Senic Nuimo und Flic bekommen jeweils einen eigenen Hub.©digitalzimmer

Smarthome-Controller: Nuimo und Flic bekommen eigenen Hub

Smarthome-Controller wie der Senic Nuimo oder der Flic kommen ohne Funkzentrale aus. Sie kommunizieren per Bluetooth mit einer App am Smartphone. Das Telefon sendet die Befehle an andere Geräte im Netzwerk weiter. Nachteil: Ohne ein Smartphone in Bluetooth-Reichweite funktioniert die Steuerung nicht. Außerdem ist die Umsetzung von Bluetooth Low Energy (BLE) auf Android-Geräten höchst unterschiedlich. Anders als beim Audio-Streaming per Bluetooth gibt es keine standardisierte Hardware. Das macht die Programmierung für die Hersteller solcher Controller kompliziert.

Senic und Flic haben nun offenbar die Nase voll von Software-Anpassungen für Android-Geräte. Beide Hersteller bieten in Zukunft eigene Hubs an. Als eigenständige Funkzentralen sollen sie das Smartphone ergänzen und eine definierte Plattform für die Haussteuerung schaffen. Dazu haben die Unternehmen zwei neue Crowdfundig-Kampagnen auf Kickstarter und Indiegogo ins Leben gerufen. Wie bei den ersten Produkten Nuimo und Flic können Nutzer die Entwicklung mitfinanzieren, indem sie die Geräte online vorbestellen. Nach Anlauf der Produktion werden Unterstützer als erstes beliefert und bekommen ihr Exemplar automatisch zugestellt.

Der erste Prototyp des Senic Hub – zu sehen im Blog des Hersteller. Bild: Senic
Der erste Prototyp des Senic Hub – zu sehen im Blog des Hersteller. Bild: Senic
Senic Hub: Basisstation für den Nuimo-Controller

Im Falle von Senic stehen sogar zwei Modelle zur Wahl. Das eine heißt schlicht Senic Hub und kostet auf Kickstarter 49 Euro. Es arbeitet mit dem Controller Nuimo zusammen und soll per Open Source Software eine Vielzahl von Smarthome-Produkten steuern. Die Webseite nennt unter anderem Lifx-Lampen, Tado-Thermostate, Sonos-Lautsprecher, Netatmo-Geräte, Apple-TV und Philips Hue. Das Produkt ist auf der Kickstarter-Seite nicht abgebildet, dürfte aber ähnlich aussehen wie unlängst im Senic-Blog gezeigt. Als Liefertermin gibt der Hersteller den August 2017 an.

Senic Covi setzt dem Ganzen noch eins drauf – und zwar in Form eines Lampenschirms. Covi ist zusätzlich zum Hub auch eine dimmbare LED-Leuchte. Ihr Licht lässt sich in der Farbtemperatur verändern und an den Tagesverlauf anpassen. Ungefähr so wie bei einer Hue- oder Lightify-Lampe mit abstimmbarem Weiß. Der Schirm aus sandgestrahltem Glas ruht auf einem runden Aluminium-Sockel, in dem sich auch die Smarthome-Technik befindet. Wie der Hub kann Covi eine Bluetooth-Verbindung zum Senic Nuimo herstellen und den massiven Controller als Lautstärkeregler, Touchpad oder Fernbedienung verwenden.

Senic Covi: Sprachgesteuerter Hub mit Amazon Alexa

In den Sockel der Leuchte wollen die Senic-Entwickler aber noch mehr eingebauen. Er soll einen Lautsprecher und vier hochsensible Mikrofone enthalten. Mit ihrer Hilfe unterstützt Covi die Sprachsteuerung von Amazon. Alexa steuert die Lampe und das Smarthome also auf Zuruf. Alternativ startet die Spracherkennung beim Berühren der Aluminiumbasis mit der Hand. Weitere Sprachassistenten sollen folgen. So zeigt die Kickstarter-Seite von Senic zum Beispiel das HomeKit-Logo, was eine Bedienung mit Siri von Apple nahelegt. Darüber hinaus soll sich Covi in andere Smarthome-Systeme wie KNX, Crestron oder SmartThings integrieren. Alles mit Hilfe der offenen Software-Plattform, die Senic über eine eigene Entwicklerseite im Internet zugänglich macht. Der Frühbucherpreis für die ersten 600 Covi-Unterstützer beträgt 99 Euro plus Versandkosten. Danach steigt er schrittweise auf 179 Euro. Die Auslieferung beginnt laut Hersteller im März 2018. Später im Einzelhandel soll das Produkt 299 Euro kosten.

Der Smarthome-Hub Covi von Senic soll gleichzeitig als Leuchte dienen. Bild: Hersteller
Der Smarthome-Hub Covi von Senic dient gleichzeitig als LED-Leuchte. Bild: Hersteller
Flic Hub: mehr Reichweite Für den Flic Button

Flic, der kleine Funkknopf aus Schweden (hier unser ausführlicher Test), hat normalerweise eine Bluetooth-Reichweite von zehn Metern. Viel weiter darf sich das Smartphone nicht vom Flic Button entfernen. Mit dem kommenden Flic Hub steigt die Reichweite auf 30 Meter, verspricht der Hersteller. Die flache Box übernimmt die Steuerfunktion des Smartphones und stellt Kontakt zum heimischen Netzwerk her. Gleichzeitig wächst Zahl möglicher Flic Buttons – von 8 auf 100. So kann jedes Familienmitglied gleich mehrere Knöpfe haben und eine große Zahl an Geräten damit steuern. Die Liste unterstützter Systeme reicht von Sonos über Hue, Lifx und Ikea Trådfri bis hin zu IFTTT.

Ein als Zubehör erhältlicher Infrarot-Sender („IR Blaster“) soll außerdem die Steuerung unvernetzer Geräte ermöglichen. So lassen sich auch Klimaanlagen, Fernseher und Surround-Receiver auf Knopfdruck schalten. Sein Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar hat der Flic Hub bereits erreicht. Er kann auf Indiegogo vorbestellt werden. Die Solo-Version kostet 59 Euro zuzüglich Versand, mit IR-Blaster sind es zehn Euro mehr. Als späterer Verkaufspreis hat der Hersteller 99 Euro angepeilt. Wenn alles läuft wie geplant, soll die Auslieferung im Oktober 2017 beginnen.

Abbildung des kommenden Flic-Hub – ebenfalls von der Webseite des Herstellers. Bild: Flic
Abbildung des kommenden Flic-Hub – ebenfalls von der Webseite des Herstellers. Bild: Flic

digitalzimmer.de meint: Bluetooth-Controller wie der Flic oder Nuimo erleichtern die Bedienung vernetzter Geräte. Doch erst mit Hub wird ein richtiges Smarthome-System daraus. Befehle können automatisch ablaufen, ohne dass ein Telefon oder Tablet in der Nähe ist. Deshalb sind die neuen Funkzentralen eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Produkte. Mit Covi hat Senic sogar noch mehr vor. Die sprachgesteuerte Designer-Leuchte rückt nicht nur optisch in den Mittelpunkt der Wohnung. Mit ihrem Open-Source-Ansatz kann sie zum Knotenpunkt für alle möglichen IOT-Produkte werden. Und anders als bei einigen Smarthome-Produkten in der Vergangenheit, deren Crowdfundig spurlos im Sande verlief, dürfen Unterstützer von Senic und Flic auf die Erfahrung der Unternehmen vertrauen. Beide Start-Ups haben bereits bewiesen, dass sie schaffen, Produkte erfolgreich auf den Markt zu bringen.

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