Ausprobiert: Die erste Philips Hue-Lampe mit Bluetooth

In den USA sind Hue-Lampen mit Bluetooth schon länger auf dem Markt. Nun tauchen sie auch hierzulande auf. Unter den ersten Modellen: ein GU10-Spot mit „Richer Colors“. Das macht ihn gleich doppelt interessant. Denn erstens bringt der Strahler die bessere Blau- und Grünwiedergabe aktueller Hue-Generationen auf den Stecksockel. Und zweitens können sich Einsteiger mit so einer Bluetooth-Lampe die Hue-Bridge für rund 50 Euro sparen: Das Smartphone steuert bis zu zehn Exemplare direkt per Funk. Wie gut das funktioniert, musste ich im digitalzimmer natürlich gleich ausprobieren …

Am Bluetooth-Logo und dem Zusatz „App Control“ sind die neuen Lampen zu erkennen.
Doppelpass: Hue-Lampen mit Bluetooth und Zigbee

Die neuen Leuchtmittel sind am Bluetooth-Symbol vorne auf der Verpackung zu erkennen. Es prangt oben rechts im Eck, ergänzt um den Hinweis „App Control“. Auf der Seite  ist außerdem das Zigbee-Logo zu sehen – weil alle Bluetooth-Lampen weiterhin mit Zigbee funken. Sie lassen sich wie bisher an einer Hue-Bridge anmelden. Und zur Sicherheit druckt der Hersteller die beiden Symbole auch noch auf die Leuchtmittel selbst (Bild ganz oben).

GU10-Sport mit dem grün-blauen-Logo für verbesserte Farbwiedergabe. ©digitalzimmer

Das Logo „Richer Colors“ taucht auf dem Karton einer GU10-Lampe zum ersten Mal auf. Es zeigt, dass die aktuelle LED-Technik von Philips nun auch in diesen Lampentyp Einzug gehalten hat. Die verbesserten LEDs liefern intensivere Blau- und Grüntöne. Außerdem empfehlen sie das Leuchtmittel für den Einsatz mit Hue Entertainment und Hue Sync.

Weiterer Unterschied zur bisherigen Version: Die Länge des Spots ist von 71 auf 58 Millimeter geschrumpft. Sie entspricht damit den bereits erhältlichen White Ambiance-Modellen. Die kompakte Form ragt aus flachen Einbau-Strahlern nicht mehr hervor. Trotzdem ist es den Entwicklern gelungen, die maximale Helligkeit von 250 auf 350 Lumen zu steigern. Dafür ging die angegebene Lebensdauer von 25.000 Stunden auf 15.000 Stunden zurück.

Der bisherige Farb-Spot (links) und das neue Modell im Größenvergleich. ©digitalzimmer
Installation und Bedienung mit Bluetooth

Um die Lampen direkt vom Smartphone aus zu steuern, hat Signify eine extra App entwickelt. Sie heißt Philips Hue Bluetooth und ist wie die bisherige für Android- und iOS-Geräte verfügbar. Im Look and Feel ähneln sich die beiden Programme. Da es im Bluetooth-Betrieb keine Hue-Bridge gibt, läuft die Einrichtung aber unterschiedlich ab.

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Nach dem Start verlangt die Bluetooth-App zunächst eine E-Mail-Adresse, sonst geht es nicht weiter. Dann können Nutzer:innen nach neuen Lampen suchen. Diese erscheinen am Bildschirm, sobald sie eingeschaltet und in Funkreichweite sind. Zum Koppeln sollte das Smartphone möglichst in der Nähe sein. Später klappt die Steuerung dann über die von Bluetooth bekannte Distanz (max. 10 Meter).

Die Suche nach neuen Bluetooth-Lampen klappt problemlos. ©digitalzimmer

In der App lassen sich Namen für die Leuchtmittel vergeben. Es gibt – wie von Hue gewohnt – vorbereitete Lichtszenen, etwa zum Lesen, zum Entspannen oder für eine stimmungsvolle Tropendämmerung. Außerdem können Lichtgestalter ihre eigene Farb- und Helligkeitswerte speichern, um sie später wieder aufzurufen. An eine Programmierung des Einschaltverhaltens haben die Entwickler ebenfalls gedacht. Es legt fest, mit welchen Einstellungen die Lampe nach einer Netztrennung startet. Wer sie per Lichtschalter ausknipst, verliert also nicht zwangsläufig seine bevorzugten Werte. Insgesamt geht das alles kinderleicht und macht es so einfach wie nie, seine Wohnung mit Philips Hue auszustatten.

