Onkyo iOnly Stream: Nicht nur fürs iPhone

Früher hatten wir mal Mini-HiFi-Anlagen und überlegten uns, ob das Ding für ein paar hundert Mark ein Doppelkassettendeck, einen CD-Player oder sogar ein DVD-Laufwerk brauchte und welche Breite – Mini oder Midi – wohl besser ins Wohnambiente passte. Heute ist die Dock-AirPlay-DLNA-Webradio-Allshare-Box in aller Munde. Wichtigste Voraussetzung für ihren Erfolg: Sie muss mit dem iPhone iPod touch oder iPad können. Und mit der übrigen Welt mobiler, vernetzter, ständig musizierender Mobilgeräte mit und ohne „i“ im Namen. Alles andere scheint sekundär.

Onkyo ABX-N300 iOnly Stream. (Bild: Hersteller)
Onkyo ABX-N300 iOnly Stream. (Bild: Hersteller)

Natürlich ist dies nur die halbe, überspitzte Wahrheit, doch die Frequenz neuer Netzwerkanlagen mit Dockanschluss und Co. nimmt rasant zu. Onkyo widmet ihnen eine ganze Produktgruppe, die „iOnly“ getauft wurde. Deren neues Topmodell ergänzt die Dockfunktion mit Netzwerk-Talenten und hört auf die Bezeichnung ABX-N300 iOnly Stream. Für 299 Euro Listenpreis soll die „iOnly“ noch im August zu haben sein – und eben viel mehr können als „nur i“.

Neben der digitalen Dockstation für iPhone, iPod & Co. nimmt die ABX-N300 auch Musik drahtlos übers Netzwerk entgegen – zum Beispiel per Airplay, also via Heimnetzwerk von iDevices oder aus iTunes am PC der Mac im Arbeitszimmer. Andere Netzwerk-Teilnehmer können die kompakte Box außerdem über den Netzwerk-Streamingstandard DLNA mit Musik versorgen. Das klappt dann auch mit der Konkurrenz aus dem Android-Lager, etwa über die Allshare-Funktion in Samsung-Smartphones oder gar mit vergleichbaren DLNA-Controller-Apps auf Windows-Mobile-Smartphones. Per DLNA-Streaming gibt sich die Anlage besonders offen: Während Airplay das Tonformat selbst in etwa auf CD-Niveau festlegt, soll die iOnly Stream via DLNA auch Edel-Audiocodecs wie hochauflösendes, verlustfreies FLAC oder WMA lossless empfangen und wiedergeben. Und schließlich empfängt sie ohne weitere Geräte im Netzwerk auch Internetradio. Informationen über die aktuelle Musik gibt ein grafisches LC-Display in der Front, zur Steuerung dienen eine kleine Fernbedienung und Sensortasten auf dem glänzend schwarzen, schlanken Gehäuse. Darin sollen zwei Vollbereichs-Bassreflexlautsprecher für satten Stereosound sorgen.

digitalzimmer.de meint: AirPlay, DLNA, Webradio, Dockanschluss – die Welt der Musik ist im Umbruch, doch manchmal fragt man sich, ob normale Nutzer mit der Minianlage der Neuzeit nicht ein bisschen überfordert ist? Schön ist, dass durch die neuen Funktionen auch ganz andere Formen kleiner Zweit- oder Drittanlagen möglich wurden, die sich eben nicht mehr am Durchmesser einer CD oder dem Format eines Laufwerksschachtes orientieren muss. Und alternativ zu den iOnly-Neuheiten wie der ABX-N300 bieten ja Onkyo und fast alle anderen Hersteller auch noch eher klassische Anlagen an. Manche sollen sogar noch ein Disc-Laufwerk haben.