Zehn Hue-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte. ©digitalzimmer

10 Hue-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte

Update-Hinweis: Dies ist die aktualisierte und neu überarbeitete Fassung eines Blog-Beitrags aus dem Jahr 2018.

Philips Hue ist die erklärte Nummer Eins, wenn es um drahtlose Lichtsteuerung geht. Kein anderes System hat so viele Fans wie das fernbedienbare LED-Sortiment von Signify (früher Philips Lighting). Das mag auch an der Bedienung liegen: Die einfach aufgebaute Hue-App macht den Einstieg leicht und die zahlreichen Funktionen trotzdem beherrschbar. Ein wenig Know-how kann aber nicht schaden, um alles aus der Installation herauszuholen. Hier kommen zehn Hue-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte.

1. Alternative Hue-Apps verwenden

Die Hue-App des Herstellers (LINK) ist leicht zu bedienen, reizt aber nicht alle Funktionen aus. Vor allem, wenn es darum geht, Bewegungsmelder zu programmieren oder Tasten mehrfach zu belegen, sind ihre Möglichkeiten begrenzt. Auch Systeme mit mehr als einer Hue-Bridge lassen sich über das Originalprogramm nur umständlich steuern. Es gibt jedoch Alternativen:

  • iConnectHue für iOS (LINK) ist mein persönlicher Favorit auf dem iPhone. Der Entwickler steckt kontinuierlich Arbeit in das Programm und integriert neu auf den Markt gekommene Produkte wie das Hue-Wandschaltermodul. Um wirklich alle Funktionen zu nutzen, muss man sich etwas einarbeiten und teilweise bezahlen. Extras wie standortbasierte Automationen oder die gleichzeitige die Steuerung mehrerer Basisstationen lassen sich über In-App-Käufe freischalten. Alternativ gibt es Abos, Mitgliedschaften genannt, mit regelmäßiger Gebühr.
  • Hue Essentials ist sowohl für Android (LINK) als auch für iOS (LINK) erhältlich. Die Oberfläche wirkt vertrauter und daher auf den ersten Blick übersichtlicher als bei iConnect Hue. Allerdings hängt sich das Programm nach meinen Erfahrungen gelegentlich auf und muss dann neu gestartet werden. Funktionen wie Zeitpläne und Automatisierung gibt es nach einem In-App-Kauf in der Premium-Version. Auch die gleichzeitige Steuerung mehrerer Hue-Bridges kostet extra.
  • All 4 Hue gehört zu den ältesten Programmen für Android-Smartphones (LINK) – und noch immer zu den leistungsfähigsten. Auch wenn die etwas altbackene Bildschirmoberfläche nicht den Eindruck macht, ist alles an Bord was fortgeschrittene Nutzer sich so wünschen. Gegen Bezahlung, versteht sich, denn wie die beiden Vorgenannten setzt auch all 4 Hue auf In-App-Käufe für erweiterte Funktionen.
Die Startbildschirme von iConnectHue, Hue Essentials und All 4 Hue (v.l.n.r.)

2. Mehr Funktionen mit Hue Labs

Im Menü Automatisierungen der Philips-Hue-App verbirgt sich ein nützliches Extra. Die sogenannten Hue Labs erweitern den Funktionsumfang der Bridge mit kostenlosen Routinen. Diese verhindern zum Beispiel, dass der Bewegungssensor das Nachtlicht einschaltet, solange noch andere Szenen in der Wohnung aktiv sind. Oder sie täuschen ein bewohntes Haus vor, in dem sich Bewohner scheinbar von Raum zu Raum bewegen. Auch dynamische Szenen wie Kerzenlicht oder Meditation gehören zum Repertoire der Labs. Wer die englische Menüsprache nicht scheut, sollte die Formeln (Formulas) einfach mal ausprobieren. Sie können gratis über die originale Hue-App installiert werden. Dazu muss die Bridge allerdings mit einem Hue-Konto im Internet angemeldet sein. Es ist dasselbe, das die App auch für den Fernzugriff von unterwegs verwendet.

