Hersteller LifX aus den USA verwendet WLAN zur Steuerung seiner Lampen.

LIFX im Test: LED-Lampe mit WLAN-Steuerung

„Die Glühbirne neu erfunden“. Ein etwas vollmundiges Versprechen, das der US-Hersteller LIFX auf der Verpackung seiner LED-Lampe da gibt. Ob es stimmt, soll der folgende Test zeigen, schließlich ist LIFX inzwischen ganz offiziell in Deutschland erhältlich. Die Markteinführung hat etwas gedauert, weil erst ein Vertrieb gefunden werden musste. Das indisch/britische Unternehmen Havells-Sylvania importiert nun das Produkt nach Europa – nicht zu verwechseln mit Osram-Sylvania, der amerikanischen Osram-Tochter. Dort hat man wahrscheinlich wenig Interesse an LIFX, konkurriert das System doch mit den hauseigenen Lightify-Lampen. Kurioserweise wird LIFX bei Amazon auch unter dem Namen Mobilcom/Debitel verkauft, es handelt sich dabei jedoch um dasselbe Produkt. Ein Schnäppchen ist das Leuchtmittel in keinem Fall: Der Preis von etwa 85 Euro pro Stück liegt gut 40 Prozent über dem Branchendurchschnitt für funkende LED-Lampen mit E27-Gewinde.

Die LIFX-Lampe ist deutlich größer als Modelle von Philips, Belkin oder Osram. ©digitalzimmer
Die LIFX-Lampe ist deutlich größer als Modelle von Philips, Belkin oder Osram. ©digitalzimmer

Zweiter wesentlicher Unterschied zu den Konkurrenzprodukten: LIFX verwendet das heimische WLAN, um sich mit dem Smartphone zu verbinden. Anders als bei Hue und Lightify (siehe Vergleichstest) oder WeMo von Belkin ist keine extra Basisstation nötig, die das Steuersignal in den Funkstandard Zigbee Lightlink übersetzt. Gegenüber Bluetooth-Lösungen wie Elgato Avea hat die WLAN-Variante den Vorteil, dass sich beliebig viele Lampen fernbedienen lassen. Der Hersteller hat laut eigener Aussage Tests mit bis zu 100 Exemplaren gefahren. Im praktischen Einsatz dürften das Funknetz und der Router die Stückzahl allerdings früher begrenzen. Zum Vergleich : Mit Osram Lightify und Philips Hue lassen sich 50 Leuchtmittel pro Bridge und App steuern.

Auf den ersten Blick sticht die ungewöhnliche Größe ins Auge. Von der Gewindespitze bis zum zylindrischen Ende misst das Gehäuse 13,5 Zentimeter. Der Durchmesser an der dicksten Stelle beträgt 6,5 Zentimeter. Obwohl die Form zur Spitze hin konisch zuläuft, passt so ein Lampen-Brummer nicht in jede Leuchte mit E27-Sockel. Er sollte außerdem nicht eingezwängt in einem engen Schirm sitzen oder gar luftdicht verschlossen sein. Die Oberfläche wird im Betrieb so heiß, dass man sich fast die Finger daran verbrennt. Und LEDs mögen es nicht, wenn sie überhitzen. Wärme verkürzt ihre Lebensdauer, die LIFX mit stattlichen 40.000 Stunden angibt – Philips und Osram trauen ihren Modellen nur 20.000 bis 25.000 Stunden zu.

LIFX ist heller als andere Funk-Lampen

Der Lampenkörper besteht aus einer Art keramischem Material, das Hitze gut leitet. Er hat auch deshalb viel abzuleiten, weil die LIFX sehr hell leuchtet. Laut Hersteller schafft sie voll aufgedreht gut 1000 Lumen. Da halten die E27-Modelle von Hue (600/750 lm) und Lightify (810 lm) nicht mit. Der optische Eindruck bestätigt die Prospektangaben: Als Deckenbeleuchtung kann die LIFX eine 75-Watt-Glühlampe ersetzen.  Allerdings benötigt sie auch relativ viel Energie: Mit gemessenen 17,5 Watt liegt der Maximalverbrauch fast doppelt so hoch wie bei Osram oder Philips. Und auch im Standby ist die Lampe kein Kostverächter: Weil das WLAN-Modul mit Strom versorgt werden will, genehmigt es sich konstant 2,5 Watt aus der Steckdose – selbst dann, wenn gar keine LEDs leuchten. Am Sockel bleibt die Lampe dann immer noch handwarm. Der Wert ist für WLAN-Geräte eher günstig, summiert sich unterm Strich aber doch. Zehn LIFX-Lampen verbrauchen damit so viel Energie wie eine konstant brennende 25-Watt-Birne. Zum Vergleich: Zehn Hue-Lampen kommen samt Bridge nur auf ungefähr ein Viertel.

