Die erste Homekit-Lampe mit WLAN kommt von Koogeek. ©digitalzimmer

Kein Ei des Kolumbus: HomeKit-Lampe mit WLAN von Koogeek

Wunder dauern etwas länger. Im Falle Koogeek LB1 stimmt dieses Sprichwort gleich doppelt. Zum einen fragt man sich, warum so viel Zeit vergangen ist, bis ein Hersteller die erste HomeKit-Lampe mit WLAN auf den Markt brachte. Und zweitens müssen Käufer Geduld mitbringen. Denn zwischen Bestell- und Liefertermin können mehrere Wochen liegen. Grund: Nahezu alle Verkäufer von Koogeek-Produkten sitzen in China. Die eiförmige Lampe ist vor allem bei Online-Shops wie aliexpress.com oder tomtop.com erhältlich. Auch unsere Bestellung bei Amazon stammt von einem Marketplace-Anbieter mit Sitz in Shenzhen. Sie war zwei Wochen unterwegs.

Die Smart Bulb von Koogeek ist hochwertig verarbeitet. ©digitalzimmer
Die WLAN-Lampe ist 248 Gramm schwer und hochwertig verarbeitet. ©digitalzimmer

Der erste Eindruck ist vielversprechend. Die LB1EU, wie das Leuchtmittel mit vollem Namen heißt, kommt in einer gut gepolsterten Verpackung und fasst sich sehr solide an. Überraschend hoch ist das Gewicht von fast 250 Gramm. Mehrflammige Hängeleuchten haben damit einiges zu tragen. Wer einen Kronleuchter bestücken will, sollte prüfen, ob der Deckenhaken die Belastung aushält. Auch die Abmessungen können für manche Leuchten zu viel sein: Rund 14 Zentimeter Länge und 6 Zentimetern Durchmesser gehören in die Kategorie LifX. Solche Brummer muss man erst mal unterbringen.

Die Kogeek ist deutlich länger und am Schaft auf dicker als eine Hue-Lampe. ©digitalzimmer
Die Kogeek ist deutlich länger und am Schaft auch dicker als eine Hue-Lampe. ©digitalzimmer

Wie es sich für HomeKit-Produkte gehört, ist die Installation in einer knappen Minute erledigt: Den aufgeklebten oder beiliegenden Zifferncode mit der iPhone-Kamera abfotografieren und in der App das heimische WLAN auswählen. Wer sich an den Hinweis hält, dass die Koogeek nur 2,4-GHz-Netze unterstützt, ist blitzschnell online. Er kann die LB1 nun mit der Hersteller-App oder anderen HomeKit-Programmen fernbedienen. Sprachsteuerung mit Siri inklusive.

Auch der Standby-Verbrauch bleibt mit 0,9 Watt im Rahmen. Die jüngste Lifx-Generation liegt auf ähnlichem Niveau – und weniger ist mit der energiehungrigen WiFi-Technik wohl nicht zu erreichen. Es scheint, als habe der Hersteller tatsächlich einen Wunsch vieler Apple-Nutzer erfüllt: Lichtsteuerung mit der vollen Reichweite des WLAN-Netzes, ohne dass eine Bridge in der Nähe sein muss. Hinzu kommt ein Preis von 35 Euro, der die Anschaffung noch attraktiver macht. Zum Vergleich: farbfähige E27-Lampen von Osram oder Philips  kosten zwischen 32 und 60 Euro – die nötige Bridge nicht mitgerechnet. Lifx-Modelle schlagen gar mit 75 Euro zu Buche.

Die Installation ist mit Hilfe der iPhone-Kamera schnell erledigt. ©digitalzimmer
Die Installation geht mit Hilfe der iPhone-Kamera schnell von der Hand. ©digitalzimmer

Nach wenigen Minuten stellt sich allerdings Ernüchterung ein. Im praktischen Einsatz enttäuscht die HomeKit-Lampe. Das fängt bei der Lichtfarbe an. Mir ist es nicht gelungen, ein gemütliches Warmweiß einzustellen. Egal welche App ich verwende: Die Tönung wechselt eher ins Hellgelb oder Zartrosa als das Licht einer klassische Glühlampe zu simulieren. Kaltweiß wirkt etwas fahl und ungesund. Vor allem aber fällt die Helligkeit zu beiden Enden des Weißspektrums stark ab. Von den 500 Lumen, die das Leuchtmittel laut Herstellerwebseite erreicht, bleibt dann nur wenig übrig. Das Licht wirkt wie um die Hälfte gedimmt. Andere LED-Leuchtmittel kämpfen mit demselben Effekt, bieten allerdings mehr Helligkeitsreserven. Philips Hue und Osram Lightify schaffen im besten Fall etwas mehr als 800 Lumen, Ikea und Lifx sogar 1000 lm.


Apropos Dimmen: Beim Ändern der Helligkeit verschiebt sich das Mischungsverhältnis der bunten LEDs zueinander. So entstehen Phasen mit einem leicht blauen, grünen oder violetten Farbstich. Bei niedriger Einstellung lässt sich der Effekt gut beobachten, weil die Koogeek nicht völlig stufenlos dimmt. Die Helligkeit ändert sich in kleinen Schritten. Diese Schwächen macht auch die satte Vollton-Wiedergabe der LB1 nicht wett. Denn Disco-Beleuchtung in Rot, Grün oder Blau zählt nun mal zur Kür vernetzter Lampen. Weißes Licht ist Pflicht und hier hat Koogeek Nachholbedarf. Alle Parameter unter einen Hut zu bekommen, dürfte nicht ganz einfach sein. Es hat sicher einen Grund, warum die angekündigte HomeKit-Lampe von Lifx noch immer nicht fertig ist. Getreu dem Motto: Gezaubert wird sofort, Wunder dauern etwas länger.

Aufmacherfoto: Digitalzimmer

3 Gedanken zu „Kein Ei des Kolumbus: HomeKit-Lampe mit WLAN von Koogeek“

  1. Die ganze Homekitsache ist eine Sackgasse. Funktioniert die led nur am iPhone? Im google playstore gibt es doch auch eine Android-App dafür. Wird sie dort genauso installiert? Ich bin auch der Suche nach einer fernbedienbare wlan-lampe. Danke im voraus.

    1. Hallo Andrew,
      es stimmt, die Koogeek Home-App gibt es auch für Android-Geräte. Allerdings lassen sich damit keine LB1-Lampen installieren oder verwalten. Die App bietet unter „Add Device“ lediglich die Steckdose P2 an. Und HomeKit gibt es unter Android ja ohnehin nicht. Als Alternative kämen Lampen von Lifx in Frage. Die sind allerdings deutlich teurer. Oder ein Hue- bzw. Lightify-System mit Bridge. Auch dafür gibt es Android-Apps.

    2. Warum Sackgasse? Für ein falsche Endgerät können die Hersteller nichts. Jede Marktforschung kommt zum dem Schluß das man erst oder nur für iOS entwickeln sollte wenn es um Kaufkraft geht.

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