Licht steuern mit Telekom Smart Home – so geht’s

Das Smarthome-Angebot der Telekom – vor Kurzem in Magenta SmartHome umbenannt – ist eine Art Universal-Fernbedienung für das vernetzte Zuhause. Es kann Heizkörper regeln, die Wohnung per Video überwachen und mit Rauchmeldern vor Feuer warnen. Ein häufiger Grund für die Anschaffung dürfte aber auch die Lichtsteuerung sein. Mit der App Telekom Smart Home lassen sich ganz verschiedene Lampen kontrollieren und automatisch schalten.

Voraussetzung ist die Qivicon Home Base, eine Funkzentrale, die das vernetzte Gebäude steuert. Langfristig soll die Smarthome-Intelligenz in Speedport-Router der Telekom eingebaut werden. Bis es soweit ist, verlangt das System aber nach einer separaten Basisstation – so wie die Alternativen von Bosch, Devolo, RWE Smarthome & Co. Die Home Base gibt es wahlweise zum Kauf für 120 Euro oder als Bestandteil diverser Aktionspakete. Hinzu kommt eine monatliche Gebühr für die Nutzung der App. Sie beträgt je nach gewählter Hardware entweder 4,95 Euro oder 9,95 Euro im Monat.

Die Qicvicon Home Base steuert alle Geräte im Telekom Smart Home. ©digitalzimmer
Die Qivicon Home Base steuert alle Geräte im Telekom Smart Home. ©digitalzimmer
Leuchten über die Steckdose steuern

Der schnellste Weg geht über Zwischenstecker. Sie schalten funkgesteuert den Strom ein und aus. Manche Modelle können auch dimmen, geeignete Leuchtmittel vorausgesetzt. Da die Qivicon Home Base denselben Funkstandard wie Homematic benutzt, lassen sich Zwischenstecker von EQ-3 daran anmelden. Eine Übersicht geeigneter Geräte geben die Qivicon-Kompatibilitätsliste im Internet und der Telekom-Shop. Nachteil der EQ-3-Modelle: Sie haben schon einige Jahre auf dem Buckel und das sieht man den recht klobigen Adaptern an. Wer es kompakter und auch formschöner mag, greift zu den Pendants von Bitron Home. Sie verwenden den Zigbee-Funkstandard, der von Haus aus nicht zum Repertoire der Qivicon-Basis gehört. Er lässt sich aber einfach nachrüsten: Die Telekom bietet für rund 35 Euro einen Funkstick an, der in eine von vier freien USB-Buchsen an der Basis geschoben wird (großes Bild oben auf dieser Seite). Danach beherrscht das System auch Zigbee.

Die Funksteckdosen von EQ3 (links) gehören zu den größten Modellen am Markt. ©digitalzimmer
Die Funksteckdosen von EQ3 (links) gehören zu den größten Modellen am Markt.

Noch eleganter, weil völlig unsichtbar, lösen Unterputz-Aktoren von EQ-3 die Aufgabe. Sie kommen an Stelle des normalen Lichtschalters in die Wand und werden wie Zwischenstecker von der Basis ferngesteuert. Nur Dimmen geht damit aktuell nicht und die Installation am 230 V-Netz sollte tunlichst ein Elektriker vornehmen.

Drahtlose LED-Lampen steuern

Wer bereits LED-Lampen der Serien Philips Hue und Osram Lightify besitzt – oder mit ihrer Anschaffung liebäugelt – kann sie ebenfalls über Magenta Smart Home steuern. Sie müssen lediglich mit der Qivicon-Basis verbunden werden. Dabei assistiert die Telekom-App mit demselben Installationsassistenten, der auch Zwischenstecker, Unterputz-Aktoren und andere Geräte zum System hinzufügt. Die Kontaktaufnahme läuft bei Philips und Osram jedoch unterschiedlich ab. Während Lightify-Leuchtmittel direkt per Funk an der Basis angemeldet werden (und dazu den bereits erwähnten Zigbee-Stick benötigen), ist bei Philips die Hue-Bridge dazwischen geschaltet. Das heißt: Der Nutzer braucht ein Startpaket mit Bridge und kann nicht wie bei Osram gleich einzelne Lampen kaufen.

Lightify-Lampen kommunizieren direkt mit der Qivicon-Basis, Philips nutzt seine Bridge.
Lightify-Lampen kommunizieren direkt mit der Qivicon-Basis, Philips nutzt seine Bridge.

Philips Nutzer müssen zuerst das Hue-System mit den zugehörigen Lampen installieren. Danach koppeln sie per Telekom-App die Bridge an die Qivicon-Basis und erst dann, im dritten Schritt, klappt die Suche nach Lampen in der Smarthome-App. Dabei gibt es auch noch unterschiedliche Suchläufe für aktuelle Hue-Modelle und solche der ersten Generation. Der ganze Ablauf könnte in der Telekom-App deutlicher erklärt sein, aber zum Glück ist er nur einmal bei der ersten Installation nötig. Danach tauchen die Hue-Lampen wie ihre Lightify-Pendants in der Smarthome-Installation auf und können nach Wunsch auf die verschiedenen Räume verteilt werden.


