Blogger präsentieren ihre Smarthome-Highlights 2021

Es ist wieder so weit: Wie jedes Jahr habe ich meine hochgeschätzten Blogger-Kollegen um ihre Meinung gebeten: Welches Produkt oder welche Entwicklung hat sie in den vergangenen zwölf Monaten am meisten beeindruckt? Was ist ihr Smarthome-Highlight des Jahres 2021? Und ich finde, diesmal ist ein besonders interessanter und vielseitiger Themen-Mix dabei herausgekommen. Aber lest einfach selbst :-) Auch in diesem Jahr sind wieder dabei:


Blogger Chris Bertko präsentiert sein Smarthome-Highlight.

Chris Bertko ist Gründer des Smarthome-Blogs siio.de. Vor zehn Jahren hat er begonnen, mit HomeMatic seine Wohnung zu vernetzen. Dann kam der Umstieg auf Z-Wave-Funk und Fibaro. Inzwischen steuert der Smarthome-Experte und Buchautor sein Zuhause vor allem mit homee.

Mein Highlight: Energiemanagement

Nachdem ich nun zu den Vorstadt-Spießern mit Eigenheim gehöre, hat sich mein Smarthome-Fokus von technischen Spielereien, wie die „Bad-ist-besetzt-LED“ zu ernsthaften Automationen verschoben. So habe ich letztes Jahr eine zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung in unserem Haus nachgerüstet, natürlich steuerbar via homee-Smart-Home über EnOcean-Funk.

Nie wieder in ausgekühlte Badezimmer kommen, weil jemand nach dem Lüften vergessen hat, die Fenster zu schließen, und endlich im wohltemperierten Schlafzimmer schlummern, weil kein Fenster auf dauerkipp stehen muss für frische Luft. Ja, die Lunos-Lüftung wäre fast mein Highlight geworden, aber das Thema „Strom“ hat mich 2021 noch viel mehr fasziniert

Chris Bertko lädt sein Elektroauto mit kostenlosem Strom vom Dach. Bild: C.Bertko

Eine PV-Anlage hatte ich direkt nach dem Einzug nachgerüstet und erste Gehversuche mit einem Energiemanagement gemacht. Dieses Jahr kamen dann das eAuto und die Wallbox, dank KFW-Förderung. Über den Energiemanager von SMA wird das Auto nun bei Stromüberschuss geladen und auch die Spülmaschine und die Waschmaschine schalten sich wie von Geisterhand ein, wenn genug Strom vorhanden ist. Und zwar immer so, dass alles pünktlich fertig ist …

Da die Waschmaschine nicht automatisch nach dem Einschalten startet, musste ich einen kleinen Workaround über die „Switchbots“ bauen, welche mechanisch den Startknopf drücken (LINK). Ja, okay, etwas Spielerei im Smarthome ist dann doch geblieben ;-)


Karim Bourennani gründete 2016 den Blog SmarthomeAssistent.de. Seine Leidenschaft für Smarthome begann kurz zuvor, als er seine erste „Alexa“ aus den USA mitbrachte. Der Flugbegleiter ist viel unterwegs und kann so weltweit die neusten Trends beobachten.

Mein Highlight: Roborock S7+

Dieses Jahr hat es erstmalig ein Saugroboter geschafft, mein Smarthome Highlight des Jahres zu werden. Es ist der Roborock S7+. Er sticht für mich vor allem durch zwei Features hervor: die beutellose Absaugstation und die vibrierende Wischfunktion.

Die Wischfunktion beeindruckt mich deshalb so sehr, weil der Wischmopp auf Teppichen angehoben werden kann. Das ermöglicht es dem Saugroboter dann, sowohl Hartböden gleichzeitig zu saugen und zu wischen als auch auf Teppichen nur zu saugen – und das alles in einem einzelnen Durchlauf. Selbstverständlich ist die Saugleistung und die Navigation auch auf Spitzenniveau. Preislich ist die Kombi mit etwa 800 Euro zwar sehr teuer, nimmt einem im Alltag aber auch eine Menge Arbeit ab. Deshalb ist sie für mich das Produkt des Jahres, das ich nicht mehr missen will.

Saugt und wischt: Der Roborock S7 + macht bei Karim sauber. Bild: K. Bourennani

Andreas Frank arbeitet seit über 10 Jahren als Technik-Journalist, in denen er sich die meiste Zeit mit dem vernetzten Zuhause beschäftigt hat. Heute schreibt er für verschiedene Magazine über Smart-Home-Themen und betreibt seit 2015 seinen eigenen Blog homepioneers.de.

