Was bringen günstige Android-Tablets?

2012 könnte das Jahr der günstigen Android-Tablets werden. Ständig kommen neue Geräte auf den Markt, zum Beispiel das Acer Iconia A200, das für moderate 369 Euro ausgewachsene Leistungen verspricht: Es hat einen 25,6 Zentimeter (10,1 Zoll, 1280×800 Pixel) großen Touchscreen und ist damit sogar einen Tick größer und höher aufgelöst als das iPad 2 (9,7 Zoll = 24,6 Zentimeter, 1024×768 Pixel). Einen kapazitiven Touchscreen, Lagesensor und die übrigen Merkmale eines Android-Tablets bringt das neue Acer-Modell selbstverständlich auch mit.

Amtliche Leistungswerte
Befeuert wird das Iconia A200 von einem Dual-Core-Prozessor vom Typ NVIDIA TEGRA 2 mit einem Gigahertz Taktfrequenz und einem Gigabyte Arbeitsspeicher (DDR2). Es hat 16 Gigabyte internen Flash-Speicher, der sich per Micro-SD-Karte um bis zu 32 GB erweitern lässt. Als Betriebssystem kommt zum Start Android 3.2 zum Einsatz, das Iconia A200 soll sich laut Acer aber auf Android 4.0 – Codename: „Ice Cream Sandwich“ – updaten lassen, sobald das neue Betriebssystem verfügbar ist. Damit erhält das Tablet einen verbesserten Browser, neue Funktionen bei Google Mail, Galerie- und Kalender-Apps sowie eine Applikation, die Infos zum Datenverbrauch liefert. Neben den System-Apps liefert Acer mit „Acer-Ring UI“ eine selbst programmierte Steuerungslogik, über die mit nur einer Bildschirmberührung mehrere Applikationen parallel gestartet werden können. Der „SocialJogger“ soll Facebook-, Twitter- und Flickr-Accounts auf einen Rutsch besonders übersichtlich auf dem Iconia A200 öffnen.

Das Iconia A200 besitzt Stereolautsprecher, einen Audio-Aus- sowie einen Mikrofon-Eingang, je eine Micro-USB- und USB2.0-Buchse. Das GPS-Modul soll die Standortbestimmung und Navigation ermöglichen. Das Tablet unterstützt außerdem WLAN (802.11b/g/n) und Bluetooth. An Anschlüssen und Funktionen fehlen allenfalls eine  HDMI-Buchse zum Anschluss an einen Fernseher sowie der neue mobile High-Speed-Datenzugang via LTE. Und im Gegensatz zum iPad hat das Acer nur eine Kamera. Die ist vor allem für Videokonferenzen gedacht, bietet zwei Megapixel Auflösung und sitzt an der Längsseite über dem Display. Der Lithium-Polymer-Akku des Iconia A200 hat einen Kapazität von 3260 mAh und soll das Tablet damit bis zu zehn Stunden am Stück befeuern.

Immer mehr günstige Android-Tablets
In die gleiche Richtung geht auch das „Easypad 970“ von Easypix. Das Tablet für knapp 350 Euro hat mit einem 9,7-Zoll-Display mit 1024×768 Pixeln Auflösung iPad-Format und soll schon ab Werk mit Android 4.0 Ice Cream Sandwich ausgerüstet sein. Lagesensor, zwei Kameras (2 Megapixel), ein Prozessor mit 1,2 GHz Taktfrequenz und 8 GB erweiterbarer Speicher sowie alle gängigen Anschlüsse sollen auch dieses Gerät preisbewussten Tabletfans nahe bringen. Ähnlich aufgestellt ist das kompaktere 7-Zoll-Tablet Huawei Media Pad, das ebenfalls für knapp 350 Euro den Besitzer wechselt – Android 3.2 Gingerbread ist an Bord, ein Dualcore-Prozessor mit 1,2 GHz ebenso, die Auflösung des 16:10-Displays beträgt stolze 1.280 x 800 Pixel.

Das Erfolgskonzept von Amazon
In den USA haben Tablet-Fans mit schmaler Börse ein noch günstigeres Android-Gerät zur Auswahl: den Amazon Kindle Fire. Amazon nennt zwar keine genauen Zahlen über den Verkauf seiner Geräte, doch der Android-Kindle scheint sich sehr gut zu verkaufen. Nach einer aktuellen Studio des auf die Nutzung von Apps spezialisierten Marktforschungsunternehmens Flurry ist der Kindle Fire eines der derzeit meistgenutzten Android-Tablets. Er hat dem bislang führenden Galaxy Tab von Samsung in Sachen App-Nutzung zwischen November 2011 und Januar 2012 fast die Hälfte seines Marktanteils abgenommen und liegt nun mit dem Edel-Tablet gleichauf bei 36 Prozent aller erfassten App-Aufrufe auf dem US-Markt. Kindle-Fire-Nutzer geben laut Flurry im Durchschnitt zweieinhalb Mal so viel Geld für Apps und Inhalte aus wie Samsung-Nutzer. Die übrigen Android-Tabs haben dieser Studie zufolge übrigens nicht einmal 30 Prozent Marktanteil.

Ein möglicher Grund: Amazon bietet für den Kindle Fire in den USA einen Cloud-Dienst für eigene Musik, Fotos und Videos und ergänzt diese Dienste mit kommerziellen Angeboten wie etwa einem Music-Store, einer Online-Videothek und natürlich dem eBook-Store von Amazon. All das spielt auf dem Kindle Fire recht intuitiv zusammen, wenn man dortigen Berichten glauben darf – und beschert Amazon satte Umsätze. So kann es der Onlinehändler verkraften, das Tablets mit Verlust zum hochattraktiven Kampfpreis zu verkaufen. Allerdings ist der Kindle Fire kein Androide wie die Anderen. Amazon nutzt zwar das Google-Betriebssystem, hat es aber für den Kunden weitgehend verriegelt. Medienkäufe oder -Transfers laufen über Amazon-Anwendungen. Selbst Android-Apps werden von Amazon eigens geprüft, freigegeben und über einen eigenen Appstore verbreitet. Insofern ähnelt das Prinzip des Kindle Fire eher dem Apple-System als dem der Android-Konkurrenz.

digitalzimmer.de meint: Mit den neuen Android-Tablets von Acer und Co. bekommt man sicherlich eine ganze Menge hochwertiger Technik fürs Geld. Dem iPad werden solche günstigen Tablets aber kaum ernsthafte Konkurrenz machen. Denn all die Acers, EasyPads, Huawei und übrigen Android-Modelle haben ein gemeinsames Problem: Tablets sind in erster Linie Medien-Konsumgeräte, den Genannten fehlt aber eine schlüssige Strategie für die intuitive Medien- und Datensynchronisierung zwischen PC, Smartphone, Tablet und TV. Etwas wie iTunes eben. Das hat Amazon begriffen – der Erfolg des Kindle Fire gibt dem einstmaligen Online-Buchhändler Recht. Höchste Zeit, dass der Kindle Fire auch in Europa zu haben ist und das Quasi-Monopol des iPad auflöst. Denn Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.