Zehn Hue-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte. ©digitalzimmer

10 Hue-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte

Philips Hue ist die erklärte Nummer Eins, wenn es um drahtlose Lichtsteuerung geht. Kein anderes System hat so viele Fans wie das fernbedienbare LED-Sortiment von Signify (früher Philips Lighting). Das mag auch an der Bedienung liegen: Die einfach aufgebaute Hue-App macht den Einstieg leicht und die zahlreichen Funktionen trotzdem beherrschbar. Ein wenig Know-how kann aber nicht schaden, um alles aus der Installation herauszuholen. Hier kommen zehn Hue-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte.

1. Alternative Smartphone-Apps verwenden

Die Hue-App des Herstellers ist einfach zu bedienen, im Funktionsumfang aber eingeschränkt. Wer viele Lampen und Räume hat, stößt damit an Grenzen. So lassen sich mit der originalen App zum Beispiel keine raumübergreifenden Szenen programmieren. Es gibt zwar einen zentralen Ein-/Ausschalter, doch Farbe und Helligkeit sind nur für jedes Zimmer einzeln einstellbar. Funktaster und Fernbedienungen können die Stimmung in maximal zwei Räumen gleichzeitig ändern, beim Bewegungsmelder sind es drei. Die gute Nachricht: Power-User sind nicht auf das Original angewiesen. Es gibt Hue-Apps von anderen Anbietern. Bewährt haben sich iConnectHue für iOS und All 4 Hue für Android. Beide Programme heben die Limits der Hersteller-App auf. Mit ihrer Hilfe lassen sich zum Beispiel die Tasten eines Dimmer Switch mehrfach belegen. Sie führen dann unterschiedliche Aktionen aus, je nachdem, wie oft oder lange sie gedrückt werden. Allerdings kosten beide Programme Geld – entweder direkt beim Download oder über In-App-Käufe.

2. Mehr Funktionen mit Hue Labs

Im „Entdecken“-Menü der Hue-App verbirgt sich ein nützliches Extra. Die sogenannten Hue Labs erweitern den Funktionsumfang der Bridge mit kostenlosen Routinen. Diese verhindern zum Beispiel, dass der Bewegungssensor das Nachtlicht einschaltet, solange noch andere Szenen in der Wohnung aktiv sind. Oder sie täuschen ein bewohntes Haus vor, in dem sich Bewohner scheinbar von Raum zu Raum bewegen. Auch dynamische Szenen wie Kerzenlicht oder Meditation gehören zum Repertoire der Labs. Wer die englische Menüsprache nicht scheut, sollte die Formeln („Formulas“) einfach ausprobieren. Sie können gratis über die originale Hue-App installiert werden. Dazu muss die Bridge allerdings mit einem Hue-Konto im Internet angemeldet sein. Es ist dasselbe, das die App auch für den Fernzugriff von unterwegs verwendet.

Die „Hue Labs“ in der Philips-App erweitern das Lichtsystem mit zusätzlichen Funktionen. ©digitalzimmer
Die „Hue Labs“ in der Philips-App erweitern das System mit zusätzlichen Funktionen.
3. Hue-Bridge aufräumen

In der Hue-Bridge laufen alle Steuerbefehle des Lichtsystems zusammen. Man muss sich die Funkzentrale wie einen kleinen Computer vorstellen, der die LED-Lampen kontrolliert. Wie viele Geräte und Befehle er verwalten kann, hängt vom internen Speicher ab, und der ist nicht erweiterbar. Philips empfiehlt darum, höchstens 50 Leuchtmittel und 12 Steuergeräte wie Fernbedienungen oder Bewegungssensoren anzumelden. In der Praxis verkraftet die Bridge auch mehr. Wie viel genau, hängt vom Einzelfall ab. Denn: Geräte, Sensoren aber auch Regeln und Bedingungen teilen sich den Platz auf der Bridge. Besonders speicherhungrig sind Bewegungsmelder, da sie nebenbei die Temperatur und Helligkeit im Raum messen.

