Die neue Home-App auf dem iPad mit iOS 10. @digitalzimmer

Haussteuerung mit iOS 10: die Home-App und Apple-TV im Einsatz

Der jüngste Versionssprung auf iOS 10 hat HomeKit einen großen Schritt nach vorn gebracht. Wenn man so will, zeigt die Haussteuerung von Apple erst jetzt, was in ihr steckt. Das ist vor allem der neuen App Home zu verdanken. Sie wird mit dem iOS10-Update automatisch auf jedem iPhone oder iPad installiert. Danach dient das Smarthome-Programm als universelle Steuerzentrale für Produkte jedweder Herkunft. Sobald ein Gerät den HomeKit-Standard von Apple unterstützt, erscheint es automatisch in der App. Zum Hinzufügen neuer Sensoren, Regler oder anderer Smarthome-Komponenten kann der Nutzer wahlweise das Programm des Herstellers verwenden – oder ebenfalls die Home-App.

Die Startseite der Home-App listet bevorzugte Geräte und Szenen auf. ©digitalzimmer
Die Startseite der Home-App listet bevorzugte Geräte und Szenen auf. ©digitalzimmer

Vorteil der tiefen Integration ins Betriebssystem: Das Apple-Smarthome hat nun einen eigenen Bereich im Kontrollzentrum. Wer mit dem Finger von unten nach oben über den Bildschirm wischt, landet zunächst wie gewohnt in den Einstellungen für WLAN, Bluetooth, Airplay & Co. Daneben gibt es aber zwei weitere Kontrollfelder: eines für Audio-/Video-Wiedergabe und eines für HomeKit. Sie sind mit seitlichem Wischen erreichbar. So lässt sich noch schnell eine Lichtszene für den Heimkino-Abend aufrufen, ohne etwa die Netflix-App verlassen zu müssen.

HomeKit-Geräte und -Szenen sind in iOS 10 auch übers Kontrollcenter erreichbar. ©digitalzimmer
HomeKit-Geräte und -Szenen sind in iOS 10 übers Kontrollcenter erreichbar. ©digitalzimmer
Die Einstellmöglichkeiten der Home-App in iOS 10

Der Funktionsumfang von Home beschränkt sich aufs Nötigste. Neben der Startseite, die einen Gesamtüberblick bietet, gibt es Unterseiten für jeden Raum, in dem HomeKit-Geräte installiert sind. Mit seitlichem Fingerwischen wechselt man von Zimmer zu Zimmer. Ein Fingertipp auf die Kachel eines Geräts schaltet zum Beispiel das Licht ein und aus. Mit Steckdosen wie der Eve Energy von Elgato funktioniert das genauso. Ein längerer Druck auf die Kachel öffnet zusätzliche Optionen. So lässt sich zum Beispiel die Heizkörpertemperatur einstellen oder bei dimmbaren Hue-Lampen von Philips die Helligkeit und Lichtfarbe ändern.

Die Home-App ist übersichttlich nach Räumen und Geräten geordnet. ©digitalzimmer
Die Home-App ist übersichtlich in Räume und Geräte gegliedert. ©digitalzimmer

Für die Farbwahl hat Apple eine ebenso schliche wie effektive Lösung gefunden: Von der Seite mit dem Helligkeitsregler führt ein Link zum Untermenü mit sechs vordefinierten Lichtfarben. Wer die nicht mag – was angesichts der pastelligen Töne schon mal vorkommen kann – passt die Einstellungen von Hand an. Dazu gibt es zwei Farbkreise: Einer regelt buntes RGB-Licht, der andere den Weißabgleich von Lampen mit stufenlos veränderbarer Farbtemperatur. Wie so oft, ist die Skala für warmes, glühlampenähnliches Licht recht knapp bemessen. Die Lichtfarbe gleitet schnell ins Schweinchenrosa oder Hellblaue ab.