Die von Hue bekannten Lichteinstellungen gibt es auch in der Bluetooth-App. ©digitalzimmer
Diese Funktionen bleiben Zigbee vorbehalten

In einigen Apple-Foren wurde bereits diskutiert, ob die neue Lampengeneration den Kauf einer Hue-Bridge überflüssig machen kann. Schließlich verfügen HomePod, Apple TV & Co. über Bluetooth, um Geräte damit zu steuern. Und Philips Hue ist ja schon lange kompatibel mit HomeKit. Ich muss diese Hoffnung jedoch enttäuschen. Anders als Bluetooth-Lampen von Ledvance verfügen die neuen Hue-Modelle über keinen eigenen Verschlüsselungscode. Sie benötigen zur Integration in HomeKit immer eine Bridge.

Auch sonst gibt es gute Gründe, die Lampen später mit der Systemzentrale nachzurüsten. Die Anzahl möglicher Lichtquellen steigt von 10 auf 50. Der Mesh-Betrieb im Zigbee-Netzwerk vergrößert die Funkreichweite enorm. Mit Hue-Bridge ist das System von außen übers Internet erreichbar und alle drei Sprachassistenten (Alexa, Google Assistant, Siri) stehen zur Verfügung. Von vielen anderen Steuermöglichkeiten per Funktaster, Bewegungsmelder oder Smarthome-System mal abgesehen.

Die Einstellmöglichkeiten sind begrenz. Wer mehr will, braucht eine Hue-Bridge. ©digitalzimmer

Den Umstieg auf Zigbee macht die Bluetooth-App sehr leicht. Sie verbindet sich auf Wunsch mit einer fertig eingerichteten Hue-Bridge (v2) im heimischen Netzwerk und übergibt ihre Lampen. Die  Aktion nimmt nur Minuten in Anspruch und läuft weitgehend automatisch ab. Nach  einem Druck auf die Taste der Bridge landen alle Lampen mit ihren Namen im Zigbee-System. Nur die selbst angelegten Lichtszenen wurden im Test nicht mit übertragen.

Doppelt gemoppelt: Bluetooth und Zigbee funken parallel

Nach der Übergabe startet die Bluetooth-App neu und ist wieder jungfräulich leer. Interessanterweise bleibt das Bluetooth-Modul aber eingeschaltet – auch wenn die Lampe bereits über Zigbee mit der Hue-Bridge kommuniziert. Eine App wie HomeScan, die Bluetooth-Signale aufspürt, zeigt sie als „Hue Lamp“ an. Wer möchte, kann das Leuchtmittel in der Hue-Bluetooth-App sogar neu hinzufügen und anschließend auf beiden Wegen steuern.

Die App HomeScan erkennt nach der Zigbee-Verbindung noch einen Bluetooth-Sender. ©digitalzimmer

Dieser Parallelbetrieb funktioniert sogar recht gut. Manchmal bekommt die Bridge nicht mit, wenn ein Bluetooth-Befehl die Lichtfarbe ändert. Umgekehrt registriert die Bluetooth-App aber sofort, was im Zigbee-Zweig passiert. Mir persönlich wäre es trotzdem lieber, das nicht benötigte Funkmodul ließe sich abschalten. In Haushalten mit vielen Hue-Lampen steigt die Zahl der Sender sonst unnötig an. Bluetooth funkt – wie Zigbee und WLAN– im ISM-Band um 2,4 GHz. Das Gedrängel in diesem Frequenzbereich wird durch die neuen Lampen also noch größer. Ein Zigbee-Kanalwechsel hilft da nur bedingt. Er rückt zwar die Hue-Frequenz vom WLAN des Routers ab, hat auf Bluetooth-Signale aber keinen Einfluss.

Doch vielleicht kommt so eine Option ja noch. Philips Hue hat in der Vergangenheit immer wieder dazugelernt. Und Signify fügt regelmäßig neue Funktionen per Software-Update hinzu.

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3 Gedanken zu „Ausprobiert: Die erste Philips Hue-Lampe mit Bluetooth“

    1. Die ersten Hue-Lampen hatten Probleme, ein klares Blau oder Grün darzustellen. Das Blau der LEDs war ins Violette verschoben, Türkis gab es praktisch nicht und Grün hatte einen Gelbstich. Im Lauf der Generationen (mehr dazu hier) wurde diese Schwäche behoben. Die Hue White and Color mit GU10-Sockel war von diesem Fortschritt aber bislang ausgeklammert. Erst die jetzt aktuelle Version kann mit den besagten „Richer Colors“ aufwarten.

  1. Danke für diesen Bericht. Dann werde ich mich jetzt noch mit hue-Lampen ohne Bluetooth eindecken solange es sie gibt. Zigbee reicht mir und zusäzlichen Funk in der Wohnung will ich nicht.

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