Mein Highlight: Matter

Endlich ergibt alles Sinn. Der Ausgangspunkt: Google entwickelt sein Anwendungsprotokoll Weave und den Funkstandard Thread. Beides Technologien, die wie Android auch anderen Herstellern zur Verfügung stehen. Die Zigbee Alliance hat ihren Funkstandard Zigbee und das Anwendungsprotokoll Zigbee DotDot. So weit, so gut. Kompliziert wird es erst durch den Umstand, dass sich DotDot auch als Anwendungsprotokoll für Thread nutzen lässt. Aber warum sollte das jemand tun?

Im Dezember 2019 dann der Paukenschlag. Die Zigbee Alliance startet die Arbeitsgruppe „Connected Home over IP“ (kurz CHIP), um einen herstellerübergreifenden Standard zu schaffen. Mit dabei ist außer Apple und Amazon auch Google. Der neue Standard soll außer WLAN und Ethernet auch Thread unterstützen. Anstatt Fragen zu beantworten, wirft das bei mir noch mehr Fragen auf. Macht Google jetzt kein Weave mehr? Und warum will die Zigbee Alliance einen Standard schaffen, der Zigbee nicht berücksichtigt? Der Grund, warum Zigbee in der Liste der unterstützten Standards nicht auftaucht, ist technisch leicht erklärbar: Zigbee unterstützt kein IP. Und IP ist ein Grundpfeiler von CHIP. Aber was hat die Zigbee Alliance von CHIP?

Eines der ersten Produkte, das Matter unterstützen soll: die Hue Bridge (v2). Bild: A. Frank

Die Antwort kommt am 11. Mai 2021. Die Zigbee Alliance teilt mit, dass „Connected Home over IP” in Matter umbenannt wird und dass die Zigbee Alliance zur Connectivity Standards Alliance wird. Und ich verstehe endlich, wie die nun ehemalige Zigbee Alliance mit Matter Geld verdienen will: durch die Zertifizierung von Matter-kompatiblen Geräten und durch zusätzliche Mitglieder, die Matter-kompatible Geräte auf den Markt bringen wollen. Ganz schön clever.

Und was ist mit Weave und Zigbee Dot Dot? Beide Technologien sind in die Entwicklung von Matter eingeflossen und dürften in der Zukunft kaum mehr eine Bedeutung besitzen. Jetzt scheinen sich also alle geeinigt zu haben. Und wir dürfen hoffen, dass wir mit Matter endlich den einen Standard erhalten, der die Smart-Home-Produkte verschiedenster Hersteller zusammenbringt.


Yannic Fries präsentiert sein Smarthome-Highlight. Bild: Y. Fries

Yannic Fries  studiert Wirtschaftsinformatik in Bonn und hatte schon zahlreiche Smart Home Systeme im Einsatz. Am Ende ist er aufgrund der Einfachheit und des großen Potentials bei Apple HomeKit hängen geblieben und rief 2015 den Blog SmartApfel.de ins Leben.

Mein Highlight: Thinka Z-Wave

Für mich als Apple HomeKit-Nutzer war in diesem Jahr ausgerechnet ein Hub das Highlight des Jahres. Obwohl wir vermutlich alle auf weitere Hubs verzichten könnten, macht der Thinka Z-Wave da für mich eine Ausnahme. Denn im Gegensatz zu allen anderen HomeKit-Hubs ist das Gerät aus den Niederlanden herstellerunabhängig. Solange es sich um einen unterstützten Gerätetyp handelt (LINK), kann der Hub das Z-Wave-Gerät in HomeKit einbinden, egal von welchem Hersteller.

Der Hub von Thinka verbindet Z-Wave-Produkte mit Apple HomeKit. Bild: Y. Fries

Doch warum ist das nun genau mein Highlight des Jahres? Apple hat sich lange Zeit dagegen gesträubt, Universal-Hubs zu zertifizieren. Da Z-Wave jedoch ein geschlossenes System ist und sich Gerätehersteller dadurch ausnahmslos an diesen Standard halten müssen, hat es Thinka geschafft, dass Apple ganze Gerätekategorien statt einzelner Geräte zertifiziert. Laut eigener Angaben unterstützt der Thinka Z-Wave über 3.300 Geräte. Das sind mehr Geräte, als aktuell offiziell von Apple für HomeKit zertifiziert wurden. Auf einen Schlag erhält man eine deutlich größere Auswahl an HomeKit-Geräten.


Lukas Knöller schreibt seit einigen Jahren auf Hobbyblogging über das Smarthome. Vor allem ioBroker hat es ihm angetan. Das System steuert alle Geräte und Funktionen. Besonders wichtig dabei: die Flexibilität. Denn neue Funktionen auszuprobieren, gehört zum Alltag.