Anzeige der Bridge-Auslastung in der App iConnectHue. ©digitalzimmer
Anzeige der Bridge-Auslastung in der App iConnectHue. ©digitalzimmer

Kommen außerdem mehrere Apps zum Einsatz, die Regeln und Szenen auf der Bridge ablegen, kann der Speicher knapp werden. Das System reagiert dann träge oder erlaubt keine zusätzlichen Einstellungen mehr. Für solche Fälle bietet die Hue-App eine Funktion namens „Aufräumen“ an. Problem: Sie löscht alle persönlichen Szenen, Routinen, Entertainment-Bereiche und so weiter – auch solche, die vielleicht erhalten bleiben sollen. Zum Entrümpeln besser geeignet sind Apps wie iConnectHue (Tipp 1) oder Bridge Inspector Hue. Sie zeigen die Auslastung der Bridge getrennt nach Regeln, Timern oder Szenen an und löschen auf Wunsch nur einzelne Bereiche.

5. Zigbee-Kanal der Hue-Bridge wechseln

In manchen Häusern herrscht so reger Funkverkehr, dass WLAN-Netze und Zigbee-Leuchtmittel sich gegenseitig stören. Mögliches Symptom: Die Lampen reagieren verspätet oder erst auf wiederholten Befehl. Mitunter fallen sie komplett aus dem Netz („nicht erreichbar“). Ein Wechsel des Funkkanals kann in solchen Fällen die Erreichbarkeit verbessern. Wie er vonstatten geht, ist in unserem Beitrag über den Zigbee-Kanalwechsel erklärt. Allerdings sollte dann der Router auch fest auf einen WLAN-Kanal eingestellt werden, der genügend Abstand zum Zigbee-Funk wahrt. Viele Router wählen bei einem Neustart automatisch einen Kanal und können dabei wieder in die Nähe der Zigbee-Frequenz springen. Die ganze Netzwerk-Konfiguration artet schnell in Arbeit aus. Deshalb lohnt es sich, vorher alle anderen Fehlerquellen auszuschließen. Vielleicht hat nur jemand den Lichtschalter betätigt und so einen Zigbee-Knoten, der die Verbindung hielt, versehentlich vom Netz getrennt.

Bei Funkproblemen kann ein Wechsel des Zigbee-Kanals helfen. ©digitalzimmer
Bei Funkproblemen kann ein Wechsel des Zigbee-Kanals helfen. ©digitalzimmer
5. Philips Hue mit Apple HomeKit steuern

Als erstes Lichtsystem überhaupt ließ sich Hue 2015 mit HomeKit von Apple verbinden. Inzwischen sind auch Lifx, Ledvance und Nanoleaf mit im Boot. Das schmälert aber nicht die Philips-Vorteile. Im Gegenteil: Dank des wachsenden Öko-Systems können iPhone- und iPad-Besitzer ihre Wohnung weitgehend automatisieren. Hue-Bewegungsmelder und -Fernbedienungen steuern mit HomeKit andere Geräte im Haus. So schaltet etwa der Dimmer Switch am Bett auch Heizung und Steckdosen. Umgekehrt eignen sich HomeKit-Taster wie der Logitech Pop als Lichtschalter – oder Rauchmelder drehen im Alarmfall die Panikbeleuchtung auf.

Alle Hue-Produkte sind kompatibel mit HomeKit. Fabrikate anderer Hersteller, die an einer Hue-Bridge angemeldet sind, erscheinen nicht in Apples Haussteuerung. Sie lassen sich aber weiterhin per App, mit Amazon Alexa oder Google Assistant steuern (Tipp 9). Wer Zigbee-Erweiterungen von Innr, Osram, Paulmann & Co. mit HomeKit verbinden will: Im Internet gibt es Selbstbau-Anleitungen dafür. Sehr beliebt und obendrein preiswert ist der Mini Computer Raspberry Pi mit Homebridge-Software und Hue-Plugin.

6. Widgets auf dem Smartphone einrichten

Schnellen Zugriff auf häufig benötigte Lichtszenen gewährt ein Widget auf dem Startbildschirm. Die Schaltfläche mit Bildschirmtasten spart im Alltag das Öffnen der App. Entsprechende Einstellungen gibt es im Philips-Programm genauso wie in den beliebten Alternativen All 4 Hue und iConnectHue (Tipp 1) oder in anderen Hue-Apps.

