Intelligent schalten mit Funksteckdosen

Wer an Weihnachten nicht dauernd unter den Christbaum kriechen möchte, um die Lichterkette von Hand aus- und wieder einzustecken, der kauft eine Funksteckdose.  Aber auch im restlichen Jahr leisten die Zwischenstecker gute Dienste, etwa um während des Urlaubs mit selbst schaltenden Lampen Anwesenheit zu simulieren – oder um Bügeleisen und Kaffeemaschine vom Netz zu trennen, damit im Haushalt nichts anbrennt. Deshalb möchte ich hier drei besonders smarte Lösungen vorstellen, die sich im Digitalzimmer bewährt haben. Es ist kein Test, weil die Produkte zu unterschiedlich sind, um sie direkt zu miteinander vergleichen. Jedes für sich hat aber seine Vorzüge. Die drei Steckadapter heißen:

  • AVM Fritz!DECT 200, Preis um 45 Euro (zuzüglich Fritz!Box)
  • Belkin WeMo Insight Switch, Preis um 60 Euro
  • Devolo Home Control Schalt- und Messsteckdose,
    Preis um 50 Euro (zuzüglich Home Control Zentrale)
Drahtlose Schaltsteckdosen von AVM, Belkin und Devolo (v.l.n.r) ©digitalzimmer
Drahtlose Schaltsteckdosen von AVM, Belkin und Devolo (v.l.n.r) @digitalzimmer
Fritz!DECT: Partner für die Fritz!Box

Für Besitzer einer Fritzbox von AVM drängt sich die Lösung aus gleichem Haus geradezu auf: Fritz!DECT 200 macht den Router zur Schaltzentrale – vorausgesetzt es handelt sich um ein Modell mit Dect-Funktion, das ein Fritz!OS-Betriebssystem der Version 5.50 oder neuer installiert hat. Dann wird die Funksteckdose wie ein schnurloses Telefon am AVM-Router angemeldet und erscheint danach im Browser-Menü der Fritzbox. Unter dem Punkt „Heimnetz/Smart Home“ gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Stromzufuhr zu automatisieren. So kann die Steckdose an bestimmten Wochentagen und zu beliebigen Zeiten ein- und wieder ausschalten. Sie lässt sich per Google-Kalender steuern oder über astronomische Daten zum Sonnenauf- und -untergang. So erstrahlt der Weihnachtsbaum von ganz alleine, wenn es dunkel wird.

Hinzu kommen Timer zum rhythmischen Schalten im Minuten- oder Stundentakt, ein Countdown und ein Zufallsgenerator. Wer Standby-Verbrauch vermeiden will, kann eine Ausschaltschwelle von 1 bis 200 Watt definieren. Wird der Wert für eine einstellbare Dauer zwischen 1 und 60 Minuten unterschritten, trennt Fritz!DECT das angeschlossene Gerät vom Netz. Hinzu kommt eine Gruppenfunktion, die mehrere Funksteckdosen, etwa in einem Raum, zusammenfasst und gemeinsam kontrolliert. Kurz: Die Möglichkeiten sind für eine Funksteckdose ziemlich umfangreich und vor allem einfach zu bedienen, weil direkt im Browser-Menü der Fritzbox einstellbar. Dort erscheinen auch die Verbrauchswerte, schön übersichtlich als Diagramm dargestellt und die Temperaturangaben des integrierten Wärmesensors. Beides dient aber nur zu Informationszwecken und kann aktuell nicht für Schaltaktionen benutzt werden. Die Fritz!DECT kann also nicht den Heizlüfter aktivieren, wenn es im Raum zu kalt wird oder Verbrauchern nach einer gewissen Anzahl an Kilowattstunden den Saft abdrehen.

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Apropos Heizlüfter: Wer leistungshungrige Verbraucher anschließt, sollte darauf achten, dass die Steckdose höchstens eine Stromstärke von 10 Ampere zu liefern vermag. Das entspricht 2300 Watt bei 230 Volt Spannung. Devolo gibt für seine Schalt- und Messteckdose 3000 Watt an, der WeMo Insight Switch verkraftet umgerechnet sogar 3680 Watt (16 Ampere). Mehr geht in normalen Hausnetzen ohnehin nicht, weil es sonst die Sicherung raushaut.

Das Schnurlostelefon von AVM kann die Funksteckdose aus gleichem Haus fernbedienen.
Das Schnurlostelefon von AVM kann die Funksteckdose aus gleichem Haus fernbedienen.

Ein großer Vorteil von Fritz!DECT ist die Integration ins Ökosystem der Fritzbox. So können Schnurlostelefone von AVM wie das Fritzfon C4 als drahtlose Fernbedienung dienen. Wer seine Fritz!DECT 200 zwischendrin von Hand schalten möchte, muss nicht zur Steckdose laufen, um dort Knöpfchen zu drücken. Er greift stattdessen zum Hörer und hat im Menü „Smart Home“ die Ein/Aus-Funktion sowie die Temperaturanzeige jederzeit griffbereit. Dasselbe gilt für die Smartphone-App MyFRITZ! für Android- und iOS-Geräte. Neben Anrufliste, Anrufbeantworter und weiteren Funktionen der Fritzbox macht sie die Steckdosen auch von unterwegs aus zugänglich. Voraussetzung: Der Fernzugriff über den Online-Dienst www.myfritz.net am Router ist aktiviert. Natürlich setzt das Vertrauen in die AVM-Technik voraus. Aber spätestens seit dem Hackerangriff im Jahre 2014 dürfte der Hersteller besonders auf die Sicherheit achten. Dafür spricht die Verschlüsselung über ein eigenes Zertifikat, mit dem sich die Fritzbox via Internet gegenüber dem Smartphone ausweist. Außerdem sollte der Router ohnehin so eingestellt sein, dass er Sicherheitsupdates automatisch installiert.

Mit Hilfe des Online-Dienstes „MyFritz“ ist die Steckdose auch übers Internet bedienbar.
Mit Hilfe des Online-Dienstes „MyFritz“ ist die Steckdose auch übers Internet bedienbar.

Unterm Strich punktet die Fritz!DECT 200 also nicht mit besonders großem Funktionsumfang. Sie kann automatisiert oder ferngesteuert schalten, das war’s aber auch schon. Es gibt keine Bewegungsmelder oder andere Sensoren, die mit ihr interagieren würden. Doch das, was sie tut, macht sie ebenso gut wie zuverlässig – und für viele Haushalte ist das schon mehr als genug.

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