Lichtfarben in die Home-App importieren

Ein Trick hilft, lieb gewonnene Lichtfarben aus anderen Programmen zu übernehmen. Als Transportmittel dienen dabei die sogenannten Szenen. So heißen HomeKit-Befehle, die mehrere Geräte auf einmal steuern. Vier Szenen (Guten Morgen, Guten Abend, Ich bin zuhause, Ich verlasse das Haus) liefert Apple gleich mit. Sie müssen nur noch mit Geräten aus der eigenen Installation gefüllt werden. Danach stehen die Szenen jeder HomeKit-App auf dem iPhone zur Verfügung. Diese Tatsache lässt sich nutzen, denn Programme wie Home – einfache Hausautomatisierung von Matthias Hochgatterer können Lampen nicht nur bearbeiten, sie zeigen auch zusätzlich Daten an: Helligkeit, Sättigung und Farbton. Diese Werte lassen sich auf eine HomeKit-Szene übertragen und dort speichern.

Am Schluss nur noch die Szene in Home aufrufen und einen der sechs Farbspeicher mit der aktuellen Farbe überschreiben. Das geht ganz einfach mit einem langen Druck auf die Farbfläche, die ersetzt werden soll. Nun steht die importierte Tönung in der Home-App zur Verfügung. Das Prozedere zeigt aber auch: Fortgeschrittene Nutzer werden auf bewährte HomeKit-Apps wie Elgato Eve oder das Programm von Matthias Hochgatterer nicht verzichten wollen. Die neuen Bordmittel von iOS 10 sind dafür kein vollständiger Ersatz.

Sechs Lichtfarben lassen sich in der Home-App speichern und bearbeiten. ©digitalzimmer
Sechs Lichtfarben lassen sich in der Home-App speichern und bearbeiten. ©digitalzimmer

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9 Gedanken zu „Haussteuerung mit iOS 10: die Home-App und Apple-TV im Einsatz“

  1. Das hört sich so schön einfach an, aber leider funktioniert das mit der Standortänderung überhaupt nicht. Es gibt keine Reaktion, wenn man die 100m von seinem Haus weggeht. Vielleicht hat ja jemand eine Idee woran es liegen könnte?

    1. Gerade noch einmal ausprobiert: Bei mir funktioniert’s. Sind denn die Ortungsdienste für HomeKit aktiviert? Die entsprechende Freigabe findet sich in iOS 10 unter Einstellungen/ Datenschutz/ Ortungsdienste/ Systemdienste. Dort muss der Schieber bei HomeKit auf Grün stehen. Das sollte eigentlich standardmäßig der Fall sein. Eine Menüebene darüber hat die Home-App dann noch ihre eigene Ortungsdienst-Einstellung. Hier ist „Beim Verwenden“ die richtige Auswahl. Ansonsten vielleicht noch einmal weiter von der Wohnung entfernen. Die 100 Meter Mindestabstand sind bei GPS & Co. nur ein ungefährer Richtwert.

      1. Ja, ist alles eingeschaltet und wir sind 250m gegangen, selbst wenn ich zur Arbeit fahre passiert nichts und da bin ich viel weiter von meiner Wohnung entfernt. Ich habe einfach nur eine Leuchte auf an/aus geschaltet wenn ich im Bereich bin oder aus dem Bereich raus bin. Die Leuchte ändert nie Ihren Zustand. Bei der Home App habe ich nur die Auswahlmöglichkeit zwischen „Nie“ und „Beim Verwenden“. Systemdienste sind alle an (ja auf grün), Ortsdienste ist auch eingeschaltet. Leider passiert nichts. 🙁
        Die anderen Programme, wie Rolläden runter bei Sonnenuntergang funktionieren super.

        1. Funktioniert denn das Geofencing mit der Eve-App von Elgato? Oder schaltet die Steckdose da genausowenig wie mit Regeln, die in der Home-App von Apple angelegt wurden?

