Die besten drahtlosen Lichtsysteme

Das Licht per Smartphone schalten oder dimmen. Mit gruppierten Leuchten stimmungsvolle Abende inszenieren oder Lampen aus dem Urlaub fernbedienen, um Einbrechern ein bewohntes Haus vorzugaukeln. All das geht heutzutage ohne große Installation oder Hilfe des Elektrikers. LED-Lampen mit Funk-Fernbedienung machen es möglich. Eine ganze Reihe von Herstellern bieten solche Lösungen an. Hier kommen fünf drahtlose Lichtsysteme, die sich im Digitalzimmer-Alltag besonders bewährt haben.

1. Platz: Philips Hue
Als bislang einziges Lichtstystem lässt sich Hue mit Apples Sprachassistentin Siri steuern.
Als bislang einziges Lichtsystem lässt sich Hue mit Apples Sprachassistentin Siri steuern.

Das bekannteste LED-Lichtsystem ist auch gleichzeitig das vielseitigste. Kein anderer Lampentyp lässt sich so universell steuern wie Hue von Philips. Neben der eigenen App gibt es Wandschalter und Fernbedienung sowie Hunderte weiterer Smartphone-Programme, die Helligkeit und Farbe regeln, zu Hause eine Disco veranstalten oder Ambilight-Effekte erzeugen, wie man sie von Philips-Fernsehern kennt. Da die Programmierschnittstelle (API) öffentlich zugänglich ist, können Software-Entwickler die Lampen in ihre eigene Steuerung integrieren. So kommt es, dass Hue-Lichter auch über Smart-Home-Systeme von Qivicon (Telekom), RWE oder Wibutler erreichbar sind. Die Verbindung mit HomeKit von Apple macht den Bedienkomfort komplett: So horcht das System sogar auf Sprachbefehle wie „Siri, schalt‘ doch mal das Licht ein“.

Zum Betrieb ist eine Hue-Bridge nötig, die per Kabel am Router hängt. Mit ihr kommunizieren die verschiedenen Lampentypen über Funk. Das Sortiment umfasst weiße und farbfähige Retrofit-Modelle für das Schraubgewinde E27, Strahler mit dem Halogensockel GU-10 und LED-Streifen, die sogenannten Lightstrips. Außerdem hat Philips fix und fertige Tisch- und Deckenleuchten im Programm, die sich direkt steuern lassen. Wer mehr wissen will:  Unser Test Hue und Lightify im Vergleich ist ein guter Einstieg ins Thema. Ebenfalls lesenswert: die Verbindung von Hue und HomeKit.

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2. Platz: Osram Lightify
Zum Lightify-Sortiment von Osram gehören auch Kerzenlampen für die kleine E14-Fassung.
Zum Lightify-Sortiment von Osram gehören auch Kerzenlampen für die kleine E14-Fassung.

Osram ist später gestartet als Philips, hat mit seinem Lightify-System aber kräftig aufgeholt. Zwar gibt es noch keine offene Programmierschnittstelle, weil Osram den Zigbee-Funkstandard verwendet, lassen sich Lampen aber auf diesem Weg in andere Systeme integrieren. So kann eine Hue-Bridge auch Osram-Lampen steuern. An der Qivicon-Basis und dem Wibutler lassen sich Lightify-Leuchtmittel ebenfalls anmelden. Das Sortiment ist umfangreicher als bei Philips: Osram bietet zum Beispiel weiße Lampen an, deren Farbtemperatur sich trotzdem stufenlos von kalt nach warm regeln lässt („tunable white“). Kerzenformen für das E14-Gewinde passen in kleine Tisch- oder Hängelampen und wetterfeste Gartenspots bringen fernbedienbares Licht auf den Balkon oder die der Terrasse. Für professionelle Gebäude-Installationen gibt es außerdem Lightify Pro mit Unterputz-Geräten, Büro-Deckenleuchten und einer Schnittstelle zum programmierbaren Beleuchtungssystem Dali.

Um alle Funktionen nutzen zu können, müssen die Leuchtmittel am Lightify-Gateway von Osram angemeldet sein. Diese kleine Funkbasis kommt zu Hause in eine Steckdose, wo sie gleichzeitig mit den Lampen und dem heimischen WLAN in Verbindung steht. Über das Gateway werden Software-Updates abgewickelt und Befehle der Lightify-App vom Smartphone weitergleitet. Mit ihm lässt sich zum Beispiel die Einschalthelligkeit und -farbe von Lampen programmieren oder eine Funksteckdose steuern, die ebenfalls zum System gehört. Mehr Info liefert wieder unser Hue-Lightify-Vergleich aber auch der Beitrag über neue Osram-Leuchtmittel.

