Multiroom von LG: Alles im Fluss mit Music Flow

Nicht jedes Multiroom-Audiosystem hat einen eigenen Namen. Viele heißen einfach so wie ihr Anbieter: Bluesound, Raumfeld oder Sonos zum Beispiel. Wenn man aber wie LG noch andere Produkte im Sortiment hat – vom Smart-TV über die Waschmaschine bis hin zur Klimaanlage –, dann kann eine einprägsame Bezeichnung nicht schaden. Die Koreaner haben ihr System Music Flow getauft. Der Name lässt sich doppelt deuten. Ganz allgemein will LG damit wohl ausdrücken, dass der Klang den Hörer umfließt.

Für Besitzer eines modernen Android- oder Apple-Smartphones hat er aber noch eine andere Bedeutung: Sie können den laufenden Musiktitel von Raum zu Raum mitnehmen. Der Sound folgt ihnen, wenn sie am Zielort ihr Handy in die Nähe des Lautsprechers halten. Voraussetzung: Das Smartphone muss Bluetooth Low Energy (BLE) unterstützen und die Music Flow-App von LG ist auf dem Gerät aktiv. Die entsprechende Funktion in den App-Einstellungen heißt „Automatische Musikübernahme“. Dort lässt sich auch regeln, wie empfindlich der Lautsprecher reagieren soll. Ein Abstand von bis zu fünf Zentimetern ist laut Hersteller optimal.

Die NFC-Funktion vereinfacht die Bluetooth-Verbindung mit Android-Geräten. ©digitalzimmer
Die NFC-Funktion vereinfacht die Bluetooth-Verbindung mit Android-Geräten. ©digitalzimmer

Android-Nutzer sollen sich auch durch Antippen des NFC-Tags am Gehäuse mit dem Lautsprecher verbinden können. Allerdings habe ich diese Funktion noch nicht ausprobiert. Mein iPhone 6 hatte mitunter Probleme, die Musik mitzunehmen. Keine Ahnung warum. Schlimm finde ich das nicht, weil die Funktion nur selten zum Einsatz kommt. Wer trägt schon dauernd sein Smartphone durch die Wohnung, um es an irgendwelche Funkboxen zu halten?

Multiroom-Player mit Bluetooth und Google Cast

Das aktuelle Music Flow-Sortiment besteht aus sechs Lautsprecher-Modellen, die allesamt Bluetooth und Google Cast unterstützen. Sie können damit nicht nur zusammen als Multiroom-System spielen, sondern auch einzeln als Streaming-Boxen am Smartphone oder Tablet. Hinzu kommt eine Network Bridge für Einsätze im sogenannten Mesh-Netzwerk. Mehr dazu weiter unten im Text und in meinem Test des Sonos-Multiroom-Systems.

  • Der kleinste Funklautsprecher H4 trägt den Zusatz „Portable“ im Namen. Für rund 190 Euro bietet er einen integrierten Akku zum völlig drahtlosen Betrieb auf dem Balkon oder der Terrasse.
  • Das nächstgrößere Modell heißt H3 (190 Euro), arbeitet mit Netzstrom und eignet sich in Kombination mit einem Music Flow-Soundbar von LG auch gut als Surround-Box.
  • Die Funklautsprecher H5 und H7 unterscheiden sich außer im Preis (250/350 Euro) vor allem in der Größe. Beide sind als Stereosystem konstruiert, strahlen also den rechten und linken Tonkanal über leicht angewinkelte Lautsprecher ab. Wer einen breiteren Stereoeffekt wünscht, kann aber wie beim H3 und H4 zwei gleiche Exemplare zu einem Stereopaar verkuppeln.
  • Die Soundbars HS7 und HS 9 (450/800 Euro) bringen Music Flow ins Heimkino. Sie geben Ton vom Fernseher oder Blu-ray-Player wieder, lassen sich aber auch als Streaming-Lautsprecher verwenden. In Kombination mit zwei weitern Funkboxen aus dem Sortiment wird ein drahtloses 5.1-Surround-System daraus.
  • Die Network Bridge R1 (50 Euro) vereinfacht die Verbindung, wenn keines der anderen Music Flow-Geräte per Kabel mit dem Router verbunden werden kann. Sie stellt dann den drahtlosen Brückenkopf zwischen Mesh- und Heimnetzwerk her. Alternativ kann sie auch die Reichweite des Funknetzes vergrößern.
Die Network Bridge R1 verbindet größere Music-Flow-Systeme per Kabel mit dem Router.
Die Network Bridge R1 verbindet größere Music-Flow-Systeme per Kabel mit dem Router.

Beim Preisvergleich im Internet fällt auf, dass einige Lautsprecher deutlich günstiger angeboten werden als vom Hersteller empfohlen. Die Angebote liegen um bis zu 50 Prozent unter dem Listenpreis. Der zweite Blick zeigt, dass es sich dabei um ältere Baureihen handelt. So sind vom H5 die Typenbezeichnungen NP8540 und NA9540 im Umlauf. Vom H7 gibt es die Varianten NP8740 und NA9740. Die höhere Zahl kennzeichnet jeweils das aktuelle Modell. Es ist zum regulären Preis erhältlich, während die Vorversion günstiger angeboten wird. Unterschiede in der Ausstattung und in den technischen Daten scheint es keine zu geben. Laut Aussagen im Music Flow-Forum verwendet LG die Bezeichnungen, um Produktionsjahre voneinander zu unterscheiden. Ein Detail des H3 haben die Koreaner dennoch verändert: Der Lautstärkeregler auf der Oberseite ist nun ein Drehrad (NA9340) wie am H5 und H7. Auf dem Vorgänger (NP8340) saß noch ein berührungsempfindlicher Sensorring.

Installation: per Kabel, WLAN oder Mesh-Netzwerk

Die Einrichtung des Systems ist selbsterklärend, ein Blick in die Bedienungsanleitung kann aber trotzdem nicht schaden. Denn die App bringt Music Flow zwar schnell zum Spielen, geizt aber mit Informationen zu den Anschlussmöglichkeiten. Sie fragt lediglich, ob der Lautsprecher drahtlos oder per Kabel mit dem Router verbunden werden soll. Wer sich hier beim ersten Player für die Wireless-Option entscheidet, stellt eine Verbindung zum heimischen WLAN her.  Ein Druck auf die Taste mit dem WiFi-Symbol auf der Geräterückseite setzt die Installation in Gang. Weitere Lautsprecher werden über die Plus-Taste („+“) hinzugefügt. Sie verbinden sich dann ebenfalls mit dem Wireless LAN.

Jeder Music-Flow-Player hat zwei Tasten für die Wireless-Verbindung. ©digitalzimmer
Jeder Music-Flow-Player hat zwei Tasten für die Wireless-Verbindung. ©digitalzimmer

Ein Gedanke zu „Multiroom von LG: Alles im Fluss mit Music Flow“

  1. Wollte mir das System u.a. aufgrund dieses Tests kaufen, nachdem nun endlich – spät aber doch und anscheinend auf massiven Druck der Nutzer – die versprochende Multiroom-Funktion per Google Cast nachgeliefert wird.
    Doch ein Blick in den (Online-)Handel zeigt, dass die Komponenten offenbar kaum bis gar nicht mehr erhältlich sind. Der LG-Support sagt, er habe „zur Zeit keine Informationen, wo man unsere Produkte kaufen kann.“

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