Withings Home: Die Rundum-sorglos-Kamera?

Produkte von Withings haben einen gewissen Charme. Das ist mir schon vor Jahren  aufgefallen, als ich für das Magazin „eHOME“ den Smart Baby Monitor und den Blutdruckmesser getestet habe – und das denke ich jeden Morgen, wenn ich auf unsere Online-Waage WS-30 steige. So sollten Smart-Home-Produkte eigentlich sein: schön gestaltet, nicht besonders pflegeaufwändig und einfach zu bedienen. Daher war ich sehr gespannt, ob das auch auf die neue Überwachungskamera Withings Home zutrifft.

Lautsprecher, Mikrofon und Luftsensor sind ins Gehäuse integriert. Bilder: digitalzimmer
Lautsprecher, Mikrofon und Luftsensor sind ins Gehäuse integriert. Bilder: digitalzimmer

Obwohl: Die Bezeichnung Kamera scheint in diesem Fall zu kurz gegriffen. Withings Home will mehr sein als ein weiteres Produkt zur Videoüberwachung. Im wohnlich mit einer hellen Holzmaserung dekorierten Gehäuse stecken nämlich auch ein Babyfon mit Gegensprechanlage und Spieluhr, ein Nachtlicht fürs Kinderzimmer und ein Raumluftsensor. Hier kommt ganz offenbar der Wellness-Gedanke des Unternehmens zum Tragen, den Withings bei fast allen seinen Produkten verfolgt. Sie sammeln Daten ihrer Nutzer in einer Gesundheits-Cloud und stellen sie gesammelt in der App Health Mate dar. Warum ausgerechnet die Withings Home von dieser Strategie abweicht, verstehe ich nicht ganz. Doch dazu später mehr

Los geht es wie immer mit einer Smartphone-gestützten Installation. Die App Withings Home führt den Käufer wie gewohnt durch die Einrichtung. Ebenfalls wie üblich ist dafür ein kostenloses Benutzerkonto nötig, das bei dieser Gelegenheit auch gleich angelegt wird. Bestehende Withings-Nutzer können das Konto eines anderen Geräts zum Anmelden verwenden. Bei der ersten Kontaktaufnahme dient Bluetooth: Die Kamera wird von der App automatisch erkannt und mit einem Namen wie „WT-Home DEF4“ zur Koppelung  angeboten. Danach bekommt sie die Zugangsdaten des WLAN mitgeteilt. Das kann auf iOS-Geräten automatisch mit Hilfe der Wireless Accessory Configuration (WAC). Ein Apple-Smartphone oder -Tablet schickt dabei die Zugangsdaten auf Knopfdruck zur Kamera. Allerdings hat diese Art der Konfiguration im Test nicht funktioniert, weshalb ich den konventionellen Weg mit Auswahl des Funknetzes und Eingabe des Passworts von Hand gegangen bin. Auch das hat aber nur wenige Minuten gedauert.

Während der Installation wird die Withings Home mit dem heimischen WLAN verbunden.
Während der Installation wird die Withings Home mit dem heimischen WLAN verbunden.
Withings Home misst auch die Luftqualität

Danach nimmt die Kamera augenblicklich den Betrieb auf und zeigt ein Live-Bild in der App an. Der Luftsensor gönnt sich mehr Zeit, weil er nach dem ersten Einschalten 48 Stunden zum Kalibrieren braucht. Erst danach erscheinen die Daten zur Luftqualität in der App. Sie werden als „Parts per Million“ (ppm) angegeben, also Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Laut Hersteller misst das Gerät die Konzentration von Flüchtigen organischen Verbindungen, auch VOC (Volatile Organic Compunds) genannt. Dazu gehören zum Beispiel Ausdünstungen von Geräten, Reinigungsmitteln und Farben aber auch Tabakrauch. Allerdings ist die Definition von Land zu Land etwas unterschiedlich und Withings macht keine Angaben, was genau da ermittelt wird. Nur soviel gibt der Hersteller im Handbuch und den technischen Daten an: Kohlenmonoxid von offenen Feuerstellen ist nicht dabei. Der Mix an Daten scheint zu ähnlichen Ergebnissen zu führen wie die CO2-Messungen der Netatmo Wetterstation, denn beide Produkte warnten in meinen Praxistests ungefähr zu selben Zeit. Wenn die Withings Home Alarm schlägt, ist auf jeden Fall Zeit zum Lüften.

Ein Sensor misst Luftverunreinigungen und warnt, wenn Mitteilungen in der App aktiviert sind.
Ein Sensor misst Luftverunreinigungen und warnt, wenn Mitteilungen in der App aktiviert sind.

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