Symfonisk Rahmen mit WiFi-Speaker

Symfonisk Bilderrahmen: Was können die neuen Ikea-Lautsprecher?

An der Namensgebung dürfte Ikea gerne noch etwas feilen. Die offizielle Produktbeschreibung Symfonisk Rahmen mit WiFi-Speaker klingt ein wenig hölzern. Ähnlich sperrig wie die Titel der bisherigen Funklautsprecher: Symfonisk Regal-WiFi-Speaker und Symfonisk Tischleuchte mit WiFi-Speaker. Verwechslungsgefahr besteht aber trotzdem nicht. Dazu sieht das neue Modell zu einzigartig aus.

Ein Multiroom-Lautsprecher zum An-die-Wand-hängen

Ikea und Sonos setzten mit dem klingenden Rahmen ihre Zusammenarbeit von 2019 fort. Sie war bislang recht erfolgreich. Vor allem der Regallautsprecher für 99 Euro bekam in Tests viel Lob für sein Preis-Leistungs-Verhältnis – so auch hier auf digitalzimmer.de.

Anlehnungebedürftig: Der Lautsprecher spielt auch auf dem Boden oder einem Sideboard.

Dem etablierten Duo steht nun eine 40 x 56 cm große und sechs Zentimeter flache Aktivbox zu Seite. Genauer gesagt: Sie steht oder hängt, wie man es will. Denn der Symfonisk-Rahmen kann auf Möbeln und auf dem Boden Platz nehmen, wo er sich nach hinten anlehnt. Oder er hängt direkt an der Wand. Ein 3,4 Meter langes Kabel versorgt ihn dabei mit Strom aus der Steckdose. Das eigentliche Boxengehäuse springt dabei hinter dem dünneren Gehäuserand zurück, wodurch der Rahmen in der Luft zu schweben scheint.

Die Tasten für Play/Pause und die Lautstärke sitzen hinter dem Gehäuserand. ©digitalzimmer

Hinter dem flachen Rand verbergen sich auch die typischen Sonos-Bedienelemente für Play/Pause und die Lautstärkeregelung. Sie sind von vorne und der Seite unsichtbar. Die Firmenlogos am Rand zeigen jedoch die richtige Stelle an – und dank unterschiedlich gewölbter Oberflächen lassen sich die Knöpfe gut ertasten.

Zwölf Motive für den klingenden Wechselrahmen

Wie der Name schon andeutet, handelt es sich gleichzeitig um einen Bilderrahmen. Im Auslieferungszustand zeigt die stoffbespannte Front ein abstraktes Linienmuster. In der schwarzen Ausführung hat die Grafik einen dunklen Untergrund, am Symfonisk mit weißem Gehäuse ist er hell getönt. Allerdings muss das nicht so bleiben: Der Lautsprechergrill lässt sich abnehmen und gegen ein Exemplar in anderem Design austauschen. Zwölf Motive bietet Ikea zum Start des Lautsprechers an. Kostenpunkt: 20 Euro pro Stück.


Für 20 Euro lässt sich dem Lautsprecher ein neuer Look verpassen. Bilder: Ikea


Der Symfonisk selbst schlägt mit 179 Euro zu Buche. Ein individualisiertes Exemplar kostet damit so viel wie die kleinste Sonos-Box: Der One SL ist für 199 Euro zu haben. Er bietet einen vergleichbaren Funktionsumfang – ohne Bluetooth, aber mit AirPlay, Amazon Alexa, Google Assistant und den bekannten Streaming-Diensten (LINK). Und wie der One SL hat auch der Symfonisk-Rahmen keine Mikrofone für die Spracherkennung eingebaut. Er ist auf einen Smart Speaker wie den Amazon Echo oder HomePod mini von Apple angewiesen, um Sprachbefehle aus dem Raum empfangen zu können.

