Harman Invoke: Microsofts Antwort auf den Amazon Echo. Bild: Hersteller

Invoke: Microsofts Antwort auf den Amazon Echo kommt im Herbst

So sieht er also aus, der Smarthome-Lautsprecher und Echo-Konkurrent von Microsoft. Genauer gesagt handelt es sich dabei um eine Kooperation mit Harman/Kardon: Der zu Samsung gehörende HiFi-Spezialist baut die Hardware, Microsoft steuert seine Sprachassistentin Cortana bei. Invoke –  zu Deutsch Aufrufen – heißt die säulenförmige Kombination. Sie soll im Herbst auf den Markt kommen und neben Sprachsteuerung auch Telefongespräche mit dem Microsoft-Dienst Skype ermöglichen. Schallwandler im Metallgehäuse strahlen wie beim Amazon Echo  nach allen Seiten ab. Auch das Lautstärkerad mit einem rotieren Licht kommt einem bekannt vor.

Der Lautstärkering des Harman/Kardon Invoke erinnert an den Amazon Echo. Bild: Hersteller
Der Lautstärkering des Harman/Kardon Invoke erinnert an den Amazon Echo. Bild: Hersteller

Viel mehr verraten die beiden Partner noch nicht. Die Präsentation auf Microsofts Windows-Blog und Harman/Kardons eigene Seite sparen mit Details. Nur soviel ist klar: Auch diesen digitalen Smarthome-Assistenten wird es vorerst nur in den USA geben. Fans des Amazon Echo mussten fast zwei Jahre warten, bis Alexa die Deutsche Sprache gelernt hatte. Google arbeitet noch daran, seinen Assistant für den Google Home zu übersetzen.

Spricht noch kein Deutsch: der Invoke- und Echo-Konkurrent Google Home. Bild: Hersteller
Spricht noch kein Deutsch: der Invoke- und Echo-Konkurrent Google Home. Bild: Hersteller

In der Zwischenzeit nimmt die Smarthome-Strategie von Microsoft Gestalt an. Wie amerikanische Medien berichten, soll es beim Invoke nicht bleiben. Der Software-Gigant arbeitet an einer eigenen Plattform zur Heimvernetzung. Der Name HomeHub ist dafür im Gespräch. Das System baut auf Windows 10 auf und soll Produkte wie Philips Hue, Nest-Thermostate oder das hierzulande noch nicht erhältliche SmartThings-System von Samsung steuern können. Eine gemeinsame App und Cortana übernehmen die Kontrolle.

Das erinnert an HomeKit von Apple. Mit dem Unterschied, dass es von Anfang an eine Benutzeroberfläche für den PC gibt. Der dortige Welcome-Screen soll laut  The Verge einen Überblick über Geräte, Familienkalender, Einkaufslisten, und mehr geben. Microsoft stellt sich das Ganze wohl wie eine Art Küchen-PC mit Notizfunktion als Ersatz für die Pinnwand vor. Auch ausgewiesene Smarthome-Computer, die sich per Sprachbefehl aufwecken lassen, soll es geben. Anbieter wie HP oder Lenovo sind dafür im Gespräch.

digitalzimmer.de meint: Microsoft fährt zweigleisig. Während Windows 10 zur Smarthome-Zentrale ausgebaut wird, sollen Geräte wie der Invoke solche Kunden ansprechen, denen ein Computer im Wohnzimmer zu ungemütlich erscheint. Von denen gibt es eine ganze Menge: Jüngsten Zahlen zufolge sollen bis Ende des Jahres alleine in den USA 35,6 Millionen Nutzer ein sprachaktiviertes Gerät wie den Echo verwenden. Amazon liegt mit 70,6 Prozent Marktanteil deutlich vorn. Allerdings hat Google in einem halben Jahr bereits auf 23,8 Prozent aufgeholt. Ob der Harman Invoke oder gar ein immer wieder kolportierter Siri-Lautsprecher von Apple den Vorsprung aufholen können, muss sich zeigen. Sie sind in jedem Fall spät dran.

Fotos: Hersteller

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