Die Installation ist mit wenigen Handgriffen erledigt: Lampe einschrauben, einschalten und die LifX-App für Android oder iOS starten. Das Programm spricht Englisch, ist aber trotzdem leicht verständlich. Es fordert den Nutzer beim ersten Start auf, ein kostenloses Benutzerkonto anzulegen. Wer diesen Schritt überspringt, kann  seine Lampen später nicht übers Internet steuern. Außerdem lassen sich keine Lichtszenen oder Wecker programmieren, weil diese ebenfalls online auf den Servern von LifX gespeichert sind.  Für die Verbindung wird zunächst in den WLAN-Einstellungen am Smartphone das Funknetz der Lampe ausgewählt („LIFX-Bulb“) und danach in der App festgelegt, mit welchem Netzwerk sich die Lampe dauerhaft verbinden soll. Wie üblich kommen dafür nur Funknetze mit 2,4 GHz in Frage (802.11 b/g/n). Das weniger frequentierte Frequenzband um 5 GHz erkennt LIFX nicht. Anschließend sucht die Lampe nach Software-Updates, deren Download auch mal eine halbe Stunde dauern kann – pro Lampe versteht sich, weil bei mehreren Exemplare jedes einzeln aktualisiert werden muss.

Die LIFX wird wie ein WLAN-Lautsprecher mit dem Funknetz verbunden. ©digitalzimmer
Die LIFX wird wie ein WLAN-Lautsprecher mit dem Funknetz verbunden. ©digitalzimmer

6 Gedanken zu „LIFX im Test: LED-Lampe mit WLAN-Steuerung“

    1. Soweit ich weiß geht das nicht. Timer-Funktionen wie Wecker und Countdown laufen auch mit geschlossener App ab. Für Lichteffekte (automatischer Farbwechsel, Kerzenflackern etc.) muss die Lifx-App aber gestartet und am Bildschirm sichtbar sein.

  1. Vielen Dank für den wie immer ausführlichen Test. Eine Frage hätte ich noch. Sind die Lampen denn eigentlich sicher? Soweit ich weiß ist es Hackern schon gelungen, über lifx ins WLAN einzudringen.

    1. Mitte 2014 hatten amerikanische Sicherheitsexperten eine Sicherheitslücke im Funkprotokoll der LIFX-Lampen entdeckt. Mit der entsprechenden Hardware konnte man darüber die Zugangsdaten des WLAN-Netzes ausspähen. Laut Eintrag im LIFX-Blog wurde die Lücke aber per Firmware-Update geschlossen.

  2. Wie sieht es bei der Lifx mit dem Lichtkegel aus? Strahlt die Lampe nach allen Seiten gleichmäßig ab? Wir würden sie wegen der Helligkeit gerne in einer Stehlampe mit Stoffschirm verwenden.

    1. Wie bei allen mir bekannten Funk-Lampen ist das Licht tendenziell eher nach vorne, vom Sockel weg gerichtet. Die Wirkung unterscheidet sich damit von einer Glühlampe, die rundum gleichmäßig abstrahlt. Der Hersteller gibt einen Leuchtwinkel von 130 Grad an. Der Effekt ist aber nicht so dramatisch, wie die Zahl vielleicht glauben macht. Ich habe die LIFX in einer Stehlampe montiert und der Helligkeitsabfall von oben nach unten fällt nur auf, wenn man bewusst darauf achtet. Eine Philips Hue leuchtet wegen ihrer Tropfenform allerdings gleichmäßiger.

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