Die „Hue Labs“ in der Philips-App erweitern das Lichtsystem mit zusätzlichen Funktionen. ©digitalzimmer
Die Hue Labs in der Philips-App erweitern das System mit zusätzlichen Funktionen.

3. Hue-Bridge aufräumen

In der Hue-Bridge laufen alle Steuerbefehle des Lichtsystems zusammen. Man muss sich die Funkzentrale wie einen kleinen Computer vorstellen, der die LED-Lampen kontrolliert. Wie viele Geräte und Befehle er verwalten kann, hängt vom internen Speicher ab, und der ist nicht erweiterbar. Philips empfiehlt darum, höchstens 50 Leuchtmittel und 12 Steuergeräte wie Fernbedienungen oder Bewegungssensoren anzumelden. In der Praxis verkraftet die Bridge auch mehr. Wie viel genau hängt vom Einzelfall ab. Denn: Geräte, Sensoren aber auch Regeln und Bedingungen teilen sich den Platz auf der Bridge. Besonders speicherhungrig sind Bewegungsmelder, da sie nebenbei die Temperatur und Helligkeit im Raum messen.

Anzeige der Bridge-Auslastung in der App iConnectHue. ©digitalzimmer
Anzeige der Bridge-Auslastung in der App iConnectHue. ©digitalzimmer

Kommen außerdem mehrere Apps zum Einsatz, die Regeln und Szenen auf der Bridge ablegen, kann der Speicher knapp werden. Das System reagiert dann träge oder erlaubt keine zusätzlichen Einstellungen mehr. Für solche Fälle bietet die Hue-App eine Funktion namens Aufräumen an. Problem: Sie löscht alle persönlichen Szenen, Routinen, Entertainment-Bereiche und so weiter – auch solche, die vielleicht erhalten bleiben sollen. Zum Entrümpeln besser geeignet sind Apps wie iConnectHue (Tipp 1) oder Bridge Inspector Hue (LINK). Sie zeigen die Auslastung der Bridge getrennt nach Regeln, Timern oder Szenen an und löschen auf Wunsch nur einzelne Bereiche.

4. Zigbee-Kanal wechseln

In manchen Häusern herrscht so reger Funkverkehr, dass WLAN-Netze und Zigbee-Leuchtmittel sich gegenseitig stören. Mögliches Symptom: Die Lampen reagieren verspätet oder erst auf wiederholten Befehl. Mitunter fallen sie komplett aus dem Netz („nicht erreichbar“). Ein Wechsel des Funkkanals kann in solchen Fällen die Erreichbarkeit verbessern. Wie er vonstattengeht, ist Beitrag über den Zigbee-Kanalwechsel erklärt. Auch ein stabiles Lichtnetzwerk beugt Problemen vor. Mehr dazu im Ratgeber, wie man ein Zigbee-Mesh optimal einrichtet. Bevor das Ganze in Arbeit ausartet, lohnt es sich jedoch, vorher alle anderen Fehlerquellen auszuschließen. Vielleicht hat nur jemand den Lichtschalter betätigt und so einen Zigbee-Knoten, der die Verbindung hielt, versehentlich vom Netz getrennt.

Bei Funkproblemen kann ein Wechsel des Zigbee-Kanals helfen. ©digitalzimmer
Bei Funkproblemen kann ein Wechsel des Zigbee-Kanals helfen. ©digitalzimmer

5. Philips Hue HomeKit & Co. steuern

Als erstes Lichtsystem überhaupt ließ sich Hue 2015 mit HomeKit von Apple verbinden. Inzwischen sind auch Lifx, Nanoleaf und andere im Boot. Das schmälert aber nicht die Philips-Vorteile. Im Gegenteil: Dank des wachsenden Öko-Systems können iPhone- und iPad-Besitzer ihre Wohnung weitgehend automatisieren. Hue-Bewegungsmelder und -Fernbedienungen steuern mit HomeKit andere Geräte im Haus. So schaltet etwa der Dimmer Switch am Bett auch Heizung und Steckdosen. Umgekehrt eignen sich HomeKit-Taster als Lichtschalter – oder Rauchmelder drehen im Alarmfall die Panikbeleuchtung auf.

