Ausprobiert: Lightstrip Plus für Philips Hue

Zum drahtlosen Lichtsystem Hue gehört seit Längeren auch ein LED-Streifen für die indirekte Beleuchtung. Diesen Lightstrip hat Philips nun verbessert und neu aufgelegt. Wesentlicher Unterschied zum früheren Modell: Der Lightstrip Plus ist kein reines RGB-Leuchtmittel mehr. Er reiht neben roten, grünen und blauen LEDs auch warmweiße und kaltweiße Leuchtdioden aneinander. Das sorgt für mehr Licht. Laut Hersteller schafft der Streifen bei einer neutralweißen Farbtemperatur von 4200 Kelvin eine Helligkeit von 1600 Lumen. Die Vorversion war noch mit 120 lm angegeben und damit wesentlich dunkler als andere Hue-Lampen. Philips hat mir freundlicherweise direkt von der IFA ein Leihmuster zum Test mitgegeben, weshalb ich hier schon erste Erfahrungen schildern kann. Offizieller Verkaufsstart für den Lightstrip Plus ist Oktober, er soll sich aber demnächst bei Amazon vorbestellen lassen.

Der Lightstrip Plus misst 2 Meter und ist auf 10 Meter verlängerbar. ©digitalzimmer.de
Der Lightstrip Plus misst 2 Meter und ist auf 10 Meter verlängerbar. ©digitalzimmer.de

Spontaner Eindruck nach dem Anschließen: Der Lightstrip Plus hat wirklich Power. Mit weißem Licht und gegen die Decke gerichtet taucht er den Raum in angenehme Grundhelligkeit. So taugt die LED-Kette nicht nur als Effektlicht, sondern hat auch einen praktischen Nutzen. Im Startpaket für 80 Euro liegt neben einem Steckernetzteil mit 2,40 Meter Zuleitung und der Anschlussbox für den Strip der eigentliche LED-Streifen. Er hat eine Länge von zwei Metern. Wer mehr braucht, kann Ergänzungsstücke mit  jeweils einem Meter für 25 Euro dazukaufen. Sie werden ans Ende des LED-Steifens gesteckt und verlängern die Lichterkette auf maximal zehn Meter. Bis zu acht solcher Verlängerungen verträgt das Netzteil.

Die bunten LEDs werden flankiert von warm- und kaltweißen Exemplaren. ©digitalzimmer.de
Die bunten LEDs werden flankiert von warm- und kaltweißen Exemplaren. ©digitalzimmer.de
1600 Lumen – verteilt auf 2 bis 10 Meter

Die Helligkeit nimmt mit wachsender Länge aber nicht zu: Weil das 20-Watt-Netzteil des Startpakets die Anhängsel mitversorgt, verteilt sich seine Leistung einfach auf mehr Dioden. Die einzelnen LEDs bekommen weniger Strom und leuchten dunkler. Um auf mehr als 1600 Lumen zu kommen, kann man aber weitere Lightstrips mit eigenem Netzteil an der Hue-Bridge anmelden. Auch Kürzen geht immer: Am Ende der Kette lassen sich Glieder im Abstand von 33 Zentimetern mit der Schere abschneiden. Ein Symbol auf dem Kunststoffmantel zeigt, wo. Später wieder anstückeln klappt natürlich nicht, weil die Leiter durchtrennt sind.


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Zur Installation und für den späteren Betrieb ist die Bridge des Hue-Systems nötig. Sie gehört – anders als beim Startpaket der ersten Lightstrip-Generation – nicht zum Lieferumfang. Das erklärt auch den günstigeren Preis. Die Bridge erkennt den Lightstrip Plus wie jedes andere Hue-Leuchtmittel automatisch und fügt ihn der Lampenauswahl hinzu. Von hier aus kann er Teil einer beliebigen Lichtszene werden. Wegen seiner Fähigkeit zur Farbmischung unterstützt der Strip auch Lichtrezepte in der Philips-App („Entspannen“, „Lesen“ , „Arbeiten“), die Leuchtmitteln mit fester Farbtemperatur wie Hue Lux und den Dimmable Lights verwehrt bleiben. Ebenfalls angenehm: Die LEDs starten beim Dimmern zwar nicht bei null Prozent Helligkeit, fangen aber dunkler an als die bisherigen E27-Lampen. Das kann für einen simulierten Sonnenaufgang interessant sein: Der Lightstrip Plus scheint mir gut geeignet, um vom Kleiderschrank aus die Schlafzimmerdecke in einen leuchtenden Morgenhimmel zu verwandeln.

