Sone One oder Play:1 – Welcher von beiden ist der bessere Kauf? ©digitalzimmer

Sonos One oder Play:1 – welcher ist besser?

Sonos hat den Play:1 im Preis gesenkt. Der beliebte Multiroom-Lautsprecher kostet jetzt offiziell 180 Euro – und damit einen Fünfziger weniger als das Schwestermodell Sonos One. Im Rahmen von Sonderaktionen gibt es ihn teilweise noch günstiger. Zwar fehlt ihm die Sprachsteuerung des Sonos One, doch wer das gesparte Geld in einen Echo Dot investiert, kann Amazons Alexa auch nachrüsten. Da drängt sich die Frage auf, welcher von beiden der bessere Kauf ist: Sonos One oder Play:1? Ich wollte es wissen und habe beide Modelle im Digitalzimmer auf den Prüfstand gestellt.

Mit einem Echo Dot von Amazon lässt sich der Play:1 auch per Sprache steuern. ©digitalzimmer
Mit einem Echo Dot von Amazon lässt sich der Play:1 per Sprache steuern. ©digitalzimmer
Die Preisfrage: Sonos One oder Play:1?

Ein Sonos One schlägt mit 230 Euro zu Buche. Der Play:1 plus Echo Dot kostet normalerweise 10 Euro mehr. Aktuell gewährt Amazon allerdings 40 Prozent Rabatt auf seinen smarten Puck. Das macht die Kombi günstiger als den Sonos-Lautsprecher mit integrierter Alexa. Wer Stereopaare bilden will, spart gleich doppelt. Denn ein One lässt sich nur mit seinesgleichen paaren. Pro Raum sind also immer zwei Exemplare nötig – auch wenn eines für die Spracherkennung reichen würde. Kostenpunkt: 460 Euro. Das Pärchen Play:1 plus Echo Dot ist aktuell für unter 400 Euro zu haben.

Dem Preisvorteil stehen ein paar konstruktive Nachteile gegenüber. So belegt die Sonos/Amazon-Kombi gleich zwei Steckdosen. Der Echo hat außerdem ein Steckernetzteil. Es beansprucht mehr Platz als der flache Sonos-Stecker und macht den Vorteil des integrierten Lautsprecher-Netzteils wieder zunichte. Hinzu kommt ein höherer Energieverbrauch. Mein etwas betagter Play:1 zieht im Standby 3,7 Watt. Der Echo Dot genehmigt sich weitere 1,6 Watt, um auf sein Aktivierungswort zu lauschen. Macht zusammen 5,3 Watt oder knapp 13 Euro im Jahr (28 ct/kWh). Der One, den mir Sonos zum Test geschickt hat, zieht ohne Sprachsteuerung 3,4 Watt aus der Steckdose. Mit zugeschalteten Mikrofonen braucht er 4,9 Watt, was einer jährlichen Stromrechnung von 12 Euro entspricht.

Der Play:1 hat noch das alte Bedienfeld (links), der One kommt mit Sensortasten. ©digitalzimmer
Der Play:1 hat noch das alte Bedienfeld (links), der One kommt mit Sensortasten (rechts).

Vor allem aber profitiert der Sonos One vom neuen Bedienfeld. Es folgt derselben Philososphie wie auf der Playbase und dem aktualisierten Play:5. Das heißt: Sensortasten steuern nicht nur die Lautstärke und Play/Pause. Sie ermöglichen auch den Titelsprung. Wie das geht, habe ich in meinen 10 Sonos-Tipps, die jeder kennen sollte, erklärt. Mir persönlich gefällt die ebene Oberfläche besser. Sie gibt dem Sonos One ein noch geschlosseneres Design. Das umlaufende Lautsprechergitter in Gerätefarbe trägt seinen Teil zur eleganten Erscheinung bei. Am Play:1 ist es silbern und hebt sich deutlich vom weißen oder schwarzen Rest des Gehäuses ab.

Unterschiede in der Spracherkennung

Unter der glatten Oberfläche des Sonos One sitzen die sechs Fernfeld-Mikrofone der Sprachsteuerung – zu erkennen an einem Ring aus kleinen Öffnungen. Dass sie weniger empfindlich reagieren sollen als das 7-Mikrofon-Array im Amazon Echo, wie manchmal berichtet wird, kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil: Mit gehobener Musiklautstärke (ab etwa Level 6) kommt ein Echo Dot in der Nähe des Play:1 kaum noch gegen den Schall des Lautsprechers an. Dabei spielt es keine Rolle, ob er seitlich daneben, vor oder oben auf der Box steht. Der Sonos One schlägt sich hier besser. Allerdings kann ich den Echo Dot vom Play:1 wegrücken und anderswo im Raum aufstellen, wo er mich besser versteht. Diese Möglichkeit bietet die integrierte Sonos-Lösung nicht. Und noch einen weiteren Vorteil hat die Trennung: Die Stimmlautstärke ist separat vom Musikpegel einstellbar. So schreit einen Alexa am Morgen nach der Party nicht an, weil das Sonos-System noch auf volle Lautstärke steht.

