10 HomeKit-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte. ©digitalzimmer

10 HomeKit-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte

Mit HomeKit hat Apple eine zentrale Steuerung für Smart-Home-Geräte geschaffen. Seit iOS 10 kann jedes iPhone oder iPad zum Hausmeister werden. Der Mac bekam die Funktion mit MacOS-Version 10.14 (Mojave) verpasst. Apples vorinstallierte Home-App bedient Lampen, Thermostate, Steckdosen und mehr über Herstellergrenzen hinweg. Einzige Voraussetzung: Die Geräte müssen mit HomeKit kompatibel sein. Dann fügt ein standardisierter Prozess sie bei der Installation hinzu. Viel einzustellen gibt es nicht. Das System konfiguriert sich quasi von selbst. Mit den folgenden HomeKit-Tipps läuft alles aber noch geschmeidiger. Wir haben es ausprobiert.

1. Verbindungsprobleme mit iCloud lösen

Die iCloud spielt in HomeKit eine Schlüsselrolle, und zwar buchstäblich: Über den Online-Dienst synchronisieren die beteiligen Apple-Geräte ihre verschlüsselten Zugangsdaten zu den Smarthome-Geräten. Deshalb muss der iCloud-Schlüsselbund in den Einstellungen von iOS aktiviert sein. Außerdem wichtig: Alle iPhones, iPads, Macs & Co. müssen dieselbe Apple-ID verwenden.

Zur Steuerung mit HomeKit muss der iCloud-Schlüsselbund eingeschaltet sein. ©digitalzimmer
Zur Steuerung mit HomeKit muss der iCloud-Schlüsselbund eingeschaltet sein. ©digitalzimmer

Gibt es trotzdem Verständigungsprobleme, empfiehlt sich dieses Vorgehen: Alle beteiligen Apple-Geräte – und damit meinen wir wirklich alle (auch das unbenutzte Vorgänger-iPhone in der Schublade) – bei iCloud abmelden und neustarten. Dann eines nach dem anderen mit der richtigen Apple ID wieder anmelden. Es kann eine Viertelstunde dauern, bis alle Daten synchronisiert sind. Dann sollte die Steuerung aber normal funktionieren.

2. Geräte auf iOS 11 oder neuer updaten

Obwohl die Home-App seit iOS 10 ein fester Teil des Apple-Betriebssystems ist, gibt es mit der 2016 eingeführten Software-Version gelegentlich Probleme. So werden im Digitalzimmer zum Beispiel Smart-Home-Regeln (Automationen) nicht richtig zwischen iOS-10- und iOS-11/12-Geräten synchronisiert. Auch der Apple-Support hatte dafür bislang keine Lösung. Darum empfehlen wir, möglichst alle Geräte auf iOS 11 oder iOS 12 zu aktualisieren.

3. Räume in der Home-App individuell einrichten

Der Bildschirmhintergrund in der Home-App bietet wenig Variationsmöglichkeiten. Apple hat nur drei Farbverläufe in Gelb, Grün und Blau vorgesehen. Allerdings kann jeder seine eigenen Hintergründe einfügen. Dazu in der Home-App auf das Menü Räume tippen. Über das Menü oben links den gewünschten Raum auswählen und anschließend auf Bearbeiten gehen. Nun erscheint neben dem Namen des Zimmers ein Pfeil, der zu den Raumeinstellungen führt.

Eigene Bildschirmhintergründe machen Räume in der Home-App unverkennbar. ©digitalzimmer
Eigene Bildschirmhintergründe machen Räume in der Home-App unverkennbar. ©digitalzimmer

Hier gibt es die Möglichkeit, ein Foto mit der Kamera aufzunehmen oder aus der Bibliothek auszuwählen. Außerdem lassen sich die Geräte-Kacheln am Bildschirm verschieben, solange sie hin und her zittern – ganz ähnlich wie Apps auf dem Homescreen.

4. Das Kontrollzentrum von iOS nutzen

Die Kommandozentrale des iOS-Betriebssystems ist von jedem Bildschirm aus erreichbar. Das geht schneller als jedes Mal die Home-App zu öffnen. Eine Wischgeste blendet das Kontrollzentrum ein. Traditionell verläuft sie von unten nach oben, bei neueren Geräten wie dem iPhone X, XS oder XS Max von rechts oben nach unten. Um HomeKit über das Kontrollcenter zu erreichen, muss in den Einstellungen ein Feld dafür hinzugefügt werden. Wie das geht, erklärt dieses Support-Dokument von Apple.

