Fehlermeldung auf IFTTT

Die Krux mit IFTTT – wenn es kostenpflichtig ist

Der IoT-Dienst IFTTT hat seinen festen Platz im digitalzimmer. Er lässt unsere Lampen blinken, wenn der Alexa-Timer fertig ist. Was schon viele Nudelgerichte vorm Verkochen gerettet hat, weil im Lärm des Dunstabzugs ein akustisches Signal praktisch nicht zu hören ist. Die Webhook-Funktion von IFTTT stellt Verbindungen zwischen Geräte her, die darauf gar nicht vorbereitet sind.

Darum habe ich nicht lange gezögert, als IFTTT kürzlich einen kostenpflichtigen Premium-Account eingeführt hat. Mit drei Gratis-Applets wäre ich ohnehin nicht weit gekommen und außerdem wollte ich die neuen Funktionen testen. Also kurzerhand ein Abo für IFTTT Pro abgeschlossen – doch damit ging es los.

IFTTT verbindet Geräte übers Internet miteinander. Zumindest meistens. ©digitalzimmer

Der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass der beschriebene Effekt mit dem Pro-Account an sich nichts zu tun hat. Er wäre auch ohne Abo aufgetreten. Und IFTTT trägt nur einen kleinen Teil der Verantwortung, wenn überhaupt. Aber an einen bezahlten Service habe ich nun mal höhere Erwartungen als an Wald-Wiesen-Webdienste, die mit Gratisangeboten auf Datenfang gehen.

Prämisse: Ein kostenpflichtiger Internetdienst sollte funktionieren. Sonst ist er sein Geld nicht wert.

Was bisher geschah: Für den Beitrag Corona-Ampel selber machen wollte ich meine Netatmo-Wetterstation mit smarten Lampen koppeln. Dabei fiel auf, dass die Kontoverknüpfung nicht funktioniert. Auch beim Trennen der Verbindung und erneuten Einrichten kam kein Kontakt zustande. Der Netatmo-Server meldete aber jedes Mal, dass sich jemand in mein Konto eingeloggt habe.

Da Netatmo auf seiner Webseite keine Kontaktmöglichkeit zum technischen Support anbietet, ging ich den unkonventionellen Weg über Twitter. Eher durch Zufall entdeckte ich, dass es dort auch einen Account namens @NetatmoSupport gibt. Das Twitter-Team von Netatmo bestätigte drei Tage später, dass es ein Problem gibt, die Entwicklungsabteilung arbeite daran. Das war am 6. Oktober.

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Gleich zu Beginn, am 3. Oktober, hatte ich außerdem IFTTT über mein Kundenkonto angeschrieben. Customer Support zählt schließlich zu den Extras eines Pro-Accounts. Die angekündigte Antwort innerhalb von ein bis zwei Tagen blieb aus. Nach zehn Tagen, am 13. Oktober, meldete sich der IFTTT-Support mit einer Standardmail bei mir – und verwies mich an Netatmo: „If you still need help, you may want to get in touch with the service’s (ex. Netatmo’s) support.“

IFTTT lässt sich für die Support-Antwort zehn Tage Zeit. Netatmo arbeitet Wochen an einer Lösung. Ohne Erfolg.

Von Netatmo ist auf Nachfrage via Twitter zu erfahren, dass man weiter an der Situation arbeite. Das Team bittet um Geduld. Mittlerweile sind drei Wochen vergangen, in denen die Wetterstation keine Verbindung zu IFTTT hatte. Und das ist nur der Zeitraum, in dem ich das Thema beobachte. Vielleicht gibt es den Ausfall schon länger. Im Systemstatus auf der Netatmo-Webseite (LINK) ist aktuell nur von Problemen mit Android-Handys die Rede. IFTTT wird dort mit keinem Wort erwähnt. Das mag eine Nachlässigkeit von Netatmo sein. Aber IFTTT bezahlt dafür mit seinem Namen – und Nutzer eines Pro-Accounts mit ihrer monatlichen Abogebühr.