          Sonst würde mir nur noch einfallen, Eve Energy aus HomeKit zu löschen, die Steckdose komplett auf Werkseinstellungen zurückzusetzen und noch einmal neu hinzuzufügen. Dazu benötigen Sie allerdings den Code aus der Bedienungsanleitung bzw. vom Aufkleber der Eve Energy.

          Darf ich aus Interesse fragen, wie Sie die Rollläden bei Sonnenuntergang steuern? Ebenfalls mit Eve-Steckdosen? Denn meines Wissens nach gibt es für HomeKit ja noch keine anderen Schaltaktoren.

  2. hallo, ich habe die Geräte aus der Eve Serie von Elgato getestet und war eigentlich mehr als enttäuscht. Nicht nur dass die einzelnen Komponenten in Bluetooth-Reichweite sein müssen, was der gute deutsche Häuslebauer etwas erschwert durch die massive und gut gedämmte Bauart. Sondern das reagieren der einzelnen Komponenten dauert teilweise sehr lange. Einzig gut funktionierte die Philips Hue Bridge, die mit ihrer Home Kit Schnittstelle sehr schnell reagiert. Fazit war, alle Eve Energy Steckdosen auf Bluetooth-Basis wurden wieder rausgeschmissen und durch Osram Lightify Plug Steckdosen, die man über die Hure Bridge steuern kann, ersetzt. Die Sache mit den Bluetooth-Komponenten ist nicht schlecht, allerdings im echten Leben und größeren Wohnungen nicht so sinnvoll umsetzbar, trotz zwei mal Apple TV 4 als Steuerzentrale. Wenn meine Freundin Licht anhaben möchte, dann sollte das auch sofort angehen und nicht erst 2 Minuten später oder nach drei Versuchen.

    1. Die langen Reaktionszeiten von Eve-Produkten kenne ich auch noch. Mit den Firmware-Updates im Juli sind sie aber deutlich kürzer geworden. Ein prinzipelles Problem bleibt natürlich die Bluetooth-Reichweite. Wer eine große Wohnung hat, kann damit Probleme bekommen. Elgato will deshalb auch einen eigenen Repeater anbieten. Auf der IFA in Berlin war er schon zu sehen.

      Was mich im Zusammenhang mit dem Lightify Plug interessieren würde: Lässt er sich über HomeKit steuern? Mit Lightify-Lampen, die an der Hue-Bridge angeschlossen sind, geht das nämlich nicht. Sie sind für Siri und alle HomeKit-Apps nicht erreichbar.

  3. Dann kann man nur noch R.I.P. für appleTV 3 sagen, hier hat Apple die HomeKite Unterstützung für das alte Gerät total abgeschafft, sieht sehr nach Geldschneiderei aus . Vielleicht such ich mal meinen alten Raspberry aus der Technikkiste und setze den als HomeKit Center ein.

  4. Werden die Trigger/Automatismen jetzt auf dem appleTV 4 gespeichert und somit ein vollwertiges Kontrollzentrum geschaffen oder werden die Einstellungen für Eve und co. auf dem jeweiligen Smartphone gespeichert? Bei der zweiten Variante, würde ich auf das neue Apple HomeKite Kontrollzentrum warten, ähnlich wie Nest und Echo.

    1. Die Automatismen werden wie Szenen und Geräte von HomeKit in der Cloud gespeichert. Deshalb lassen sie sich auch mit verschiedenen Programmen aufrufen und bearbeiten. Die Ausführung der Regeln übernimmt seit iOS10 / tvOS10 offenbar auch Apple TV 4. Im Digitalzimmer wird zum Beispiel die Steckdose Eve Energy selbst dann per Timer geschaltet, weil kein iPhone oder iPad in der Nähe ist. Der Bluetooth-Befehl kommt folglich von der Box. Natürlich muss sich der Empfänger (Eve Energy) dazu in Funkreichweite des Apple TV befinden.

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