Mein Highlight: Die Luftqualität

Im vergangenen Jahr lag mein Fokus sehr stark auf Energiesparmaßnahmen. Smarte Rollläden waren mein Highlight. Doch im Jahr 2021 kam alles anders als geplant. Während ich ursprünglich weiter in dieser Richtung ausbauen wollte, rückte das Thema Luftqualität immer stärker in den Mittelpunkt. So habe ich mich im Jahr 2021 auch außerhalb des Blogs häufig mit Luftreinigern und der Messung der Luftqualität beschäftigt. Nicht zuletzt deshalb, da mir der Sommer mit all seinen Pollen sehr zu schaffen gemacht hat.

Seit dem Sommer 2021 nutze ich einen Luftreiniger von Philips. Er ist ins Smarthome integriert und kann daher sehr gezielt gesteuert werden. Sofern niemand daheim ist, wird das Gerät automatisch ausgeschaltet. Bei Anwesenheit aktiviert sich der Luftreiniger und sorgt für saubere Luft. Überprüfen lässt sich das Ganze im Smarthome auch. Dafür nutze ich den Sensor von Air-Q, welcher die einzelnen Bestandteile der Luft messen kann.

Teamwork bei Lukas Knöller: Philips-Luftreiniger und Sensor von Air-Q. Bild: L. Knöller

Zweifelsfrei handelt es sich dabei um eine ideale Kombination von zwei Geräten, die zusammen für mehr Wohlbefinden sorgen. Es zeigt auch, dass Smarthome nicht immer nur schicke Beleuchtung und smarte Steckdosen sein muss. Die Haustechnik erstreckt sich in viele Bereiche und kann auch für die eigene Gesundheit sorgen. Und wenn wir im Jahr 2021 etwas gelernt haben, so definitiv, dass die eigene Gesundheit einen hohen Stellenwert hat.


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Matthias Petrat kennt sich mit Apple-Produkten aus. Er hat früher für apfelpage.de geschrieben. Heute versorgt er seine Leser auf matthias-petrat.com mit  Informationen aus der Technikwelt – und gibt ein regelmäßig aktualisiertes HomeKit-Fachbuch als eBook heraus.

Mein Highlight: Unu Scooter – Elektroroller

2021 hat sich mein Denken hier auf dem Land im Sinne der Mobilität stark verändert. Wo ich vorher ins Auto stieg, um kurz in die Stadt zu fahren, schwinge ich mich seit Mai bei trockenem Wetter auf meinen Unu Scooter – einen Elektroroller (mehr dazu in meinem Blog).

Brutto komme ich mit beiden Akkus lautlos und emissionsfrei 100 km weit und da kann kein Auto mithalten. Vor allem, weil die Parkplatzsuche eine Sekundensache geworden ist. Über eine App habe ich Funktionen auf dem iPhone parat, wodurch ich den Akkustand, etwaige Firmwareupdates und auch die GPS-Position des Rollers im Blick habe. Und ich bin selbst verdutzt, dass ich im vergangenen Jahr summiert 873 km an Kurzstrecken gefahren bin – ganz ohne Auto. Für mich ist dieses große Zubehör daher mein smartes Highlight 2021 und wird an den ersten milden Tagen im Jahr 2022 auch direkt wieder bewegt.

Matthias Petrat ist seit diesem Jahr mit einem Elektroroller unterwegs. Bild: M. Petrat

Felix Schwenzel schreibt seit fast 18 Jahren auf wirres.net ins Internet und hilft Webseitenbetreibern als Servicemanager. Vor vier Jahren begann er ein Langzeitexperiment zur kompletten Wohnungsautomatisierung – und zum Testen der Geduld seiner Beifahrerin.

Mein Highlight: ESPHome

Meine Heimautomatisierungsreise fing damit an, dass ich ein paar Funksteckdosen mit selbst zusammengestöpselten ESP8266-Microcontrollern und Funkmodulen per Handy steuerte. Ich fand das faszinierend und frustrierend zugleich. Denn sauberen, stabilen Code für diese Microcontroller zu schreiben oder aus gefunden Codeschnipseln selbst zusammen zu stöpseln ist alles andere als trivial. Meine selbstgebauten Aktoren und Sensoren liefen alles andere als stabil. Um Stabilität in die Fernsteuerung und Sensorik zu bringen, wich ich nach einer Weile auf eine professionelle Lösung aus, auf einen RFXTRX-Transceiver (mehr dazu in meinem Blog).

