Kickstarter-Produkte fürs Smart Home – und was aus ihnen wurde

9. Kancy – kleine Schalter-Klemme
Der Unterputz-Schalter von Kancy sieht heute völlig anders aus. Bild: Hersteller

Als „kleinsten Smart Home Switch der Welt“ hatte das kanadische Unternehmen Kancy seinen Unterputz-Schalter mit WLAN angekündigt. Bei entsprechendem Interesse sollten Versionen mit Dimmer und für den Rollladenantrieb folgen. Sie kamen gar nicht erst auf den Markt, der heutige Switch ist weniger kompakt und kostet mit Versand nach Deutschland rund 40 Euro. Open Source-Produkte wie Shelly gibt es für deutlich weniger Geld.

Gesammeltes Kapital: 36 299 CA$ (Kickstarter)
Gestartet: März 2017 | Auslieferung: Herbst 2018
Lieferung nach Deutschland: ja | Preis: 28 Euro  (€) + Versand
Herstellerwebseite: kancy.com


10. Kiën – simuliertes Tageslicht
Die Stableuchte soll ihre Farbtemperatur im Tagesverlauf automatisch ändern. Bild: Hersteller

Kiën gehört zu den Crowdfunding-Projekten, wohl nie das Licht der Welt erblicken werden. Dabei sollte die Stableuchte genau das liefern: Ein Tageslicht, das seine Farbtemperatur über den Tag ändert und so den Lauf der Sonne simuliert. Kein Hexenwerk, könnte man meinen, wenn einfache WLAN-Lampen wie Lifx Dusk & Dawn oder TP-Link Kasa  (hier der Test) so eine Funktion schon länger bieten. Trotzdem warten fast 400 Unterstützer seit drei Jahren auf die Fertigstellung des Produkts. Über die Webseite des Unternehmens lässt sich Kiën immer noch vorbestellen.

Gesammeltes Kapital: 152 579 $ (Kickstarter)
Gestartet: Oktober 2016 | Auslieferung: nicht bekannt
Herstellerwebseite: kien.com


11. Knocki– steuern mit Klopfzeichen
Die Knocki-Idee hat ihren Erfindern rund 2,5 Millionen US-Dollar eingebracht. Bild: Hersteller

Der Erschütterungssensor aus Houston, Texas, verwandelt beliebige Oberflächen in eine Fernbedienung. Zweimal auf den Tisch klopfen schaltet zum Beispiel das Licht ein, dreimal  an die Wand  pochen startet die Musikwiedergabe auf einem Sonos-System. Wie gut Knocki funktioniert, konnten 19 000 Unterstützer inzwischen selbst ausprobieren: Im Frühjahr hat die Auslieferung begonnen. Fast drei Jahre nach Beginn der ersten Crowdfunding-Aktion auf Kickstarter.

Gesammeltes Kapital: 1 373 632 $ (Indiegogo) + 1 144 399 $ (Kickstarter)
Gestartet: Mai 2016 | Auslieferung: April 2019
Lieferung nach Deutschland: ja | Preis: 89 US-Dollar ($)
Herstellerwebseite: knocki.com


12. Lifx– die Glühlampe neu erfunden
Mit seiner WLAN-Lampe hatte Lifx großen Erfolg auf Kickstarter. Bild: digitalzimmer

Kaum ein Produkt hat so zur Popularität von Kickstarter beigetragen wie die LED-Lampe von Lifx (hier der Test). 2012 sammelte sie in nur drei Tagen mehr als 1,3 Millionen US-Dollar ein. Ihr Finanzierungsziel von 100 000 Dollar wurde deutlich übertroffen. Der Rest ist Geschichte: Lifx entwickelte sich zu einem erfolgreichen Unternehmen, das neben diesem smarten Glühlampen-Ersatz auch LED-Paneele, Lightstrips und andere vernetzte Leuchtmittel anbietet.

