Die neue Hue-App von Philips ist da. Bild: Hersteller

Die neue Hue-App von Philips ist da

Das Warten hat ein Ende: Nach mehrmonatigem Betatest erschien heute die zweite Generation der Hue-App zum gleichnamigen Lichtsystem von Philips. Die Vorversion ist in den App-Stores bei Google und Apple weiterhin erhältlich. Sie hat zur leichteren Unterscheidung ein schwarzweißes Symbol bekommen und trägt nun die Bezeichnung „gen 1“ im Namen.

Was sich geändert hat? Im Grunde alles. Das Screen-Design der neuen App wirkt flacher und moderner. Außerdem vollzieht Philips einen Paradigmenwechsel: Nicht mehr Lichtszenen stehen im Vordergrund, sondern Räume. Die Hue-Lampen werden auf Zimmer verteilt, wie es in Smarthome-Apps schon länger üblich ist. Beim ersten Start der App legt der Hue-Besitzer diese Räume an. Wer HomeKit von Apple nutzt, kann die bereits vorhandene Topografie seiner Wohnung auch einfach in die Philips-App importieren.

Neu: Die Hue-Lampen werden auf Zimmer verteilt. Das verbessert die Übersicht.
Neu: Die Hue-Lampen werden auf Zimmer verteilt. Das verbessert die Übersicht.

Danach präsentiert sich der Startbildschirm so aufgeräumt wie selten: Schieberegler schalten das Licht für jedes einzelne Zimmer oder die komplette Wohnung an und aus. Der Fingertipp auf einen Raum führt zum Untermenü mit allen darin enthaltenen Lampen. Erst hier gibt es am Fuß der Seite die bekannten Szenen. Wer eine bestimmte Lichtstimmung aufrufen möchte, muss also länger Tippen als bisher. Dafür geht das Regeln einzelner Lampen und vor allem das Schalten ganzer Räume deutlich schneller, weil man dafür keine Szenen mehr programmieren muss.

Per Schieberegler geht die Lichtsteuerung in der Hue-App schneller, Szenen sind etwas versteckt.
Per Schieberegler geht die Lichtsteuerung in der Hue-App schneller, Szenen sind etwas versteckt.

Wer bislang eigene Lichtszenen gepflegt hat, bekommt einen Schreck: Sie sind in der neuen App alle weg. Stattdessen gibt es eine kleine Auswahl vordefinierter Lichtstimmungen. Neben bunten Farbkombinationen wie Sonnenuntergang, Frühlingsblüten und Nordlichter, die an das Avea-Repertoire von Elgato erinnern, sind auch die Hue-Klassiker Entspannen, Lesen, Konzentration und Aktivieren dabei. Offenbar verabschiedet sich Philips von der Hue-Community, über die Nutzer ihre selbst erstellten Szenen teilen konnten. Wer die zugehörige Webseite my.meethue.com im Internet aufruft, bekommt den Hinweis, dass diese Funktion von der zweiten Generation der Hue-App nicht mehr unterstützt wird.

Das Teilen von Lichtszenen geht nur mit der 1. Generation der Philips-Hue-App.
Das Teilen von Lichtszenen geht nur mit der 1. Generation der Philips-Hue-App.

Die Anmeldung bei „Mein Hue“ in der App dient im Augenblick nur noch der Fernbedienung von unterwegs aus und zum automatischen Schalten von Lampen beim Heimkommen oder Verlassen der Wohnung (Geofencing). Immerhin werden neu angelegte Szenen auf andere Geräte desselben Nutzers übertragen. Trotzdem heißt es für Freunde der gepflegten Lichtstimmung: Noch einmal von vorn anfangen. Außerdem fehlt eine Möglichkeit, raumübergreifende Szenen anzulegen. Jede Lichtstimmung gilt nur für den Bereich der Wohnung, in dem sie definiert wurde. Ausnahme: Wer sogenannte Routinen erstellt, etwa um sich mit Licht wecken zu lassen, kann dabei bis zu vier Räume gleichzeitig oder das ganze Haus auswählen. Bei manueller Steuerung fehlt diese Koppelung bislang. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die erste Hue-App war jahrelang im Einsatz und der Nachfolger steht mit der Version 2.0 erst ganz am Anfang seiner Entwicklung.

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digitalzimmer.de meint: Die runderneuerte Philips-App hinterlässt im ersten Praxistest einen guten Eindruck. Die Räume machen den Zugriff auf Lampen so schnell und einfach wie nie. Und die neuen Routinen, die Alarme, Timer und standortbasierte Steuereung auf einer Seite zusammenfassen, erleichtern die Bedienung ebenfalls. Warum praktische Funktionen der Vorversion  auf der Strecke geblieben sind, hat sicher einen Grund. Allerdings wäre eine Importfunktion der bisherigen Szenen für Umsteiger eine große Hilfe. Im Cloud-Konto der Hue-Installation sind sie ja nach wie vor gespeichert und lassen sich mit der alten App auch weiterhin nutzen.

Update vom 29.April 2016: Mit einem Trick, den uns Philips verraten hat, lassen sich Lichtstimmungen von der Vorversion in die aktuelle App kopieren. Zuerst die gewünschte Szene in der alten App aufrufen. Dann im neuen Programm einen Raum öffnen und unter „Lampen“ mit dem Pluszeichen die Lichteinstellungen speichern. Dabei wird eine neue Szene angelegt, die aber wie gesagt nur für das ausgewählte Zimmer gilt. Raumübergreifende Szenen gibt es in der neuen Hue-App von Philips nicht mehr.

Aufmacherfoto: Philips

2 Gedanken zu „Die neue Hue-App von Philips ist da“

  1. Tipp: Ihr müsst einfach ein neues Zimmer mit allen gewünschten Lampen anlegen. Also Lampen aus den verschiedenen Zimmern kombinieren. Dann wirkt die Szene auf alle räume nicht nur auf einen. Das ist zwar etwas umständlich, funzt aber.

    1. Danke für den Vorschlag, Martin. Allerdings ist das keine optimale Lösung, weil jede Lampe in der App nur zu einem Raum gehören darf. Fügt man sie einem zweiten Zimmer hinzu, verschwindet sie automatisch aus dem ersten. Es kann also keine raumübergreifenden Szenen und gleichzeitig dieselben Lampen in einzelnen Zimmern geben.

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