Hue- und Lightify-Lampen zurücksetzenLampen-Reset: Die Lightify-Leuchtmittel waren schon einmal mit einem Osram-Gateway oder einer Hue-Bridge verbunden? Dann müssen sie für die Anmeldung an der Qivicon Home Base zuerst zurückgesetzt werden. Dieser Beitrag auf digitalzimmer.de erklärt wie.


Die hinzugefügten Lampen erscheinen wie alle anderen Geräte als Kachel im jeweiligen Raum. Ein Fingertipp auf das Quadrat öffnet die Einstellungen der Lampe. Hier lässt sich die Helligkeit und bei RGB-fähigen Modellen auch die Farbe einstellen. Zwei Leisten mit bunten Flächen schlagen Tönungen vor oder gewähren Zugriff auf die zuletzt gewählten Farben. Sollen mehrere Lampen gleich eingestellt werden, ist die Prozedur recht mühsam. Weil es keine Möglichkeit gibt, die Werte von einer Lampe auf eine andere zu kopieren, muss zum Beispiel der Prozentregler für die Helligkeit jedes Mal von Hand an die gewünschte Position bugsiert werden. Eine Funktion zum einfachen Gruppieren von Lampen fehlt ebenfalls in der App. Wer Lichtstimmungen programmieren will, muss dafür sogenannte Situationen anlegen. So heißen automatisch oder per Tastendruck ausführbare Regeln in der Telekom-App.

Die Lichtsteuerung in der App Telekom Smart Home ist etwas umständlich aber leistungsfähig.
Die Lichtsteuerung in der App Telekom Smart Home ist etwas umständlich aber leistungsfähig.

Sie sind überhaupt das Mittel zum Zweck, wenn es um Steuerung geht. Zwar gibt es eine sogenannte Fernbedienung, die direkten Zugriff auf einzelne Gerät gewährt. Aber das funktioniert nur bei Schaltsteckdosen komfortabel: Ein Tipp auf die Kachel schaltet den Strom ein, der nächste wieder aus. Im Fall von Hue- oder Lightify-Lampen öffnet sich wie gesagt das Einstellmenü, in dem der Helligkeitsregler von Hand verschoben werden muss – zum bloßen Ein- und Ausschalten von Licht viel zu umständlich.

Aber dafür ist in die Ferbedienungsfunktion der App im Qivicon-System auch gar nicht da. Der Nutzer soll lieber Situationen anlegen, die Lampen mit einem Funkschalter verbinden oder per Bewegungsmelder automatisch schalten. Das erhöht am Anfang den Konfigurationsaufwand, macht danach aber die Bedienung einfacher. Und das Telekom Smart Home entschädigt für die zusätzliche Arbeit mit smarten Lichtfunktionen. So genügt ein Tastendruck, um alle Lampen in die systemweite Alarmfunktion mit einzubeziehen. Einbrecher werden dann nicht nur von lautem Sirenengeheul empfangen, sondern auch von blinkendem Licht in der ganzen Wohnung. Bei Abwesenheit wird auf Wunsch der sogenannte Haushüter aktiv. Er soll ein bewohntes Haus simulieren, indem er bei einsetzender Dämmerung oder am Morgen nach dem Zufallsprinzip Lampen ein und ausschaltet.

Update vom 24.7.2016: Per Software-Update hat die Telekom inzwischen neue Funktionen hinzugefügt. Mehr dazu im Blog-Beitrag über Smarthome-Systeme mit Hue-Unterstützung.

5 Gedanken zu „Licht steuern mit Telekom Smart Home – so geht’s“

  1. Wie ist das eigendlich mit verbundenen LED-Lampen. Kann ich die weiterhin mit der App von Osram bzw Philips bedienen?

    1. Lightify-Leuchtmittel sind direkt per Funk mit der Qivicon Home Base verbunden. Eine Steuerung über das Osram-Gateway und die zugehörige App ist daher nicht möglich.

      Anders sieht es bei Philips aus. Da hier alle Befehle über die Hue-Bridge laufen, sind die gewohnten Smartphone-Programme weiterhin verwendbar. Das gilt für die Hue-App von Philips genauso wie für Fernbedienungsprogramme anderer Hersteller. Es zählt dabei immer der zuletzt gesendete Befehl. Wenn Telekom Smart Home das Licht gerade ausgeschaltet hat, lässt es sich von einer anderen App wieder einschalten und umgekehrt. Bei gleichzeitiger Verwendung mehrerer Apps also darauf achten, dass sie sich nicht gegenseitig dazwischenfunken.

    1. Stimmt leider. Wie bei den meisten per Smartphone zu steuernden Systemen gibt es nur Apps für die beiden großen Handy-Betriebssysteme.

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