Dank RGB-Technik liefert der Lightstrip Plus satte Primärfarben. ©digitalzimmer.de
Dank RGB-Technik liefert der Lightstrip Plus satte Primärfarben. ©digitalzimmer.de

Andererseits hat Philips die Vorteile der RGB-Technik beibehalten: Rote, grüne und blaue Leuchtdioden sorgen für eine satte Wiedergabe der Primärfarben. Hue-Leuchtmittel, die ihr Licht aus anderen LED-Tönen wie Lime und Rotorange mischen, liegen hier oft daneben. Ihr Flaschengrün tendiert ins Gelbe, Signalblau bekommt einen Ultramarin- oder Violettstich (mehr dazu im Test der E27-Lampen). Der Lightstrip Plus kennt solche Abweichungen nicht. Er beherrscht Farben genauso wie die neutral weiße Beleuchtung.  Dass seine RGB-Zellen dabei ordentlich Licht abgeben, grenzt schon fast an ein technisches Wunder. Mit bloßem Auge sind die farbigen Leuchtdioden kaum noch zu erkennen. Erst die fotografische Vergrößerung zeigt den genauen Aufbau: Je eine rote, grüne und blaue Winz-LED bilden ein kreisförmiges Element, das rechts und links von den den weißen Leuchtdioden flankiert wird. Das RGB-Trio nimmt kaum mehr Platz ein als früher eine einzelne LED.

Rote, grüne und blaue LEDs bilden ein gemeinsames Leuchtelement. ©digitalzimmer.de
Rote, grüne und blaue LEDs bilden ein gemeinsames Leuchtelement. ©digitalzimmer.de

Test-Fazit: Der Lightstrip Plus macht seine Sache gut. Dank hoher Lichtausbeute müssen seine Besitzer nicht mehr zwischen dekorativen und nützlichen Leuchtmitteln unterscheiden. Sie können an Möbeln, unter Küchenschränken oder hinter Spiegeln farbige Akzente setzen und bei Bedarf trotzdem helles, weißes Licht haben. Die Installation mit Klebstreifen auf der Rückseite geht ebenso schnell wie einfach. Und ein Versteck für die 15 x 35 x 75 Millimeter große Anschlussbox ist fast überall zu finden – hinterm Schrank, unter dem Sofa oder in der Schattenfuge einer abgehängten Decke.

5 Gedanken zu „Ausprobiert: Lightstrip Plus für Philips Hue“

    1. Da habe ich persönlich eine Frage, ich habe diese soeben gekauft und auch installiert. Normalerweise sollte doch die Bridge im Starterpaket dabei sein um die Farben zu wechseln, oder nicht? Jedoch kann die App keine Bridge finden. Vielleicht kann mir jemand helfen.

      vielen Dank

      1. Die Bridge ist das viereckige oder runde Kästchen, das per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden wird. Abbildungen dazu gibt es in diesem Beitrag hier und auch hier. Normalerweise liegt sie allen Startpaketen bei. Fehlt sie, handelt es sich eventuell um ein Erweiterungsset. Die Bridge wird zuerst mit dem Router verbunden und mit Strom versorgt. Dann die Hue-App auf dem Android- oder Apple-Gerät installieren und den Anleitungen am Bildschirm folgen. Zur Verbindung von App und Bridge muss während der Installation auf Aufforderung die große runde Taste an der Bridge gedrückt werden.

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