Hue-Entertainment-Box für den Fernseher

Wer erinnert sich noch an Hue Entertainment? Auf der IFA 2017 war die Erweiterung des Lichtsystems Philips Hue erstmals zu sehen. Sie synchronisiert die Funklampen mit einem Bildschirm. Computerspiele, Filme oder TV-Serien erhalten farbige Unterstützung von Lichtquellen im Raum. Stimmung und Helligkeit der LEDs wechseln dabei passend zum Geschehen auf dem Display.

Hue Entertainment Synchronisiert das Licht im Raum mit dem Bildschirminhalt. ©Siginfy

Nach der Präsentation passierte erst einmal wenig. Razer, ein amerikanischer Spezialist für Computer-Zubehör, integrierte die Technik in seine Gaming-Produkte (wir berichteten). Philips brachte 2018 das Computer-Programm Hue Sync auf den Markt. Es analysiert den Bildschirminhalt eines PC oder Mac und stimmt die Raumbeleuchtung darauf ab. Das funktioniert mit etwas Aufwand sogar am Fernseher (hier die Anleitung für Hue Sync am TV). Allerdings ist die Prozedur recht umständlich und auch etwas fehleranfällig.

Diese Box am Fernseher verbindet das Hue-System mit HDMI-Videoquellen. ©digitalzimmer
Weltpremiere: die Philips Hue Play HDMI Sync Box

Doch nun soll Hue Entertainment richtig durchstarten. Während der IFA 2019 lüftete Hersteller Signify in einer Suite des Berliner Waldorf-Astoria-Hotels bereits den Schleier. Mttlerweile ist es offiziell: Eine neue Hardware bringt die Hue-Lichtspiele ins Wohnzimmer. Sie trägt den sperrigen Namen Philips Hue Play HDMI Sync Box, weshalb wir sie hier lieber Hue-Entertainment-Box nennen. Die Funktion des schwarzen Quaders ist schnell umrissen: Er verbindet das Hue-System mit dem TV und allen möglichen Videoquellen.

Technisch gesehen handelt es sich um einen HDMI-Splitter mit 4K-Auflösung. Vier HDMI-Eingänge führen zu einem HDMI-Ausgang, der an den Fernseher angeschlossen wird. An die Eingänge kommen beliebige Zuspieler – etwa Game-Konsolen, der Blu-ray-Player oder auch Streaming-Boxen wie Apple TV und Amazon Fire TV. Die Entertainment-Box analysiert das Bild auf digitaler Ebene, ohne die Verschlüsselung des HDMI-Signals anzugreifen. Deshalb funktioniert die Abtastung mit jedem Programm-Material, verspricht der Hersteller. Auch Streaming-Angebote wie Netflix oder Sky Ticket, die bei der Hue-Sync-Wiedergabe am PC immer Probleme bereiten, sollen in neuem Licht erstrahlen.

Vier HDMI-Eingänge und einen Ausgang hat die Hue-Entertainment-Box. ©digitalzimmer

Aus den analysierten Videos ermittelt der Splitter passende Farb- sowie Helligkeitswerte und schickt sie übers WLAN zu einer Hue-Bridge. Die überträgt das Lichtszenario auf einen vorher festgelegten Entertainment-Bereich (mehr dazu im Beitrag über Hue Sync).  Bis zu zehn Leuchtmittel kann so eine Lampen-Gruppe enthalten – vorne, hinten oder seitlich im Raum positioniert. Sogar die Höhe der Aufstellung lässt sich in der Hue-App definieren.

Zur Bedienung der Box gibt es eine neue App: Hue Sync für Smartphones. ©digitalzimmer
Ambilight light: Stimmungslicht für jeden Fernseher?

Hinter dem TV montierte Stableuchten wie die Hue Play Lightbars können sogar eine Art Ambilight-Effekt erzeugen. Man munkelt, diese Möglichkeit war mit ein Grund, warum Siginify seine Hue-Produkte dieses Jahr nicht auf der IFA ausgestellt hat. In der Philips-Halle 22 wären sie direkt neben Philips-TVs mit Ambilight gelandet. Und Lizenznehmer TPVision, der diese Geräte herstellt, beobachtet die Ambitionen der Licht-Fraktion sicher sehr aufmerksam. Ein vollwertiger Ersatz für Ambilight-Fernseher ist die Entertainment-Box aber ohnehin nicht. Sie funktioniert weder mit dem Tuner im TV-Gerät, noch kann sie Hue-Lightstips so ansteuern, dass deren einzelne LEDs in unterschiedlichen Farben leuchten.

Die Entertainment-Box im Film-Einsatz mit mehreren Hue-Lampen. ©digitalzimmer

Wie gut die Philips Hue Play HDMI Sync Box in der Praxis funktioniert, wird ein Test zeigen. Die ersten Eindrücke im Hotelzimmer waren schon mal vielversprechend. Ab 15. Oktober wissen wir mehr. Dann soll die Philips Hue Play HDMI Sync Box für rund 250 Euro erhältlich sein – zunächst exklusiv bei MediaMarkt, Saturn und über die Hue-Webseite (LINK). Weitere Händler folgen Anfang 2020.

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