Über die Kontrollzentrum sind wichtige Szenen und Geräte schnell erreichbar. ©digitalzimmer
Über die Kontrollzentrum sind wichtige Szenen und Geräte schnell erreichbar. ©digitalzimmer

Danach erscheint das typische HomeKit-Häuschen im Kontrollzentrum. Beim Antippen öffnet sich ein Fenster mit „Bevorzugten Szenen“. Die Schaltfläche oben rechts wechselt zwischen bevorzugten Szenen und Geräten hin und her. Bevorzugt deshalb, weil in dem Fenster nur eine begrenzte Anzahl von Feldern Platz hat. Damit Szenen und Geräte dort auftauchen, müssen sie in den Favoriten der Home-App entsprechend angeordnet sein. Nur die vorderen Plätze schaffen es ins Kontrollzentrum.

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5. Alternative HomeKit-Apps verwenden

Die Home-App ist übersichtlich und klar strukturiert. Sie offeriert aber nicht alle Möglichkeiten des Systems. Um den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, verzichtet Apple auf manche Informationen. So fehlen zum Beispiel Sensor-Messwerte wie die Luftqualität in der App. Daher sind sie auch nicht als Auslöser wählbar.

Anderer Look, teilweise andere Funktionen: die HomeKit-Apps Eve, Home-Hausautomatisierung und Devices. ©digitalzimmer
Anderer Look, teilweise andere Funktionen: alternative HomeKit-Apps. ©digitalzimmer

Wer bestimmte Funktionen vermisst, kann andere HomeKit-Programme verwenden. Sie greifen auf dieselben iCloud-Daten zu wie Apples Home-App. Auch der parallele Einsatz mehrerer Programme ist möglich. Einige gibt es gratis wie die Eve-App vom Hersteller der gleichnamigen HomeKit-Produkte. Andere schlagen mit einem einstelligen Eurobetrag zu Buche. Das Programm Home – Hausautomatisierung von Matthias Hochgatterer gehört zu den teuersten (17 Euro), bietet dafür aber auch spezielle Funktionen. So lassen sich etwa Temperaturbereiche als Auslöser definieren oder standortbasierte Regeln um Bedingungen erweitern. Dann dreht zum Beispiel der Thermostat beim Heimkommen nicht automatisch die Heizung hoch, wenn ein Fenster gekippt ist.

Wichtig: Solche erweiterten Regeln, die ein anderes Programm erzeugt oder modifiziert hat, sollten in der Home-App nicht mehr angefasst werden. Sonst gehen die zusätzlichen Funktionen verloren.

6. Andere Benutzer zu HomeKit einladen

In manchen Familien sind die iPhones mehrer Mitglieder über dieselbe Apple ID angemeldet. Personenbezogene Regeln funktionieren dann nicht, weil HomeKit keine Ahnung hat, wer das Zuhause verlässt oder betritt. Außerdem verfügen alle Bewohner über dieselben Rechte. Sie können Geräte und Szenen hinzufügen oder die Einstellungen ändern. Besser ist es, die anderen Teilnehmer über die Home-App einzuladen.

Voraussetzung: Jeder Gast muss eine eigene Apple-ID besitzen. Diese E-Mail-Adresse gibt der Hausverwalter in die Home-App ein. Der entsprechende Menüpunkt ist von der Startseite des Programms aus erreichbar: Oben links auf das runde Symbol mit dem Häuschen tippen und dann nach unten bis zum Eintrag „Personen“ scrollen. Dort gibt es die Funktion „Einladen …“ Sobald der oder die Eingeladene akzeptiert, erscheint die neue Person mit Profilbild in der Übersicht. Ein Tipp auf das Bild öffnet weitere Einstellungen. Hier kann der Hauptnutzer den Fernzugriff von unterwegs erlauben oder die Rechte zum Bearbeiten gewähren.

7. Homekit-Steuerzentrale verwenden

Seine ganze Macht entfaltet HomeKit erst mit einer Steuerzentrale. Sie erfüllt zwei Aufgaben: Erstens hält sie Kontakt zu Bluetooth-Geräten, wenn das iPhone außer Funkreichweite ist. Zweitens automatisiert sie das Smarthome. Selbstlaufende Regeln und den Fernzugriff von unterwegs aus gibt es nur mit Steuerzentrale. Drei Arten von Geräten kommen dafür in Frage: Apple TV, der HomePod oder ein iPad, das zu Hause mit dem WLAN verbunden ist. Wie man die Zentrale einrichtet, erklärt ein Support-Dokument von Apple.

Die Anmeldung in der iCloud macht ein Apple TV zur HomeKit-Zentrale. ©digitalzimmer
Die Anmeldung in der iCloud macht ein Apple TV zur HomeKit-Zentrale. ©digitalzimmer

Für optimale Leistung sollte das Betriebssystem der Zentrale möglichst aktuell sein. iPads mit iOS 10 sind aus den oben genannten Gründen (Tipp 2) mit Vorsicht zu genießen. Wer Bluetooth-Geräte wie die Eve-Produkte steuern will, kommt mit dem Tablet ohnehin nicht weit. Ein Apple-TV hat mehr Funkleistung und folglich eine größere Reichweite. In jedem Fall sollte es ein Modell der vierten Generation sein (ATV 4 / 4K). Die Vorversion Apple TV 3 eignet sich zwar auch als Steuerzentrale. Sie erlaubt aber keinen Fernzugriff auf HomeKit-Kameras und gestattet eingeladenen Nutzern nicht, das Zuhause von unterwegs aus zu steuern.

