Moodo mit Kapsel „Xmas-Tree“

Smarte Duftzerstäuber: Es riecht nach Weihnachten

Nach den etwas ernüchternden Erfahrungen mit Moodo (s. Seite 1) hieß es für mich, zurück zu den Wurzeln. Oder besser gesagt: zum ätherischen Öl. Klassische Duftöle haben nicht nur den Vorteil, dass sie in allen möglichen Preisklassen und Qualitäten zu haben sind – sogar als Bioprodukt aus nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft. Ihr Duft entspricht eher dem, was wir aus der Natur gewohnt sind. Selbst wenn es unter ihnen keine olfaktorischen Wundertüten gibt, die Tannenduft mit frisch gebackenen Weihnachtsplätzchen und rauchiger Kaminfeuernote kombinieren.

Vocolinc Flowerbud: vernetzte Duftlampe

Zu den mittlerweile dienstältesten Lufterfrischern im Digitalzimmer gehört der Flowerbud von Vocolinc. Ich habe die WLAN-Duftlampe kurz nach ihrem Erscheinen 2019 für knapp 60 Euro gekauft und seither verrichtet sie zuverlässig ihren Dienst. Ursprünglich war der organisch geformte Zerstäuber mit Alexa verbunden, mittlerweile läuft er nur noch im HomeKit-Betrieb. Das heißt: Er hat keinen Kontakt zur Cloud des Herstellers, sondern wird lokal übers Heimnetzwerk gesteuert. Einen Fernzugriff von unterwegs aus benötige ich nicht. Falls irgendwann doch einmal, wären Apples iCloud und HomeKit dafür zuständig.

Die LED-Beleuchtung am Flowerbud ist per App einstellbar. ©digitalzimmer

Um die exklusive HomeKit-Verbindung zu lösen, muss die Vocolinc-App gelöscht und neu installiert werden. Dabei lässt sich ein Multi-System-Modus wählen, der die Anmeldung am Server des Herstellers verlangt. Alexa und der Google Assistant können so via Internet eine Verbindung zur Lampe herstellen und sie fernbedienen. Im Vergleich mit HomeKit sind die Möglichkeiten aber sehr eingeschränkt. So lässt sich weder bei Amazon noch Google der Duft in Automatisierungen verwenden. Nur Helligkeit und Farbe der LEDs stehen für Routinen (Alexa) oder Aktionen (Google) zur Verfügung.

In der Vocolinc-App lässt sich Duft bereits per Timer automatisieren. ©digitalzimmer

In einer HomeKit-App erscheint die Lampe dagegen zusätzlich als Luftbefeuchter – mit der Option, das Gerät nicht nur automatisch zu schalten, sondern auch zu deaktivieren, wenn eine bestimmte Luftfeuchtigkeit erreicht ist. Allerdings sollte man keine exakte Messung erwarten, da der Sensor im Gehäuse sitzt und den Nebel, den das Gerät selbst erzeugt, für Luftfeuchtigkeit hält. Er schaltet daher tendenziell eher zu früh ab. Mit einem anderen HomeKit-Sensor im Raum wie dem Eve Room lässt sich das aber leicht lösen.

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Der Zerstäuber arbeitet nach dem Ultraschall-Prinzip: Eine Wanne mit Wasser wird von einem Schallgenerator in Schwingung versetzt, ähnlich wie eine Lautsprechermembran. Die Frequenz ist so hoch, dass weder Menschen noch Tiere sie hören können. Auch für das Auge sind die schnellen Vibrationen unsichtbar. Sie zerstäuben das Wasser jedoch in winzige Tröpfchen, die einen aufsteigenden Nebel bilden. Gibt man ein paar Tropfen Duftöl mit in den Tank, transportieren die Wassertröpfchen es quasi huckepack in den Raum.

Ultraschall zerstäubt das Wasser – und mit ihm die ätherischen Öle. ©digitalzimmer

Vorteil: Es lässt sich so gut wie jedes ätherische Öl dafür verwenden. Man braucht nur wenige Tropfen und sollte den Duft keinesfalls überdosieren. Denn ist das Wasser verdunstet und noch Öl im Tank, kann dieses am Boden eine Kruste bilden und die schlimmstenfalls den Schallerzeuger verkleben. Überhaupt ist die Methode aufwendiger als ein paar Kapseln in den Moodo einzusetzen. Der Tank fasst 300 Milliliter Wasser, genug für einen Tag. Allerdings muss es regelmäßig aufgefüllt werden. Nach einigen Tagen Nichtgebrauch steht der Wasserwechsel an, damit sich keine Keime bilden. Und mal schnell den Duft tauschen, geht auch nicht, solange sich noch eine Füllung im Tank befindet.

