Logitech Harmony Hub mit HomeKit verbinden – so geht's

Logitech Harmony mit Apple HomeKit verbinden

Seit einer gefühlten Ewigkeit verrichtet eine Logitech Harmony bei mir zu Hause ihren Dienst. Die Universal-Fernbedienung steuert ein halbes Dutzend Geräte – vom Panasonic-TV über AV-Receiver und Blu-ray-Player von Denon bis hin zu Apple TV und Nvidia Shield. Vor Weihnachten kommen jedes Jahr noch LED-Kerzen hinzu, die der Harmony Hub per Infrarotsignal ein- und wieder ausschaltet.

Leider hat Logitech es bis heute nicht geschafft, den Hub kompatibel mit HomeKit zu machen. Wir nutzen deshalb einen Amazon Echo, um sprachgesteuert Harmony-Aktionen wie „Fernsehen“ oder „Netflix“ zu starten. Da Licht und Heizung über HomeKit laufen, sorgt das aber regelmäßig für Verwirrung. „Hey Siri … äh … Alexa … Fernsehen einschalten“. Der Sinn und Zweck des Ganzen – einfachere, familienfreundliche Bedienung – bleibt da auf der Strecke. Weil man sich merken muss, welche Assistentin wofür zuständig ist.

Die Lösung: ein Homebridge-Server im Netzwerk

Schon letztes Jahr habe ich mich deshalb an der Open-Source-Software Homebridge versucht (LINK). Sie verbindet viele von Apple nicht zertifizierte Geräte wie den Logitech-Hub mit einer HomeKit-Installation. Blogger-Kollege Matthias Petrat hat die App Homebridge für Rasberry Pi erfolgreich ausprobiert (LINK). Das iOS-Programm installiert Homebridge weitgehend automatisch auf einem Mini-Computer Raspberry Pi – und liefert auch gleich das nötige Plug-in für den Harmony Hub dazu. Die komplette Einrichtung ist auf Matthias‘ Blog ebenfalls beschrieben (LINK).

Do-it-Yourself-Kit: Die Software Homebridge auf einem RaspberryPi-Computer. ©digitalzimmer

Leider hat die Sache bei mir nie richtig funktioniert. Das Plug-in brachte meinen Homebridge-Server regelmäßig zum Absturz. Auch mehrfaches Löschen und neu Aufsetzen des RaspPi konnten dieses Problem nicht dauerhaft lösen. Es musste also eine andere Lösung her. Und die fand sich zunächst im Mac AppStore.

Harmony Bridge: Brücken-Software auf dem Mac

Im Download-Shop auf dem Mac gibt es seit einiger Zeit das Programm Harmony Bridge für 6,99 Euro (LINK). Es verbindet den Logitech-Hub mit der Haussteuerung von Apple. Die Einrichtung geht schnell und einfach vonstatten: Nacht dem Start sucht die App nach Harmony-Hubs im Netzwerk. Findet sie ein Exemplar, zeigt sie den QR-Code zum Scannen mit dem iPhone an. Von da an läuft alles wie gewohnt. Nach Abschluss der Installation gibt es in der Home-App eine neue Kachel zum Ein- und Ausschalten des TV.

Das Mac-Programm Harmony Bridge verbindet den Hub mit HomeKit. ©digitalzimmer

Ein langer Fingerdruck auf das Quadrat öffnen ein Untermenü, in dem sich alle Aktionen des Hubs befinden. Um sie per Sprache zu starten, legt man eine HomeKit-Szene mit der jeweiligen Aktion an und gibt ihr den gewünschten Namen. So lassen sich zum Beispiel auch TV-Kanäle aufrufen – sofern sie als eigene Aktion auf dem Hub hinterlegt sind. Das macht mehr Arbeit als der Alexa-Skill von Logitech. In dem sind Sprachbefehle für Programmfavoriten bereits voreingestellt. Aber dafür stehen die Harmony-Szenen auch für HomeKit-Automationen zur Verfügung – was viel mehr Möglichkeiten bietet als die eingeschränkten Routinen von Alexa.

Außer in der Home-App erscheint der Hub auch in der Apple-TV-Fernbedienung von iOS (rechts).

Besonderer Clou: Die Mac-App nutzt ohne weitere Konfiguration die Fernbedienungsfunktionen von iOS. Wer im Kontrollcenter die sogenannte Apple TV Remote öffnet, bekommt darin auch den Harmony Hub angezeigt. Ist er ausgewählt, lassen sich verbundene Geräte genauso wie ein Apple TV steuern. Das Steuerkreuz schaltet zum Beispiel Fernsehkanäle durch oder springt im Smart-TV-Menü von Eintrag zu Eintrag. Die Lautstärketasten am iPhone regeln den Pegel am TV oder AV-Receiver – je nachdem, welches Gerät in der Hamony-Aktion für die Lautstärkekontrolle zuständig ist.

