Ausprobiert: Myfox Home Alarm in der Praxis

Myfox SAS aus der Nähe von Toulouse kennt in Deutschland noch kaum jemand. Europaweit schützt das Unternehmen nach eigenen Angaben aber bereits mehr als 100.000 Fenster und Türen. Eigens zu diesem Zweck haben die Franzosen einen Funksensor entwickelt, der alltägliche Bewegungen wie das Öffnen und Schließen von gewaltsamen Einbruchsversuchen unterscheiden soll. Das Ziel: Ungebetene Besucher mit lautstarkem Alarm verjagen, noch während sie sich an der Haus- oder Balkontüre zu schaffen machen. Auch im neuen System Myfox Home Alarm kommt dieser IntelliTAG zum Einsatz. Wir haben die drahtlose Alarmanlage zum Test im Digitalzimmer installiert und mehrere Wochen lang ausprobiert. Hier kommen meine praktischen Erfahrungen.

Das Startpaket von MyFox HomeAlarm für etwa 300 Euro. Bild: digitalzimmer.de
Das Startpaket von MyFox HomeAlarm für etwa 300 Euro. Alle Bilder: digitalzimmer.de
Die drahtlose Alarmanlage von Myfox im Überblick

Voraussetzung für den Betrieb  ist ein Startpaket für etwa 300 Euro. Es enthält vier Komponenten:

  • Die Basisstation Myfox Link mit integriertem Schukostecker stellt eine drahtlose Verbindung zwischen den Geräten und dem heimischen WLAN her. Sie kommt in eine freie Steckdose und verwaltet bis zu vier Kameras und 50 Sensoren.
  • Die batteriebetriebene Myfox Sirene kann irgendwo in der Wohnung aufgestellt werden, idealerweise in der Nähe des Eingangs, wo ihr 110 Dezibel lauter Alarm gut zur Geltung kommt.
  • Der Funksensor IntelliTag  klebt normalerweise an der Eingangstür. Weitere Exemplare für andere Türen und Fenster in der Wohnung lassen sich für 50 Euro je Stück nachkaufen.
  • Die Fernbedienung Myfox Key Fob ist als Schlüsselanhänger gedacht. Sie aktiviert die Alarmanlage beim Verlassen der Wohnung automatisch und deaktiviert sie beim Heimkommen. Darüber hinaus hat sie aber auch vier Tasten zum manuellen Schalten. Wohnen mehrere Personen im Haushalt sollte sich jeder für knapp 30 Euro seinen eigenen Key Fob zulegen.

Wer darüber hinaus die Räume per Video überwachen will, bekommt auch eine passende Kamera: Die Myfox Security Camera für 200 Euro verbindet sich wie der Link mit dem heimischen WLAN und integriert sich komplett in das Home Alarm System. Bis zur vier dieser Überwachungskameras kann das System und die zugehörige App für Apple- und Android-Geräte verwalten.

Notbetrieb, wenn der Strom ausfällt

Das Funktionsprinzip mit drahtlosen Sensoren und WLAN-Kameras erinnert an Gigaset Elements (hier der ausführliche Test). Allerdings unterscheidet sich Myfox Home Alarm in einem wesentlichen Punkt von den Funkelementen aus Deutschland: Die Anlage bleibt auch bei einem Stromausfall funktionstüchtig. Ein Akku im Link kann laut Hersteller bis zu sechs Stunden überbrücken. Die Sirene ist mit ihren vier großen Mono-Batterien (Größe D) ohnehin unabhängig vom Stromnetz und auch die IntelliTAGs werden von einer Micro-Batterie (AAA) versorgt. Ihre Lebensdauer gibt Myfox mit 12 bis 18 Monaten an. Selbst die Kamera ist mit einer Notstromversorgung ausgestattet: Ihr integrierter Akku soll eine Stunde lang durchhalten und schaffte im Test locker 120 Minuten. In der Praxis ist die Funktion trotz Pufferbatterie eingeschränkt. Die Kamera zeichnet dann zwar auf einen internen Speicher auf, lädt ihre Videos aber logischerweise nicht ins Internet hoch. Das geht erst, wenn mit dem Strom auch die Funktion von Router und WLAN zurückkehrt.

Ohne Internet kann Myfox Home Alarm auch keine Warnmeldungen aufs Smartphone schicken. Sogar die App wird nutzlos, weil sie über einen Webserver des Anbieters mit den Geräten kommuniziert. Aber die Anlage erfüllt weiter ihrer Zweck: Wenn ein Sensor Einbruchsversuche feststellt, heult die Sirene los – mit 110 Dezibel, verspricht der Hersteller. Ich finde, in jedem Fall laut genug. Abbrechen lässt sich der Alarm bei gekappter Online-Verbindung dann nur noch vor Ort mit der Fernbedienung Key Fob oder durch Herausnehmen der Batterien an der Sirene.

Schritt für Schritt: die Installation der Geräte

Wegen der vielen Komponenten braucht die Installation von Myfox Home Alarm etwas Zeit. Die App leitet den Käufer aber gut durch den Einrichtungsprozess. Wie bei den meisten aktuellen Smart-Home-Lösungen läuft ohne Registrierung nichts: Wer Home Alarm oder die Security Camera verwenden will, muss gleich zu Beginn in der App ein kostenloses Nutzerkonto eröffnen. Dabei werden auch persönliche Informationen wie der Name des Kunden und der Ort der Installation abgefragt. Was später damit geschieht, ist in den Datenschutzbestimmungen gewohnt allgemein formuliert. Immerhin gibt Myfox an, Daten auch außerhalb der EU, etwa auf Servern in den Vereinigten Staaten, zu speichern. Gigaset Elements macht dazu in seiner Datenschutzerklärung überhaupt keine Angaben.

Ein Gedanke zu „Ausprobiert: Myfox Home Alarm in der Praxis“

  1. Ich habe von dieser Firma noch nie gehört. Aber der Preis und vor allem die Kundenzahl machen das richtig interessant. Das werden wir definitiv in unserem geplanten Kamera-Vergleichs-Artikel in Kürze mit aufnehmen. Vor allem auch preislich ein absolut interessantes Produkt!

Kommentare sind geschlossen.