Die Mikrofontaste am Sonos One schaltet Alexas Ohren ab. ©digitalzimmer
Die Mikrofontaste am Sonos One schaltet Alexas Ohren ab. ©digitalzimmer
Sonos One oder Play:1 – wer kann’s besser mit Alexa?

Sicherheitshalber bezeichnet Sonos seine Sprachsteuerung auf der Webseite als Beta. Nutzer sollen nicht zu viel von Alexa erwarten. Der Funktionsumfang ist noch etwas eingeschränkt. Auf Zuruf lässt sich zum Beispiel die Wiedergabe in einem gewünschten Raum starten und anhalten, zum nächsten oder vorigen Song springen sowie nach dem Namen eines laufenden Titels fragen. Auch Befehle wie Ton aus, lauter, leiser und die Pegeländerung in zehn Stufen, wie vom Echo bekannt, stehen zur Verfügung.

Das Ganze funktioniert allerdings nur mit Streaming-Musik bestimmter Anbieter. Amazon Music und das Webradio TuneIn waren von Anfang an dabei. Spotify soll eigentlich erst am 21. Dezember folgen. Im Test funktionierte der Abruf von Songs und Playlisten aus meinem Spotify-Konto aber schon. Nutzer anderer Online-Dienste wie Deezer, Tidal oder Apple Music müssen weiterhin zur Sonos-App greifen. Sammler mit Audiodateien im Heimnetzwerk ebenfalls, denn auf lokale Dateien hat Alexa keinen Zugriff. Einen Workaround gibt es für Amazon-Kunden: Wer seine Titel in die Amazon-Cloud hochlädt, kann diese wie Songs von Amazon Music streamen. Was ich mir wünschen würde: eine Gruppierung von Lautsprechern auf Zuruf. Um schnell mal das Haus zu beschallen, wenn Besuch kommt. Aktuell verwendet Alexa die Gruppen aus der Sonos-App. Ist ein Raum mit anderen verbunden, spielen diese automatisch mit.

Während der Installation verknüpfen Nutzer ihr Sonos-Konto mit dem Alexa-Skill des Multiroom-Systems.
Beim ersten Einrichten verknüpft der Nutzer sein Sonos-Konto mit dem Alexa-Skill.

Ob ein Echo Dot oder der Sonos One das Kommando übernimmt, hat auf die Bedienung keinen Einfluss. Die Steuerung funktioniert in beiden Fällen gleich – und so intuitiv, dass ich im Alltag kaum noch das Smartphone zücke. „Alexa … spiele etwas entspannten Jazz“ oder „… starte meine Playliste Abendessen“ geht einfach schneller von der Hand (pardon: über die Lippen) als jede Eingabe am Bildschirm. Kleiner aber entscheidender Unterschied: Im Falle des One erklingt Alexas Stimme aus dem Multiroom-Lautsprecher. Beim Play:1 übernimmt der Echo diese Aufgabe – in deutlich schlechterer Qualität. Das allein wäre für mich schon ein Grund, den One anzuschaffen. Über ihn hört sich Alexa viel natürlicher an.

Was nicht heißen soll, dass es auch Argumente gibt, die für eine Kombination aus Play:1 und Echo sprechen. So kann der Amazon-Lautsprecher zum Beispiel Hörbücher von Audible wiedergeben. Das klappt mit dem Sonos One noch nicht. Auch Sportnachrichten, bleiben dem Echo vorbehalten. Dass diese Einschränkungen nur vorübergehend sein dürften, zeigt die „Tägliche Zusammenfassung“. Bis vor kurzem funktionierte der persönliche Nachrichtenüberblick auf dem Sonos One noch nicht. Inzwischen liest auch der Multiroom-Lautsprecher brav die Meldungen vor. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der Sprachtalente am 27. November 2017.

