Bluesound: Multiroom-System mit HighRes-Klang

Langsam steigt die Zahl der Multiroom-Systeme, die High-Resolution-Audiodateien abspielen können. Wer so was braucht? Neben Besitzern einer High-End-Stereoanlage, denen das Beste gerade gut genug ist, vor allem Kunden von Download-Portalen mit hochauflösender Musik. Denn wer Titel mit 96kHz/24 Bit oder mehr bei Anbietern wie highresaudio.com und  linnrecords.com kauft, will sie zu Hause auch auf Funklautsprecher streamen, ohne die Datei vorher durch einen Konverter jagen zu müssen.

Zu den jüngeren Vertreten dieser Gattung gehört Bluesound – ein Multiroom-System aus Kanada, hinter dem die namhaften Marken NAD (Elektronik) und PSB (Lautsprecher) stehen. Es spielt neben den üblichen datenreduzierten Audioformaten AAC, MP3, Ogg Vorbis und WMA auch verlustfrei gespeicherte Musik mit bis zu 192 kHz/24 Bit ab (AIFF, ALAC, FLAC, WAV). Bluesound reiht sich damit neben Raumfeld, Samsung, LG oder Panasonic ein. Der Streaming-Pionier Sonos – aber auch Bose, Peaq und Pure geben bekanntlich keine hochauflösenden Audiodateien wieder.

Für die meisten Nutzer spielt das aber eine untergeordnete Rolle. Sie haben vor allem Downloads von iTunes oder Amazon und gerippte Audio-CDs auf der Festplatte. Dann stehen andere Fragen im Vordergrund: Wie einfach ist das System zu installieren und zu bedienen? Bietet es eine gut funktionierende Suche nach Künstler, Album oder Titel? Und wie klingen die Geräte bereits mit „normalem“, datenreduziertem Programm? Als Autor konnte ich Bluesound mehrere Wochen lang testen – unter anderem weil die Magazine „Audio“ und „Connected Home“ Artikel bei mir in Auftrag gegeben hatten (zur Online-Version von Audio geht es hier ).

Auf digitalzimmer.de folgen nun die gesammelten Erfahrungen – auch solche, die nach Redaktionsschluss der Zeitschriften entstanden sind oder die auf den Heftseiten keinen Platz mehr fanden. Dem Urteil liegen dabei eigene Kriterien zugrunde. Weil digitalzimmer.de – anders als die Magazine – nicht mit den Bewertungen vieler bereits erschienener Hefte vergleichbar sein muss, konnte ich für unser Blog ein eigenes Testschema entwickeln. Es berücksichtigt die Besonderheiten von Multiroom-Systemen und orientiert sich an den im Internet weit verbreiteten 5-Sterne-Wertungen.

Bluesound Multiroom-System
  • Ausstattung
  • Installation
  • Bedienung
  • Verarbeitung
  • Klang (Funklautsprecher)
  • Preis/Leistung
3.9

Fazit

Sehr gut klingendes Multiroom-Audiosystem mit tollem Funklautsprecher. Funktionen wie High-Resolution-Wiedergabe und der CD-Ripper sprechen vor allem HiFi-Fans an, der Standby-Verbrauch dürfte niedriger sein.

Drei Player und ein Funklautsprecher

Das Bluesound-System besteht aus vier Geräten, die Musik per WLAN aus dem Heimnetz oder dem Internet empfangen können:

  • Node (449 Euro) heißt der kleinste der drei Stream-Player, eine würfelförmige Anschlussbox für die Stereoanlage.
  • Powernode (699 Euro) nennt sich die größere Version mit integriertem Verstärker (2×50 Watt), an die sich direkt ein paar Lautsprecher anschließen lassen – etwa die ebenfalls erhältliche Subwoofer-/Satelliten-Kombination Duo (999 Euro).
  • Vault (999 Euro) hat Bluesound seinen Stream-Player mit CD-Ripper getauft. Der Würfel mit Laufwerk-Schlitz an der Front dient gleichzeitig als Musik-Server. Er kopiert CDs, die man ihm anvertraut, auf eine 1 Terabyte große Festplatte.
  • Pulse (699 Euro) schließlich ist ein typischer Funklautsprecher. Als WLAN-Box benötigt er nur einen Stromanschluss und eine Funkverbindung, um in der Wohnung Musik zu spielen.

