Schlüsselanhänger mit Bluetooth in der Praxis

Bluetooth-Anhänger für den Schlüsselbund gibt es schon länger. Eigentlich sollte jeder einen haben, könnte man meinen. Schließlich versprechen die kleinen Ortungsgeräte das Ende lästiger Sucherei – nach dem Autoschlüssel, der Handtasche oder anderen Dingen des täglichen Lebens, an denen sich so ein Sender befestigen lässt. Gigaset hat mit dem G-Tag gerade ein neues Modell auf den Markt gebracht. Eine gute Gelegenheit, den quadratischen Anhänger mit dem schon länger erhältlichen Smart Key von Elgato zu vergleichen.

Der G-Tag steht per Bluetooth 4.0 in Kontakt mit dem Smartphone. ©digitalzimmer.de
Der G-Tag steht per Bluetooth 4.0 in Kontakt mit dem Smartphone. ©digitalzimmer.de
Gigaset G-Tag: Die Quadratur des Kreises

Mit einem Anschaffungspreis von knapp 20 Euro gehört der G-Tag zu den günstigen Vertretern seiner Art. Das Elgato-Pendant kostet fast doppelt soviel. Mit Mengenrabatt wird der Gigaset-Anhänger noch bezahlbarer. So gibt es einen  Fünferpack für knapp 80 Euro. Wer angesichts der Preise mehrfach zuschlägt, bekommt verschiedene Farben: Der G-Tag ist in Schwarz, Weiß, Rot, Orange und Grün lieferbar. Das hilft beim Auseinanderhalten, wenn man ihn statt am Schlüsselbund einfach lose in der Aktentasche trägt. Ab zwei Exemplaren in der Familie wird das beim uniformen Smart Key nämlich unübersichtlich.

Die Installation geht wie bei den meisten Produkten mit Bluetooth LE (Low Energy) sehr schnell vonstatten: Die kostenlose App aufs Smartphone laden, G-Tag ans Handy halten und sie verbinden sich automatisch.  Allerdings verlangt Gigaset zuvor eine Registrierung mit E-Mail-Adresse und Passwort. Wer bereits das Smart-Home-System Gigaset Elements zu Hause hat, kann denselben Account zur Anmeldung benutzen. Warum überhaupt eine Verbindung zur Cloud nötig ist, erschließt sich mir bislang nicht. Vielleicht plant der Hersteller für die Zukunft Funktionen, in denen die G-Tags mit Elements zusammenspielen, etwa um Bewohner beim Nachhausekommen eindeutig zu identifizieren. Das wäre ein schöner Zusatznutzen. Wem jeglicher Datenaustausch mit Hersteller-Servern suspekt erscheint, der hat mit dem Produkt allerdings vom Start weg ein Problem.

Die Einstellungen für G-Tags in der App beschränken sich aufs Nötigste. ©digitalzimmer.de
Die Einstellungen für G-Tags in der App beschränken sich aufs Nötigste. ©digitalzimmer.de

Zu Konfigurieren gibt es nicht viel, was die Einrichtung sehr erleichtert. In den Einstellungen der Gigaset-App kann man seinen Tags aussagekräftige Namen geben und mehrere in Gruppen zusammenfassen. Für jeden Sender lässt sich festlegen, ob das Smartphone einen Alarmton von sich gibt, wenn es den Funkkontakt verliert oder die Verbindung wiedergefunden hat. Auch die Art des Klingeltons ist einstellbar. Ein Symbol in der App zeigt mit drei Ringen an, wie groß die Entfernung zwischen Telefon und G-Tag ungefähr ist: „sehr nahe“, „nahe“ oder „weit weg“. Geht die Verbindung verloren, merkt sich das Programm den letzten Standort und zeigt ihn auf einer Karte an. Das ist weniger genau als ein GPS-Tracker, allerdings funktionieren alle Bluetooth-Schlüsselanhänger nach diesem Prinzip. Ein eigener Peilsender mit GPS wäre um ein Vielfaches teurer und würde deutlich mehr Strom verbrauchen. Er käme niemals auf die Batterielebensdauer von bis zu einem Jahr, die Gigaset verspricht.

Der G-Tag verliert häufig die Verbindung und sorgt dabei für Fehlalarme. ©digitalzimmer.de
Der G-Tag verliert häufig die Verbindung und sorgt dabei für Fehlalarme. ©digitalzimmer.de

Nach der Installation läuft die App im Hintergrund, um den Schlüsselanhänger zu überwachen. Die Ortungsdienste am Smartphone müssen eingeschaltet sein, weil der G-Tag seinen Aufenthaltsort wie gesagt nicht selbst bestimmen kann. In meinem Test funktionierte das System leider nicht sehr gut. Der Gigaset-Anhänger verlor immer wieder den Funkkontakt zum Smartphone – selbst wenn beide nur wenige Meter auseinander lagen. Das führte zu einer nervigen Folge von Meldungen und Alarmtönen auf dem Smartphone (siehe Bild oben). Natürlich könnte man die Töne in den Einstellungen auch abschalten. Doch wozu hat man dann einen G-Tag, wenn er nicht warnt, sobald man ohne Schlüssel das Haus verlässt?

Weiterer Kritikpunkt: Die Karte zeigt zwar den letzten bekannten Aufenthaltsort des G-Tag an, nicht jedoch die aktuelle Position des Smartphones. Wenn man, wie vom Hersteller empfohlen, den Tag im Auto deponiert, um seinen geparkten Wagen leichter wiederzufinden, ist die Kartendarstellung keine große Hilfe – zumindest nicht in einer fremden Stadt. Wer dort umher irrt, weiß nicht einmal, ob es sich in die falsche Richtung bewegt. Die App meint dazu nur lapidar: „Bitte laufe umher und überprüfe, ob Du in Reichweite deines G-Tag kommst“.

2 Gedanken zu „Schlüsselanhänger mit Bluetooth in der Praxis“

  1. Bin Dir zwei Schritte voraus: Amazon hat den G-Tag schon zurück – und ich meine 19,99 €. Toller, ausgewogener Praxistest, habe einiges gelernt und kann die Aussagen durchweg nachvollziehen. Hatte extrem viele Stabilitäts- Probleme auch mit dem elements-Set von gigaset gehabt. System wurde auf Kulanz getauscht, jetzt läuft’s.
    Ein Hinweis: Die aufschlussreichen Screenshots ließen sich am iPhone mit Safari nicht öffnen oder vergrößern.
    Danke schon jetzt für weitere Tests von Dir

    1. Vielen Dank fürs Lob, das freut das Bloggerherz :)
      Die Sache mit den Screenshots am Smartphone ist leider suboptimal, ich weiß. Es liegt am Lightbox-Plugin, das die Webseite für Bilder und Galerien verwendet. Ich hoffe, dass wir noch eine andere Lösung finden. Bis dahin hilft nur Antippen und Querhalten des Displays, um das Bild wenigstes formatfüllend anzuzeigen. Ein Artikel über Gigaset Elements ist in Vorbereitung. Soviel vorab: Bei mir läuft das System bislang stabil.

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