Der Symfonisk Rahmen mit WiFi-Speaker im Test

Ikea hat mir freundlicherweise vor dem Verkaufsstart ein Testmuster zur Verfügung gestellt. So konnte ich den neuen Symfonisk zwei Wochen lang ausprobieren. Der WLAN-Lautsprecher kommt in einer plastikfreien Kartonverpackung. Zum Lieferumfang gehören zwei Gummifüße für die Aufstellung am Boden und ein Metallhaken zum Aufhängen an der Wand. Außerdem das schon erwähnte Textilkabel. Es ist grundsätzlich weiß, egal welche Farbe der Lautsprecher hat. So fällt die Zuleitung vor einer hellen Wand weniger auf.

Der Austausch des mitgelieferten Kabels gegen andersfarbige Strippen ist aber problemlos möglich, da es sich um ein Euro-Netzkabel mit Kleingerätestecker handelt. Damit passen auch handelsübliche, schwarze AV-Zuleitungen mit Flachstecker, die es in fünf und zehn Metern Länge gibt. Überschüssige Kabelmeter verschwinden unsichtbar in einem Fach auf der Geräterückseite.

Mitgedacht: Überschüssiges Kabel passt in ein Fach auf der Geräterückseite. ©digitalzimmer

Ebenso praktisch: Kabelauslässe in den Gehäuseecken und mittig an den Lautsprecherseiten sorgen dafür, dass die Leitung stets senkrecht nach unten fällt, egal wie die Box steht oder hängt. Der Wandhaken und die Füße erlauben sowohl eine horizontale Ausrichtung als auch den Hochkant-Betrieb. Eine zusätzliche Netzbuchse neben dem Stromeingang ist dafür gedacht, einen zweiten Symfonisk-Bilderrahmen mit Energie zu versorgen. Dann wird für beide Boxen nur eine Steckdose benötigt. Das alles wirkt gut durchdacht und erleichtert die Installation.

Dass der Standby-Verbrauch mit 2,1 Watt nicht ganz das Niveau von Sparkünstlern wie dem Apple HomePod erreicht, war beinahe zu erwarten – Sonos-Produkte liegen hier traditionell etwas höher. Der Symfonisk-Bilderrahmen zählt aber zu den energieeffizientesten Geräten, die das Unternehmen bislang entwickelt hat.

Kabelauslässe führen die Stromleitung am Eck oder mittig aus dem Gehäuse heraus.
Einrichtung mit Gerätecode und NFC-Chip

Über die Inbetriebnahme selbst will ich hier nicht viele Worte verlieren. Sie folgt dem Sonos-Prinzip und ähnelt anderen Modellen des US-Herstellers. Die App des Multiroom-Systems assistiert dabei und führt Schritt für Schritt durch den Installationsprozess. Dass Sonos inzwischen auf Near Field Communication (NFC) setzt, war mir allerdings neu. Geeignete Smartphones können durch Antippen des Boxengehäuses einen PIN-Code vom Lautsprecher empfangen.

Das hat bei mir nicht geklappt, war aber kein Problem. In so einem Fall schaltet die App auf das Mikrofon des Smartphones um und der Symfonisk spielt seinen PIN-Code als akustisch codiertes Audiosignal ab. Sollten alle Stricke reißen, ist die achtstellige Zahlenkombination auch noch hinten aufs Gerät aufgedruckt.

Jedes Exemplar des Lautsprechers hat einen eindeutigen, achtstelligen PIN-Code. ©digitalzimmer

Wozu die Nummer mit dem Code gut sein soll, habe ich noch nicht herausgefunden. Bislang funktionierte die Einrichtung bei Sonos ohne diese spezielle Autorisierung. Sie erinnert an Apple HomeKit und auch im kommenden Smarthome-Standard Matter werden Gerätecodes eine Rolle spielen. Mit ihrer Hilfe wird eine verschlüsselte Verbindung aufgebaut. Vielleicht bereitet der Code ja eine künftige Matter-Integration vor, Ikea zählt zur den Gründungsmitgliedern der herstellerübergreifenden Smarthome-Initiative. Mehr als Spekulation habe ich diesbezüglich aber noch nicht zu bieten.

