Teufel x Rosenthal: Multiroom-Lautsprecher aus Porzellan. Bild: Rosenthal

Teufel x Rosenthal: limitierte Multiroom-Lautsprecher aus Porzellan

Müssen Lautsprecher eigentlich immer nach Box aussehen? Rechteckig, kubisch und ein wenig langweilig? Abgerundete Ecken sind für Multiroom-Anbieter wie Sonos & Co. schon das höchste der Gefühle. Doch jetzt macht ausgerechnet ein Hersteller Schluss mit dem Kastendenken, von dem man es am wenigsten erwartet hätte: Lautsprecher Teufel. Die Berliner haben in ihrem Multiroom-System Raumfeld den Quader zum Gestaltungsprinzip erhoben – und zeigen nun, dass es auch anders geht. In mehr als dreijähriger Entwicklungszeit ist das Soundsystem Teufel x Rosenthal entstanden.

Die Schöpfer des Produkts haben ihre Namen im Gehäuse-Porzellan verewigt. Bild: Teufel
Die Schöpfer haben sich mit sandgestrahlten Logos auf dem Gehäuse verewigt . Bild: Teufel
Aus einem Guss: Klang- und Designvorteile von Porzellan

Den Anstoß zum Projekt gab Rosenthal. Der traditionsreiche Porzellanhersteller hat die Idee an Teufel herangetragen. Warum nicht Lautsprecher aus „Weißem Gold“ anfertigen? Porzellan eignet sich gut als Gehäusematerial, weil es resonanzarm ist. Außerdem lässt es sich zur Kugel formen, was unerwünschte Schallreflexionen im und am Korpus vermeidet. Wenn dann auch noch Hoch- und Tieftöner quasi ineinander montiert sind – als sogenanntes Koaxialchassis – dann kommt so ein Lautsprecher dem akustischen Ideal einer Punktschallquelle schon ziemlich nahe.

Der tropfenförmige Korpus aus Rosenthal-Porzellan ist von Hand gefertigt. Bild: Teufel
Der tropfenförmige Korpus aus unglasiertem Porzellan ist von Hand gefertigt. Bild: Teufel

Abgesehen von seinen klanglichen Vorteilen hat das Design auch optische Qualitäten. Zwei Metallgestelle, die an Möbelklassiker von BKF oder Charles Eames erinnern, heben Teufel x Rosenthal weit über gängige Lautsprecherentwürfe hinaus. Wie Tropfen aus erstarrter Flüssigkeit hängen darin die beiden Köpfe aus Hartporzellan. Die ungewöhnliche Konstruktion hat schon jetzt das Zeug zum Klassiker. Und sie weckt auch deshalb Begehrlichkeit, weil ihre Stückzahl begrenzt ist: Nur 500 Sets haben die beiden Partner produziert. Sie sind ab sofort für 3990 Euro im Online-Shop von Teufel und bei ausgewählten Rosenthal-Händlern erhältlich.

Allein und im Team: Vorbereitet für Multiroom-Betrieb

Käufer erhalten im Set zwei Lautsprechersäulen, einen Verstärker – der ebenfalls in mattweißes Bisquit-Porzellan gekleidet ist – und alle nötigen Verbindungskabel. Mit der App von Teufel können sie Musik übers heimische Netzwerk (LAN oder WLAN) auf die Lautsprecher streamen. Dabei stehen ihnen alle Online-Dienste des bekannten Raumfeld-Systems zur Verfügung, also Anbieter wie Napster, Spotify, Tidal und TuneIn. Hinzu kommen Bluetooth, ein USB-Anschluss und ein analoger Toneingang über Cinch-Buchsen. Als Empfänger und Verteiler dient der Verstärkerbaustein. Er gibt das Musiksignal über zwei drei Meter lange und gewebeummantelte Klinkenkabel an die Stereo-Lautsprecher weiter.

Der Verstärker von Teufel x Rosenthal besitzt ebenfalls ein Gehäuse aus Porzellan. Bild: Teufel
Der Verstärker von Teufel x Rosenthal besitzt ebenfalls ein Gehäuse aus Porzellan. Bild: Teufel

Dank integrierter Raumfeld-Technologie lässt sich Teufel x Rosenthal mit anderen Streaming-Produkten der Berliner kombinieren. Lautsprecher wie der kleine One S oder das Teufel Sounddeck spielen auf Wunsch synchron und bilden mit dem Porzellan-Trio ein Multiroom-Audiosystem. Der kissenförmige Verstärker hat auf der Front sogar die typischen vier Stationstasten – ausgeführt als berührungsempfindliche Sensorflächen.

Zeit für den Feinschliff: Warum hat es so lange gedauert?

Ein Prototyp des Systems war auf der IFA 2016 zu sehen und zu hören. Er stieß beim Publikum auf reges Interesse und klang bereits ziemlich serienreif. Dass es bis zur Markteinführung so lange gedauert hat, hängt mit Detailfragen zusammen, die erst gelöst werden mussten. So beherrschten beispielsweise die Raumfeld-Produkte von Teufel beim Start des Projekts noch kein Bluetooth. Der Kurzstreckenfunk kam erst nachträglich hinzu.

Für Rosenthal stellte der kreisrunde Gehäuseausschnitt auf der Front eine Herausforderung dar. Er darf keine Toleranzen aufweisen, wenn das Lautsprecherchassis genau passen soll. Porzellan verändert im Laufe der Herstellung aber seine Beschaffenheit. Es wird beim Brand mit 1400 Grad erst weich, ehe es aushärtet. Obendrein schrumpft der Scherben bis er fertig ist um gut 16 Prozent. So kommt es, dass die limitierte Auflage von 500 Sets kein Marketing-Gag oder ein Zeichen künstlicher Verknappung ist. Laut Rosenthal benötigen die Porzellangießer im oberfränkischen Selb eineinhalb Jahre, um so viele Gehäuse einzeln in Handarbeit herzustellen.

Erster Prototyp – fotografiert im Teufel-Showroom während der IFA 2016. ©digitalzimmer
Erster Prototyp – fotografiert im Teufel-Showroom während der IFA 2016. ©digitalzimmer

digitalzimmer.de meint: Design ist Geschmacksfrage, aber Streaming-Lautsprecher wie Teufel x Rosenthal sieht man nicht alle Tage. Wenn das Audiosystem jetzt auch noch so gut klingt, wie die ersten Vorführungen auf der IFA 2016 erwarten lassen, dann heißt es aufgepasst. Die limitierte Auflage von 500 Exemplaren könnte schnell vergriffen sein. Immerhin warten Fans darauf seit Jahren.

Aufmacherfoto: Rosenthal

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