Genau so etwas hatte ich gesucht. Allerdings stört mich, dass zum Betrieb des Programms immer der Mac laufen muss. Harmony Bridge ist etwas für Haushalte, in denen ein Computer mit macOS Mojave (10.13) oder neuer ohnehin eingeschaltet bleibt. Nur als Brücke für HomeKit braucht der Mac aber zu viel Strom. So bin ich am Ende doch wieder bei Homebridge gelandet.

Hoobs: Homebridge-Server für jeden Anspruch

Einen Raspberry Pi 3 Modell B Plus hatte ich von meinen ersten Homebridge-Gehversuchen ja noch zu Hause. Im Set mit Netzteil und Gehäuse kostet der Selbstbau-Computer etwa 80 bis 90 Euro. Und sein Standby-Verbrauch von 2,8 Watt schlägt nur in geringem Maß auf die Stromrechnung durch (etwa 7 Euro im Jahr).

Einen betriebsbereiten RaspPi gibt es online schon für deutlich unter 100 Euro. ©digitalzimmer

Als Software empfehle ich Homebridge out of the Box, kurz Hoobs genannt (LINK). Das Programmpaket aus der Schweiz enthält alles, was der Heimvernetzter braucht, um aus dem Mini-PC eine HomeKit-Bridge zu machen. Drei Versionen bieten die Entwickler an. Experten, die sich mit Computern auskennen, bekommen Hoobs als kostenlose Image-Datei zum Download. Eine Spende wird allerdings gern gesehen, weil sie die Weiterentwicklung sichert.

Wer Homebridge nicht selbst aufspielen will, kann eine MicroSD-Karte mit dem Server-Programm bestellen (12,90 US-Dollar). Nach dem Einschieben in den Kartenslot eines Raspberry Pi installiert sich die Software selbst und ist betriebsbereit. Als dritte und höchste Komfortstufe bietet Hoobs einen fix und fertig konfigurierten Server-PC zum Komplettpreis von 129 Dollar an.

Hoobs begrüßt einen mit einer klaren, übersichtlichen Bedienoberfläche. @digitalzimmer

Softwareseitig gibt es keine Unterschiede zwischen den Versionen. Alle drei starten mit derselben grafischen Benutzeroberfläche, die sie einem Plug-in namens Homebridge Config UI X verdanken (LINK). Direkt nach dem Start eignet sich der RaspPi allerdings noch nicht als Bridge. Er benötigt weitere Plug-ins, um Geräte an HomeKit zu übergeben. Diese Mini-Programme lassen sich direkt über die Überfläche von Hoobs suchen und installieren. Mein Tipp für die Logitech-Fernbedienung heißt Homebridge Harmony (LINK)

Ganz ohne Programmieren geht es nicht

Um das Plug-in einzurichten, ist etwas Programmiercode nötig. Aber keine Angst, der Aufwand hält sich in Grenzen. Yannic Fries von smartapfel.de hat eine sehr gute Homebridge-Anleitung geschrieben, die auch das Installieren von Plug-ins erklärt (LINK). Wer sich daran hält, dürfte keine Probleme haben. Tipp: Vor jeder Änderung der Datei confic.json eine Sicherheitskopie mit der Backup-Funktion von Hoobs anlegen. Dann kann nichts passieren.

In die json-Datei wird ein Code-Schnipsel eingetragen, der sich von der Plug-in-Seite im Internet herüberkopieren lässt. Wie das geht, ist im oben verlinkten smartapfel-Beitrag beschrieben (LINK). Wichtig dabei: An die Stelle des Platzhalters „hubIP“: „192.168.1.XX“ kommt die IP-Adresse der Plattform – also des Harmony Hubs – im heimischen Netzwerk. Bei mir sieht das dann ungefähr so aus:

"platforms": [
  {
    "platform": "HarmonyHubWebSocket",
    "name": "Harmony",
    "hubIP": "192.168.1.98",
    "TVAccessory" : false,
    "switchAccessories" : true
  }
]

Die neun Zeilen Code sorgen dafür, dass für jede Harmony-Aktion ein Schalter in HomeKit erscheint. Er reagiert auf Sprachbefehle genauso wie auf Berührung am Bildschirm. Wer die letzten beiden Einträge ändert und „TVAccessory“ : true, sowie „switchAccessories“ : false einträgt, bekommt stattdessen eine Liste mit Aktionen zur Auswahl. Beide Male true blendet die Varianten nebeneinander ein, wobei ich allerdings nicht weiß, wofür das gut sein soll.

Das Homebridge-Plug-in blendet Aktionen der Logitech Harmony als Schaltflächen ein.

Auf jeden Fall funktioniert diese Lösungen sehr zuverlässig. Der Raspberry Pi läuft mittlerweile seit drei Tagen rund um die Uhr – ohne einen einzigen Absturz oder Hänger. Das hat die frühere Homebridge-Installation ohne Hoobs nie geschafft. Jetzt fehlt nur noch eine Möglichkeit, mit Siri auch die Lautstärke zu ändern. Dann hat der Alexa-Skill von Logitech bald ganz ausgedient.

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