Die E27-Lampe mit warm Dimming von Innr im Test

Ausprobiert: Warm Dimming von Innr

Die LED-Lampen von Innr bieten sich als Alternative zum Lichtsystem Hue von Philips an. Sie sollen mit diesem kompatibel sein, weshalb ich mir mal ein Exemplar zum Ausprobieren bestellt habe. Die Wahl fiel auf das Modell Bulb RB 172 W. Als weiße E27-Lampe ist es am ehesten mit der Hue White für knapp 20 Euro vergleichbar. Der Preis liegt etwas höher (um 23 Euro) aber dafür bringt die Innr-Bulb auch eine Eigenschaft mit, die es in den drahtlosen Lichtsystemen von Philips und Osram nicht gibt: „Warm Dimming“.

Die Bulb RB 172 W von Innr verändert beim Dimmen ihre Farbtemperatur. ©digitalzimmer
Die Bulb RB 172 W von Innr verändert beim Dimmen ihre Farbtemperatur. ©digitalzimmer

Die Funktion ist in unvernetzten LED-Leuchtmitteln schon länger bekannt. Sie heißt dort DimTone (Philips), GLOWdim (Osram) oder Sunset Dimming (Ledon) und sorgt dafür, dass die Lichtfarbe mit abnehmender Helligkeit wärmer wird. Technisch ausgedrückt: Die Farbtemperatur verschiebt sich von 2700 nach 2200 Kelvin. Klassische Glühlampen verhalten sich ähnlich. Das LED-Licht von Innr soll also die traditionellen Leuchtmittel imitieren.

Die Hue White behält ihre Farbtemperatur von 2700 K beim Dimmen bei. ©digitalzimmer
Die Hue White behält ihre Farbtemperatur von 2700 K beim Dimmen bei. ©digitalzimmer

Deutlich wird der Unterschied im direkten Vergleich mit einer Hue White von Philips. Ihr Licht wirkt mit abnehmender Helligkeit schnell fahl und etwas ungemütlich. Die Bulb RB 172 W kennt diesen Effekt nicht. Dabei geht die automatische Rotverschiebung so dezent vonstatten, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist. Gerade diese Selbstverständlichkeit macht den Farbwechsel so natürlich. Wer extra warmes Kerzenlicht bevorzugt, greift allerdings besser zu einer RGB-Lampe mit bunten LEDs. Die 1500 Kelvin einer offenen Flamme schafft auch Warm Dimming nicht.

Voll aufgedreht erscheint das Licht der Innr-Bulb etwas gelber als bei Philips. Die Hue White wirkt neutraler, obwohl beide Hersteller einen Farbwiedergabeindex von mindestens 80 angeben (CRI: >80) – kein übertrieben hoher Wert. Innr hat aber auch Modelle mit einem CRI von 90 und mehr im Programm. Die Erfahrungen mit der Bulb lassen sich also nicht auf andere Leuchtmittel des Herstellers übertragen. Welche Lampe besser ist? Das kommt darauf an. Für den gedimmten Einsatz würde ich die Bulb empfehlen. Wer oft die maximale Helligkeit von 806 Lumen einstellt, greift vielleicht eher zur Hue White – wenn er den leichten Gelbstich von Innr nicht mag. Oder er greift gleich tiefer in die Tasche und gönnt sich eine Hue White Ambiance mit frei wählbarem Weißabgleich (35 Euro).

Probleme mit der Kompatibilität gab es im Test keine. Die Innr-Lampe ließ sich problemlos mit der Hue-Bridge verbinden und darüber steuern. Das Angebot an funkenden Zigbee-Lampen ist damit um eine interessante Alternative reicher.

Die Dimmtone-Bulb von Innr und eine Philips Hue White im Größenvergleich. ©digitalzimmer
Die Dimmtone-Bulb von Innr und eine Philips Hue White im Größenvergleich. ©digitalzimmer

2 Gedanken zu „Ausprobiert: Warm Dimming von Innr“

  1. Das sehe ich auch so. Klasse Alternative. Wenn man auf eine Siri-Steuerung verzichten kann, ist es quasi die bessere Alternative – wenn auch irgendwo ein Kompromiss, da die Lichtfarbe nicht frei einstellbar ist.
    Gut finde ich, dass das Innr Leuchtmittel mit 240° ein etwas besseren Abstrahlwinkel (im Gegensatz zum hue White LM mit 180°) – das macht sich in offenen Leuchten bzw. in Leuchten mit Textilschirm bemerkbar.
    Noch eine kleine Ergänzung: das Dimmverhalten des Leuchtmittels heißt hier in Europa/Deutschland bei Philips „Warmglow“ – DimTone wird eigentlich nur noch für den Profibereich (Master LED Serie) verwendet.

    1. Vielen Dank für die Einschätzung aus Profi-Sicht. Die Unterscheidung in der Bezeichnung des Dimmverhaltens bei Philips kannte ich bislang nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.