Wie kommen 4K-Filme auf die neuen XXL-TVs?

Ebenfalls auf Festplatte speichert der vom Kino- und Kameraspezialisten Red vorgestellte 4K-Player namens „Redray” (Bild oben). Er soll Anfang 2013 in den USA auf den Markt kommen und etwa 1500 Dollar kosten. Der vernetzte Player soll dann 4K-Filme über die Onlinevideothek odemax.com beziehen. Der Start von odemax.com soll laut Webseite im März 2013 erfolgen, bisher gibt es aber noch keine Informationen darüber, welche Filme dort zu sehen sein werden.

Kommt eine neue Blu-ray-Version?
Technisch ist die Blu-ray Disc in der Lage, statt in Full HD auch Filme in 4K-Auflösung zu speichern. 50 Gigabyte Kapazität reichen für einen Spielfilm aus, und mit der BD-XL gibt es bereits vierlagige Medien mit 100 GB Kapazität für spezielle PC-Brenner. Damit wären auch 3D-Filme in UHD-Auflösung kein Problem. Allerdings gibt es bislang keinen Standard für die Speicherung und Wiedergabe von 4K-Filmen auf Blu-ray Discs. Einzelne Player, etwa die Topmodelle von Sony und Philips sowie die neuesten Oppo-Player aus den USA, können zwar 4K-Signale ausgeben. Diese skalieren sie aber von herkömmlichen Discs hoch. Ob ihre Videoprozessoren 4K-Videos von einer Disc lesen könnten, ist fraglich. Schon deshalb, weil es für die 4K-Speicherung noch keine Standards gibt. Die Blu-Ray Disc Association (BDA) teilte auf Anfrage von digitalzimmer.de mit, dass man derzeit nicht an einem 4K-Standard arbeite, die Blu-ray Disc aber dennoch für ein geeignetes Medium für UHD-Filme hält.

Im Prinzip sind auch die übrigen Eckpunkte der Blu-ray Disc fit für 4K: Ein Player kann Daten mit bis zu 30 Mbit pro Sekunde auslesen, 4K-Videos in aktuellen Codecs wie H.264 werden von Experten auf einen Datenrate von 20 bis 25 Mbit/s taxiert. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass aktuelle Player nicht für 4K-Filme spezifiziert sind. Besser als H.264 soll dessen Nachfolger-Codec H.265 geeignet sein, um 4K-Filme effizient auf Blu-ray Disc zu speichern. H.265 – auch bekannt als HEVC oder MPEG H – wurde von einer branchenübergreifenden Expertengruppe entwickelt und dürfte 2013 standardisiert werden. Mit Encodern und vor allem Decoder-Chips für Videogeräte ist allerdings frühestens 2014 zu rechnen. So lange dürfte es also mindestens dauern, bis etwa Blu-ray-Player mit dieser Technik kommen dürften.

Allerdings sind auch andere Standards noch nicht soweit, um UHD-Filme optimal zu verarbeiten. Die HDMI-Version 1.4 etwa erlaubt zwar generell die Übertragung von 4K-Filmen. Sobald diese aber in höheren Frequenzen oder in 3D vorliegen, muss die Schnittstelle passen – mehr als 3840 mal 2160 Pixel bei 30 Hertz sind derzeit nicht drin. Insider verlangen daher bei den HDMI-Machern vehement nach einer Version 2.0, die dank einer höheren Grundfrequenz neben UHD-Auflösung und 3D auch künftige Filmformate wie etwa die erhöhte Bildfrequenz (HFR – High Frame Rate), unterstützt. Diese Technik startet momentan im Kino – „Der Hobbit“ ist derzeit als erster großer Film in HFR zu sehen.