Der Smart Zapper: Universal-Fernbedienung mal anders

Um es gleich vorweg zu sagen: Meine Erfahrungen mit programmierbaren Universal-Fernbedienungen sind nicht die besten. Ob Philips Pronto, Logitech Harmony oder der nie so richtig serienreife VooMote Zapper – in meiner Laufbahn habe ich schon viele Modelle ausprobieren dürfen, die mehr Ordnung auf dem Wohnzimmertisch versprachen. Keines davon konnte wirklich alle Fernbedienungen auf dem Couchtisch ersetzen. Vom teilweise erheblichen Programmieraufwand ganz zu schweigen.

Ein wenig neugierig war ich deshalb schon, ob das beim  SmartZapper anders sein würde. Der schwarze Puck mit der Typenbezeichnung URC 8810, den mir One For All zum Ausprobieren schickte, kostet mit 40 Euro deutlich weniger als vergleichbare Modelle. Wie der Ultimate Hub von Logitech dient er als stationärer Sender, der vom Smartphone oder Tablet gesteuert wird. Anders als das Logitech-Pendant gibt er aber nur Infrarot-Signale von sich, keinen Bluetooth-Funk. Der Zapper kann also weder Playstation noch Amazon Fire TV kontrollieren. WDTV Live und Apple TV spielen dagegen mit.

Der Smart Zapper sollte in Sichtweite der Geräte auf dem Couchtisch stehen. ©digitalzimmer
Der Smart Zapper sollte in Sichtweite der Geräte auf dem Couchtisch stehen. ©digitalzimmer

Zur Infrarot-Station gehört eine App namens Nevo für Android- und iOS-Geräte. Sie hilft beim Einrichten und übernimmt später in weiten Teilen die Steuerung. Besonderheit des Smart Zappers ist jedoch, dass er zusätzlich über eigene Tasten auf der Oberseite verfügt. So lassen sich grundlegende Aufgaben wie die Lautstärkeregelung am Fernseher oder die Kanalwahl auch ohne Smartphone erledigen. Bei anderen Produkten wie dem Harmony Hub oder der UnityRemote von Gear4 braucht man zwingend ein mobiles Gerät dafür. Nevo gehört übrigens wie One For All zum kalifornischen Fernbedienungsspezialisten Universal Electronics,  Hard- und Software stammen also aus demselben Haus.

One For All Smart Zapper
  • Installation
  • Funktionen
  • Bedienung
  • Verarbeitung
3

Fazit

Universal-Fernbedienung, die sich auch per Smartphone steuern lässt. Die Apps dafür wirken allerdings noch etwas unausgereift. Größere Geräteparks überfordern das System.

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Verschiedene Apps zum Smart Zapper

Bei der Installation werden Smartphone und Smart Zapper per Bluetooth verbunden. Ein langer Druck auf die Power-Taste macht den Zapper empfangsbereit: Solange der blaue Leuchtring am Gehäuse blinkt, lässt sich das Portal in der Nevo-App hinzufügen.  Wer mehrere Mobilgeräte koppeln will, kann das tun. Sie verbinden sich dann später automatisch, wenn die App auf ihnen gestartet wird. Allerdings darf immer nur ein Smartphone oder Tablet an den Zapper gekoppelt sein. Damit zum Beispiel das iPad die Kontrolle kriegt, muss zuerst die App am iPhone beendet werden. Der Leuchtring blinkt zweimal kurz und der Zapper ist für die nächste Verbindung frei. Zumindest hat das bei mir so funktioniert.

Das Smartphone oder Tablet und der Smart Zapper stehen per Bluetooth 4.0 in Verbindung.
Das Smartphone oder Tablet und der Smart Zapper stehen per Bluetooth 4.0 in Verbindung.

Der verwendete Funkstandard ist Bluetooth Smart (Low Energy), was einigermaßen aktuelle Hardware voraussetzt. An Apple-Geräten wird alles seit iPhone 4S und iPad 3 unterstützt. Google-Nutzer müssen Android 4.3 oder neuer installiert haben. Die Kompatibilitätsliste auf der One For All-Webseite nennt Geräte von Samsung, HTC und Motorola. Da ich keines davon besitze, konnte ich das Portal mit dem Google-Betriebssystem nicht ausprobieren – mein Android-Gerätepark läuft noch unter 4.2.2 und  4.0.3. Darauf lässt sich die App zwar installieren (nachdem man ein SDK namens UEI Quickset Services aus dem Playstore geladen hat). Dann aber wird keine Verbindung hergestellt oder die App weist schon beim Start darauf hin, dass sie die Bildschirmauflösung nicht unterstützt.

Kurioserweise sehen die Apps für Smartphone und Tablet völlig unterschiedlich aus. Im PlayStore von Google haben sie sogar verschiedene Icons. Während die Telefonversion eher reduziert im Flat-Design daherkommt, wirkt das Tablet-Pendant ein wenig barock: Kleine Abbildungen repräsentieren die zu steuernden Geräte, Bildschirmtasten und Regler sind realen Bedienelementen nachempfunden. Das wirkt seit iOS 7 und Android 4 ein wenig antiquiert, erleichtert in der Praxis aber durchaus die Bedienung.

Die Nevo-App am iPad oder Android-Tablet sieht völlig anders aus als auf dem Smartphone.
Die Nevo-App am iPad oder Android-Tablet sieht völlig anders aus als auf dem Smartphone.
Schritt für Schritt die Geräte hinzufügen

Bevor es losgehen kann, muss der Zapper die Infrarot-Codes der heimischen Geräte lernen. Er tut dies, indem man TV, Blu-Ray-Player, AV-Receiver und Co. nacheinander in die Nevo-App einträgt. Meist geschieht das durch Auswahl der Gerätegattung und des Herstellers. Die App prüft danach in mehreren Schritten, ob sich etwa der Empfänger ein- und ausschalten lässt, ob Kanalwechsel oder Titelsprünge möglichst sind. Bestätigt der Nutzer die wunschgemäße Funktion, speichert das Portal die Infrarot-Codes ab. Wenn nicht, lädt die App einen neuen Befehlssatz aus dem Internet und der Test beginnt von Neuem. Alternativ lässt sich auch nach der Typenbezeichnung suchen oder auf der Support-Seite von One For All der vierstellige Einstellcode zum Gerät herausfinden und von Hand eintragen. Einer dieser drei Wege führt nach meinen Erfahrungen ans Ziel. Damit ist allerdings noch nicht gesagt, dass sich die Geräte auch in vollem Umfang steuern lassen.