Dolby Atmos mit der Sonos Arc – wie geht das?

Gerade hat Sonos seine neue Soundbar Arc vorgestellt. Mit dem neuen Betriebssystem, das im Juni 2020 erscheint, soll sie als erster Heimkino-Lautsprecher des Unternehmens alle wichtigen Dolby-Tonformate unterstützen – also neben Dolby Digital und Dolby Digital Plus auch Dolby Atmos, TrueHD und das etwas exotische Dolby MAT (Metadata-enhanced Audio Transmission). Letzteres wurde für Spielekonsolen entwickelt und kommt zum Beispiel in der XBox One aber auch auf dem Apple TV 4K zum Einsatz.

So gelangt Dolby Atmos auf das Sonos-System

Noch ist nicht alles über die Toneingänge der neuen Sonos-Soundbar bekannt. In den „Fragen & Antworten“ auf der Produktseite steht jedoch: „Du kannst die Arc über den ARC-/eARC-Port mit deinem Fernseher verbinden“ (LINK). Daraus lässt sich schließen, dass Sonos wie schon bei der Beam und dem Amp den sogenannten Audio Return Channel (ARC) von HDMI verwendet.

Praktisch bedeutet das: Die Soundbar erhält ihren TV-Ton über ein HDMI-Kabel vom Fernseher. Weitere HDMI-Quellen wie ein Blu-Ray-Player oder Streaming-Boxen werden direkt an den TV angeschlossen, der das Signal dann durchschleift. Für ältere Fernseher ohne ARC-fähige Buchse liegt wohl wie bisher ein Adapter für den optischen Digitalausgang bei. Der scheidet für Dolby Atmos und Co. aber ohnehin aus, weil Lichtleiterkabel diese Signale nicht übertragen. Doch auch mit HDMI-Strippe sind ein paar Dinge zu beachten, denn nicht jeder ARC-Anschluss ist gleich.

Wie der Amp (Bild) wird auch die Sonos Arc den TV-Ton per HDMI entgegennehmen.
Atmos über ARC: kann funktionieren oder auch nicht

Der Audio Return Channel ARC wurde zusammen mit dem HDMI-Standard 1.4 eingeführt und unterstützt dieselben Tonformate wie der optische Digitalausgang – also PCM (2 Kanal), Dolby Digital (bis 5.1 Kanal) und DTS Digital Surround (bis 5.1 Kanal). Modernere Audio-Codecs wie Dolby Atmos oder TrueHD gehören nicht dazu.

Strenggenommen dürfte eine Wiedergabe von Dolby Atmos über die ARC-Buchse also gar nicht funktionieren. Jedoch halten sich nicht alle Hersteller sklavisch an die HDMI-Vorgaben. Deshalb gibt es auch TV-Geräte, die Atmos-Ton über den Return Channel schicken. Dabei kommt ihnen zu Gute, dass die Tonerweiterungen von Atmos auch huckepack auf dem Format Dolby Digital Plus übertragen werden können, das wiederum kompatibel mit Dolby Digital ist.

Und als wäre das nicht kompliziert genug, spielt auch die verwendete Streaming-App eine Rolle. So klagen manche Netflix-Zuschauer darüber, dass ihre App am Smart-TV kein Dolby Atmos an einen kompatiblen Heimkino-Receiver durchreicht – obwohl es technisch möglich wäre. Der TV konvertiert das Signal stattdessen in Dolby Digital. Kurz gesagt: Dolby Atmos über den normalen ARC ist ein Glücksspiel – kann funktionieren, muss aber nicht.

Werbung:
Sonos-Produkte bei Amazon kaufen
Nur eARC garantiert das volle (Ton)Programm

Erst der neue Rückkanal eARC beseitigt diese Unsicherheit. Er gehört zur HDMI-Spezifikation 2.1 – man findet ihn aber auch an Geräten mit HDMI 2.0. Hersteller wie Denon, Samsung, Sony oder Yamaha haben einige Fernseher, Soundbars und Receiver sogar nachträglich per Software-Update fit gemacht. Das „e“ in der Bezeichnung steht für „enhanced“, auf Deutsch: erweitert oder verbessert.

Die Verbesserung besteht vor allem in einer höheren Übertragungsgeschwindigkeit und mehr Bandbreite. Damit lassen endlich auch die Wünsche vieler Heimkino-Enthusiasten erfüllen. Geräte mit eARC übertragen jede Menge zusätzliche Audioformate:

  • Dolby Digital Plus (bis 7.1 Kanal, inkl. Dolby Atmos)
  • Dolby TrueHD (bis 7.1 Kanal, inkl. Dolby Atmos)
  • DTS-HD High Resolution Audio (bis 7.1 Kanal)
  • DTS-HD Master Audio (bis 7.1 Kanal)
  • DTS:X

Weiterer Vorteil: Über den erweiterten Audio Return Channel tauschen die beteiligten Geräte auch Informationen aus, welche Formate sie unterstützen. So ist gewährleistet, dass immer die bestmögliche Audioverbindung zustande kommt. Die neue Sonos Arc gibt laut aktuellen Informationen alle Dolby-Formate wieder. Codecs aus der DTS-Familie, auf die manche Blu-ray-Fans gehofft hatten, bleiben weiterhin ausgeklammert. Unterm Strich wird es somit auf die Amos-Fähigkeiten des TV ankommen. Wer keinen Fernseher mit eARC besitzt, muss es wohl einfach darauf ankommen lassen.

Aufmacherbild: Sonos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.