Bestenliste 2021: Top-Produkte für das Smarthome

Aus der Flut an Smarthome-Produkten ragen immer wieder einzelne heraus. Gelegentlich frage ich Blogger-Kollegen nach ihren Highlights – etwa im Jahresrückblick 2018, 2019 und 2020. Doch hier geht es um meine persönlichen Favoriten. Auf die digitalzimmer-Bestenliste schaffen es nur Lösungen, die mich wirklich überzeugt haben. Sie müssen sich im Alltag bewähren und dürfen keine gravierenden Hard- oder Software-Mängel zeigen.

Auch Nachhaltigkeit spielt, eine Rolle – sofern sich diese überhaupt beurteilen lässt. Ich kann in keine Produktionsprozesse hineinschauen. Schon gar nicht, wenn sie in China oder sonst wo ablaufen. Über die Zeit lässt sich aber einschätzen, wie gut ein Hersteller seine Produkte pflegt. Ob er Support bietet und für Kundenanfragen erreichbar ist. Oder ob es ihm vor allem um den Abverkauf möglichst vieler Modellgenerationen geht.

Als Konsumenten und Berichterstatter tragen wir Verantwortung für die Kaufentscheidung. Der Planet sollte nicht mit noch mehr Plastikmüll und Elektroschrott für vermeidbare Smarthome-Experimente bezahlen. Darum finden sich in der Bestenliste neben Neuheiten auch etablierte Produkte, zu denen es langfristige Erfahrungen gibt. Einige begleiten mich bereits seit vielen Jahren.


Eve-Produkte mit Thread

Eve Systems stellt seine Batteriesensoren und -aktoren nach und nach auf das Funkprotokoll Thread um. Damit sind sie nicht nur HomeKit-kompatibel, sondern werden künftig auch in Systemen funktionieren, die den Matter-Standard unterstützen.

Mal abgesehen davon, dass eine Thread-Verbindung besser hält und schneller reagiert als der bisherige Bluetooth-Funk benötigt sie auch keine Repeater wie den Eve Extend für die Reichweitenverlängerung mehr. Trotzdem bleibt die Bluetooth-Funktionalität erhalten. Besitzer älterer Gerätegenerationen, die sich nicht auf Thread updaten lassen, können ihre Produkte also weiter nutzen.

Damit bereitet Eve den Weg für ein Smarthome-System, wie ich es mir von HomeKit schon immer gewünscht habe: unkompliziert, verschlüsselt, herstellerübergreifend und ohne Funkzentrale, die extra eingerichtet und administriert werden muss. Dass Thread die Flexibilität erhöht und die Eve-Produkte am Ende womöglich unabhängig von Apple HomeKit macht – umso besser.

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Home Assistant

FHEM, ioBroker, openHAB – es gibt so einige Software-Projekte für die Hausautomatisierung. Sie versprechen freie Auswahl, weil Geräte aller möglichen Hersteller auf einer gemeinsamen Bedienoberfläche zusammenfinden. Ich habe viele ausprobiert und bin bei Home Assistant hängen geblieben.

Das liegt nicht nur am knuffigen Komplettrechner Home Assistant Blue (Bild oben), den ich letztes Jahr ergattern konnte, als er noch lieferbar war. Er kommt mit dem betriebsfertig installierten Programm ins Haus. Von Hand auf einen Raspberry Pi oder anderen Computer kopiert, funktioniert die Software aber genauso gut.

Ihr Vorteil: Gegenüber anderen Open-Source-Lösungen ist Home Assistant geradezu selbsterklärend. Die Verbindung mit Geräten über Software-Module – die sogenannten Integrationen – kapiert jeder schnell. Viele installierte Geräte wie eine Fritzbox, Philips Hue oder auch Tado-Thermostate erkennt das Programm beim Start automatisch und bietet sie zur Integration an.

Ohne weiteres Zutun erscheinen sie danach mit Bedienelementen auf einem Steuerbildschirm, Dashboard genannt. Das sorgt für schnelle Erfolgserlebnisse und motiviert zum Weitermachen. Klar, ein Automatisierungsprogramm wie Home Assistant ist kein Out-of-the-Box-System. Recherchen im Internet und etwas Erfahrungsaustausch im englischsprachigen Nutzerforum müssen schon sein, ehe die erste Automation rund läuft. Wer sich darauf einlassen möchte, dem sei die Software aber wärmstens empfohlen.

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Homematic IP

Warum ein 2015 eingeführtes Smarthome-System zu meinen Top-Produkten 2021 zählt? Weil ich es erst im vergangenen Jahr so richtig schätzen gelernt habe. Das hat mehrere Gründe. Einer davon: Wenn ich Sensoren oder Aktoren für spezielle Einsatzgebiete suche, finde ich sie besonders oft im Sortiment von Homematic IP. So gibt es darin zum Beispiel nicht nur einen Öffnungskontakt, sondern gleich fünf: magnetisch, optisch, kompakt für den verdeckten Einbau oder als Sensor am Fenstergriff.

Die große Auswahl kompensiert ein Stück weit den Nachteil, dass es sich um proprietäre Funktechnik handelt, die nur der Hersteller EQ-3 anbietet. Zumal dieser eine Verfügbarkeit bis mindestens Ende 2030 zusichert. Auch danach dürfte der weitere Betrieb gewährleistet sein, weil es mehrere Möglichkeiten gibt, Homematic-Komponenten zu steuern. Die alternative Zentrale CCU3 funktioniert ganz ohne Internetverbindung. Und sollte EQ-3 deren Produktion einstellen, gibt es Open-Source-Software, die eine Zentrale auf Einplatinencomputern wie dem Rasberry Pi zum Laufen bringt.

