Smarthome-Highlights 2020

Blogger präsentieren ihre Smarthome-Highlights 2020

Dieses Jahr ist alles anders. Die Corona-Pandemie kippt Weihnachtsfeiern und Silvesterbräuche. Umso glücklicher bin ich, dass es trotzdem einen Jahresrückblick gibt. Bereits zum dritten Mal geben mir werte Blogger-Kollegen die Ehre und küren ihre Smarthome-Highlights. Sie schreiben, welches Gerät sie in den vergangenen zwölf Monaten besonders begeistert hat oder welche Lösung seit diesem Jahr ihren Alltag bereichert. Ein Produkt ist in der 2020er-Auswahl sogar doppelt drin – und wäre noch einmal aufgetaucht, wenn ich selbst mitgemacht hätte. Aber ich gebe hier ja sonst immer meinen Senf ab. Jetzt sind die anderen dran.


Blogger Chris Bertko präsentiert sein Smarthome-Highlight.

Chris Bertko ist Gründer des Smarthome-Blogs siio.de. Vor zehn Jahren hat er begonnen, mit HomeMatic seine Wohnung zu vernetzen. Dann kam der Umstieg auf Z-Wave-Funk und Fibaro. Inzwischen steuert der Smarthome-Experte und Buchautor sein Zuhause vor allem mit homee.

Mein Highlight: Ring Doorbell 3

Zurückblickend auf das ungewöhnliche und verrückte Jahr 2020 könnte ich viele Smart Home Geräte nennen, die mein Jahr smart gemacht haben. Von dem Energiemanagement mit Überschussspeicher in Warmwasser, über die automatische Bewässerung, bis hin zur Füllstandsanzeige der Zisterne. All das vernetzt über homee-Würfel. Und doch hat das Rennen dieses Jahr bei mir ein Gerät gemacht, das nicht in mein homee-Smart-Home eingebunden ist: Die Ring Doorbell 3 mit Amazon-Echo-Anbindung. 

Die Ring Doorbell 3 behält für Chris von siio.de die Haustüre im Blick. Bild: C.Bertko

Da ist man im Corona-Jahr ganztägig zu Hause und verpasst dennoch den Paketboten oder Besuch – nur weil man hinterm Haus im Garten oder im Büro im Keller ist. Das war ich leid und so wich der analoge Klingeltaster der Ring Doorbell 3. Was ich neben der Pushmitteilung vor allem zu schätzen weiß, ist die Benachrichtigung über die Amazon Echos, von denen man (dank Black-Friday- und Prime-Angeboten) ja genügend zu Hause stehen hat. Weil die Ring Doorbell bereits Bewegungen vor der Haustür meldet, springe ich jetzt schon auf und laufe zur Tür, obwohl es noch gar nicht geklingelt hat. Aber das Beste: Man kann die Klingeltöne variieren. Und so bekommt es unser Mops-Beagle Mischling „Buddy“ gar nicht mehr assoziiert, welcher Klingelton „Besuch an der Tür“ bedeutet und verschläft es inzwischen, wenn es an der Tür klingelt.


Karim Bourennani gründete 2016 den Blog SmarthomeAssistent.de. Seine Leidenschaft für Smarthome begann kurz zuvor, als er seine erste „Alexa“ aus den USA mitbrachte. Der Flugbegleiter ist viel unterwegs und kann so weltweit die neusten Trends beobachten.

Mein Highlight: Switchbot Curtain

Im Jahr 2020 hat für mich ein Smarthome Produkt besonders herausgestochen – der SwitchBot Curtain. Es fasziniert mich, dass ein so simples Produkt, eine so einfache Lösung zum automatischen Öffnen und Schließen der Vorhänge bieten kann.

Ein smarter Antrieb für Vorhänge und Gardinen hat es Karim angetan. Bild: K. Bourennani

Wirklich jeder kann ohne technisches Know-how damit arbeiten und direkt loslegen. Einbinden, Anhängen, Start & Stop Punkt festlegen und los geht’s! Mit der Bridge kann man ihn dann auch von unterwegs aus und mit Alexa steuern! Also wirklich ein Smarthome Produkt für jedermann.


Andreas Frank arbeitet seit über 10 Jahren als Technik-Journalist, in denen er sich die meiste Zeit mit dem vernetzten Zuhause beschäftigt hat. Heute schreibt er für verschiedene Magazine über Smart-Home-Themen und betreibt seit 2015 seinen eigenen Blog homepioneers.de.