Die iOS-Version der App misst den Lautsprecher auch auf die Raumakustik ein. ©digitalzimmer

Je nach verwendetem Smartphone kann es also verschiedene Wege geben, um den Lautsprecher einzurichten und ins WLAN einzubinden. Die Sonos-App wählt von selbst die passende Methode. Wer iPhone oder iPad nutzt, wird auch gleich ermuntert, den Klang auf die Raumakustik einzumessen. Die entsprechende Funktion namens Trueplay gibt es nur in der Sonos-App für iOS. Android-Nutzer sollten überlegen, sich für diesen Zweck einmalig ein Apple-Gerät im Freundeskreis auszuleihen. Denn wegen seiner prinzipiellen Nähe zur Wand profitiert der Symfonisk-Bilderrahmen besonders von der Einmessung. Mehr dazu im folgenden Hörtest.

Hinter der Abdeckung sitzen ein Mittel-/Tieftöner und eine Hochtonkalotte. ©digitalzimmer
Wie gut klingt der Bilderlautsprecher von Ikea?

Das Gehäuse des Symfonisk-Bilderrahmens besteht vollständig aus Kunststoff. Eigentlich logisch, denn trotz seiner Größe darf es nicht zu schwer werden. Mit einem Komplettgewicht von rund 3,7 Kilogramm verlangt der Lautsprecher keine übermäßig großen Dübel, um sicher an der Wand zu halten. Für die Entwickler bedeutet der Leichtbau allerdings besondere Herausforderungen. Das Lautsprechergehäuse darf nicht bei jedem Ton mitschwingen und ein akustisches Eigenleben entwickeln. Das würde den Klang verfälschen. Sonos-Produkte wie der One sind daher recht massiv gebaut. Der Kleine bringt alleine schon 1,8 Kilogramm auf die Waage.


Smarthome-Integration: Mit dem Trådfri-Gateway für 20 Euro findet der Bilderrahmen auch Anschluss an das Smarthome-System von Ikea. Dort lässt sich die Musik automatisieren und per Funkregler fernbedienen. Mehr dazu im System-Check von Ikea Home Smart.


In der Lautsprecher-Bestückung bleibt Sonos seiner Philosophie treu: Wie die bisherigen Symfonisk-Modelle und die One-Serie verfügt auch der neue Bilderrahmen über einen Tief-/Mitteltöner mit Konusmembran und eine Hochtonkalotte. Die sternförmige Verstrebung vor dem Hochtöner soll den Schall zerstreuen und in die gewünschten Richtungen lenken. Waveguide heißt so etwas in der Fachsprache. Hinzu kommt eine rechteckige Öffnung auf der Front, die Schall von der Membranrückseite im Innern der Box über ein Rohr nach draußen leitet. So lassen sich tiefe Töne verstärken und auch kompakten Lautsprechern mehr Bässe entlocken.

Eine rechteckige Öffnung auf der Schallwand verstärkt die Tieftonwiedergabe. ©digitalzimmer

Im direkten Vergleich mit einem Sonos One liefert der flache Symfonisk auch deutlich mehr Bass. Vor allem bei höheren Lautstärken – wenn die Signalverarbeitung im One den Tieftonanteil bereits stark zurücknimmt, damit die Membran nicht anschlägt –, hämmert der Ikea-Lautsprecher die Beats noch kraftvoll raus. Hat man zwei davon im Raum, per Sonos-App zum Stereopaar vereint, lässt sich ohne weiteres eine Party beschallen.

Auch der Streuvorsatz am Hochtöner macht einen guten Job, denn aus seitlicher Hörposition, oder wenn die Box auf dem Boden steht, büßt der Klang nur wenig Brillanz ein. Allerdings kommen die Höhen auch nicht mit der Leichtigkeit eines Sonos One. Die Kompaktbox bildet Stimmen und Instrumente klarer ab und trennt sie deutlicher voneinander. Mit einem Symfonisk-Rahmen scheint der Klang diffuser im Raum zu stehen, was aber auch erwünscht sein kann. Das kommt auf den persönlichen (Musik-)Geschmack an.

