Die Medion-Wetterstation an der Smarthome-Zentrale von Innogy. ©digitalzimmer

Livisi: Ende der Smarthome-Dienste und lokaler Betrieb

Manche Nutzer von Livisi hatten die Hoffnung auf Informationen schon aufgegeben: Seit Ende 2020 hängt das Smarthome-System (ehemals Innogy/RWE) in der Schwebe. Der Online-Shop für Geräte ist geschlossen, die Zukunft ungewiss. In einem Newsletter vom Mai 2021 machte das Unternehmen wenig Hoffnung auf eine baldige Änderung des Zustands. Doch nun gibt es Neuigkeiten.

Livisi stellt seine Dienste zum 1. März 2024 ein

Wie das Unternehmen in einer E-Mail an registrierte Kunden mitteilt, stellt es seine Smarthome-Dienste zum 1. März 2024 ein. Ab diesem Termin wird kein Zugriff auf das Benutzerkonto und andere Funktionen mehr möglich sein. Die Daten der Systeme auf Livisi-Servern werden unwiderruflich gelöscht. Ein vollumfänglicher Betrieb der Zentrale in ihrer heutigen Form ist damit noch zwei Jahre lang möglich. Wer das System darüber hinaus nutzen will, muss sich auf einen erhöhten Aufwand einstellen.

Die Alternative: lokaler Betrieb ohne Cloud

Schon 2012 kündigte Livisi im Kundenforum an, seine Funkzentrale mit einem lokalen Betrieb auszustatten. Bislang ist sie noch auf eine Internetverbindung angewiesen, weil ihre Bedienoberfläche vom Cloud-Server gespeist wird. Ohne Internet funktionieren die App und das Webinterface nicht (mehr dazu im Beitrag „Diese Smarthome-Systeme funktionieren auch offline”).

Eine neue Softwareversion für den Smart Home Controller oder SHC, wie die Zentrale offiziell heißt, soll das ändern. Sie holt alle Kernfunktionen aus der Cloud und installiert sie auf der Funkbasis. Damit werden Szenarien, Regeln und Automationen lokal ausgeführt. Ein Betatest mit 20 Nutzern ist gerade gestartet (LINK).

Medion startet Produkt-Sortiment für Innogy SmartHome. ©digitalzimmer
App und Zentrale sollen künftig ohne Internet funktionieren. ©digitalzimmer
Verbindungen nur lokal im Netzwerk möglich

Allerdings wird die Konzentration aufs Heimnetzwerk auch Einschränkungen mit sich bringen. So verfügt die Zentrale mit der neuen Software über keinen Fernzugriff. Die Installation ist mit der Livisi-App also nicht mehr wie bisher von unterwegs aus erreichbar, um etwa die Heizung zu regeln. Geräte anderer Hersteller lassen sich nur verbinden, wenn es eine lokale Schnittstelle (API) dafür gibt. Sprachassistenten wie Alexa und Google Assistant oder Online-Dienste wie IFTTT scheiden somit aus.

Auch Produkte mit Cloud-API wie eine Netatmo-Wetterstation finden ohne Hilfe keinen Anschluss an das künftige System. Livisi empfiehlt für diesen Zweck eine zusätzliche Software wie ioBroker oder openHAB, die anderswo im Netzwerk installiert sein muss. Auch an einer Intergration in Home Assistant wird laut Hersteller gearbeitet. Wer sein System weiterbetreiben will, wird also einigen Aufwand treiben müssen. Aber immerhin soll es eine Lösung dafür geben.

8 Gedanken zu „Livisi: Ende der Smarthome-Dienste und lokaler Betrieb“

  1. Das folgende ist nicht so ganz richtig: “Auch Produkte mit Cloud-API wie eine Netatmo-Wetterstation finden ohne Hilfe keinen Anschluss an das künftige System. ”

    Netatmo, bzw. Produkte mit Cloud API, funktionieren auch ohne die Livisi Server, aber man benötigt eine Internetverbindung zu Netatmo/der Cloud API – das war aber schon immer so.

    1. Da verstehe ich die Doku zur lokalen API aber anders (https://community.livisi.de/lsh-faq-de/). Dort steht unter anderem, dass “Bindungen/Dienste hinzufügen/entfernen” nach einer Umstellung auf lokalen Betrieb es nicht weiter möglich ist. Auch Dienste wie IFTTT sollen nicht mehr funktionieren. Begründung: “IFTTT ist ein Cloud-Dienst und funktioniert nicht mit einem rein lokalem SmartHome. Du kannst Systeme von Drittanbietern wie OPENHAB oder IOBROKER ausprobieren um deine Geräte über eine lokale API mit deinem LIVISI SmartHome zu verbinden. “

  2. naja mir stinkt das gewaltig!!
    Ich bin nur ein Smarthome Nutzer alles andere geht mir am A. vorbei. Habe mein ganzes Haus mit dem Krempel eingerichtet und jetzt stellen die den Mist ein. Ich habe weder Lust noch die Muse mich mit irgend einer OpenSource Software herumzuschlagen.
    (Kommentar gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Kraftausdrücke und beachten Sie die Netiquette).

  3. Moin,
    hier noch ein ,
    mit diesem Schritt kommt das System voll unter meine Kontrolle, keine nervigen Updates mehr, nach denen die Bude kalt bleibt oder die Alarm Sirene die ganze Nachbarschaft weckt. Viele SH Nutzer wollen auch nur ein lokales System. Und wer sich mit der Amazonas-Tante unbedingt einen Tastendruck sparen mag (ich gehöre dazu) der kann dies weiterhin mit den genannten Systemen tun. Und ja, dass ist schon etwas Aufwand aber der lohnt sich

    1. Hallo,
      Ich gehöre zu denen, die ALEXA rufen und z.b. Lichter im Wohnzimmer oder Garten abzuschalten. In meinem Haus wird fast alles mit Livisi gesteuert. Rolladen, Licht, Heizungmund ein Quellstein im Garten. Bin daher sehr an eine Integration interessiert. Ich warte voller Spannung auf eine Lösung.
      Gruß an alle wartenden User von
      Burkhard

  4. Das ist eigentlich das Beste, was überhaupt passieren konnte. Dieser Cloudzwang geht mir schon auf den Keks, seit RWE zu Innogy wechselte.
    Eine Umstellung meinerseits ist nicht notwendig, da bei mir eh schon alles unter openHAB läuft.

    1. Wie schön für dich. Kannst du dich in die Lage eines durchschnittlichen Smarthome-Nutzers hineinversetzen, der jetzt eine selbst programmierte Steuerung mit openHAB aufsetzen soll? Dann weisst du ja ungefähr wie es mir jetzt geht ;-)

      1. Mir gefällt das auch sehr, da ich diesen Cloudzwang auch von Anfang an hasste. Und noch mehr gefällt mir das jetzt sehr viele eben wegen der Umstellung, dann auf ein anderes System wechseln und das alte sehr günstig verkaufen =D
        Und OpenHAB nutze ich auch seit Anfang an. Also wird das nun endlich zu dem, wie ich es zu Anfang immer gewünscht hatte.
        Hoffentlich klappt das !

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