Play:1 mit Echo Sonos One
Audiowiedergabe
Amazon Music
Spotify
TuneIn Radio
Audible Hörbücher ■ (Ton via Echo)
Alexa-Funktionen
Aktivierungswort änderbar
Wetter ■ (Ton via Echo)
Wecker/Timer ■ (Ton via Echo)
Einkaufs-/To-do-Liste ■ (Ton via Echo)
Kalender ■ (Ton via Echo)
Einkaufsliste ■ (Ton via Echo)
Anrufe tätigen ■ (Ton via Echo)
Tägliche Zusammenfassung ■ (Ton via Echo)
Sportnachrichten ■ (Ton via Echo)
Verkehr ■ (Ton via Echo)
Spracheinkauf ■ (Ton via Echo)
Alexa-Skills (Auswahl)
Sonos
Philips Hue
Ikea Trådfri
Lifx
Tado
Logitech Harmony
Homee
IFTTT
Deutsche Bahn ■ (Ton via Echo)
Chefkoch.de ■ (Ton via Echo)
Fernsehprogramm ■ (Ton via Echo)
Abfallkalender ■ (Ton via Echo)
Weitere Funktionen
Google Assistant angekündigt
Apple AirPlay 2 angekündigt

Außerdem will Sonos die Fähigkeiten seines Lautsprechers selbst per Software-Update erweitern. Eine Reihe neuer Funktionen sind für 2018 bereits angekündigt. So wird der Sonos One neben Alexa auch den Google Assistant unterstützen. Und der Kleine soll als erstes Produkt im Sonos-Sortiment mit AirPlay von Apple zusammenarbeiten. Umwege über eine Airport-Express-Station und den Klinken-Eingang wie bisher wären damit überflüssig. Und ganz nebenbei würde sich der Lautsprecher mit einem iOS-Gerät oder dem Apple HomePod dann auch per Siri sprachsteuern lassen.

Das Schraubgewinde für Wandhalter (links) gibt es am Sonos One nicht mehr. ©digitalzimmer
Das Schraubgewinde für Wandhalter (links) gibt es am Sonos One nicht mehr. ©digitalzimmer
Verarbeitung und Klang der beiden Sonos-Lautsprecher

Materialanmutung und Verarbeitung sind über jeden Zweifel erhaben. Die Oberseite des Play:1 macht beim Anklopfen einen noch massiveren Eindruck, was sich auch in 110 Gramm mehr Gewicht niederschlägt (1887 statt 1777 g). Der Mikrofone wegen mussten die Entwickler am neuen Modell wohl etwas abspecken. Klanglich schenken sich die beiden nichts. Der Sonos One basiert technisch auf der Lautsprecher-Konstruktion des Play:1 – und zum Glück hat er dessen angenehme Abstimmung geerbt.

Ich habe mich wirklich bemüht, mit einer Test-Playliste Unterschiede herauszuhören. Sie enthielt Streaming-Titel von Amazon Music und Spotify, Tunes-Downloads und selbst gerippte CD-Titel audiophiler Labels wie DMP oder MoFi (MFSL). Beide Lautsprecher waren mit der Trueplay-Funktion auf den Raum eingemessen und so genau wie möglich eingepegelt. Manchmal schien der Sonos One Frauenstimmen etwas plastischer herauszuarbeiten (Emeli Sandé, Alina), dann meinte ich im Bass des Play:1 eine Spur mehr Druck zu verspüren (Bliss, Flim & the BB’s). Im Blindtest mit vertauschen Rollen ließen sich die Unterschiede aber kaum reproduzieren. Unterm Strich ergibt das ein Patt. Beide Lautsprecher gehören klanglich für mich zum Besten, was es in Größenklasse an Multiroom-Lautsprechern gibt.

Das Fazit: Sonos One oder Play:1?

Mit der Preissenkung des Play:1 hat Sonos sein Multiroom-System noch attraktiver gemacht. Wer – wie ich – schon einige Exemplare besitzt, braucht auch nicht zwingend auf den Sonos One umzusteigen. Er kann die Sprachsteuerung per Echo oder Echo Dot nachrüsten. Praktischer Nebeneffekt: Neuerungen, die Amazon seiner Alexa angedeihen lässt, stehen künftig sofort zur Verfügung. Mit seinem Sonos One gibt es diese Garantie nicht. Gut möglich, dass Funktionen wie das Telefonieren mit Alexa es nie auf Geräte anderer Hersteller schaffen. Langfristig würde ich mich aber trotz der Mehrkosten für den Sonos One entscheiden. Er sieht schicker aus und spart ein zusätzliches Gerät für die Spracherkennung im Raum. Wenn die versprochenen Updates für Google Assistant oder AirPlay kommen vielleicht auch zwei oder drei.

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