Der Streuvorsatz verteilt die Schallwellen des Hochtöners im Raum. ©digitalzimmer

In der klanglichen Abstimmung halte ich die kleinen Sonos-Modelle nach wie vor für Geniestreiche. Wenn es ums Bassvolumen geht, müssen sie sich aber dem Symfonisk geschlagen geben. In jedem Fall lohnt es sich, den Bilderrahmen mit Trueplay einzumessen. Die tiefen Töne klingen dann konturierter und kraftvoller, ohne schnell ins Dröhnen zu geraten. Über den Bassregler in der Sonos-App allein lässt sich dieser Effekt nicht erreichen.

Fazit: Versteckte Lautsprecher mit gutem Klang

Mit dem Bilderrahmen ist Ikea und Sonos ein bemerkenswertes Produkt gelungen. Ich persönlich mag zwar keine Lautsprecherkabel an der Wand und würde versuchen, den Stromanschluss verdeckt bis hinter die Box zu legen. Auch die verschiedenen Frontdekore sind nicht unbedingt mein Geschmack. Aber es war noch nie so einfach – und preiswert – einen Lautsprecher optisch zu kaschieren. In-Wall-Modelle für den Wandeinbau, wie sie auch Sonos anbietet, kosten ein Vielfaches und benötigen zusätzlich einen Verstärker, der irgendwo untergebracht werden muss.

Akustisch transparent: Das Wabengitter der Frontbespannung im Gegenlicht. ©digitalzimmer

Dem neuen Symfonisk genügen WLAN und Steckdose. In Kombination mit einer Soundbar wie der Sonos Arc ergibt das neue Möglichkeiten. So müssen rückwärtige Surround-Lautsprecher nicht mehr hinter und neben dem Sofa stehen, sie können sich als Bilder tarnen. Wer neu baut oder saniert, erzielt mit entsprechendem Aufwand wahrscheinlich bessere Ergebnisse. Hersteller wie B&W, Canton, Kef, Quadral & Co. bieten erstklassige Wandlautsprecher an. Modelle von Pursonic (Revox) lassen sich sogar übertapezieren oder verputzen und werden damit komplett unsichtbar (LINK).

Für alle anderen macht Ikea aber einen Traum wahr: Musik kann nun überall spielen. Auch dort, wo kein Platz für Regal- und Standboxen ist – oder wo die Lebenspartner:innen energisch Einspruch erheben. Bislang mussten Multiroom-Lautsprecher überall im Haus herumstehen. Ab sofort können sie auch hängen.

Ikea Symfonisk Rahmen mit WiFi-Speaker
  • Ausstattung
  • Installation
  • Bedienung
  • Verarbeitung
  • Klang
  • Preis/Leistung
4.4

Fazit

Leicht zu installierende Wandlautsprecher mit gutem Klang. Der Symfonisk-Bilderrahmen integriert sich vollständig in Multiroom-Anlagen von Sonos – und mit dem Trådfri-Gateway auch in das Smarthome-System von Ikea.

3 Gedanken zu „Symfonisk Bilderrahmen: Was können die neuen Ikea-Lautsprecher?“

  1. Zumindest in der schwarzen Version auf dem Bild finde ich das Ding zu klotzig. Warum hat der Lautsprecher nicht einfach einen Wechselrahmen in dem man seine eigenen Bilder einspannen kann?

    1. Hallo Sebastian,
      das geht mit dem Funktionsprinzip des Rahmens leider nicht. Da die Lautsprecher hinter der Abdeckung sitzen, muss diese akustisch transparent sein und den Schall durchlassen. Ein dünner Stoff wie der von Ikea verwendete kann das, ein Bogen Papier aber nicht. Die Box würde damit ziemlich dumpf klingen. Es gibt jedoch Einbaulautsprecher wie die im Text erwähnten Modelle von Pursonic. Bei solchen Flächenstrahlern dient die Abdeckung selbst als Schallmembran. Sie ist ist hart und kann nach Wunsch bemalt oder beklebt werden.

      Viele Grüße aus dem Digitalzimmer

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