Mein Highlight: Apple HomePod mini

Dieser kleine Sprachlautsprecher hat das Potenzial, den Smarthome-Markt umzukrempeln. Zunächst einmal wird er wohl HomeKit einen enormen Schub verschaffen. Mit 100 Euro ist für Apple-Verhältnisse äußerst günstig und dürfte so der HomeKit-Haussteuerung zu deutlich mehr Verbreitung verhelfen.

Noch entscheidender ist für mich, dass der HomePod Mini den Funkstandard Thread unterstützt. Bislang hatte für mich HomeKit einen großen Nachteil: Um Produkte direkt zu verbinden, verwendeten viele Hersteller Bluetooth. Damit ging eine begrenzte Reichweite einher. Trotz der prinzipiellen Möglichkeit hat Apple nie die Mesh-Funktion von Bluetooth genutzt – also die Möglichkeit, Funksignale an weiter entfernt liegende Geräte weiterzuleiten. Darum war es für mich nie eine Option, ein Smarthome auf Basis von Bluetooth und HomeKit zu nutzen. 

Krempelt der Mini den Markt um? Laut Frank hat er das Zeug dazu. Bild: digitalzimmer

Mit Thread kommt nun die fehlende Mesh-Funktion. So lässt sich ein Smarthome mit HomeKit aufbauen, ohne dass zusätzliche Zentralen oder Apple-Geräte nötig sind. Thread im HomePod Mini dürfte auch eine Signalwirkung haben. Ich gehe stark davon aus, dass Google in Zukunft Thread ebenfalls verstärkt nutzen wird, etwa in seinen Sprachlautsprechern. Google hatte schließlich einen entscheidenden Einfluss an der Entwicklung von Thread und setzt den Funkstandard bereits seit einigen Jahren in Nest-Produkten ein.

Auch im künftigen Projekt „Connected Home over IP“mit Mitgliedern wie Apple, Amazon, Google und Samsung soll Thread neben Bluetooth und WLAN eine wichtige Rolle spielen. Genau diese drei Funkstandards hat der HomePod Mini schon heute an Bord. Damit ist er der erste Vertreter einer neuen Generation von Smarthome-Geräten.    


Yannic Fries präsentiert sein Smarthome-Highlight. Bild: Y. Fries

Yannic Fries  studiert Wirtschaftsinformatik in Bonn und hatte schon zahlreiche Smart Home Systeme im Einsatz. Am Ende ist er aufgrund der Einfachheit und des großen Potentials bei Apple HomeKit hängen geblieben und rief 2015 den Blog SmartApfel.de ins Leben.

Mein Highlight: Apple HomePod mini

Für mich als Apple HomeKit-Nutzer war in diesem Jahr der HomePod mini ein absolutes Highlight. Für unter 100 Euro können nicht nur weitere Räume günstig mit einem AirPlay-2-Lautsprecher ausgestattet werden. Auch die Sprachsteuerung des Smarthomes über Siri ist mit dem HomePod mini möglich. Davon profitieren auch Mitbewohner und Besucher, die über kein eigenes iPhone verfügen.

Yannic findet: Der HomePod mini ist ein echtes Powerpaket im Miniformat. Bild: Y. Fries

Zudem dient das neue Gerät von Apple gleichzeitig als HomeKit-Hub. Bluetooth-, WLAN- und erstmals auch Thread-Geräte verbinden sich mit dem HomePod mini und können anschließend automatisiert und aus der Ferne gesteuert werden. Einige Hersteller von HomeKit-Geräten haben bereits angekündigt, Bluetooth-Geräte per Firmware-Update mit dem Thread-Netzwerkprotokoll auszustatten. Reichweitenprobleme dürfte der HomePod mini damit auch gleich eliminiert haben. Ein echtes Powerpaket im Miniformat.


Lukas Knöller hat 2016 Hobbyblogging gegründet und liefert seither regelmäßig neue Inhalte. In seinem Blog beschäftigt er sich vor allem mit Do-it-Yourself-Lösungen, testet hin und wieder aber auch neue Smarthome-Produkte und Gadgets verschiedener Hersteller.

Mein Highlight: Elektrische Rollläden

Man mag es kaum glauben, dass ein Smarthome-Enthusiast wie ich bis vor kurzem noch herkömmliche Rollläden verbaut hatte – die zudem nicht gerade sehr energieeffizient waren. Mitte des Jahres habe ich daher beschlossen, den Umbau anzugehen und konnte diesen nun gegen Ende des Jahres vollziehen. Die neuen Rollläden sind nicht nur elektrisch über das Smart Home steuerbar, sondern sparen durch ihre dicke Isolierung auch wesentlich Energie ein. Gerade an kalten Tagen ist das spürbar.

