Das Raumfeld-System: Musik für jeden Raum

Der Name klingt irgendwie cool. Mit Raumfeld assoziiert man Dinge wie Wissenschaft und Weltraumforschung oder deutsche Ingenieurskunst. Tontechniker verstehen darunter den diffusen Schall, der von Wänden reflektiert wird. Mit anderen Worten: Lautsprecher Teufel hätte keine bessere Marke für sein Multiroom-Audiosystem finden können. Haben die Berliner im übrigen auch nicht: Die Bezeichnung stammt noch aus der Zeit vor 2010, als Teufel das gleichnamige Start-up übernommen hat.

Die Lautsprecher gibt es als One-Box-System (vorn) und Stereo-Kombination. ©digitalzimmer
Die Lautsprecher gibt es als One-Box-System (vorn) und Stereo-Kombination. ©digitalzimmer

Der Name und das kantige Design mit Bauhaus-Anleihen gehören zu den wenigen Dingen, die  von damals erhalten geblieben sind. Teufel hat die Produktpalette inzwischen von Grund auf erneuert und deutlich erweitert. Viele Komponenten wie den One M, Stereo L oder den Connector gibt es bereits in der zweiten oder dritten Generation. Aktuell besteht das System aus sieben Komponenten.

Die Raumfeld-Familie im Überblick
  • One S (Preis: 250 Euro) heißt der kleinste Lautsprecher im Raumfeld-Sortiment. Er arbeitet nach dem Koaxial-Prinzip, was bedeutet, dass der Hochtöner mittig vor dem Tief-/Mitteltöner sitzt. So lässt sich Platz sparen und laut Hersteller obendrein eine präzisere Klangwiedergabe erreichen. Über den One S habe ich in einem Einzeltest bereits geschrieben.
  • One M (400 Euro) zählt wie der One S zu den One-Box-Systemen. Die komplette Technik vom Verstärker bis hin zu den Schallwandlern ist in einem Gehäuse untergebracht. Getrennte Membranen für rechten und linken  Kanal sowie ein nach unten abstrahlender Subwoofer ermöglichen aber mehr Klangvolumen und Lautstärke als beim kleinen Bruder.
  • Stereo Cubes (500 Euro) nennt Teufel seine Stereo-Lautsprecher im Würfel-Design. Wie beim kleinen One S sind die Membranen auf der Front koaxial angeordnet. Allerdings gibt es sie gleich in doppelter Ausführung und in zwei getrennten Gehäusen: Die Cubes kommen als Stereopaar ins Haus.
Koaxial-Chassis am Cube: Der Hochtöner sitzt Mittig vor dem Tief-/Mitteltöner. ©digitalzimmer
Koaxial-Chassis am Cube: Der Hochtöner sitzt Mittig vor dem Tief-/Mitteltöner. ©digitalzimmer
  • Stereo M (900 Euro) lässt an klassische Regalboxen denken. Die mittleren Stereo-Lautsprecher erinnern mich in Aussehen und Format an typische Schrankwandinsassen der 70er- und 80er-Jahre. Auch sie gibt es ausschließlich im Doppelpack, also je eine Box für den rechten und den linken Stereokanal.
  • Stereo L (1500 Euro) weckt dann vollends HiFi-Gefühle. Die Raumfeld-Lautsprecher in „Large“ sehen nicht nur aus wie ein Paar klassische Standboxen, sie sind mit 1,15 Metern Höhe auch so groß. Und weil es offenbar Kunden gibt, die sie genauso betreiben wollen, spendiert Teufel den Stereo L zusätzlich normale Lautsprecherklemmen. So können die beiden Raumfeld-Türme wahlweise fürs Audio-Streaming oder zum Musikhören an der HiFi-Anlage verwendet werden.
  • Connector (200 Euro) heißt der Stream-Player. Als Anschlussbox verbindet er vorhandene Audiogeräte mit dem Raumfeld-System – und zwar in beide Richtungen. So kann eine Stereoanlage Streams aus dem Netzwerk wiedergeben oder über den analogen Toneingang am Connector ihr eigenes CD- und Radioprogramm ins Raumfeld-System übertragen. Die übrigen Geräte haben lediglich Eingänge, keine Ausgänge.
  • Expand (70 Euro) soll die Funkverbindung unter schwierigen Bedingungen verbessern. Der WLAN-Access-Point wird zu Hause mit dem Router verbunden und baut ein eigenes Funknetz auf, an dem sich die Raumfeld-Geräte anmelden. Es handelt sich dabei um ein zusätzliches WLAN, kein Mesh-Netzwerk, in dem sich die Player direkt miteinander verbinden. Den Unterschied habe ich in Teil 2 meines Multiroom-Ratgebers beschrieben.

Für den Einsatz im Heimkino soll es demnächst noch zwei weitere Produkte geben: Die One Bar kann als balkenförmiger Soundbar-Lautsprecher auch Ton vom TV wiedergeben und wird ergänzt von einem flachen Subwoofer, der unterm Sofa Platz findet.

Raumfeld
  • Ausstattung
  • Installation
  • Bedienung
  • Verarbeitung
  • Klang
4.2

Fazit

Das ideale Multiroom-System für Musiksammler, die Wert auf den Klang legen und Netzwerk-Streams von vielen verschiedenen Quellen abspielen möchten. Bis auf die fehlende Mac-Unterstützung komplette Ausstattung.

2 Gedanken zu „Das Raumfeld-System: Musik für jeden Raum“

  1. Danke für den sehr gründlichen und informativen Artikel! Ich nutze den Communicator 2 seit etwa 1 Jahr und den One S seit seinem Erscheinen vor einigen Monaten. Alles gut durchdacht, gut ausgestattet, guter Klang, und das zu einem – verglichen mit der Konkurrenz – günstigen Preis. ABER: Das ganze System läuft nicht so stabil wie ich mir das wünsche. Die Wiedergabe von Playlisten mit Titeln von WiMP, aber auch von der Netzwerk-Festplatte stoppt immer wieder oder springt von allein zu anderen Titeln. Auch das Kontaktieren des Supports, die regelmäßigen Updates und das Wiederherstellen der Firmware haben da bisher nicht geholfen. Das vermiest einem den Hörgenuss doch ganz erheblich. Könnte ich sicher sein, dass sich andere Systeme gutmütiger verhalten, wäre ich längst gewechselt.

    1. Vielen Dank für das postive Feedback. Vereinzelte Aussetzer hatte ich wie gesagt auch schon, dass ein Song plötzlich abbricht und noch einmal von vorn beginnt. Aber das kam eigentlich nur am Anfang vor – solange der Host damit beschäftigt war, die Musiksammlung zu indizieren oder wenn die Konfiguration verändert wurde. Normalerweise läuft das System in unserem Test-WLAN (802.11g, 2,4 GHz) stabil. Schon mal probiert, den Host zu wechseln? Also den One S an Stelle des Connector zum Steuergerät zu machen?

Kommentare sind geschlossen.