Duftender Nebel steigt am Flowerbud wie durch einen Kamin auf. ©digitalzimmer

Ein Ultraschall-Zerstäuber ist mir trotzdem lieber, weil er freie Auswahl bei den Düften bietet und im laufenden Betrieb weniger Müll produziert. 50 Milliliter naturreines Fichtennadel- oder Orangenöl kosten unter 20 Euro und reichen mehrere Monate. Über HomeKit lässt sich der Betrieb gut automatisieren und etwa an einen Bewegungsmelder koppeln, wie es diese Anleitung auf smartapfel.de zeigt. Der Beitrag bezieht sich auf das kleinere Modell Vocolinc Ripple, funktioniert mit einem Flowerbud aber genauso.

Vocolinc Mistflow: duftender Lufbefeuchter

Alles, was für den Flowerbud gilt, trifft auch auf den Vocolinc Mistflow zu. Mit dem Unterschied, dass dieser über einen 2,5 Liter großen Wassertank verfügt. Damit steht die Funktion als Luftbefeuchter klar im Vordergrund. Im Vergleich zu den dünnen Nebelschwaden seiner kleinen Brüder macht er ordentlich Dampf und sorgt vor allem während der Heizperiode für gutes Raumklima.

Der Mistflow unterscheidet sich vom Flowerbud vor allem durch seinen größeren Tank.

Die Größe hat Vor- und Nachteile. Im Winter muss man seltener nachfüllen. Im Sommer, wenn zusätzliche Luftbefeuchtung eher kontraproduktiv wäre, steigt die Gefahr abgestandenen Wassers und damit verbundener Geruchsprobleme. Vor allem aber vermisse ich am Mistflow einen abnehmbaren Wassertank. Vocolinc hat das 26 Zentimeter Gehäuse an einem Stück konzipiert. Das Netzkabel ist fest mit mit ihm verbunden und lässt sich nicht abziehen.

Heißt in der Praxis: Das Gerät zum Wasserwechsel jedes Mal ausstecken und ans Spül- oder Waschbecken tragen. Oder die Reste in einen mitgebrachten Eimer schütten und frisches Wasser per Flasche oder Gießkanne zum Luftbefeuchter bringen. Das gilt es bei der Anschaffung zu berücksichtigen. Ich habe beide Geräte im ständigen Gebrauch, finde als Duftzerstäuber den Flowerbud oder Ripple aber besser geeignet.

Als Luftbefeuchter kann der Mistflow viel mehr Wasser – und Duft – vernebeln. ©digitalzimmer
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Fazit: Dufte Technik mit Vor- und Nachteilen

Nach über einem Jahr Duftexperimenten im Smarthome kann ich sagen: Die zu 100 Prozent überzeugende Lösung gibt es nicht. Moodo wäre mit seiner einfachen Handhabung ganz nah dran, wenn es nicht die beschriebenen Nachteile gäbe. Ein geschlossenes System, bei dem ich auf Duftkapseln eines einzigen Anbieters festgelegt bin, ist mir auch zu unflexibel. Dass es irgendwann alternative Anbieter gibt – wie bei Nespresso – halte ich für unwahrscheinlich. Dazu ist die Zielgruppe zu klein. Es interessieren sich einfach mehr Menschen für Kaffee als für den Geruch in ihrem Smarthome.

Deshalb bleibe ich bei meinen WLAN-Duftschleudern mit ätherischem Öl. Sie sind zwar pflegeaufwändiger, dafür aber sehr vielseitig und vor allem umweltfreundlicher. Vielleicht gibt es ja irgendwann noch ein Modell mit abnehmbarem Wassertank, den man leichter füllen und sauber halten kann. Dann kämen die smarten Duftzerstäuber noch viel öfter zum Einsatz.

Ätherisches Öl im smarten Zerstäuber: die günstigste und nachhaltigste Lösung. ©digitalzimmer

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