Hierfür nutze ich die Unterputzsteuerung von HomeMatic, die an einem RaspberryMatic drahtlos angeschlossen ist. Über die Zentrale lassen sich die Module in weitere Systeme einbinden und auf verschiedene Arten steuern. Wie auf dem Bild unten zu sehen ist, erlaubt das Unterputzmodul auch eine Bedienung im herkömmlichen Sinne über Wippen und Tasten, sodass ganz verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Die Rollladensteuerung von Lukas nutzt Unterputzmodule von Homematic. Bild: L. Knöller

Im neuen Jahre möchte ich weiter an derartigen Energiemaßnahmen arbeiten, wodurch mein Zuhause insgesamt effizienter wird. Einige Rollläden gibt es noch zum Umbauen. Nicht nur zum persönlichen Komfort, sondern auch zum Klimaschutz kann ich so im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas beisteuern.


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Matthias Petrat kennt sich mit Apple-Produkten aus. Er hat früher für apfelpage.de geschrieben. Heute versorgt er seine Leser auf matthias-petrat.com mit  Informationen aus der Technikwelt – und gibt ein regelmäßig aktualisiertes HomeKit-Fachbuch als eBook heraus.

Mein Highlight: iRobot Roomba s9+

Es ist seit Jahren ein bekanntes Bild bei mir, dass ein Saugroboter durch die Wohnung düst. In diesem Jahr gab es ein großes Upgrade, denn der iRobot Roomba s9+ kam ins Haus. Dieser kann durch seine neue D-Form nun auch bis in die Ecke fahren und kehrt diese mit der Seitenbürste und einer neuen Kehrbewegung sauber aus. So toll Saugroboter immer waren, die Ecken mochten sie bisher nicht wirklich reinigen. Der Roomba s9+ saugt bei mir tagtäglich die Wohnung und auch die Ecken sind nun endlich sauber. Allein durch dieses kleine Detail ist das Smarthome ein Stück besser geworden. Aus diesem Grund ist dieses Gerät mein großes Highlight in 2020 – vor allem schon rein optisch.

Der Roomba s9+ von iRobot saugt bei Matthias bis in die letzten Ecken. Bild: M. Petrat

Felix Schwenzel schreibt seit fast 18 Jahren auf wirres.net ins Internet und hilft Webseitenbetreibern als Servicemanager. Vor vier Jahren begann er ein Langzeitexperiment zur kompletten Wohnungsautomatisierung – und zum Testen der Geduld seiner Beifahrerin.

Mein Highlight: zigbee2mqtt

Dieses Jahr habe ich meine Philips-Bridge und mein Tradfri-Gateway abgeschaltet. Nachdem ich lange Zeit drei Zigbee-Hubs parallel betrieben habe – nämlich neben denen von Ikea und Hue auch die Do- und Control-it-yourself-Variante zigbee2mqtt – läuft jetzt auf einem Raspberry Pi nur noch zigbee2mqtt (LINK).

Mit Home-Assistant (LINK) ließ sich die Steuerung und Kontrolle der Hubs zwar gut zusammenführen, aber die Konsolidierung, also meinen ganzen Zigbee-Geräte-Zoo (von Ikea, Philips, Innr, Müller-Licht, Xiaomi) exklusiv auf zigbee2mqtt umzuziehen, hatte mehr Vorteile als ich ahnte.

Genervt war ich vor allem davon, dass Updates von Ikea oder Philips mich immer wieder mit überraschenden Änderungen konfrontierten und plötzlich nicht mehr wie vorher funktionierten. Neben dem Kontrollverlust nervte mich, dass die Hubs von Ikea und Philips sich zwar lokal steuern ließen, diese Integrationen in meine eigene, selbstkontrollierte Heimautomatisierung aber enorm fehleranfällig und volatil waren. Meinen Tradfri-Hub musste ich zum Beispiel alle paar Tage neustarten, weil die Netzwerk-/COAP-Verbindung zur Home-Assistant-Integration immer wieder verloren ging. Außerdem ließen sich Bewegungsmelderdaten oder Schaltvorgänge der Fernbedienungen nicht bequem oder verzögerungsfrei aus den Fremd-Hubs auslesen.