Die Fehlermeldungen variierten im Laufe der Zeit. Der Fehler blieb. ©digitalzimmer

Update vom 22. November 2020: Geschafft – nach fast zwei Monaten funktioniert die Verbindung zwischen meiner Netatmo-Wetterstation und IFTTT wieder. Erfahren habe ich das allerdings eher durch Zufall, beim routinemäßigen Ausprobieren.

4 Gedanken zu „Die Krux mit IFTTT – wenn es kostenpflichtig ist“

  1. Ja, in dieses Problem bin ich gestern auch „reingerannt“ und habe mir damit 2 Stunden um die Ohren geschlagen, ehe ich diesen Artikel hier gefunden habe. Danke dafür. Sehr ärgerliche Sache, vor allem, weil sie schon so lange nicht funktioniert.

  2. Ich verstehe zwar den Ärger, dass IFTTT kostenpflichtig geworden ist und die gesteigerte Erwartungshaltung, die damit einhergeht, aber für mich sticht aus dem Artikel sonnenklar hervor, dass der Fehler bei Netatmo liegt. Das kommt mir ein wenig so vor, als ob man sich einen dicken Benz kauft und sich dann bei Mercedes beschwert, weil die Autobahn seit Wochen gesperrt ist, nur weil man für das Auto Geld gezahlt hat und die Autobahn anderweitig finanziert worden ist.

    Mit Netatmo habe ich jedoch schon seit Jahren immer mal wieder schlechte Erfahrungen gemacht. Der Support spricht teilweise grottenschlechtes Englisch, stellt gefühlt 1000 Fragen, die mit den aufgeworfenen Problemen kaum bis gar nichts zu tun haben, und ja….die Zeit, bis Antworten eintrudeln ist mMn. deutlich zu lange, dafür, dass die Produkte nicht gerade günstig sind. Dass ich z.B. in gut fünf Jahren schon den dritten Regenmesser habe (einmal auf Garantie nach fast drei Wochen Mailwechsel mit dem recht eigenartigem Support getauscht und dann nochmal fast fünf Wochen auf das Austauschgerät gewartet…, zwei Mal selbst neu gekauft, weil die Garantie rum war) und letztes Jahr im Winter an den Aussetzern von einer (von zwei) zentralen Innenstationen fast verzweifelt wäre und der Support mir nur zum Ändern des WPA2-Schlüssels als einzige Abhilfe geraten hat, mag ich auch noch zur Erheiterung kurz erwähnen. Nach knapp einer Woche waren die Aussetzer dann auch ohne WPA-Passphrase-Änderung ohne mein Zutun verschwunden. Da hätte ich mich schön geärgert, hätte ich bei fast 50 Geräten das WLAN-Passwort ändern müssen, wenn ich auf den Support gehört hätte…

    1. Klar liegt die „Schuld“, wenn man so will, in diesem Fall eher bei Netatmo. Aber IFTTT will mit der Dienstleistung Geld verdienen. Insofern hinkt der Autobahn-Vergleich ein wenig. IFTTT ist die Straße – früher kostenlos, jetzt mit einer Maut belegt. Das Fahrzeug Netatmo funktioniert und lässt sich auf anderen Strecken (HomeKit, Netatmo-Cloud) problemlos fahren. Nur an der Autobahnauffahrt steht seit Wochen ein Schild „Einfahrt verboten“. Das macht die Sache zu einem Problem für den Autobahnbetreiber. Zumal er seinem Kunden schreibt, dieser möge sich doch an den Automobilhersteller wenden.

  3. Ärgerlich und das zeigt mir zweierlei:
    1. IFTTT: Es bringt mir überhaupt nichts, dass IFTTT zuverlässiger arbeitet, wenn sie die Gebühren des Premiumaccounts sinnvoll nutzen, wenn man von anderen Diensten abhängig ist. Schade für IFTTT, aber da kann ich also nicht investieren.
    2. Speziell Netatmo hat interessante, teilweise viel schönere Angebote als einige Konkurrenten (Bsp. die „Klingel“) und ruft dafür einen relativ hohen Preis auf. Wenn aber die Dienste unzuverlässig sind und dann noch der Support so mangelhaft (und das höre ich nicht nur von hier), dann ist Netatmo auch kein Unternehmen, was mein Geld verdient noch bekommt – leider. Danke ans Digitalzimmer – wie immer informativ und fundiert.

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