6. Widgets auf dem Smartphone einrichten

Schnellen Zugriff auf häufig benötigte Lichtszenen gewährt ein Widget auf dem Startbildschirm. Die Schaltfläche mit Bildschirmtasten spart im Alltag das Öffnen der App. Entsprechende Einstellungen gibt es in der offiziellen Hue-App für Android sowie in den beliebten Alternativen All 4 Hue, Hue Essentials und iConnectHue (Tipp 1).

Startbildschirm erleichtern den Zugriff auf Lichtszenen. ©digitalzimmer
Widgets auf dem Startbildschirm erleichtern den Zugriff auf Lichtszenen.

7. Lampen oder Bridge zurücksetzen

Manchmal muss es einfach sein. Wenn gar nichts mehr geht oder ein Umzug des Systems ansteht, hilft ein Reset auf die Werkseinstellungen. Zum Zurücksetzen der Bridge gibt es eine kleine Öffnung auf der Unterseite des Gehäuses. Sie ist für das aufgebogene Ende einer Büroklammer oder andere spitze Gegenstände gedacht: Vorsichtig einfädeln und mindestens zehn Sekunden lang drücken, dann startet die Bridge neu und präsentiert sich anschließend als leere Funkzentrale. Allerdings sind damit auch sämtliche Einstellungen weg. Der letzte, verzweifelte Schritt will also gut überlegt sein. Weniger einschneidend ist der Leuchtmittel-Reset, weil hier nur einzelne Lampen betroffen sind. Wie er funktioniert, ist hier erklärt.

8. Hue Dimmschalter neu starten

Die Fernbedienung reagiert nicht mehr? Dann löst häufig ein Neustart das Problem. Dazu kann man umständlich die Gehäuserückseite aufschrauben und kurzzeitig die Batterie entnehmen. Es geht aber auch einfacher: Den Dimmschalter auf einen Tisch legen, mit der Hand gleichzeitig alle vier Tasten drücken und fünf Sekunden lang gedrückt halten. Nach dem Loslassen sollte die Kontroll-LED am Switch abwechselnd rot und grün blinken – ansonsten den Vorgang wiederholen. Die Fernbedienung führt nun einen Warmstart durch (Soft Reset) und sollte nach einer halben Minute wieder einsatzfähig sein. Klappt das nicht, ist vielleicht einfach die Batterie leer – oder es gibt ein Problem mit dem Funkkanal (Tipp 5).

Hue Dimmer Switch neustarten: Alle Tasten gleichzeitig drücken. ©digitalzimmer
Hue Dimmer Switch neustarten: Alle vier Tasten gleichzeitig drücken. ©digitalzimmer

9. Sprachsteuerung aktivieren

Ob Alexa, Siri oder Google Assistant: Hue arbeitet mit allen drei großen Sprachassistenten zusammen. Die Siri-Integration ist dabei an HomeKit geknüpft (Tipp 5). Das heißt: Sobald die Bridge mit Apples Haussteuerung verbunden ist, steht die Sprachsteuerung zur Verfügung. Sind einzelne Lampen oder Zimmer noch nicht synchronisiert, weist ein Warnzeichen in den Einstellungen der Hue-App darauf hin.