Vom Einsteiger, der mit Technik wenig am Hut hat, bis zum Profi, der Funkprodukte mit dem verkabelten Bus Homematic IP wired kombiniert – so vielseitig ist keine andere Herstellerlösung. Die VDE-geprüfte Datensicherheit und anonymen Cloud-Betrieb gibt’s auch nicht an jeder Ecke. Etwas mehr Offenheit, was die Integration anderer Systeme wie Philips Hue, Sonos & Co. angeht, dürfte schon sein. Aber gut, man kann eben nicht alles haben.

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Symfonisk Rahmen mit WiFi-Speaker

Ikea Symfonisk Bilderrahmen

Ein Smarthome ohne Musik ist für mich schwer vorstellbar. Keine Technik kommt bei uns im Haus so intensiv zum Einsatz wie das Audiosystem. Und gäbe es nicht schon Lautsprecher in jedem Raum, der Symfonisk Bilderrahmen würde ein Plätzchen finden.

Mit der Funkbox zum An-die-Wand-hängen zeigt Ikea seine Stärken. Zum einen, was den Preis angeht, denn der WLAN-Lautsprecher für 179 Euro bietet viel Klang fürs Geld. Zum anderen erobert er Bereiche, die bislang Hausbesitzern oder Wohnungseigentümern vorbehalten waren. Wer sonst würde ernsthaft über Wandlautsprecher nachdenken, für die normalerweise Schlitze geschlagen oder Vorbauten eingezogen werden. Mit dem Symfonisk kommen auch Mieter und preissensible Käufer in den Genuss so einer Lösung.

Die Kooperation mit Sonos dürfte dafür sorgen, dass diese Freude lange anhält. Denn auch der Bilderrahmen integriert sich wie alle Symfonisk-Modelle in das Multiroom-Audiosystem der Amerikaner – regelmäßige Software-Updates, AirPlay, Sprachsteuerung und die Fernbedienung über Smarthome-Zentralen inklusive.

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Nuki Smartlock + Opener

Für sich genommen zwei gute Produkte, zusammen noch viel besser: Mit dem Smartlock 2.0 und seinem Opener hat Nuki ein Rundum-sorglos-Paket für Bewohnerinnen und Bewohner im Mehrfamilienhaus geschnürt. Strenggenommen gehört noch ein dritter Baustein dazu: die Nuki Bridge als WLAN-Stecker für den Kontakt zum Router. Damit öffnen sich Haus- und Wohnungstür beim Nachhausekommen dann wie von Geisterhand.

Das könnte auch ein Grund zur Beunruhigung sein, wenn Nuki keine Vorkehrungen gegen Missbrauch treffen würde. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, regelmäßige Sicherheitstests durch externe Institute und Datensparsamkeit sprechen aber für ein ausgeprägtes Problembewusstsein beim Hersteller. Wer auf den Internetdienst Nuki Web verzichtet, kann beide Produkte ohne Angabe einer E-Mail-Adresse nutzen. Ortungsdienste am Smartphone sind laut Nuki so ausgelegt, dass sie nur Informationen übermitteln, wenn es gerade zum Aufschließen nötig ist. Ein Tracking finde nicht statt.

Hinzu kommen durchdachte Extras wie der Betrieb mit aufladbaren Batterien und eine zuverlässige Funktion. Unter iOS lassen sich der Kombination nur beste Noten ausstellen. Zur Android-App kann ich weniger sagen, weil sie während der mehrmonatigen Testphase nur selten zum Einsatz kam. Ich habe unterwegs halt nur ein Telefon dabei. Und das ist in der Regel mein iPhone.

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Der Sonos Beam, stehend und liegend.

Sonos Roam

Der kleine Roam von Sonos schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstmal bringt er Musik auf die Straße, weil er sich unterwegs als Bluetooth-Lautsprecher nutzen lässt. Das ging allerdings mit dem deutlich größeren Move auch schon. Neu ist die Möglichkeit, die stabförmige Box zu Hause bei laufender Bluetooth-Wiedergabe mit WLAN-Lautsprechern von Sonos zu gruppieren. Sie beseitigt den vielleicht größten Kritikpunkt am Multiroom-Audiosystem der Amerikaner: dass normale WLAN-Modelle des Herstellers keinen Bluetooth-Empfang haben. Der Roam spielt den Vermittler und wird so zu einer praktischen Erweiterung fast jedes Systems. Ganz abgesehen von der neuen „Sound Swap“-Funktion, die Bluetooth-Musik per Knopfdruck auf benachbarte Lautsprecher springen lässt.

Sprachsteuerung mit Alexa oder Google Assistant, eine riesen Auswahl an Musik-Streaming-Diensten: alles an Bord: Der Klang ist sehr gut, etwas anderes hätte ich von Sonos auch nicht erwartet. Die Akkulaufzeit liegt mit bis zu zehn Stunden auf vernünftigem Niveau. Allerdings entspricht auch der Preis den Erwartungen: Mit seinem induktiven Ladegerät, das aufs Gerätedesign abgestimmt ist, kostet der Kleine rund 230 Euro. Kein Schnäppchen, aber für Sonos-Nutzer gut angelegtes Geld.

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