Startbildschirm erleichtern den Zugriff auf Lichtszenen. ©digitalzimmer
Widgets auf dem Startbildschirm erleichtern den Zugriff auf Lichtszenen.
7. Hue-Lampen und -Bridge zurücksetzen

Manchmal muss es einfach sein. Wenn gar nichts mehr geht oder ein Umzug des Systems ansteht, hilft ein Reset auf die Werkseinstellungen. Zum Zurücksetzen der Bridge gibt es eine kleine Öffnung auf der Unterseite des Gehäuses. Sie ist für das aufgebogene Ende einer Büroklammer oder andere spitze Gegenstände gedacht: Vorsichtig einfädeln und mindestens zehn Sekunden lang drücken, dann startet die Bridge neu und präsentiert sich anschließend als leere Funkzentrale. Allerdings sind damit auch sämtliche Einstellungen weg. Der letzte, verzweifelte Schritt will also gut überlegt sein. Weniger einschneidend ist der Leuchtmittel-Reset, weil hier nur einzelne Lampen betroffen sind. Wie er funktioniert, ist hier erklärt.


Die Hue-Lampen der Generation 1 bis 4 im Vergleich. ©digitalzimmerGenerationsfrage: Die farbfähige Hue-Lampe mit E27-Gewinde gibt es bereits in der vierten Auflage. Wir sagen, wo die Unterschiede liegen – und wie man die aktuelle Version des Leuchtmittels erkennt. Hue-Generation 1 bis 4 – das sind die Unterschiede.


8. Hue Dimmer Switch zurücksetzen

Die Fernbedienung reagiert nicht mehr? Dann löst häufig ein Neustart das Problem. Dazu kann man umständlich die Rückseite aufschrauben und kurzzeitig die Batterie entnehmen. Es geht aber auch einfacher: Den Dimmer Switch auf einen Tisch legen, mit der Hand gleichzeitig alle vier Tasten drücken und fünf Sekunden lang gedrückt halten. Nach dem Loslassen sollte die Kontroll-LED am Switch abwechselnd rot und grün blinken – ansonsten den Vorgang wiederholen. Der Switch führt nun einen Warmstart durch (Soft Reset) und sollte nach einer halben Minute wieder einsatzfähig sein. Klappt das nicht, ist vielleicht einfach die Batterie leer – oder es gibt ein Problem mit dem Funkkanal (Tipp 5).

Hue Dimmer Switch neustarten: Alle Tasten gleichzeitig drücken. ©digitalzimmer
Hue Dimmer Switch neustarten: Alle vier Tasten gleichzeitig drücken. ©digitalzimmer
9. Sprachsteuerung aktivieren

Ob Alexa, Siri oder Google Assistant: Hue arbeitet mit allen drei Sprachassistenten zusammen. Die Siri-Integration ist dabei an HomeKit geknüpft (Tipp 5). Das heißt: Sobald die Bridge mit Apples Haussteuerung verbunden ist, steht die Sprachsteuerung zur Verfügung. Sind einzelne Lampen oder Zimmer noch nicht synchronisiert, weist ein Warnzeichen in den Einstellungen der Hue-App darauf hin.

Für Amazon Alexa und Google Assistant muss die Online-Verbindung zum Sprachserver von Hand hergestellt werden. Im Falle von Alexa geht das per Skill. Die Spracherweiterung zu Philips Hue lässt sich direkt in der Alexa-App oder im Browser auf der Seite http://alexa.amazon.de aktivieren. Bei Google übernimmt die Google Home-App diese Aufgabe. In beiden Fällen meldet sich der Nutzer mit seinem Hue-Konto beim Sprachservice an. Danach hört das Philips-System aufs Wort. Es schaltet das Licht auf Zuruf und ändert nach Wunsch die Helligkeit oder Farbe.

10. Mit anderen Smarthome-Systemen verbinden

Gleich mehrere Hue-Tipps stecken im zehnten und letzten Eintrag dieser Liste. Denn das System arbeitet mit vielen Smarthome-Lösungen zusammen. Selbermacher können es mit Zentralen von Bosch, Devolo, Fibaro, Innogy, Samsung oder Zipato verbinden. Im Profi-Segment stellen Lösungen wie Busch free@home, Digitalstrom, KNX oder Tahoma eine Verbindung zur Hue-Bridge her. Und selbst ohne zusätzliche Hardware lassen sich die Lampen mit anderen vernetzten Geräten kombinieren – über eine App wie die von iHaus oder Online-Dienste wie Conrad Connect und IFTTT. Wo dieser Artikel endet, fangen die Einsatzgebiete also erst an. Das Schlagwort Hue fasst alle unsere Beiträge zum smarten Lichtsystem zusammen.

Werbung:
Philips Hue bei Amazon kaufen

2 Gedanken zu „10 Hue-Tipps, die jeder Nutzer kennen sollte“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.