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3. Platz: LifX
Hersteller LifX aus den USA verwendet WLAN zur Steuerung seiner Lampen.
Hersteller LifX aus den USA verwendet WLAN zur Steuerung seiner Lampen.

LifX-Lampen verbinden sich mit dem WLAN des Routers. Daher benötigen sie keine Basisstation wie andere drahtlose Lichtsysteme. Einfach Leuchtmittel in die Fassung drehen, App installieren und die Zugangsdaten eintragen, fertig ist das drahtlose Lichtsystem. Wegen der WLAN-Technik ist die Lampe relativ groß und schwer. Außerdem verbraucht sie im Standby-Betrieb mehr Energie als Modelle mit Zigbee-Funk (Belkin, Hue, Lightify) oder Bluetooth (Elgato). Eine Steuerung über Smart-Home-Systeme ist in Deutschland noch nicht möglich. Smart Things von Samsung, das LifX unterstützt, gibt es aktuell nur in den USA, Kanada, Irland und Großbritannien zu kaufen. Allerdings können Logitech-Fernbedienungen mit Harmony Hub die Lampen ebenfalls steuern. Über den Internet-Dienst IFTTT lässt sich die Beleuchtung teilweise automatisieren.

Das LifX-Sortiment umfasst in den USA vier Modelle: zwei weiße Lampen mit regelbarer Farbtemperatur und zwei farbfähige Exemplare – wahlweise in Parabolform oder als klassischer Glühlampen-Ersatz. In Deutschland sind nur die beiden Letzteren erhältlich. Das Topmodell Color 1000 gehört dabei zu den hellsten LED-Lampen auf dem Markt: Es schafft laut Hersteller über 1000 Lumen, was ungefähr einer 75-Watt-Glühlampe entspricht. Mehr dazu unserem ausführlichen Test der LifX E27 RGBW.

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4. Platz: Elgato Avea
Die Bluetooth-Lampe Avea wird direkt vom Smartphone oder Tablet aus gesteuert.
Die Bluetooth-Lampe Avea wird direkt vom Smartphone oder Tablet aus gesteuert.

Mit der Bluetooth-Lampe Avea lässt sich zu Hause ganz einfach Stimmung machen.  Sie bekommt ihre Funkbefehle direkt vom Smartphone – gesteuert über eine App des Herstellers. Das erleichtert die Installation und Bedienung, schränkt aber auch die Möglichkeiten ein. So muss sich das Smartphone oder Tablet zum Schalten, Dimmen und für die Auswahl von Farben in Funkreichweite der Lampe befinden. Der maximale Abstand beträgt die für Bluetooth-Produkte üblichen zehn Meter. Neben einer E27-Lampe für die klassische Glühlampen-Fassung (Bild) bietet Elgato auch komplette Leuchten als Stimmungslicht für drinnen und draußen an. Bis zu zehn Lampen lassen sich mit der App des Herstellers steuern. Wer mehr wissen will, findet die Infos im Test der Elgato Avea.

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5. Platz: Belkin Wemo
Das Funk-Gateway (Mitte) verbindet LED-Lampen von Belkin mit dem WeMo-System.
Das Funk-Gateway (Mitte) verbindet LED-Lampen von Belkin mit dem WeMo-System.

Zum Wemo-System von Belkin gehört neben anderen Geräten auch ein Starterset für Beleuchtung. Es besteht aus zwei warmweißen LED-Lampen und einer Funkstation names Wemo Link, die ähnlich wie bei Osram Lightify in die Steckdose kommt. Danach lässt sich das Licht der Lampen über die Wemo-App schalten und in der Helligkeit regeln – allerdings nicht in der Farbe verändern. Dank Internet-Verbindung der Funkbasis klappt das auch von unterwegs aus. Die App bietet eine Alarmfunktion, die zu gewünschten Tageszeiten das Licht ein- und ausschaltet. Alternativ können auch Sonnenauf- oder -untergang als Auslöser dienen. Zum Wecken ist der Timer weniger geeignet, weil er die Lampen ohne Dimmvorgang hart einschaltet. Im Vergleich mit anderen Smart-Home-Lösungen sind die Fähigkeiten der Lichtsteuerung begrenzt. Im Zusammenspiel mit den Wemo-Zwischensteckern (siehe unseren Artikel über Intelligentes Schalten mit Funksteckdosen) ergeben sich aber doch eine Reihe interessanter Möglichkeiten. Außerdem kostet das Starterset mit 80 Euro vergleichsweise wenig.

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Ein Gedanke zu „Die besten drahtlosen Lichtsysteme“

  1. eigentlich wäre es schon gut, wenn die Osram Lampen aus der Slovakei mehr als 200 Stunden brennen würden. Ladenpreis in der Schweiz für eine 20 Watt Energiesparlampe rund EUR 15 und die von Philips sind nicht lieferbar.

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