8. Mehrere Steuerzentralen verwenden

Was ist besser als eine HomeKit-Zentrale? Mehrere davon. Sobald verschiedene Apple-TVs, HomePods oder iPads im Haushalt mit derselben Apple-ID angemeldet sind, teilen sie sich die Arbeit. Ihre geschickte Platzierung kann die Bluetooth-Reichweite vergrößern. Die Steuerzentralen erscheinen ohne weitere Konfiguration in den Einstellungen der Home-App. Dabei wird immer nur ein Gerät als „Verbunden“ angezeigt. Die anderen tragen den Vermerk „Standby“. Das heißt jedoch nicht, dass sie untätig sind. Verbunden bedeutet, dass dieses Gerät den Kontakt zu Apples iCloud hält und den Fernzugriff ermöglicht. Fällt es aus irgendwelchen Gründen aus – etwa weil jemand den Stecker zieht – übernimmt einer der Standby-Kollegen seine Funktion.

9. Backup der HomeKit-Konfiguration machen

Fluch der Cloud-Synchronisation: Wird ein HomeKit-Gerät, eine Szene oder Regel irrtümlich gelöscht, verschwindet der Eintrag von allen Apple-Produkten. Das kann tage- oder wochenlange Arbeit zunichte machen. Normalerweise legt man für solche Fälle ein Backup an. Allerdings hat Apple diese Funktion in HomeKit nicht vorgesehen. Es gibt keine Möglichkeit, Hausdaten zu sichern und wiederherzustellen. Mit der App Controller für HomeKit von Jan Andre geht es trotzdem. Der Download aus dem App-Store ist kostenlos. Ein HomeKit-Backup verlangt jedoch nach der PRO-Version des Programms. Sie ist als In-App-Kauf erhältlich. Das Upgrade schlägt mit rund acht Euro zu Buche.

Die App „Controller für HomeKit“ legt Sicherungskopien auf dem iPhone an. ©digitalzimmer
Die App „Controller für HomeKit“ legt Sicherungskopien auf dem iPhone an. ©digitalzimmer
10. Siri-Kurzbefehle in iOS 12 nutzen

Sprachsteuerung gehört quasi zum Lieferumgang von HomeKit. Jedes kompatible Gerät steht automatisch auch Siri zur Verfügung. Apples digitale Assistenten nutzt die Namen der angelegten Räume und Szenen, um Licht zu schalten oder die Heizung zu regeln. iOS 12 hat die Möglichkeiten aber nochmals erweitert: In der App Kurzbefehle können Nutzer selbst besteimmen, was bei einem Sprachkommando passieren soll. So lassen sich zum Beispiel mehrere HomeKit-Szenen unter einem Befehl zusammenfassen. Oder der Nutzer kombiniert sie mit anderen Aktionen. Ein Beispiel dafür ist die Steuerung von Sonos-Lautsprechern über Kurzbefehle. Die Multiroom-Geräte können damit Teil einer Szene werden, obwohl HomeKit die Steuerung von Lautsprechern im Augenblick noch gar nicht unterstützt.

Kurzbefehle in iOS 12 können mehrere HomeKit-Szenen auf einmal auslösen. ©digitalzimmer
Kurzbefehle in iOS 12 können mehrere HomeKit-Szenen auf einmal auslösen. ©digitalzimmer
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4 Gedanken zu „10 HomeKit-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte“

  1. Vielen Dank für die Tips. Allerdings habe ich immer noch ein Problem: Automationen, die vom Standort des iPhones abhängen, funktionieren bei mir einfach nicht. Habt ihr noch einen Rat? Ich habe schon alles versucht denke ich. :-I

    1. Hallo Zwergat,

      wenn das Geofencing nicht funktioniert, kann es dafür mehrere Ursachen geben. Ich würde der Reihe nach folgende Dinge prüfen/ausprobieren:

      1. Ortungsdienste auf dem iPhone überprüfen. Der Weg dorthin führt über Einstellungen>Datenschutz>Ortungsdienste. Dort nach unten zur „Home“-App scrollen. Hier muss „Beim Verwenden der App“ stehen.
      2. Ortungsdienste auf dem Apple-TV überprüfen. Die finden sich unter Einstellungen>Allgemein>Datenschutz. Bei HomeKit muss „immer“ stehen.

      Hilft das alles nicht, könntest Du noch die Netzwerkeinstellungen sowie die Einstellungen für Standort & Datenschutz am iPhone zurücksetzen. Beide befinden sich unter Einstellungen>Allgemein>Zurücksetzen.

      Ich hoffe, das hilft
      Viele Grüße aus dem Digitalzimmer

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