die jeweilige Zigbee-Bridge anschließen zu müssen. Und Smart-Home-Geräte an der Fritzbox bekommen dank Homee überhaupt erst Zugang zu HomeKit – Sprachsteuerung inklusive.

Jetzt muss Apple nur noch seinen offiziellen Segen dazu geben. Die HomeKit-Zertifizierung kann beginnen, sobald das Unternehmen Geräte zulässt, die sich ohne Hardware-Chip per Software-Authentifizierung ausweisen. Das soll wohl mit der Veröffentlichung von iOS 11.3 im Laufe des Frühjahrs geschehen.

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2 Gedanken zu „Homee: Erste Erfahrungen mit Apple HomeKit“

    1. Hallo Jensen, darauf hatte ich unter einem anderen Beitrag schon einmal geantwortet:
      https://www.digitalzimmer.de/artikel/praxis/magenta-smarthome-sensoren-an-der-fritzbox/#comment-1594

      Wir halten uns bei unseren Texten normalerweise nicht an die Marketing-Schreibweisen der Hersteller. Sonst wären wären viele Beiträge schwer lesbar (bsp. FRITZ!Box, openSUSE, E.ON, YAHOO!, IKEA, homee, wibutler). iPhone und iPad gehören zu den Ausnahmen, weil hier die Schreibweise zur Verständlichkeit des Wortes beiträgt.

      PS. digitalzimmer.de ist auch kein Firmenblog, wo die Foren-Regeln des Herstellers gelten ;-)

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