7 Gedanken zu „Bluesound: Multiroom-System mit HighRes-Klang“

  1. Ich habe jetzt mehrfach versucht, den Bluesound node in Betrieb zu nehmen, aber die heruntergeladene App auf das iphone 5s meldet jedesmal „Kein Netzwerkspieler ausg…“ Das Gerät wird nicht von der App erkannt. Ich finde einfach den Fehler nicht.

    1. Hm, das hört sich nach einem Netzwerkproblem an und kann viele Ursachen haben. Eventuell ist der Router schuld, weil er bestimmte Ports blockiert. Eigentlich müssten sich die Geräte von selbst finden, weil Bluesound das mDNS-Protokoll (bei Apple heißt es Bonjour) zur automatischen Erkennung benutzt. Ich würde zunächst einmal versuchen, WLAN am iPhone und am Router aus sowie wieder einzuschalten. Danach alle Geräte (Node, Router, iPhone) runterfahren und neu starten. Wenn dann immer noch nichts geht, müsstest Du Dir einen Netzwerk-Spezialisten suchen. Sorry, dass ich da nicht weiterhelfen kann.

  2. Wie ich hier bei Sonos gelesen habe, kann statt eines regulären WLANs nun per Android-Geräte direkt in sein Funknetzwerk einbinden.

    Kann man das mit dem Bluesound Node auch bewerkstelligen?

    Wenn ja, wie oder wo finde ich Infos dazu? Leider scheint mir der Bluesound Support noch wenig Deutschsprachig ausgelegt zu sein. Das Forum ist auch nur in Englisch.

    1. Ich weiß nicht, ob ich die Frage ganz richtig verstanden habe, aber bei Sonos ist es so, dass wahlweise das hauseigene WLAN oder ein Sonos-eigenes Funknetz (SonosNet) zur Verbindung verwenden werden kann. In beiden Fällen lässt sich mit der App von einem Smartphone oder Tablet (auch Android) Musik auf die Geräte schicken. Dazu muss das Mobilgerät mit dem WLAN verbunden sein. Es gibt keine direkte Funkverbindung zwischen Smartphone und Player. Bluesound arbeitet ohne eigenes Funknetz, sondern nutzt immer ein vorhandenes WLAN zur Musikübertragung – oder Bluetooth, wie im Test beschrieben.

  3. Ich kann bestätigen, dass die Bluesound-App in Zusammenarbeit mit dem Vault einfach Klasse und sehr leistungsfähig ist. Hat mich total überzeugt.

    Aber kann der Bluesound Vault auch mit einem Netzwerkplayer von Linn zusammenarbeiten? Was ich weiß ist, dass beide mit unterschiedlichen Protokollen agieren. Gibt es eine Lösung damit ein Linn Netzwerkplayer FLAC-Dateien über ein internes Netzwerk vom Bluesound Vault abrufen und abspielen kann?

    1. Bluesound und die UPnP-Welt von Linn sind in der Tat nicht so einfach kombinierbar. Ich könnte mit aber folgenden Workaround vorstellen: Da der Vault seine Inhalte als Netzwerkfreigabe zur Verfügung stellt, müsste es möglich sein, mit einem zusätzlichen UPnP-Server darauf zuzugreifen. Der einfachste Weg wäre ein PC oder Mac mit Linns eigenem Server-Programm Songbox. Dazu muss der Computer allerdings laufen und die Vault-Freigabe auf ihm als Netzlaufwerk eingebunden sein.

      Zweite Möglichkeit: Die Vault-Festplatte übers Netzwerk auf ein NAS-System mit eigenem UPnP-Server spiegeln. Das NAS könnte so gleichzeitig als Backup für die Musiksammlung dienen. Beides führt natürlich die die Idee des Vault als zentralem Musikserver ein wenig ad absurdum.

  4. Ein Tipp, falls das Verbinden von Netzwerk-Freigaben bei einem Bluesound-Player nicht klappt („Failed to find network share“): Beim manuellen Eingeben des Netzwerk-Pfads nicht den Namen des Computers oder NAS-Systems verwenden, sondern die IP-Adresse. Der Pfad sieht dann ungefähr so aus: \\192.168.2.100\ordnername

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