Für Amazon Alexa und Google Assistant muss die Online-Verbindung zum Sprachserver von Hand hergestellt werden. Im Falle von Alexa geht das per Skill. Die Spracherweiterung zu Philips Hue lässt sich direkt in der Alexa-App oder im Browser auf der Seite http://alexa.amazon.de aktivieren. Bei Google übernimmt die Google Home-App diese Aufgabe. In beiden Fällen meldet sich der Nutzer mit seinem Hue-Konto beim Sprachservice an. Danach hört das Philips-System aufs Wort. Es schaltet das Licht auf Zuruf und ändert nach Wunsch die Helligkeit oder Farbe.

10. Mit anderen Systemen verbinden

Gleich mehrere Hue-Tipps stecken im zehnten und letzten Eintrag dieser Liste. Denn das System arbeitet mit vielen Smarthome-Lösungen zusammen. Selbermacher können es mit Zentralen von Bosch, Devolo, Fibaro, Rademacher, SmartThings, Somfy und Zipato verbinden. Im Profi-Segment stellen Lösungen wie Busch free@home, Digitalstrom oder KNX eine Verbindung zur Hue-Bridge her. Und selbst ohne zusätzliche Hardware lassen sich die Lampen mit anderen vernetzten Geräten kombinieren – über eine App wie die von iHaus, Home Connect Plus oder Online-Dienste wie Conrad Connect und IFTTT. Wo dieser Artikel endet, fangen die Einsatzgebiete also erst an. Das Schlagwort Hue fasst alle Beiträge zum smarten Lichtsystem zusammen.

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7 Gedanken zu „10 Hue-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte“

  1. Leider ist Tipp Nr. 6 hoffnungslos veraltet. Denn ein Widget bietet die offizielle Hue-App schon lange nicht mehr. Bei den Alternativen mag das noch so sein. Bitte noch mal neu recherchieren und den Artikel anpassen.
    Journalismus ist eben leider nix für Leute, die es sich leicht machen wollen. Da muss man schon mal richtig arbeiten. Es sei denn man gibt einen Sch… auf seine Glaubwürdigkeit. Dann nur weiter so.

    1. Sorry, Denis. Mir war durchgerutscht, dass die Widgets beim letzten großen Update der Philips-App im Juni 2021 aus der iOS-Version rausgeflogen sind. In der Android-Version gibt es sie nach wie vor – und auch in den genannten Alternativ-Apps.

      Die Einschränkung auf Android habe ich im Text nachgetragen. Vielen Dank für den Hinweis. Als „hoffnungslos veraltet“ würde ich den Tipp deshalb trotzdem nicht bezeichnen.

      Auf den zweiten Teil Deines Kommentars möchte ich nicht näher eingehen („Journalismus ist eben leider nix für Leute, die es sich leicht machen wollen. Da muss man schon mal richtig arbeiten …“). Wenn Du die Beiträge auf diesem Blog verfolgst und trotzdem der Meinung bist, ich mache es mir leicht und gebe „einen Sch … auf meine Glaubwürdigkeit“, dann kann ich daran wohl nichts ändern.

      Viele Grüße aus dem Digitalzimmer

  2. zu Tipp 10, braucht man z.b. wenn man ein Devolo Smart Home hat dann überhaupt noch eine Hue Bridge oder kann man die Hue Zigbee Leuchtmittel/Lampen nativ verbinden, also ohne eine zusätzliche Hue Bridge?

    1. Hi Hody,
      da Devolo den Funkstandard Z-Wave verwendet, die Hue-Lampen aber mit Zigbee arbeiten, ist in diesem Fall weiterhin die Hue-Bridge nötig. Andere Systeme wie Homee oder Qivicon können mit ihrer Zentrale die Lampen direkt steuern. Allerdings hat die Verwendung der Bridge auch Vorteile. So ist sie zum Beispiel für Software-Updates der Leuchtmittel nötig. Außerdem lassen sich dann alle Hue-Apps für Lichtszenen oder Effekte weiter verwenden. Das geht nicht, wenn die Leuchtmittel direkt an einer fremden Zentrale angemeldet sind.

      Viele Grüße aus dem Digitalzimmer
      Frank-Oliver

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