Die Elektronikmesse CES in Las Vegas ist seit jeher eine Bühne für Trends und technische Innovationen. 2026 sorgt jedoch ein Name für Aufsehen, den man früher eher mit Inbusschlüsseln und Billy-Regalen verbunden hat. IKEA nutzt seine CES-Premiere in diesem Jahr, um sich als Smarthome-Innovator zu präsentieren. Mit einer klaren Botschaft: Intelligente Technik soll bezahlbar sein – und formschön in den Alltag integrierbar.
Von Trådfri zur totalen Vernetzung
Dabei ist das Thema kein Neuland für das Unternehmen. Schon vor Jahren setzte Ikea mit Trådfri-Lampen einen Meilenstein für preiswertes, smartes Licht und vollzog mit einer Sonos-Kooperation bei den Symfonisk-Lautsprechern erfolgreich den Schritt in den Audio-Bereich. Doch nun räumt der Einrichtungskonzern sein Sortiment auf und ersetzt die alte Technik durch eine Infrastruktur, die leistungsfähiger, offener und vor allem zukunftssicherer ist.

Matter und Thread – die neue Basis
Im Kern setzt Ikea auf den herstellerübergreifenden Matter-Standard und das darin genutzte Funkprotokoll Thread. Gleichzeitig gelingt es den Unternehmen den bisherigen Zigbee-Standard weiter zu pflegen und in sein neues Ökosystem rund um den Dirigera Hub zu integrieren. Mehr dazu in meinem Beitrag „Wie Ikea die Kombination von Thread und Zigbee meistert“ auf matter-smarthome.de.
Schon vor der CES wurden 21 neue Produkte vorgestellt (link) – von Kajplats-Leuchten über Sensoren wie den Wassermelder Klippbok, den Luftqualitätssensor Alpstuga und den Myggspray Motion Sensor bis hin zu Bilresa-Fernbedienungen. Alle unterstützen sowohl Zigbee als auch Thread und können somit außer im Ikea-System auch in Matter-Plattformen wie Amazon Alexa, Apple Home oder SmartThings verwendet werden. Wenngleich die Adaption des herstellerübergreifenden Standards in diesen Ökosystemen unterschiedlich weit vorgeschritten ist. Auch dazu mehr auf matter-smarthome.de in einer aktuellen Bestandsaufnahme.

Smarte Designer-Leuchten
Dass Smarthome nicht nach Technik-Gadget aussehen muss, beweist die neue Generation der Varmblixt-Kollektion in Zusammenarbeit mit der Designerin Sabine Marcelis. Die erfolgreiche „Donut“-Leuchte wurde smart gemacht (großes Bild oben) und auch eine vernetzte Version der Varmblixt-Hängeleuchte soll im April auf den Markt kommen. Funk und Matter sind dabei gleich in die skulpturalen Leuchten integriert. Die neuen Modelle unterstützen nicht nur das Dimmen und Farbeinstellungen per Fernbedienung, sondern lassen sich auch in Matter-kompatible Ökosysteme integrieren.

Audio-Revolution im Mini-Format
Was den Sound angeht, hat Ikea die Sonos-Kooperation hinter sich gelassen. Zum 1.1.2026 endete die Zusammenarbeit offiziell. Restbestände der Symfonisk-Lautsprecher werden aktuell abverkauft. Um Bestandskunden wollen beide Unternehmen sich weiter gemeinsam kümmern – es gibt Software-Updates und Kundendienst.
An die Stelle der WLAN-Modelle treten neue Bluetooth-Boxen. Einige wie die Kulglass-Leuchte oder das Modell Blompakt, ebenfalls mit integrierter Beleuchtung, waren vor der CES schon bekannt. In Las Vegas präsentierte Ikea erstmals den neuen Kallsup, einen wenige Zentimeter großen Soundwürfel mit Akku, von dem sich bis zu 100 Stück kombinieren lassen. Eine neue Art der Gruppierung macht’s möglich: Der Tastendruck an einem musizierenden Modell, gefolgt vom Druck auf einen zweiten, dritten oder weiteren Würfel, verbindet diesen mit der Gruppe.

Wie andere Neuheiten des Unternehmens wirkt dieser Umgang mit der Technik spielerisch und farbenfroh. Zwei Eigenschaften, die Smarthome-Produkten bislang oft fehlten.
Aufmacherbild: Ikea