Amazon zeigt auch in Deutschland UHD-Filme

Eine offizielle Ankündigung  gab es nicht – Amazon Instant Video streamt seit einem Update der Smart-TV-App auf unserem Samsung UHD-Test-TV einige Titel in der Auflösung 3840 x 2160 Pixel. Eine Promofläche auf der Startseite von Amazon Instant Video weist seitdem auf die UHD-Inhalte hin. Klickt man sie an, dann öffnet sich eine Liste mit gut zwei Handvoll Filmen und Serien mit der Ergänzung „[Ultra-HD]“ im Titel und einer UHD- statt HD-Banderole oben links auf dem Cover. Allerdings handelt es sich bei all diesen UHD-Titeln derzeit ausschließlich um englische Originalfassungen.

Amazon UHD-Menü auf einem aktuellen Samsung Smart-TV
Amazon UHD-Menü auf einem aktuellen Samsung Smart-TV

Im Digitalzimmer zeigt ein Samsung-TV vom Typ UE55HU8590 die Amazon-UHD-Filme in Ultra HD. In einigen Blogs wie etwa mobiflip.de ist auch von LG-Modellen die Rede, mit denen sich die UHD-Inhalte abrufen lassen sollen. In den USA streamt Amazon bereits seit Dezember 2014 bestimmte Filme und Serien in vierfacher HD-Auflösung, dort klärt der Onlinedienst auf einer speziellen UHD-Seite über die neue Streamingtechnik auf und nennt auch TV-Modelle, die sie unterstützen.

Amazon-Serien ohne Aufpreis in UHD

Im Gegensatz zu Netflix verlangt Amazon für Filme und Serien in Ultra HD innerhalb der Prime-Flatrate keinen Aufpreis. Serien wie „Alpha House“ (2. Staffel), „Transparent“ oder auch die brandneue Eigenproduktionen „Mozart in the Jungle“ sowie der Serienpiloten „Hand of God“ und „Red Oaks“ sind im Original zum normalen Prime-Jahrspeis von 49 Euro in UHD zu sehen – auch auf mehreren Geräten parallel, sofern die Internetverbdinung das mitmacht.  Wie Netflix hat auch Amazon angekündigt, eigene Filme und Serien künftig durchweg in UHD zu produzieren.

Amazon will künftig alle Eigenproduktionen in UHD anbieten.
Amazon will künftig alle Eigenproduktionen in UHD anbieten.

Netflix liefert Titel wie „Marco Polo“ oder die  Kultserie „House of Cards“ dagegen nur im teuersten Paket für 11,99 Euro pro Monat in UHD – dafür aber mit wählbaren Sprachfassungen und Untertiteln. Dass diese Wahloptionen fast durchweg fehlen, ist eine der größten Schwächen von Instant Video gegenüber der Konkurrenz. Amazon hat die Sprach- und Untertitelwahl zwar schon vor einem knappen halben Jahr auf der hauseigenen Streamingbox „Fire TV“ (hier unser Test) vorgeführt. Umgesetzt wurde sie bislang aber noch nicht. Immer mehr Filme sind zwar auch in der Originalfassung zu haben, müssen dafür aber in der Regel separat abgerufen werden.

Teuere Filme im Einzelabruf

Neben Titeln in der Amazon Flatrate „Prime Instant Video“ bietet das UHD-Verzeichnis auch einige Filme und Serien zum Einzelabruf an. Bislang stehen hier 26 Titel, darunter neuere Filme wie „Elysium“ und die beiden The-Amazing-Spiderman-Folgen, aber auch Klassiker wie „Täglich grüßt das Murmeltier“ (1993) oder „Hard Times“ (1975). Die Spielfilme sind laut Angabe von Amazon in 4K digitalisiert und gemastert worden. Mit 7,99 Euro zum Ausleihen und 29,99 Euro für den Kauf eines solchen Films langt Amazon dabei allerdings kräftig zu.

Mit dem Internetanschluss der Geschwindigkeitsklasse DSL 16.000+ konnte ich mir einen ersten Eindruck von der UHD-Qualität der Amazon-Prime-Titel machen. Das Ganze  wirkt auf dem Großbild-TV wirklich scharf, das Bild zeigt überwiegend auch feinste Details. Wie bei Netflix kämpft es zwar in besonders detailreichen Szenen immer mal mit Artefakten, so dass sich Details bei genauem Hinsehen auflösen. Grafiken wie etwa die Schriftbanderole einer Magazinsendung in der Serie „Alpha House“ (siehe Fotos), wirkten aber besonders knackig. Mit diesen Einblendungen wurde dann allerdings ein Unterschied zum gefilmten Videobild deutlich. Eine nicht ganz so feine Zeichnung in den Frisuren oder flächigere Schattierungen in den Gesichtern der fiesen Alpha-House-Senatoren legen bisweilen die Vermutung nahe, dass es sich um hochskalierte Full-HD-Aufnahmen handelt – ähnlich wie etwa die Kultserie „Breaking Bad“ auf Netflix. Möglich ist aber auch, dass die etwas flauere Wirkung beim Encoding des echten UHD-Materials entsteht. Dennoch wirkt das UHD-Bild insgesamt eine Klasse besser als die entsprechenden Full-HD-Darstellungen. An die knackige Schärfe von UHD-Titeln wie „Marco Polo“ oder „House of Cards“ bei Netflix reicht die Qualität aber nicht ganz heran – verglichen nacheinander am selben Internetanschluss.

Die UHD-Qualität der brandneuen Amazon-Serie „Mozart in the Jungle“ konnte im Digitalzimmer indes nicht wirklich überzeugen – die Bilder wirkten auch nach längerer Spielzeit eher wie eine mittelprächtige HD-Version. Da der Amazon-Player aber nicht im Detail anzeigt, welche Qualitätsstufe gerade gestreamt wird, konnte ich auch nicht exakt nachvollziehen, ob tatsächlich UHD lief oder doch „nur“ die Full-HD-Version.

digitalzimmer.de meint: Unabhängig vom einen oder anderen Detail in der Bildqualität ist die UHD-Abteilung  von Amazon Klasse. Jetzt gibt es UHD-Streaming schon für umgerechnet gut vier Euro pro Monat – plus erstmals auch Hollywood-Spielfilme im Einzelabruf. Der günstige UHD-Einstieg von Amazon – mal abgehen von den gesalzenen Einzelabruf-Preisen – zielt natürlich auf den großen Rivalen Netflix. Doch wer auf seinem neuen XXL-TV die volle Auswahl im überschaubaren UHD-Angebot haben möchte, der braucht ohnehin beide Dienste. Es gibt zumindest in Sachen UHD keinerlei Dopplungen. Tipp: Amazon Prime Instant Video lässt sich, ebenso wie Netflix 30 Tage lang kostenlos testen, bevor man sich bindet. Und es ist alternativ zum Jahrespreis von 49 Euro auch als monatlich kündbares Abo für 7,99 Euro zu haben. Nun fehlt noch Maxdome mit einem eigenen UHD-Angebot. Die deutsche Onlinevideothek hatte bereits letzten Sommer angekündigt, 2015 ins UHD-Business einzusteigen – Zeit wird’s also.

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