Seit ein paar Jahren gibt es nun ESPHome (LINK) mit dem man Microcontroller und daran angeschlossene Sensoren und Aktoren konfigurieren statt programmieren kann. Das ist für mich die perfekte Mischung aus Bastel- und Profilösung. Wie so oft bei quelloffener Software kann man hier auf das Know-how hunderter Leute zurückgreifen —, wenn man nur bereit ist, ein wenig in der Bedienungsanleitung zu lesen.

ESPHome inspririert Felix Schwenzel zu Selbstbau-Projekten wie diesem. Bild: F. Schwenzel

Unsere Wohnung ist bereits seit Jahren mit selbst gebastelten ESPHome-Sensoren und -Aktoren gespickt, die teils stabiler und zuverlässiger laufen als die teureren Profi-Lösungen. Mit ESPHome betriebene Geräte arbeiten so, wie das Smarthome immer sein sollte: konfigurieren, funktionieren und vergessen. Die schiere Menge an unterstützten Sensoren und Aktoren, die man günstig in China oder im Bastelladen kaufen kann, ist nicht nur beeindruckend, sondern vor allem inspirierend. Über Standardsensoren wie Temperatur, Bewegungs- oder Türsensoren messen ESPHome-getriebene Geräte bei uns, ob jemand auf dem Klo sitzt, ob Räume oder Sofas besetzt sind. Sie treiben Lampen und schaltbare Steckdosen an und seit ein paar Wochen auch ein paar LED-Matrix Displays und unsere umgebaute Supermarkt-Körperwaage.

Der Grund, warum ich ESPHome für mein Smarthome-Highlight 2021 halte, ist, dass ich jüngst die letzten Geräte in unserer Wohnung damit konsolidiert habe, die bisher noch auf halb-zuverlässigen Bastellösungen basierten. Etwa die mit einem ESP8266 und OLED-Display aufgemotzte Körperwaage, die es zwar meistens schaffte, das Messergebnis an Home Assistant zu übermitteln, aber eben auch immer wieder die Wlan-Verbindung verlor und bis zum Zurücksetzen nicht wiederfand.

Seit dem Umbau auf die ESPHome-Basis muss ich keinen Gedanken mehr an die Körperwaage verschwenden — außer, ich will mal wieder wissen, wie schwer ich oder der Hund sind. ESPHome: selbst gemacht und funktioniert trotzdem.


Nico Zorn präsentiert sein Smarthome-Highlight 2018. Bild: N. Zorn

Nico Zorn veröffentlicht seit 2013 das Smart-Home-Magazin Housecontrollers.de sowie das Smarthomeforum.de als Nebenprojekte. Hauptberuflich berät er seit über zehn Jahren Unternehmen in den Bereichen Kundenbeziehung (CRM) und Kundenbindung.

Mein Highlight: Elgato Key Light

Mein persönliches Highlight ist eine smarte Videobeleuchtung für Videokonferenzen. Online-Meetings haben seit Beginn der Pandemie einen großen Teil meiner Geschäftsreisen ersetzt und ich gehe davon aus, dass diese Form der unkomplizierten Zusammenarbeit auch nach Corona (wann immer das sein wird) Bestand haben wird. Die Zeit-, Kosten- und CO2-Ersparnis ist so groß, dass ich mir nicht vorstellen kann, wieder derart viel Zeit im Auto und im Zug zu verbringen, wie es vor Beginn der Pandemie der Fall war.

Das Elgato Key Light sorgt bei Nico Zorn für gutes Licht am Arbeitsplatz. Bild: N. Zorn

Videomeetings machen allerdings nur mit dem richtigen Equipment Spaß. Neben einem guten Mikrofon (ich setze auf das Røde Podcaster Großmembranmikrofon) sollte die Beleuchtung stimmen, um ein verrauschtes Bild zu vermeiden. Hierfür habe ich mich nach einer smarten Lösung umgesehen und bin beim Elgato Key Light gelandet. Mit 2800 Lumen sorgt das Videolicht dafür, dass auch noch in der Dämmerung die Ausleuchtung stimmt.

Helligkeit und Farbtemperatur lassen sich bequem mit einer Mac-App einstellen – das ist komfortabel, wenn etwa während einer Videokonferenz Wolken aufziehen und schnell die Beleuchtung angepasst werden muss. Ein weiterer Pluspunkt: Die Stangenhalterung lässt sich am Tisch befestigen und steht somit nicht im Weg, wenn der Saugroboter seine Bahnen zieht. Zugegeben: Der Preis von rund 185 Euro für ein Videolicht ist ambitioniert, mit Blick auf die eingesparten Reisekosten aber absolut verschmerzbar.

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