Der Google Assistant kommt auf Philips-TVs – im Laufe des Jahres 2018. ©digitalzimmer

Philips-TV kündigt Software-Update für Google Assistant an

Der Google-Assistant kommt auf Philips-Fernseher. Hersteller TP-Vision hat das bereits auf der IFA 2017 bekannt gegeben. Eigentlich sollte das Software-Update für die Sprachsteuerung im Januar erscheinen. Doch die Markteinführung verzögert sich – was nicht zuletzt an Google liegt. Laut TP Vision wird der Android-Erfinder seine Sprachsteuerung für Fernseher zunächst in Großbritannien einführen. Der Assistant für Android-TVs soll dort im Laufe des ersten Halbjahres 2018 erscheinen, auf Englisch versteht sich.

Andere Sprachversionen folgen dann bis Ende 2018, wobei Französisch, Deutsch, Italienisch und Niederländisch zu ersten Übersetzungen gehören sollen. Vor dem zweiten Halbjahr ist mit einer deutschen Sprachsteuerung also nicht zu rechnen. Wer sein Smarthome mit Hue-Lampen, Tado-Thermostaten und anderen IoT-Geräten per Assistant fernbedienen will, muss so lange auf sprachgesteuerte Lautsprecher oder die Smartphone-App für iOS und Android ausweichen. Entsprechend sieht nun auch der Update-Plan für Philips-TVs aus. Auf einer Presseveranstaltung in Amsterdam, hat das Unternehmen Ende Januar den weiteren Ablauf beschrieben.

Welche Philips-TVs bekommen den Google Assistant?

Bis zum Sommer erhalten sämtliche Android-TVs des  Modelljahrgangs 2018 ein Software-Update auf Version 7 des Betriebssystems (Spitzname „Nougat“). Geräte von 2017 sollen ebenfalls bedient werden: Für die Baureihen 6412, 6842, 7502 und darüber verspricht der Hersteller ein Update auf Android 7 im Laufe des Jahres. Damit sind die Geräte dann fit für die Spracherkennung und dürfen das Logo „Google Assistant built-in“ tragen. Sobald die Freischaltung in Deutschland beginnt, kann es losgehen. Wie das Ganze funktioniert, lässt sich in den USA besichtigen, wo Sony-Fernseher oder die Nvidia-Konsole Shield TV bereits mit dem Assistant arbeiten. Dort reagiert das Gerät nicht nur auf Befehle wie „Spiele Star Trek Discovery“, sondern zeigt auf Zuruf auch Bilder einer Überwachungskamera von Nest oder Logitech auf dem Fernsehschirm.

Das Topmodell OLED 973 und viele weitere Philips-TVs erhalten Google-Sprachsteuerung. Bild: TP Vision
Der OLED 973 und viele weitere Philips-TVs erhalten Google-Sprachsteuerung. Bild: TP Vision
So funktioniert die Sprachsteuerung auf Philips-Fernsehern

Im Unterschied zu Lautsprechern wie dem Google Home oder Amazon Echo lauschen die Philips-TVs nicht ständig in den Raum hinein. Sie reagieren daher auch nicht auf Rufworte wie „Hey Google“ und „OK Google“. Stattdessen muss der Nutzer eine Taste auf der TV-Fernbedienung drücken. Erst dann erfasst ein Mikrofon in der Fernbedienung den Sprachbefehl und sendet ihn an Google. TP Vision verspricht sich von dieser „Push-to-Talk“-Methode eine zuverlässige Spracherkennung – auch wenn der Fernseher laut eingestellt ist oder andere Umgebungsgeräusche die Kommandos übertönen. Sie ist für den Hersteller aber auch leichter zu realisieren. Um eine zuverlässige Spracherkennung quer durch den Raum zu ermöglichen, sind mehrere Fernfeld-Mikrofone nötig, die zusammenarbeiten und Störgeräusche herausfiltern. So ein Mikrofon-Array im Fernseher würde das Gerät für alle Käufer verteuern – auch für solche, die den Assistant gar nicht nutzen.

Der Assistant hört erst nach einem Druck auf die Fernbedienung zu. Bild: TP Vision
Der Google Assistant hört erst nach einem Druck auf die Fernbedienung zu. Bild: TP Vision

digitalzimmer.de meint: Google lässt sich Zeit mit dem Assistant auf Android-TV. Davon können deutsche Besitzer der Shield-Konsole von Nvidia ein Lied singen. Sie warten seit der Ankündigung im Januar 2017 auf sprachgesteuerte Smarthome-Funktionen. Wenn TP Vision Recht behält, wird es auch noch einige Monate dauern, bis deutsche TV-Nutzer in den Genuss der Sprachsteuerung kommen. Aber vielleicht hat die Wartezeit ja auch ihr Gutes: Lieber ein ausgereifter Google Assistant im zweiten Halbjahr als ein übereilter Fehlstart, bei dem noch nichts so richtig funktioniert.

Aufmacherfoto: digitalzimmer.de

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