Felix nutzt einen Raspberry Pi plus Zigbee-Entwicklungsboard von TI. Bild: F. Schwenzel

Im konsolidierten Zigbee-Netzwerk von zigbee2mqtt ist das nun aber alles kein Problem mehr:

  • Alle Lichter, Schalter oder Sensoren, egal von welchem Hersteller, lassen sich verzögerungsfrei steuern und auslesen
  • Das Netz ist stabiler weil die sich alle Geräte mit Repeater-Funktion herstellerunabhängig untereinander vermeshen. Meine mittlerweile knapp 90 Zigbee-Geräte haben sich in diesem einen Netz enorm zuverlässig vernetzt. Dank zigbee2mqtt spricht jetzt jeder miteinander.
  • Zigbee-Gruppen sind ein Segen, weil darin organisierte Lampen sich absolut verzögerungsfrei auch mit Schaltern oder Fernbedienungen steuern lassen, selbst wenn der Zigbee-Hub oder die Smarthome-Zentrale ausgefallen ist. Ikea hat das ursprünglich mit Tradfri vorexerziert: Tradfri-Leuchtmittel lassen sich auch ohne App oder Hub steuern und an Fernbedienung binden.
  • Richtig Sinn machen Zigbee-Gruppen aber erst, wenn sich alle Aktoren im selben Zigbee-Netz befinden. So kann man in zigbee2mqtt schaltbare Steckdosen von Ikea mit Leuchtmitteln von Innr, Tint, Tradfri oder Hue gruppieren und – zum Beispiel – mit einem Schalter von Ikea, Philips oder Xiaomi steuern.
  • Selbst Firmwareupdates von Zigbee-Endgeräten lassen sich per zigbee2mqtt einspielen (zumindest bei Ikea und Philips)

Die Vorzüge von Zigbee-Gruppen und Bindings zu verstehen hat bei mir eine Weile gedauert, aber gerade bei meinem Vorsatz die Heimautomatisierung zuverlässiger, redundanter, wartungsfreundlicher und übersichtlicher auszulegen, war die Konsolidierung ein Volltreffer. Zumal zigbee2mqtt seit ein paar Versionen auch ein eigenes Web-Frontend mitbringt, das die Übersicht verbessert und die Konfiguration, aber vor allem Gruppen und „Bindings“ stark vereinfacht und entmystifiziert.

Einziger Nachteil: Um zigbee2mqtt zum Laufen zu bringen, muss man ein paar Heimwerker-Fähigkeiten mitbringen. Die Einrichtung ist allerdings gut dokumentiert und die Z2M-Community sehr hilfsbereit. Vor allem aber: Die Kontrolle im eigenen Haus wiederzuerlangen und die Möglichkeiten von Zigbee ausreizen zu können, wiegt diese Mühe auf.


Nico Zorn präsentiert sein Smarthome-Highlight 2018. Bild: N. Zorn

Nico Zorn veröffentlicht seit 2013 das Smart-Home-Magazin Housecontrollers.de sowie das Smarthomeforum.de als Nebenprojekte. Hauptberuflich berät er seit über zehn Jahren Unternehmen in den Bereichen Kundenbeziehung (CRM) und Kundenbindung.

Mein Highlight: Netgear Meural Canvas II

Mein klarer Favorit ist in diesem Jahr ein digitaler Bilderrahmen. Offen gesagt hatte ich diese Gerätegattung für mich schon abgeschrieben (zu klobig, zu schlechte Auflösung, zu komplizierte Bedienung) – bis ich den Netgear Meural Canvas II entdeckt habe.

Der Canvas II ist genau das, was ich mir unter einem digitalen Bilderrahmen vorstelle: eine große digitale Leinwand (21,5 oder 27 Zoll), die optisch auf den ersten (und zweiten) Blick nicht von einem echten Gemälde oder einem gerahmten Foto zu unterscheiden ist. Zumal das hochauflösende Display ein überraschend gutes Kontrastverhältnis bietet. Lediglich das – glücklicherweise sehr flache – Stromkabel trübt die Illusion ein wenig, weshalb ich den Rahmen bislang schlicht auf einen Schrank gestellt habe (Bild unten). Eine andere aber deutlich aufwendigere Option wäre natürlich ein kleiner Kabelschacht in der Wand.

Der digitale Bilderrahmen von Netgear steht bei Nico auf einem Schrank. Bild: N. Zorn

Der Canvas II wird wie ein klassischer Bilderrahmen aufgehängt und fügt sich mit seinem Holzrahmen perfekt in den Wohnraum ein. Netgear bietet zwar auch ein (kostenpflichtiges) Abo für digitale Kunstwerke, wir nutzen den Rahmen aber überwiegend, um uns Familienfotos und Urlaubserinnerung anzuschauen – Letzteres hat 2020 ja leider noch einmal eine ganz neue Relevanz bekommen.

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