Kindle Fire HD: neues Format, alte Eigenheiten

Seit gestern verkauft Amazon in Deutschland neben den beiden Sieben-Zoll-Tablets Kindle Fire (ab 159 Euro) und Kindle Fire HD (ab 199 Euro) auch ein größeres Modell mit 8,9 Zoll beziehungsweise 22,6 Zentimetern Bilddiagonale und einer üppigen Bildauflösung von 1920 x 1200 Pixeln. Größe und Pixelzahl des neuen Kindle-Tablets liegen damit ein bisschen unter den Werten des iPad von Apple (24,6 cm, 2048×1536 Pixel), vergleichbar dürften die Bildwirkungen der beiden Geräte aber allemal sein, zumal schon das kleine Kindle Fire HD mit seiner 720p-Auflösung in seiner Bildwirkung zu überzeugen weiß, wie wir in den letzten Wochen in einem ausführlichen Anwendungstest feststellen konnten.

Der Kindle Fire HD 8.9 ist ab 269 Euro zu haben. Zu diesem Preis ist das Gerät mit 16 GB Speicher zu haben. Für 299 Euro gibt es den Kindle Fire HD 8.9 mit 32 GB Speicher. Beide Versionen haben einen 1,6 GHz Dual-Core-Prozessor, weitere Hardwareversionen gibt es nicht, also weiterhin auch kein Modell mit UMTS- oder LTE-Datenfunk. Als zusätzliche Option bietet Amazon seine Kindle-Tablets für 15 Euro Aufpreis mit gleicher Hardware, aber ohne Werbe-Einblendungen. Damit sind wir bei einer der Eigenheiten der Amazon-Geräte angekommen, die so kein anderes Tablet „schmücken“. Amazon hat die Android-Version seiner Tablets so weit an sein Geschäftsmodell angepasst, dass der Benutzer nur wenige Möglichkeiten hat, die Benutzeroberfläche oder den Bildschirmschoner anzupassen. In der Standardversion sieht man nach dem Einschalten als Erstes eine Werbetafel. Von eben solchen Amazon-Bannern kann sich der Kunde gegen 15 Euro Aufpreis sozusagen freikaufen. Das soll auch noch später über den Amazon-Service möglich sein.

Tests und Meinungen über die etwas anderen Android-Tablets von Amazon wurden bereits zu Genüge verfasst. Das neue Modell dürfte die Einschätzungen nicht grundlegend ändern: Die Kindle Fire bieten eine solide Hardware und ein Betriebssystem, das von und für Amazon konzipiert wurde. Sie zielen darauf ab, ihren günstigen Kaufpreis auf Dauer durch Konsum in der Welt des Onlineversenders zu kompensieren. Allerdings erheben sie durchaus den Anspruch, auch den Inhalten und Anwendungen des Kunden zu dienen. Wir hatten in den letzten Wochen ein Testmuster des Kindle Fire HD in verschiedenen Anwendungen im Einsatz – stets im Vergleich mit anderen Android-Geräten und dem iPad von Apple. Hier unsere Eindrücke vom der Praxistauglichkeit des Kindle-Konzeptes.