Gesammeltes Kapital: 1 314 542 $ (Kickstarter)
Gestartet: September 2012 | Auslieferung: Winter 2013
Lieferung nach Deutschland: ja | Preis: ab 25 Euro (€)
Herstellerwebseite: eu.lifx.com


13. Momo– ein Hub, der leuchtet
Scheitert an technischen Problemen: Die Smarthome-Kamera-Lampe Momo. Bild: Hersteller

Gestensteuerung, Gesichtserkennung, Künstliche Intelligenz und Videoüberwachung: Morpheos wollte so ziemlich alles in seine Smarthome-Zentrale Momo hineinpacken, was möglich ist. Und ganz nebenbei sollte das gute Stück auch noch als Designer-Leuchte dienen. Wegen technischer Probleme befindet sich das Produkt zwei Jahre später immer noch im Protoypen-Stadium. Liefertermin ungewiss. Auf Indiegogo bietet der italienische Hersteller seinen Unterstützern inzwischen an,  ihre Lampen-Option gegen einen Momo-Hub einzutauschen. Der hat zwar weder Lampe noch Kamera, soll dafür aber bis zum Herbst 2019 fertig werden.

Gesammeltes Kapital: 61 294 $ (Indiegogo) + 54 446 $ (Kickstarter)
Gestartet: Mai 2017 | Auslieferung: nicht bekannt
Lieferung nach Deutschland: nicht bekannt | Preis: nicht bekannt
Herstellerwebseite: www.morpheos.eu


14. Moodo – Duftzerstäuber 2.0
Kapselmaschine für guten Geruch: der Smart Home Fragrance Mixer von Moodo. Bild: Hersteller

Weihnachtsduft im Winter oder eine frische Zitrusbrise, wenn es heiß ist. Moodo aus Israel sorgt auf Knopfdruck für Stimmung im Smart Home. Mit Siri Shortcuts, Amazon Alexa oder dem Google Assistant geht das auch sprachgesteuert. Der Online-Dienst IFTTT erweitert die Möglichkeiten. Ein Set mit vier Duftkapseln kostet 30 bis 40 Euro und soll etwa 60 Stunden lang reichen. Besonderheit: In der Moodo-App am Smartphone lassen sich die vier Geruchskomponenten auch mischen und eigene Düfte daraus kreieren.

Gesammeltes Kapital: 200 810 $ (Indiegogo)
Gestartet: Januar 2017 | Auslieferung: Herbst 2017
Lieferung nach Deutschland: ja | Preis: ab 140 Euro (€)
Herstellerwebseite: moodo.co


15. Moorebot – Kuck‘ mal, wer da spricht
Das Kameraauge des Moorebot folgt Personen im Raum mit Face-Tracking. Bild: Hersteller

Ein niedlicher Roboter mit Sprachsteuerung, Kamera und Gesichtserkennung – diese Idee brachte Moorebot auf Indiegogo mehr als 100 000 Euro ein. Den Kommentaren auf der Plattform zufolge erhielten die Unterstützer allerdings ein reichlich unfertiges Produkt. Software-Updates ließen auf sich warten. 2017 änderte der chinesische Hersteller sein Konzept: Der Moorebot heißt seither Hugo und nutzt Amazon Alexa als Sprachassistenten. Für die Speicherung der Videoaufnahmen ist Hubble zuständig, ein Cloud-Dienst des britischen Elektronikanbieters Binatone.

Gesammeltes Kapital: 103 385 $ (Indiegogo)
Gestartet: August 2016 | Auslieferung: Winter 2016
Lieferung nach Deutschland: ja | Preis: 249 US-Dollar ($) + Versand
Herstellerwebseite: www.moorebot.com


16. nCube – vielseitige Funkzentrale
Kein Würfel, auch wenn er so heißt: der nCube aus England. Bild: Hersteller

Ein Hub, der mehrere Funkstandards unterstützt, war schon 2015 keine Besonderheit mehr. Trotzdem gelang es dem Briten Philip Steele, genau so ein Projekt zu starten. 2016 kam sein blauer nCube auf den Markt – mit WLAN, Bluetooth und Z-Wave an Bord. Aktuell ist er kaum noch erhältlich, weil Steeles Unternehmen eine Neuauflage plant. Die nächste Generation soll erweiterbar sein: Stapelbare Module für Speicher, Sicherheit und Sprachsteuerung fügen noch mehr Funktionen hinzu.

Gesammeltes Kapital: 26 155 £ (Kickstarter)
Gestartet: November 2015 | Auslieferung: Juli 2016
Lieferung nach Deutschland: ja | Preis: um 170 € + Versand
Herstellerwebseite: ncubehome.co.uk